{"id":304662,"date":"2020-01-17T15:22:22","date_gmt":"2020-01-17T15:22:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/mangelndes-vertrauen-in-digitale-strategie-der-banken\/"},"modified":"2020-01-17T15:22:22","modified_gmt":"2020-01-17T15:22:22","slug":"mangelndes-vertrauen-in-digitale-strategie-der-banken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/mangelndes-vertrauen-in-digitale-strategie-der-banken\/","title":{"rendered":"Mangelndes Vertrauen in digitale Strategie der Banken"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen\/Z\u00fcrich (ots) &#8211; Aufgrund von Divergenzen zwischen langfristiger Vision  und kurzfristiger Leistung befindet sich die Finanzdienstleistungsbranche auf  Kollisionskurs. Das zeigen die Ergebnisse des diesj\u00e4hrigen State of Financial  Services Report der internationalen Strategieberatung Oliver Wyman.  Finanzdienstleister versuchen das Unternehmen der Zukunft aufzubauen.<!--more--> Ihre  mangelnden Fortschritte sch\u00fcren jedoch die Skepsis der Anleger wie der State of  Financial Services Report von Oliver Wyman zeigt. Gerade einmal 25 Prozent der  Anleger ist laut Report zuversichtlich, dass die Digitalisierungsstrategien der  Unternehmen von Erfolg gekr\u00f6nt sein werden. Weniger als 1 Prozent der Befragten  ist der Ansicht, dass die Pl\u00e4ne klar formuliert und glaubw\u00fcrdig sind.  &#8222;Die Notwendigkeit zu investieren und sich zukunftsf\u00e4hig aufzustellen, ist da.  Das Zeitfenster f\u00fcr die Umsetzung wird jedoch immer enger&#8220;, sagt Tobias W\u00fcrgler, Leiter der Financial Services Practice von Oliver Wyman in der Schweiz. &#8222;Obwohl  in einigen Bereichen ein Durchbruch erzielt wurde, ist unter dem Strich bislang  noch keine positive Wirkung erkennbar.&#8220;  Kluft zwischen Anlegern und Unternehmen  Dem Report zufolge investieren Finanzdienstleistungsunternehmen im Jahr  durchschnittlich f\u00fcnf Prozent ihres Umsatzes in den Wandel. Die Anleger k\u00f6nnen  nach eigenem Bekunden jedoch nicht nachvollziehen, in was die Unternehmen genau  investieren und aus welchen Gr\u00fcnden. Was der Wandel beinhaltet oder wohin die  Reise letztlich gehen soll, erschliesst sich ihnen nicht. Es fehlt den Anlegern  an aussagekr\u00e4ftigen Kennzahlen zur Beurteilung der Fortschritte. Ausserdem haben sie Zweifel am Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis hoher Investitionen in neue  Technologien.  Die Divergenz zwischen ambitionierten teuren Transformationsprogrammen und dem  daraus resultierenden wirtschaftlichen Nutzen macht es f\u00fcr Anleger schwer  nachzuvollziehen, was Investitionen in digitale L\u00f6sungen tats\u00e4chlich bewirken.  98 Prozent der europ\u00e4ischen Banken erw\u00e4hnten das Wort &#8222;digital&#8220; in ihrer  externen Kommunikation, in den Research-Berichten der Analysten wurde der  Begriff indes nur bei 27 Prozent der Banken genannt.  Die Zeit dr\u00e4ngt  Diese Entfremdung f\u00e4llt zusammen mit einem Auseinanderdriften zwischen  wachstumsstarken BigTechs bzw. FinTechs und dem Finanzdienstleistungssektor.  Seit 2010 befindet sich das Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnis (KGV) bei FinTech-Unternehmen kontinuierlich im Aufwind, sodass die Werte inzwischen mindestens dem Doppelten  des KGV von Finanzdienstleistern entsprechen. Bei Banken ist das KGV von 14 auf  11 gesunken, bei Versicherungstiteln wird die L\u00fccke noch gr\u00f6sser. An reifen  M\u00e4rkten hat das niedrige Zinsniveau bereits zu zyklisch bedingten  Umsatzr\u00fcckg\u00e4ngen gef\u00fchrt, die weitreichendere Folgen haben als jede digitale  St\u00f6rung. Nach Sch\u00e4tzungen von Oliver Wyman sind 75 Prozent des Wertverfalls im  europ\u00e4ischen Bankensektor auf makro\u00f6konomische Faktoren und die Regulierung  zur\u00fcckzuf\u00fchren und lediglich 25 Prozent auf FinTechs und neue Wettbewerber am  Markt.  Vor dem Hintergrund geringen Umsatzwachstums und zunehmend schlechter  makro\u00f6konomischer Rahmenbedingungen besteht angesichts des wachsenden  Wettbewerbsdrucks aus Richtung von FinTechs und Technologieunternehmen nach wie  vor eine dringende Notwendigkeit, in Transformation zu investieren. Das Tempo,  mit dem neue Finanzdienstleistungsl\u00f6sungen auf den Markt gebracht werden, nimmt  zu. Entsprechend w\u00e4chst auch die Bedrohung durch Technologieunternehmen eher,  als dass sie nachl\u00e4sst.  Ein weiterer Abschwung k\u00f6nnte schwerwiegende Auswirkungen auf die zur Verf\u00fcgung  stehenden Investitionsmittel haben. Die grossen Rezessionen und Finanzkrisen der letzten 30 Jahre sind bei Banken jedes Mal mit Umsatzverlusten innerhalb eines  Jahres zwischen 10 und 50 Prozent einhergegangen, was weit \u00fcber den 5 Prozent  liegt, die durchschnittlich f\u00fcr Transformationsprogramme ausgegeben werden.  Wenn Vision und wirtschaftlicher Nutzen aufeinandertreffen  In der Finanzdienstleistungsbranche wird der Konflikt zwischen den beiden  gegenl\u00e4ufigen Ans\u00e4tzen Vision und wirtschaftlicher Nutzen immer ausgepr\u00e4gter.  Einige Unternehmen setzen verst\u00e4rkt auf ihren vision\u00e4ren Ansatz und haben enorme Summen in Innovation und Transformationsprogramme investiert. Was die  Gewinnseite anbelangt, bleiben die Ergebnisse jedoch in vielen F\u00e4llen hinter den Erwartungen zur\u00fcck. Unternehmen mit schwerpunktm\u00e4ssiger Ausrichtung auf den  wirtschaftlichen Nutzen haben unz\u00e4hlige kleine Ver\u00e4nderungen vorgenommen, die  zwar f\u00fcr Aufmerksamkeit gesorgt, jedoch h\u00e4ufig kaum Wirkung gezeigt haben.  Um auf kurze und lange Sicht erfolgreich zu sein, werden Unternehmen auf eine  Kombination aus Vision und wirtschaftlichen Nutzen setzen m\u00fcssen. Zum  gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt haben die Unternehmen damit zu k\u00e4mpfen, Investitionen in die Bereiche mit strategischer Priorit\u00e4t zu lenken. Stattdessen fliessen noch  immer fast 50 Prozent der f\u00fcr die Transformation vorgesehenen Mittel in die  Einhaltung obligatorischer regulatorischer Anforderungen. Der allzu lockere  F\u00fchrungsansatz bei der Umsetzung digitaler Programme wird nicht lange Bestand  haben. An seine Stelle wird ein disziplinierterer, interventionistischer Ansatz  treten.  Nach Ansicht von Oliver Wyman sind f\u00fcnf Aspekte entscheidend, um Vision und  wirtschaftlichen Nutzen in Einklang zu bringen:     1) Unternehmen m\u00fcssen ein hohes Mass an Disziplin wahren und        d\u00fcrfen sich nicht dazu hinreissen lassen, in        Copycat-Technologien zu investieren, die f\u00fcr manche, aber eben        nicht f\u00fcr alle Unternehmen funktionieren    2) Sie m\u00fcssen sich auf eine kleinere Anzahl an Initiativen mit        guter Mittelausstattung konzentrieren    3) Es muss Klarheit bez\u00fcglich der von einem Investment in neue        Technologie zu erwartenden Produktivit\u00e4tssteigerungen herrschen    4) Die Tools zur Bewertung und Steuerung von Ver\u00e4nderungen m\u00fcssen        besser werden    5) Die externe Kommunikation muss verbessert werden, damit Anleger       leichter nachvollziehen k\u00f6nnen, welche Faktoren die Entwicklung       beeinflussen, und die M\u00f6glichkeit bekommen, die Fortschritte        langfristiger Ver\u00e4nderungen zu verfolgen.  &#8222;F\u00fcr den Erfolg eines Unternehmens wird die richtige Mischung aus Vision und  wirtschaftlichem Nutzen entscheidend sein, doch viele Unternehmen werden hieran  scheitern&#8220;, lautet das Fazit von Robert Buess, Bankenexperte und Partner bei  Oliver Wyman in der Schweiz. &#8222;Jedes Unternehmen muss f\u00fcr sich das richtige  bestimmen und sich auf eine Strategie f\u00fcr die Zukunft festlegen &#8211; und das  m\u00f6glichst unbeeindruckt von der wachsenden Bedrohung durch BigTechs, der Gefahr  einer Rezession und der zunehmenden Ungeduld der Anleger.&#8220;  Pressekontakt:  Davina Zenz-Spitzweg Communications Manager DACH Oliver Wyman GmbH davina.zenz-spitzweg@oliverwyman.com  Weiteres Material: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/66435\/4495306 OTS:               Oliver Wyman  Original-Content von: Oliver Wyman, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/66435\/4495306\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen\/Z\u00fcrich (ots) &#8211; Aufgrund von Divergenzen zwischen langfristiger Vision und kurzfristiger Leistung befindet sich die Finanzdienstleistungsbranche auf Kollisionskurs. 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