{"id":30073,"date":"2011-03-15T09:58:12","date_gmt":"2011-03-15T08:58:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=30073"},"modified":"2011-03-15T09:58:12","modified_gmt":"2011-03-15T08:58:12","slug":"informationen-zu-den-vom-erdbeben-vom-11-marz-2011-in-japan-betroffenen-kernkraftwerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/informationen-zu-den-vom-erdbeben-vom-11-marz-2011-in-japan-betroffenen-kernkraftwerken\/","title":{"rendered":"Informationen zu den vom Erdbeben vom 11. M\u00e4rz 2011 in Japan betroffenen Kernkraftwerken"},"content":{"rendered":"<h3><\/h3>\n<h3>1. Anlagensituation<\/h3>\n<h4>Fukushima I Daiichi<\/h4>\n<p>Nach Informationen der <acronym title=\"International Atomic Energy Agency - Internationale Atomenergieorganisation\">IAEA<\/acronym> sind die Notstromaggregate als Folge des Tsunami ausgefallen. Es sind mobile Notstromaggregate auf die Anlage gebracht worden.<\/p>\n<p>Derzeit findet die Koordination der notwendigen Arbeiten zur Absicherung der K\u00fchlung des Brennelement Beckens statt.<!--more--><\/p>\n<h5>Block 1<\/h5>\n<p>Der Druck im Containment in Block 1 kann laut Presseinformation bis zu  8,4 bar angestiegen sein (Auslegungsdruck 4 bar). Eine gefilterte  Druckentlastung des Containments wurde vorbereitet und vermutlich ab  14:30 Ortszeit am 12.03.11 durchgef\u00fchrt (lt. Information TEPCO von 15:00  Ortszeit am 12.03.11). Der Zeitpunkt der Druckentlastung stimmt in etwa mit dem  Anstieg der Ortsdosisleistung \u00fcberein.<\/p>\n<p>Nach Pressemitteilungen wurde die Evakuierung um den Standort auf 20 km  ausgedehnt. Fernsehbilder zeigen inzwischen eine Explosion am Block 1 am  Reaktorgeb\u00e4ude. Dies wurde durch eine <acronym title=\"International Atomic Energy Agency - Internationale Atomenergieorganisation\">IAEA<\/acronym> Incident und Emergency Center Meldung best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Die zust\u00e4ndige Japanische Beh\u00f6rde hat die <acronym title=\"International Atomic Energy Agency - Internationale Atomenergieorganisation\">IAEA<\/acronym> dar\u00fcber informiert, dass sich eine Wasserstoffexplosion um 15:36 Uhr am  12.03.11 innerhalb des Reaktorgeb\u00e4udes, aber au\u00dferhalb des Containments  ereignete. Die Au\u00dfenw\u00e4nde des Reaktorgeb\u00e4udes wurden teilweise zerst\u00f6rt, das Containment selbst ist aber nach Angaben des Betreibers  noch intakt. Die Wasserstoffreaktion steht sehr wahrscheinlich mit  Brennstabsch\u00e4den in Zusammenhang. Der dabei zun\u00e4chst in das Containment  freigesetzte Wasserstoff, konnte in diesem nicht verbrennen, da das Containment mit Stickstoff inertisiert ist. Er wurde m\u00f6glicherweise bei  der Druckentlastung des Containments ab 14:30 Uhr in das Reaktorgeb\u00e4ude  freigesetzt und ist dort sp\u00e4ter explosionsartig verbrannt. In wie weit  das BE-Becken durch die Explosion im Reaktorgeb\u00e4ude betroffen ist, l\u00e4sst sich den Informationen nicht entnehmen. Im Block 1 liegt dies  vermutlich frei gegen die Atmosph\u00e4re. Vermutlich sind infolge der  Explosion Tr\u00fcmmerteile in das Brennelement-Becken gelangt.<\/p>\n<p>Nach TEPCO-Meldung wurde als Gegenma\u00dfnahme gegen einen m\u00f6glichen  Kernschaden von TEPCO vorgeschlagen, boriertes Meerwasser in den  Reaktordruckbeh\u00e4lter zu pumpen (ob, wie angek\u00fcndigt das Containment  geflutet worden ist, bleibt unklar). Die Ma\u00dfnahme wurde von der Beh\u00f6rde NISA best\u00e4tigt und um 20:20 Uhr (Ortszeit, 12.03.) wurde mit der  Einspeisung begonnen.<\/p>\n<p>Am 13.03. um 11.13 Uhr Ortszeit habe nach Angaben der Presseagentur  Kyodo die Beh\u00f6rde ein Leck in Block 1 vermutet. Anlass dazu g\u00e4ben  Ortsdosisleistungsmessungen mit Werten \u00fcber 1200 \u00b5Sv\/h. Nach  Informationen von CNN habe der Regierungssprecher Edano (um 12.06 Uhr  Ortszeit, 13.03.) gesagt, dass sich m\u00f6glicherweise eine Kernschmelze ereignet  haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Nach <acronym title=\"International Atomic Energy Agency - Internationale Atomenergieorganisation\">IAEA<\/acronym> Informationen ist die elektrische Versorgung \u00fcber mobile Generatoren gesichert.<\/p>\n<h5>INES Einstufung<\/h5>\n<p>Das Ereignis in Block 1 wurde aufgrund der Freisetzung au\u00dferhalb der  Anlage vorl\u00e4ufig nach INES 4 eingestuft. Grund f\u00fcr die Einstufung ist  eine Freisetzung. Nach INES Handbuch bedeutet dies eine Freisetzung von  einem \u00c4quivalent von <abbr title=\"cirka\">ca.<\/abbr> 10 bis 100 Terabecquerel I-131.<\/p>\n<h5>Block 2<\/h5>\n<p>Der F\u00fcllstand im Reaktordruckbeh\u00e4lter von Block 2 liegt unter dem  Normalf\u00fcllstand. Er f\u00e4llt jedoch nicht. Eine Einspeisung erfolgt mit  einem Notk\u00fchlsystem. Nach einer Pressemitteilung von (TEPCO von 13:00  Uhr Ortszeit am 13.3.2011) wurden Vorbereitungen zur Druckreduzierung des Containments getroffen. Nach letzten Mitteilungen (TEPCO 15 Uhr  Ortszeit) wurde eine Druckentlastung des Containments bis 11 Uhr  Ortszeit abgeschlossen.<\/p>\n<p>Von NISA wurde berichtet, dass am 13.3. um 11:55 Ortszeit die elektrische Versorgung gesichert ist (<acronym title=\"International Atomic Energy Agency - Internationale Atomenergieorganisation\">IAEA<\/acronym> \u00fcber mobile Generatoren) und die Einspeisung in den Reaktor aufrechterhalten wurde.<\/p>\n<p>TEPCO meldet, dass in Block 2 die K\u00fchlung am 14.3.2011 um 13:25 Uhr  (Ortszeit) ausgefallen ist. Laut Pressemeldung JIJI wurde um 16:43  (Ortszeit) mit der Einspeisung von Meerwasser in den Reaktor begonnen.  Laut dem japanischen Fernsehsender NHK ist gegen 17:00 Uhr am 14.3.2011  der F\u00fcllstand im Reaktordruckbeh\u00e4lter gesunken, so dass die Brennst\u00e4be zum  Teil freigelegt wurden. Die Arbeiten zur K\u00fchlung des  Sicherheitsbeh\u00e4lters durch Meerwasser werden beschleunigt. Am 14.3.2011  gegen 18 Uhr soll laut TEPCO der Wasserstand im Reaktordruckbeh\u00e4lter unterhalb des messbaren Bereichs gefallen sein, da das Pumpen von  Meerwasser zeitweilig unterbrochen werden musste. Es liegen  widerspr\u00fcchliche Informationen \u00fcber die Ausfallursache vor. Laut TEPCO  fehlte zeitweilig Kraftstoff zum Antrieb der Pumpen, laut der  Nachrichtenagentur Kyodo hatten die Pumpen durch die Explosion am Block 3 Schaden genommen. Gegen  20 Uhr am 14.3.2011 wurde wieder mit der Einspeisung von Meerwasser  begonnen und der F\u00fcllstand erreichte wieder -2.70 m unter Kernoberkante.  Die Brennst\u00e4be standen damit wieder zum Teil im Wasser. Der Druck im Sicherheitsbeh\u00e4lter stieg am 14.3.2011 gegen 20 Uhr auf <abbr title=\"cirka\">ca.<\/abbr> 4.15 bar (etwa Auslegungsdruck). Am 14.3.2011 um 20:37 wurde mit dem  Venting des Sicherheitsbeh\u00e4lters begonnen. Laut TEPCO sollte eine  \u00d6ffnung in das Reaktorgeb\u00e4ude geschaffen werden, um eine Explosion im Reaktorgeb\u00e4ude (so wie sie in Block 1 und 3 aufgetreten ist) zu  vermeiden. Laut NISA-Informationen von 20:40 Uhr am 14.03.2011 soll der  RDB-Druck 8,1 bar, der Containment-Druck 4,2 bar betragen. Zwei  Feuerwehrpumpen seien im Einsatz. Laut dem japanischen Fernsehsender TBS  hat der Staatssekret\u00e4r Makino am 14.3.2011 um 21:00 Uhr best\u00e4tigt, dass eine  \u00d6ffnung im Reaktorgeb\u00e4ude zur Abfuhr von Dampf und Wasserstoff  geschaffen wurde. Am 14.3.2011 gegen 21:20 Uhr wurden laut der Zeitung  ASAHI die Sicherheitsventile des RDB zur Druckabsenkung ge\u00f6ffnet. Laut dem Fernsehsender NHK ist es gelungen, am 14.3.2011 gegen 21:34 Uhr den  F\u00fcllstand soweit anzuheben, dass die Brennst\u00e4be zur H\u00e4lfte mit Wasser  bedeckt sind. Bei Fernsehaufnahmen ist eine wei\u00dfe Abgasfahne aus dem  Reaktorgeb\u00e4ude zu erkennen.<\/p>\n<p>Laut NHK-Meldung vom 14.03.2010 um 23:00 Uhr haben sich die Ventile zur  Druckentlastung des RDB geschlossen und der Druck im RDB steigt. Der  Wasserstand im RDB f\u00e4llt, so dass die Brennst\u00e4be wieder nicht mehr mit  Wasser bedeckt sind. Der Druck im RDB soll laut Fernsehsender TBS  inzwischen auf 20,7 bar gestiegen sein.<\/p>\n<p>Um 0:02 am 15.03.2011 hat der Fernsehsender TBS gemeldet, dass die  Ventile zur Druckentlastung des RDB nicht ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen. Es  soll eine Druckentlastung des Containments mittels \u00d6ffnen des \u201eoberen  Sicherheitsventils\u201c erfolgt sein. Laut NHK wird versucht weitere Ventile des RDB zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Laut Meldung von JAIF (Japan Atomic Industrial Forum) nimmt Tepco an,  dass aufgrund der gemessenen Aktivit\u00e4t in der Umgebung einige Brennst\u00e4be  besch\u00e4digt sind.<\/p>\n<p>Laut KOYODO NEWS wurde am 15.3.2011 um 6:30 Uhr (Ortszeit) eine  Druckwelle vernommen. Die Ursache k\u00f6nnte eine Wasserstoffexplosion  innerhalb des Reaktorgeb\u00e4udes sein. Dies wurde aber nicht bet\u00e4tigt.  Aufgrund eines Druckabfalls im Sicherheitsbeh\u00e4lter, wird mit einer Besch\u00e4digung der Kondensationskammer gerechnet.<\/p>\n<h5>Block 3<\/h5>\n<p>F\u00fcr Block 3 wird von TEPCO sowie von verschiedenen Presseagenturen und  Wikipedia unter Berufung auf TEPCO berichtet, dass gegen 5:30 Uhr  Ortszeit am 13.03.2011 das Notk\u00fchlsystem versagt habe und damit keine  Einspeisung in den Reaktor m\u00f6glich sei. Gegen 8:30 Uhr soll nach der Presseagentur Kyodo mit Berufung auf staatliche Stellen die  Druckentlastung in Block 3 begonnen haben. Nach einer Pressemitteilung  von TEPCO soll die Druckentlastung um 9:20 Uhr (nach englischer Fassung  8:41 Uhr) Ortszeit erfolgreich beendet worden sein. Um 9:25 Uhr soll  boriertes Wasser in den Reaktor eingespeist worden sein (mit \u201eAbwasserpumpen\u201c). Nach  TEPCO-Angaben wurde das Containment-Spr\u00fchen wieder eingestellt. TEPCO  habe nach Kyodo um 11.06 Uhr Ortszeit am 13.03.2011 gemeldet, dass  MOX-Brennelemente mehr als 3 Meter aus dem Wasser ragen. Nach Angaben  von AFP um 6:00 Uhr deutscher Zeit soll der japanische Regierungssprecher Edano  gesagt haben, dass sich eine Kernschmelze in Block 3 m\u00f6glicherweise  ereignet habe.<\/p>\n<p>Nach einer Pressemitteilung von TEPCO von 13:00 Uhr Ortszeit am  13.3.2011 (05:00 Uhr MEZ) fielen beide Hochdruckeinspeisesysteme aus.  Ebenso fiel auch das Notk\u00fchlsystem aus. Um 08:41 Uhr Ortszeit am  13.03.2011 (00:41 Uhr MEZ) wurde danach mit der teilweisen  Druckentlastung des Containments begonnen und um 09:20 Uhr Ortszeit am 13.03.2011 (01:20 Uhr MEZ)  erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde Aktivit\u00e4t freigesetzt. Danach  wurde um 09:25 Uhr Ortszeit (01:25 Uhr MEZ) Borwasser eingespeist und  sp\u00e4ter versucht mit einer Feuerl\u00f6schpumpe Meerwasser in den Reaktor einzuspeisen. (In einer vorherigen Pressemitteilung von TEPCO von 12:00  Uhr Ortszeit am 13.3.2011 (04:00 Uhr MEZ) wurde ohne weitere Zeitangaben  nach dem Ausfall des Notk\u00fchlsystems ein Sicherheits- und  Entlastungsventil von Hand ge\u00f6ffnet, um den Druck im  Reaktordruckbeh\u00e4lter abzubauen.) Die Druckentlastung des Reaktors ist f\u00fcr die Einspeisung  erforderlich.<\/p>\n<p>Nach einer weiteren Meldung des Betreibers fiel im Rahmen der  Wiederherstellung der Einspeisung der F\u00fcllstand, sodass auch aufgrund  der angestiegenen Ortsdosisleistung eine vergleichbare Situation wie im  Block 1 nicht ausgeschlossen werden kann.<\/p>\n<p>In japanischen Pressemeldungen wurde berichtet, dass gegen 9 Uhr  Ortszeit das Entlastungsventil des Reaktors repariert wurde und dadurch  der Druck im Reaktor abgesenkt wurde. Seit dem wird von einer  Einspeisung von Meerwasser berichtet. Die Brennelemente seien zur H\u00e4lfte  bedeckt.<\/p>\n<p>Von NISA wird berichtet, dass eine Einspeisung von Meerwasser \u00fcber das Feuerl\u00f6schsystem erfolgt 13.3. 13:12 Uhr Ortszeit.<\/p>\n<p>Gegen 2:20 Uhr bis 4:00 Uhr Ortszeit war ein Anstieg der  Ortsdosisleistung zu beobachten (auf etwa 820 \u00b5Sv\/h). Danach fiel der  Wert wieder ab.<\/p>\n<p>Am 14.03. kam es um 11 Uhr Ortszeit zu einer Wasserstoffexplosion am Block 3. Laut <acronym title=\"International Atomic Energy Agency - Internationale Atomenergieorganisation\">IAEA<\/acronym> Information ist das Containment nicht besch\u00e4digt worden. Der Druck im  RDB ist dabei nicht abgefallen. Die Warte ist weiterhin funktionsf\u00e4hig.  Nach Pressemitteilung (unter Berufung auf TEPCO) ist die Ortsdosisleistung unver\u00e4ndert. Laut TEPCO ist der Druck im  Sicherheitsbeh\u00e4lter stabil.<\/p>\n<h5>Block 4<\/h5>\n<p>KOYODO NEWS meldet, dass um 11:14 Uhr (Ortszeit) ein Feuer ausgebrochen  ist. Sp\u00e4ter meldet dieselbe Agentur eine Wasserstoffexplosion.  Einzelheiten zu beiden Ereignisse wurden nicht angegeben. Ebenso wenig,  ob diese in einem Zusammenhang stehen.<\/p>\n<p>Im Block 4 kam es am 15.3.2011 zu einem Brand und zu einer Explosion.  Der Brand wurde kurzfristig gel\u00f6scht. Weitere Folgen sind nicht bekannt.<\/p>\n<h4>Fukushima II Daini<\/h4>\n<p>Ein kleinerer Brand im Hilfsanlagengeb\u00e4ude Block 1 wurde innerhalb von 2  Stunden gel\u00f6scht (Quelle: European Clearinghouse). Nach Informationen  des Betreibers Tepco, sind jetzt auch in der Anlage Fukushima Daini  Probleme bei der K\u00fchlung aufgetreten. In den Bl\u00f6cken 1, 2 und 4 wurde die Kondensationskammertemperatur von 100\u00b0C \u00fcberschritten. Zu  Block 3 gibt es keine Angaben hierzu. Es wird berichtet, dass Block 3  einen kalten unterkritischen Zustand erreicht hat. Der F\u00fcllstand in den  Reaktordruckbeh\u00e4ltern in den vier Bl\u00f6cken f\u00e4llt nicht. Die Stromversorgung aus einem externen Netz in diesen Bl\u00f6cken ist vorhanden.  Entgegen ersten Angaben, wird in Block 1 berichtet, dass bei einem  Steuerstab die R\u00fcckmeldung f\u00fcr das vollst\u00e4ndige Einfahren dieses Stabes  zeitweise nicht vorhanden war.<\/p>\n<p>In einer Pressemitteilung wird genannt, dass eine (vermutlich)  Nebenk\u00fchlwasserpumpe durch Meerwasser \u00fcberflutet wurde und dadurch nicht  mehr funktionsf\u00e4hig war. N\u00e4here Informationen liegen uns nicht vor. Es  wurden Evakuierungsma\u00dfnahmen im 10 km-Radius um die Anlage veranlasst. Eine Druckentlastung des Containments wird nach TEPCO  Informationen f\u00fcr alle 4 Bl\u00f6cke vorbereitet. Nach <acronym title=\"International Atomic Energy Agency - Internationale Atomenergieorganisation\">IAEA<\/acronym> Angaben von 5:15 Uhr (deutscher Zeit am 14.03.11) hat entgegen einer fr\u00fcheren <acronym title=\"International Atomic Energy Agency - Internationale Atomenergieorganisation\">IAEA<\/acronym> Mitteilung bisher noch keine Druckentlastung in den Bl\u00f6cken 1, 2 und 4 stattgefunden.<\/p>\n<p>Nach einer Pressemeldung wurden in den Bl\u00f6cken 1, 2 und 4 Pumpen von  Kashiwazaki Kariwa angeliefert und stehen f\u00fcr den Fall, dass die  Notk\u00fchlung ausf\u00e4llt bereit.<\/p>\n<p>Nach <acronym title=\"International Atomic Energy Agency - Internationale Atomenergieorganisation\">IAEA<\/acronym>-Information  konnte im Block 1 das Nachk\u00fchlsystem wieder in Betrieb genommen werden.  Die Anlage soll in den kalten Zustand gefahren werden.<\/p>\n<p>Laut der japanischen Nachrichtenagentur JIJI ist in den Bl\u00f6cken 1 (am  14.3.2011 um 10:15 Uhr) und 2 (am 14.3.2011 um 3:52) die Temperatur in  der Kondensationskammer unter 100 \u00b0C gesunken.<\/p>\n<p>Der Block 4 hat am 14.3.2011 um 15:42 Uhr laut TEPCO den Zustand unterkritisch kalt erreicht. Die K\u00fchlung wird fortgesetzt.<\/p>\n<p>Nach Tepco-Angaben vom 14.03.11, 23:00 Uhr Ortszeit haben alle 4 Bl\u00f6cke den Zustand unterkritisch kalt erreicht.<\/p>\n<h4>Onagawa und Tokai<\/h4>\n<p>Die Standorte Onagawa und Tokai haben nach derzeitigen Informationen  keine akuten sicherheitstechnischen Probleme. In der Anlage Onagawa  wurde in der Turbinenhalle ein Brand detektiert und gel\u00f6scht. Nach  unseren Informationen sind die Anlagen in einem stabilen Zustand, es ist  keine Radioaktivit\u00e4t ausgetreten und es hat keine Evakuierung stattgefunden.<\/p>\n<p>Nach Angaben der japanischen Homepage des Betreibers von Onagawa wird  berichtet, dass alle 3 Anlagen im Zustand abgeschaltet und kalt (unter  100\u00b0C) sind. Die Anlage wird derzeit \u00fcberpr\u00fcft. An einer Messstelle des  Standorts ist am 12.3. um 23:08 Uhr Ortszeit ein Wert von 21\u00b5Sv\/h gemessen worden. Aufgrund einer Grenzwert\u00fcberschreitung wurde dies den  Beh\u00f6rden gemeldet. Da an der Abluft\u00fcberwachung der Anlage allerdings nur  leicht erh\u00f6hte Werte festgestellt wurden, wird geschlossen, dass es  sich nicht um eine Freisetzung von der Anlage Onagawa handelt. Der Messwert ist inzwischen auf 8,4 \u00b5Sv\/h zur\u00fcckgegangen. Von der <acronym title=\"International Atomic Energy Agency - Internationale Atomenergieorganisation\">IAEA<\/acronym> wurde inzwischen berichtet, dass nach Beh\u00f6rdenangaben, die Werte wieder im Bereich der Hintergrundstrahlung liegen.<\/p>\n<p>Nach Presseangaben seien in der Anlage Tokai zwei Dieselgeneratoren  ausgefallen, ein Dieselgenerator sei funktionsf\u00e4hig. Von zwei Pumpen zur  K\u00fchlung stehe eine nicht zur Verf\u00fcgung. Nach anderen Pressemeldungen  gibt der Betreiber an, dass die K\u00fchlung des Reaktors gew\u00e4hrleistet ist. Auf der Betreiberseite finden sich keine Angaben.<\/p>\n<h3>2. Radiologische Situation<\/h3>\n<p>Am 12.3. zwischen 04:00 und 04:40 Uhr Ortszeit wurde nach Berichten des  Betreibers und der Aufsichtsbeh\u00f6rde NISA an zwei Messpunkten in der N\u00e4he  des Werkstores von Daiichi ein Anstieg der Ortsdosisleistung von  Hintergrundwerten (<abbr title=\"cirka\">ca.<\/abbr> 70 nSv\/h) zun\u00e4chst auf das mehr als 10 fache (ca. 0.9 \u00b5Sv\/h um 04:40 Uhr) und bis auf etwa 5 \u00b5Sv\/h um <abbr title=\"cirka\">ca.<\/abbr> 06:30 Uhr Ortszeit festgestellt. Der Anstieg k\u00f6nnte evtl. f\u00fcr  Druckentlastungs-Beginn des Containments zu diesem Zeitpunkt sprechen,  allerdings gibt es hierf\u00fcr keine Best\u00e4tigung.<\/p>\n<p>Nach weiteren Informationen der NISA stiegen bis zur Explosion im  Reaktorgeb\u00e4ude um 15:36 Uhr am 12.03.2011 Ortszeit (Japan) im Verlaufe  der Druckentlastung des Containments die Messwerte der  Ortsdosisleistungen (ODL) in der Umgebung der Anlage Fukushima Daiichi  Unit 1 auf etwa 1000 \u00b5Sv\/h an. Innerhalb von <abbr title=\"cirka\">ca.<\/abbr> 3 h nach  der Explosion fielen die Messwerte der Ortsdosisleistungen (ODL) in der  Umgebung der Anlage auf ~70 \u00b5Sv\/h ab. Nach Angaben von TEPCO stiegen die  ODL bis um 8:00 Uhr Ortszeit am 13.03. auf maximal 8,5 \u00b5Sv\/h an.  Vermutlich im Zusammenhang mit der Druckentlastung von Block 3 stiegen die Messwerte am Haupteingang  zwischen 9:00 Uhr und 9:30 Ortszeit bis auf <abbr title=\"cirka\">ca.<\/abbr> 280 \u00b5Sv\/h an. Um 10 Uhr Ortszeit sanken die Messwerte an dieser Messstelle wieder unter 10 \u00b5Sv\/h.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Beh\u00f6rde (nach Presseagentur Kyodo) um 11:13 Uhr  (Ortszeit) am 13.03. wurden wieder \u00fcber 1200 \u00b5Sv\/h in der Umgebung vom  Block 1 gemessen. Gegen 14:00 (Ortszeit) wurde ein Anstieg der Messwerte  von TEPCO auf Werte bis zu 900 \u00b5Sv\/h beobachtet. Danach fielen die Werte wieder unter 100 \u00b5Sv\/h.<\/p>\n<p>NISA hat best\u00e4tigt, dass C\u00e4sium-137 und Jod-131 in der N\u00e4he der Anlage  Fukushima Daiichi Block 1 festgestellt wurde. Die GRS geht davon aus,  dass radioaktive Stoffe in das Containment freigesetzt wurden und in  diesem gr\u00f6\u00dftenteils zur\u00fcckgehalten wurden.<\/p>\n<p>Im Evakuierungsradius um Daiichi und um Daini sind zusammen etwa 210.000 Menschen evakuiert worden.<\/p>\n<p>Nach Aussagen des Deutschen Wetterdienstes herrscht mit dem Durchgang  eines schwachen Tiefdruckgebietes mit Kern s\u00fcd\u00f6stlich der japanischen  K\u00fcste eine Str\u00f6mung vor, die die freigesetzten radioaktiven Stoffe mit  schwachen Winden in Richtung S\u00fcdwesten entlang der K\u00fcste transportiert. Ab Dienstag, den 15.3.2011 abends soll sich die  Windrichtung \u00e4ndern, so dass dann auch ein Transport von am Standort  Fukushima freigesetzten luftgetragenen Stoffen in n\u00f6rdliche Richtungen  erwartet wird.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Presseagentur Kyodo sollen bei 22 Personen der  Bev\u00f6lkerung erh\u00f6hte Strahlenwerte gemessen worden sein. Angaben \u00fcber die  Kontaminationen werden zurzeit untersucht.<\/p>\n<p>Die folgende Abbildung zeigt Messdaten zu am Standort Fukushima I  (Daiichi) ermittelten Ortsdosisleistungen an verschiedenen Messpunkten  im Zeitraum 12.3.2011, 10:00 bis 15.03.2011, 01:05 Uhr (Ortszeit). Die  Messwerte zeigen unstetige Verl\u00e4ufe mit Werten zwischen 60 nSv\/h (Hintergrundstrahlung) bis etwa 3100 \u00b5Sv\/h. Einigen der Maximalwerte  k\u00f6nnen best\u00e4tigten Ma\u00dfnahmen auf der Anlage (<abbr title=\"zum Beispiel\">z.B.<\/abbr> Druckentlastungen) zugeordnet werden, insbesondere die Druckentlastung  zum Block 2 am 14.03.2011 zwischen 21:20 und 23:00 Uhr. Daten am  Messpunkt 4 zeigen nach der Druckentlastung des Blocks 3 einen exponentiellen Abfall. Dieser  k\u00f6nnte durch am Boden abgelagerte kurzlebige radioaktive Stoffe (<abbr title=\"zum Beispiel\">z.B.<\/abbr> kurzlebige Jodisotope) hervorgerufen werden. Nach Informationen des  Betreibers wurde die Messstelle MP 1 am 13.3.2010 gegen 20:10 auf die  Lage des MP 2 verlegt. Diese befindet sich in der N\u00e4he des Blocks 1. An dieser Stelle  werden Werte zwischen 400 und 500 \u00b5Sv\/h ermittelt. Daten zu den  Messpunkten MP3 und MP4 liegen seit 14.03.2011 <abbr title=\"cirka\">ca.<\/abbr> 15:30 Uhr nicht vor. Die von der Beh\u00f6rde (NISA) mitgeteilten Ortsdosisleistungswerte zum Zeitpunkt der Explosion im Block 1 sind in den verf\u00fcgbaren Daten des Betreibers nicht enthalten. Am 15.03.11 nach <abbr title=\"cirka\">ca.<\/abbr> 6:20 steigen die Werte am Messpunkt Haupttor bis auf ein Maximum von <abbr title=\"cirka\">ca.<\/abbr> 1200 \u00b5Sv\/h gegen 09:00 Ortszeit an. Vermutlich steht dieser Anstieg mit der in diesem Zeitraum angenommenen Besch\u00e4digung der  Kondensationskammer von Block 2 in Verbindung. Nach 09:00 gehen die  Werte wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Am Standort Daini liegen Messwerte der ODL bis 15.03.2011 06:00 Ortszeit  vor. Dort ist ab 22:00 Ortszeit am Messpunkt 4 ein Anstieg bis auf <abbr title=\"cirka\">ca.<\/abbr> 920 \u00b5Sv\/h um 03:10 <abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> 03:50 Ortszeit mit einem anschlie\u00dfenden R\u00fcckgang bis auf Werte um <abbr title=\"cirka\">ca.<\/abbr> 40 \u00b5Sv\/h zu verzeichnen. Die erh\u00f6hten Werte stehen vermutlich mit einem Transport von radioaktiven  Stoffen aus Daiichi mit der n\u00f6rdlichen Str\u00f6mung in Zusammenhang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Anlagensituation Fukushima I Daiichi Nach Informationen der IAEA sind die Notstromaggregate als Folge des Tsunami ausgefallen. 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