{"id":311967,"date":"2020-02-17T10:14:55","date_gmt":"2020-02-17T10:14:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/diakonie-deutschland-und-dekv-fordern-eine-flaechendeckende-und-qualifizierte-notfallversorgung-fuer-alle-patienten\/"},"modified":"2020-02-17T10:14:55","modified_gmt":"2020-02-17T10:14:55","slug":"diakonie-deutschland-und-dekv-fordern-eine-flaechendeckende-und-qualifizierte-notfallversorgung-fuer-alle-patienten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/diakonie-deutschland-und-dekv-fordern-eine-flaechendeckende-und-qualifizierte-notfallversorgung-fuer-alle-patienten\/","title":{"rendered":"Diakonie Deutschland und DEKV fordern eine fl\u00e4chendeckende und qualifizierte Notfallversorgung f\u00fcr alle Patienten"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Anl\u00e4sslich der Verb\u00e4ndeanh\u00f6rung zum Referentenentwurf zur Reform  der Notfallversorgung erachten es die Diakonie Deutschland und der Deutsche  Evangelische Krankenhausverband (DEKV) f\u00fcr notwendig, dass die Bundesregierung  die Neuregelung der Notfallversorgung grunds\u00e4tzlich angeht.<!--more--> Ihre Gestaltung  nimmt eine Schl\u00fcsselrolle bei der Weiterentwicklung einer bedarfsgerechten und  qualit\u00e4tsorientierten Gesundheitsversorgung ein. &#8222;Bei einer zukunftsfesten,  hochwertigen und qualifizierten Notfallversorgung m\u00fcssen die Bed\u00fcrfnisse der  Patientinnen und Patienten ber\u00fccksichtigt werden. Menschen w\u00fcnschen sich, im  Notfall qualifiziert versorgt zu werden und zeitnah die Notaufnahme zu  erreichen. Das unterstreichen auch die Ergebnisse der aktuellen vdek  Bev\u00f6lkerungsbefragung(1) zum Krankenhausstrukturwandel: 87 Prozent der  Bev\u00f6lkerung \u00e4u\u00dferten die Bef\u00fcrchtung, dass bei einer Schlie\u00dfung kleinerer H\u00e4user die Versorgungssicherheit im l\u00e4ndlichen Raum gef\u00e4hrdet sei. Eine Konzentration  der Integrierten Notfallzentren auf wenige Standorte an gro\u00dfen H\u00e4usern lehnen  wir daher ab. Wichtig ist uns, insbesondere die Bed\u00fcrfnisse \u00e4lterer und kognitiv eingeschr\u00e4nkter Menschen einzubeziehen. Schon heute ist jeder dritte Patient in  der Notaufnahme \u00e4lter als 70 Jahre. Auf diese Herausforderungen muss eine  qualifizierte und zukunftsf\u00e4hige Neuregelung der Notfallversorgung Antworten  finden. Mit ihrem Netzwerk an Krankenh\u00e4usern beteiligen sich die Diakonie  Deutschland und der DEKV auch in Kooperation mit den Kassen\u00e4rztlichen  Vereinigungen bereits heute und k\u00fcnftig selbstverst\u00e4ndlich an dieser zentralen  Aufgabe. Die richtigen Voraussetzungen daf\u00fcr zu schaffen, ist jetzt die Aufgabe  der Politik. Bei der anschlie\u00dfenden konkreten Gestaltung der  Versorgungsstrukturen bringen wir gern aktiv unsere Expertise ein&#8220;, erkl\u00e4rt  Christoph Radbruch, Vorstandsvorsitzender des DEKV.  Mit dem vorliegenden Referentenentwurf werden die Ziele fl\u00e4chendeckender und  qualifizierter Notfallversorgung sowie Versorgungssicherheit nicht in allen  Punkten erreicht. Daher fordern die Diakonie Deutschland und der DEKV  eindringlich folgende \u00c4nderungen:  1. Risikostratifizierung der Notfallpatienten ist Schl\u00fcsselaufgabe Integrierter  Notfallzentren (INZ)  In zwingend erforderlichen F\u00e4llen k\u00f6nnen Krankenh\u00e4user als Standort eines INZ  festgelegt werden, die nicht die Anforderungen im Beschluss des Gemeinsamen  Bundesausschusses erf\u00fcllen. Bei diesen Ausnahmeregelungen m\u00fcssen nicht nur die  besonderen Bed\u00fcrfnisse von Kindern und psychisch Erkrankten, sondern auch die  von kognitiv Beeintr\u00e4chtigten, multimorbiden und \u00e4lteren Patienten sowie von  Menschen mit Behinderungen ber\u00fccksichtigt werden. Die Besonderheiten dieser  Patientengruppe sind bei der Gestaltung von Strukturen und Abl\u00e4ufen  einzubeziehen. Das bedeutet beispielsweise, dass das Team der Notaufnahme f\u00fcr  die Risikostratifizierung dieser kommunikativ oft eingeschr\u00e4nkten, vulnerablen  Patientengruppe qualifiziert werden muss. Dar\u00fcber hinaus sind f\u00fcr Kommunikation  und Behandlung mehr Ressourcen einzuplanen, um den Bed\u00fcrfnissen dieser Menschen  und ihrer Angeh\u00f6rigen gerecht zu werden.  2. Faire Wettbewerbsbedingungen schaffen: Klare Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die  organisatorische, wirtschaftliche und rechtliche Verantwortung  Die fachliche Leitung eines INZ muss selbstverst\u00e4ndlich das Krankenhaus inne  haben, um klare Zust\u00e4ndigkeiten und abgrenzbare Verantwortlichkeiten zu schaffen sowie den komplexen Prozess der Notfallversorgung ressourcenschonend zu  organisieren. Ziel ist es, in einem INZ jederzeit eine qualifizierte 24\/7  notfallmedizinische Versorgung sicherzustellen.  3. Fachlich-medizinische Leitung des INZ nach fachlichen Kriterien vergeben  Die fachlich-medizinische Leitung des INZ muss dem jeweiligen Notfallarzt des  Krankenhauses \u00fcbertragen werden. Zu dessen Aufgaben geh\u00f6rt es,  notfallmedizinische Prozesse patientenzentriert, sicher und effizient zu  organisieren. Daher geh\u00f6rt die Leitung der Versorgung von Notfallpatienten im  INZ in die Verantwortung von erfahrenen notfallmedizinischen Experten, die \u00fcber  eine Zusatzweiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin verf\u00fcgen. Nur so  kann eine hochwertige, qualifizierte Notfallversorgung sichergestellt werden.  4. Keine Bestrafung f\u00fcr Notfallbehandlung: Verg\u00fctungsabschl\u00e4ge ersatzlos  streichen  Gegen\u00fcber Notfallpatientinnen und -patienten, die mit dem Rettungswagen oder als Selbsteinweiser kommen, sind Krankenh\u00e4user zur Hilfeleistung verpflichtet.  Kommen sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann das zu Rechtsanspr\u00fcchen des  Betroffenen gegen\u00fcber dem Krankenhaus f\u00fchren. Der Referentenentwurf sieht vor,  dass Krankenh\u00e4user ohne INZ f\u00fcr Notfallpatienten, die nicht station\u00e4r  aufgenommen werden m\u00fcssen, einen Abschlag auf die Verg\u00fctung von 50 Prozent  erhalten. Diese Strafe muss aus dem Entwurf ersatzlos gestrichen werden. F\u00fcr die Erf\u00fcllung einer gesetzlichen Verpflichtung bestraft zu werden, ist eindeutig der falsche Anreiz.  5. Versorgungssicherheit von Notfallpatienten garantieren: offener Zugang zum  INZ f\u00fcr Krankenh\u00e4user aller station\u00e4ren Notfallstufen  Nicht nur Krankenh\u00e4user der erweiterten oder umfassenden Stufe der  Notfallversorgung sollen INZ werden d\u00fcrfen. Dies w\u00fcrde zu einer gezielten  St\u00e4rkung gro\u00dfer Krankenh\u00e4user f\u00fchren, da Notfallpatienten mit unklarem  Behandlungsbedarf im INZ ambulant und bei Bedarf im angeschlossenen Krankenhaus  station\u00e4r aufgenommen werden. Die Konzentration auf gro\u00dfe H\u00e4user verengt  eindeutig die Notfallversorgung. Auch die Krankenh\u00e4user der Basisstufe m\u00fcssen  INZ werden.  &#8222;Unser gemeinsames Ziel ist es, die Notfallversorgung zukunftsf\u00e4hig zu  gestalten. Dort wo es sinnvoll und m\u00f6glich ist, sollten integrierte  Notfallzentren und die Zusammenarbeit zwischen Krankenh\u00e4usern und  Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen etabliert werden. Notfallversorgung muss  fl\u00e4chendeckend, qualifiziert und bedarfsorientiert sein. In der diakonisch  getragenen Notfallversorgung steht immer der Patient mit seinen Bed\u00fcrfnissen und seiner Autonomie im Mittelpunkt&#8220;, betont Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik  der Diakonie Deutschland.  Die ausf\u00fchrliche Stellungnahme der Diakonie Deutschland und des DEKV zum  Referentenentwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung ist beigef\u00fcgt.  Quellen:  (1) http:\/\/ots.de\/7fyIA1  Pressekontakt:  Medizin &amp; PR GmbH &#8211; Gesundheitskommunikation Barbara Kluge | Eupener Stra\u00dfe 60, 50933 K\u00f6ln E-Mail: barbara.kluge@medizin-pr.de | Tel.: 0221 \/ 77543-0  Melanie Kanzler | Verbandsdirektorin E-Mail: kanzler@dekv.de | Tel.: 030 80 19 86-11  Weiteres Material: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/126495\/4521943 OTS:               Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e. V. (DEKV)  Original-Content von: Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e. V. (DEKV), \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/126495\/4521943\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Anl\u00e4sslich der Verb\u00e4ndeanh\u00f6rung zum Referentenentwurf zur Reform der Notfallversorgung erachten es die Diakonie Deutschland und der Deutsche<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-311967","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/311967","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=311967"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/311967\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=311967"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=311967"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=311967"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}