{"id":3126,"date":"2006-12-01T18:55:57","date_gmt":"2006-12-01T18:55:57","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=3026"},"modified":"2006-12-01T18:55:57","modified_gmt":"2006-12-01T18:55:57","slug":"lbeck_feiert_das_ende_der_sanierung_des_holstentores","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/lbeck_feiert_das_ende_der_sanierung_des_holstentores\/","title":{"rendered":"L\u00fcbeck feiert das Ende der Sanierung des Holstentores"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Holstentor1206\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Holstentor1206.JPG\" alt=\"Holstentor1206\" \/><br \/>\nFoto: TBF\/Wolfgang Freywald<\/p>\n<p>Nach eineinhalbj\u00e4hrigen Arbeiten ist die Au\u00dfensanierung des L\u00fcbecker Holstentores abgeschlossen. Die Kosten von insgesamt einer Million Euro wurden zu mehr als der H\u00e4lfte durch Spenden aufgebracht. Am Sonnabend, 2. Dezember 2006, wird das sanierte Wahrzeichen der Hansestadt offiziell um 17 Uhr mit einer Lichtinszenierung und einem Feuerwerk der \u00d6ffentlichkeit \u00fcbergeben.<!--more-->L\u00fcbecks B\u00fcrgermeister Bernd Saxe dankte allen an der Sanierung beteiligten Handwerkern, Kultursenatorin Annette Borns, deren Fachbereich als Bauherr auch die Spendenaktion \u00fcber die &#8222;Stiftung L\u00fcbecker Altstadt&#8220; organisiert hat, sowie Bausenator Franz-Peter Boden f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Ma\u00dfnahmen. &#8222;Insbesondere aber ist all denen zu danken, die durch ihre spontane Spendenbereitschaft die Sanierung im vollen Umfang erm\u00f6glicht haben&#8220;, so Saxe. &#8222;Wir k\u00f6nnen gemeinsam stolz sein.&#8220; Das Holstentor sei das L\u00fcbecker Wahrzeichen schlechthin und international eines der bekanntesten deutschen Kulturdenkm\u00e4ler. &#8222;Das \u00fcber 500 Jahre alte Bauwerk zu sichern und f\u00fcr die Zukunft zu erhalten, war uns eine Verpflichtung. Immerhin geh\u00f6rt es nicht nur zu L\u00fcbeck, sondern auch zum Weltkulturerbe. Dieser Verpflichtung sind alle L\u00fcbecker gemeinsam nachgekommen.&#8220; Aus \u00f6ffentlichen Mitteln alleine h\u00e4tte die Stadt die Finanzierung nicht leisten k\u00f6nnen, so Saxe. Das Engagement der B\u00fcrger habe \u00fcberregional f\u00fcr Aufsehen gesorgt und Beispiel gebend als gute Werbung f\u00fcr die Stadt gewirkt.<\/p>\n<p>Begonnen hatten die Arbeiten im April 2005. &#8222;Wir haben die Mauersimse aus Gotlandkalkstein und das Ziegelmauerwerk ausgebessert, die Terrakotten gereinigt oder durch neue ersetzt, das Dach erneuert und selbst die Inschrift Concordia Domi Foris Pax auf der Feldseite durch neues Blattgold aufgefrischt&#8220;, sagte Bausenator Franz-Peter Boden zu den umfangreichen Sanierungsma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich sollte die Sanierung des Holstentores nur ein halbes Jahr dauern. An den zun\u00e4chst auf rund eine halbe Million Euro bezifferten Kosten hatten sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die L\u00fcbecker Possehl-Stiftung mit 100 000 und 70 000 Euro beteiligt. Erst als das Holstentor komplett einger\u00fcstet war, offenbarte sich, in welch schlechtem Zustand es sich befand: So wiesen das Dach und die Bereiche unterhalb der Traufen deutlich h\u00f6here Sch\u00e4den auf, als zuvor angenommen. Ebenso hatte das Mauerwerk im oberen Bereich gro\u00dfe L\u00fccken, die durch Abwaschungen entstanden waren. Die Ma\u00dfnahmen wurden daher ausgeweitet. &#8222;Dies in einem Zuge zu tun, machte insbesondere deswegen Sinn, da das Holstentor bereits komplett einger\u00fcstet war&#8220;, sagte Boden. Verz\u00f6gert wurden die Arbeiten zwischenzeitlich durch sch\u00fctzenswerte V\u00f6gel, die w\u00e4hrend der Brut nicht gest\u00f6rt werden durften.<\/p>\n<p>Die Mehrkosten f\u00fcr unerwartete Sanierungsma\u00dfnahmen von noch einmal 490 000 Euro wurden dann durch die Spendenaktion &#8222;L\u00fcbecker retten ihr Holstentor&#8220; aufgebracht. Gro\u00dfe Anteile in dieser zweiten Phase hatten die L\u00fcbecker Dr\u00e4ger-Stiftung, das Land Schleswig-Holstein und die Sparkasse zu L\u00fcbeck mit jeweils 50 000 Euro. Dazu kommen weitere Gro\u00dfspender, die ungenannt bleiben m\u00f6chten, sowie mehrere, die ebenfalls mit einem f\u00fcnfstelligen Betrag vertreten sind. Insgesamt kamen bei der Aktion 574.003,51 Euro zusammen.<\/p>\n<div align=\"center\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Holstentor1206_003.JPG\"><\/div>\n<p>Die Resonanz auf die Spendenaufrufe war &#8222;\u00fcberw\u00e4ltigend&#8220;, wie B\u00fcrgermeister Saxe befand. Die B\u00fcrger und Unternehmen der Stadt h\u00e4tten dabei eine gro\u00dfe Kreativit\u00e4t an den Tag gelegt. &#8222;Immer wieder haben sich die L\u00fcbecker mit tollen Ideen an die Stadt gewandt&#8220;. so Saxe. So haben zahlreiche Unternehmen Holstentor-Produkte aufgelegt, durch deren Kauf sich viele Menschen an der Spendenaktion beteiligt haben. &#8222;Seien es die Holstentor-Berliner, Silberbarren, Anstecker, Einkaufschips, Zinnmedaillen, Rotspon, Sekt und Marzipan oder sogar Holstentor-B\u00fcroklammern gewesen &#8211; dem Einfallsreichtum waren keine Grenzen gesetzt.&#8220; Schlie\u00dflich h\u00e4tte jeder kleine Betrag geholfen, die &#8222;magische Grenze&#8220; von einer halben Million zu \u00fcberschreiten. Auch Vereine und Verb\u00e4nde h\u00e4tten sich engagiert. Die \u00fcber das Kulturb\u00fcro organisierte Holstentor-Lotterie in diesem Sommer erzielte weitere rund 40 000 Euro.<br \/>\nDr. Horst-H. Siewert, Leiter des Bereichs Denkmalpflege der Hansestadt L\u00fcbeck, betonte, dass das Holstentor eines der wichtigsten Denkm\u00e4ler der hanseatischen Backsteingotik und das bedeutendste erhaltene Stadttor des Sp\u00e4tmittelalters in Deutschland sei. Nicht nur die F\u00f6rderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstreiche die Bedeutung, sondern auch die Tatsache, dass der Deutsche St\u00e4dtetag das Holstentor als Erkennungszeichen f\u00fchre.<\/p>\n<p>Die letzten Reste des Ger\u00fcsts sind in der vergangenen Woche abgebaut worden. Seit Juni des vergangenen Jahres hatte auf Initiative der Bauverwaltung eine 2300 Quadratmeter gro\u00dfe Spezialplane mit einem Foto des Holstentores das Baudenkmal verh\u00fcllt. Die von der Deutschen Bank zur Verf\u00fcgung gestellte Fotoplane hatte nicht nur Schutzfunktion. Denn so blieb das Holstentor auch w\u00e4hrend der Sanierungsphase sichtbar, was gerade f\u00fcr Touristen sehr wichtig war. Dar\u00fcber hinaus beteiligte sich die Deutsche Bank mit einer Spende in H\u00f6he von 100 000 Euro an der Sanierung.<\/p>\n<p>&#8222;Es ist uns gelungen, dass die Besucher des Museums Holstentor sich von dem Baubetrieb rund um das Geb\u00e4ude nicht haben abschrecken lassen&#8220;, freute sich Professor Dr. Hans Wi\u00dfkirchen, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Direktor der L\u00fcbecker Museen. Nach einem leichten Besucherr\u00fcckgang im vergangenen Jahr hole man im laufenden Jahr kr\u00e4ftig auf. In diesem Jahr haben bereits mehr als 40 000 Besucher das Holstentor von innen gesehen. Daf\u00fcr h\u00e4tten die Museen einige Marketinganstrengungen unternommen. So w\u00fcrden seit M\u00e4rz jeden Sonnabend F\u00fchrungen angeboten, die insbesondere von Touristen gut angenommen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die aus dem Spendenaufkommen verbleibenden Mittel werde man nun in den lange f\u00e4lligen Einbau neuer Heizk\u00f6rper, eine Zwischent\u00fcr im Eingangsbereich sowie die Optimierung des Museumsshops investieren. &#8222;Das Museum Holstentor ist eine wichtige Attraktion f\u00fcr Touristen und selbstverst\u00e4ndlich wollen wir uns, wenn sie es betreten, als gute Gastgeber zeigen.&#8220;<\/p>\n<div align=\"center\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Holstentor1206_002.JPG\"><\/div>\n<p>Zu den Aktionen rund um das Holstentor am bevorstehenden Wochenende verriet Wi\u00dfkirchen, dass es sich bei der Lichtinszenierung des Hamburger Lichtk\u00fcnstlers Michael Batz um eine Diaprojektion handeln werde, die sich auf k\u00fcnstlerische Weise mit dem Thema &#8222;Tore&#8220; besch\u00e4ftige. &#8222;Das ist unsere Hommage an das Holstentor, das ja nicht nur Tor zur Stadt, sondern als Museum auch Tor zu einer in Norddeutschland einmaligen Museumslandschaft auf der Altstadtinsel ist.&#8220; Die Kosten f\u00fcr die \u00dcbergabefeiern w\u00fcrden selbstverst\u00e4ndlich nicht aus st\u00e4dtischen oder Spendengeldern gedeckt, sondern aus eigens f\u00fcr diesen Zweck von den L\u00fcbecker Museen eingeworbenen Werbegeldern.<\/p>\n<div align=\"center\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Holstentor1206_001.JPG\"><\/div>\n<p>Technische Details der Sanierung:<br \/>\n&#8211; Bauzeit: April 2005 bis November 2006.<br \/>\n&#8211; Ger\u00fcst: 3500 Quadratmeter Layher-Allround Ger\u00fcst, Gewicht 150 Tonnen.<br \/>\n&#8211; Abdeckung: 2300 Quadratmeter Fotofolie aus Mesh-Gewebe.<br \/>\n&#8211; Terrakotta-B\u00e4nder: 1300 St\u00fcck Einzelterrakotten im unteren und mittleren Band, davon 600 vor Ort restauratorisch aufgearbeitet, 250 ausgebaut, restauriert, wieder eingebaut, 450 erneuert. 78 St\u00fcck Einzelmotiv-Terrakotten im oberen Band (unter der Dachrinne) erneuert, Erneuerung der Verfugung.<br \/>\n&#8211; Gotland-Kalkstein-B\u00e4nder: Erneuerung von 175 laufenden Metern Gotland-Kalkstein-B\u00e4nder. In jedem Band wurde das besterhaltenste Einzelst\u00fcck im Bestand belassen.<br \/>\n&#8211; Dacheindeckung: 900 Quadratmeter Dacheindeckung der beiden T\u00fcrme mit Mosel-Schiefer in Altdeutscher Deckung auf zus\u00e4tzlicher Schalung und Dichtungsbahn. 100 Quadratmeter Dacheindeckung des Mitteldaches mit Mosel-Schiefer in Rechteckdoppel-Deckung auf zus\u00e4tzlicher Schalung und Dichtungsbahn. 70 Meter Kupfer-Dachrinnen, 30 Meter Kupfer-Fallrohre.<br \/>\n&#8211; Mauerwerkssanierung: Reinigung der gesamten Fassade mit Hei\u00dfdampf, rund 1700 Meter Fugen erneuert, 115 Backsteine ausgewechselt, 950 M\u00f6rtelplomben an Steinausbr\u00fcchen eingesetzt, 110 aufgerostete Sachhaken frei gestemmt und behandelt, 2500 Verblendsanierungsanker f\u00fcr die Verbindung der Vermauerschale mit dem Hintermauerwerk eingebaut.<br \/>\n&#8211; Sicherung des Treppengiebels mit vier Edelstahlankern mit hinterer Anbindung an den Dachstuhl. \u00dcberfilzung der Putzblenden mit Muschelkalk Feinputz. <\/p>\n<div align=\"center\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Holstentor1206_004.JPG\"><\/div>\n<p>\nDieses Foto wurde in luftiger H\u00f6he von  einer Arbeitsb\u00fchne der Firma H.Junghans Arbeitsb\u00fchnen GmbH, L\u00fcbeck geschossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: TBF\/Wolfgang Freywald Nach eineinhalbj\u00e4hrigen Arbeiten ist die Au\u00dfensanierung des L\u00fcbecker Holstentores abgeschlossen. 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