{"id":307790,"date":"2020-02-06T15:29:40","date_gmt":"2020-02-06T15:29:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/aok-baden-wuerttemberg-offen-fuer-europaeische-massnahmen-gegen-global-verursachte-lieferengpaesse-2\/"},"modified":"2020-02-06T15:29:40","modified_gmt":"2020-02-06T15:29:40","slug":"aok-baden-wuerttemberg-offen-fuer-europaeische-massnahmen-gegen-global-verursachte-lieferengpaesse-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/aok-baden-wuerttemberg-offen-fuer-europaeische-massnahmen-gegen-global-verursachte-lieferengpaesse-2\/","title":{"rendered":"AOK Baden-W\u00fcrttemberg offen f\u00fcr europ\u00e4ische Ma\u00dfnahmen gegen global verursachte Lieferengp\u00e4sse"},"content":{"rendered":"<p>Stuttgart (ots) &#8211; &#8222;Das Problem der Lieferengp\u00e4sse bei Arzneimitteln l\u00f6st man  nicht, indem man pauschal die Arzneimittelrabattvertr\u00e4ge kritisiert&#8220;, stellt der Vorstandschef der AOK Baden-W\u00fcrttemberg, Johannes Bauernfeind, am heutigen  Donnerstag (06.02.2020) in Stuttgart klar. L\u00f6sungsans\u00e4tze m\u00fcssten zwingend die  globalen Abh\u00e4ngigkeiten in der Arzneimittelversorgung ber\u00fccksichtigen.<!--more--> Bislang  kann allein die Mechanik der Rabattvertr\u00e4ge zur Verhinderung von Lieferengp\u00e4ssen beitragen. Sie machten die Versorgung planungssicherer, stellten Transparenz her und verf\u00fcgten \u00fcber wirksame Sanktionierungsinstrumente. &#8222;Die Politik sollte  jetzt genau pr\u00fcfen, welches Instrumentarium eine sichere Versorgung der  Patienten mit Arzneimitteln bef\u00f6rdert und welches nicht&#8220;, so Bauernfeind weiter. Sinnvoll sei bei den globalen Lieferschwierigkeiten eine gemeinsame europ\u00e4ische  Strategie, die mehr Markttransparenz und eine Mindestbevorratungspflicht f\u00fcr  wichtige Arzneimittel im Blick habe. Die AOK Baden-W\u00fcrttemberg als bundesweite  Verhandlungsf\u00fchrerin aller AOKs ist gerne bereit, diejenigen Ans\u00e4tze zu  bewerten, die die Versorgung faktisch verbessern.  Der AOK-Vorstandschef appelliert an eine Versachlichung in der Diskussion, denn  Lieferengp\u00e4sse seien nicht mit Versorgungsengp\u00e4ssen gleichzusetzen. Wirkliche  Versorgungsprobleme betr\u00e4fen vor allem Arzneimittel f\u00fcr Krankenh\u00e4user oder  patentgesch\u00fctzte Arzneimittel, f\u00fcr die es keine ad\u00e4quate Alternative gebe.  Anders bei den sogenannten Generika (Arzneimittel, bei denen der Patentschutz  ausgelaufen ist). Dort gebe es in Deutschland keine Versorgungsprobleme,  sondern, weltweit gesehen, sehr unterschiedliche Auspr\u00e4gungen von  Lieferengp\u00e4ssen: &#8222;Versorgungskritische Engp\u00e4sse treten immer dort auf, wo es,  anders als im deutschen Generikamarkt, keine vertraglichen Lieferverpflichtungen gibt.&#8220; Solche Lieferengp\u00e4sse seien beispielweise in den USA etwa doppelt so  h\u00e4ufig wie in Deutschland. Auch in europ\u00e4ischen Staaten ohne vertraglichen  Lieferrahmen seien die Auswirkungen weltweiter Arzneimittelengp\u00e4sse gravierender zu sp\u00fcren als hierzulande. So listet die Schweiz aktuell 568 nicht lieferbare  Produkte bei 287 betroffenen Wirkstoffen, in Rum\u00e4nien fehlten aktuell sogar 695  Pr\u00e4parate. Deutschland verzeichnet derzeit 257 nicht lieferbare Arzneimittel,  wovon vor allem Kliniken betroffen seien, weil es sich dort h\u00e4ufig um  spezialisierte Arzneimittel mit komplexem Produktionsprozess handle.  Gr\u00fcnde f\u00fcr Lieferprobleme liegen laut Bauernfeind vor allem in der  Rohstoffknappheit oder in Produktionsausf\u00e4llen und eben nicht an den  Arzneimittel-Rabattvertr\u00e4gen der Krankenkassen. Selbstverst\u00e4ndlich sei die AOK  Baden-W\u00fcrttemberg offen, alle zus\u00e4tzlichen Verbesserungen, die \u00fcber das  funktionierende Instrumentarium der Rabattvertr\u00e4ge hinausgehen, auf ihre  Wirksamkeit hin zu pr\u00fcfen. Der bereits erfolgte Vorschlag eines  Mehrpartnermodells sei jedoch nach eigener Bewertung nicht zielf\u00fchrend: &#8222;Er  wirkt nicht, da auch mehrere vertraglich gebunden Hersteller letztlich auf  denselben Wirkstoffproduzenten zur\u00fcckgreifen, und er ist sogar kontraproduktiv,  da die Planungssicherheit f\u00fcr die Unternehmen bei diesem Modell zur\u00fcckgeht&#8220;, so  der AOK-Vorstandschef.  Kurzfristig m\u00fcssten sich abzeichnende Engp\u00e4sse sofort und verpflichtend an das  Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden.  Davon profitieren auch die Patienten, weil sie viel fr\u00fcher als heute alternative Therapieempfehlungen erhalten k\u00f6nnen&#8220;, so Bauernfeind weiter. Die AOK  Baden-W\u00fcrttemberg unterst\u00fctze deshalb ausdr\u00fccklich das aktuelle gesetzliche  Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Spahn zur St\u00e4rkung der BfArM-Kompetenzen. Dar\u00fcberhinausgehende k\u00fcnftige L\u00f6sungsans\u00e4tze m\u00fcssten zwingend die globalen  Abh\u00e4ngigkeiten in der Arzneimittelversorgung ber\u00fccksichtigen.  Pressekontakt:  AOK Baden-W\u00fcrttemberg Pressestelle Presselstr. 19 70191 Stuttgart Telefon 0711 2593 &#8211; 229 Telefax 0711 2593 &#8211; 100  E-Mail \tpresse@bw.aok.de  www.aok-bw-presse.de  Weiteres Material: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/51195\/4513591 OTS:               AOK Baden-W\u00fcrttemberg  Original-Content von: AOK Baden-W\u00fcrttemberg, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/51195\/4513591\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stuttgart (ots) &#8211; &#8222;Das Problem der Lieferengp\u00e4sse bei Arzneimitteln l\u00f6st man nicht, indem man pauschal die Arzneimittelrabattvertr\u00e4ge kritisiert&#8220;, stellt der<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-307790","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/307790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=307790"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/307790\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=307790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=307790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=307790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}