{"id":31367,"date":"2011-04-10T08:00:15","date_gmt":"2011-04-10T06:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=31367"},"modified":"2011-04-08T11:00:09","modified_gmt":"2011-04-08T09:00:09","slug":"hoffnung-fur-schlaganfall-patienten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/hoffnung-fur-schlaganfall-patienten\/","title":{"rendered":"Hoffnung f\u00fcr Schlaganfall-Patienten"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-31368\" href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2011\/04\/hoffnung-fur-schlaganfall-patienten\/reagenzglas_schlaganfallforschung\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-31368\" title=\"Reagenzglas_Schlaganfallforschung\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Reagenzglas_Schlaganfallforschung.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Reagenzglas_Schlaganfallforschung.jpg 418w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Reagenzglas_Schlaganfallforschung-320x189.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 418px) 100vw, 418px\" \/><\/a>Professor f\u00fcr Neuroradiologie wendet neue Therapie erfolgreich an<\/p>\n<p>Der Schlaganfall ist noch immer ist die dritth\u00e4ufigste Todesursache in den westlichen Industrienationen. Bundesweit erleiden j\u00e4hrlich mehr als 200.000 Menschen einen akuten \u201eHirn-Infarkt\u201c. Allein in Schleswig-Holstein sind es gut 5.500 Patienten.<!--more--> Ihnen kann jetzt besser geholfen werden: Im Universit\u00e4tsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) wendet das Institut f\u00fcr Neuroradiologie in Kiel ein neues Verfahren an, mit dem Blutgerinnsel aus den gro\u00dfen Hirngef\u00e4\u00dfen schnell und effizient entfernt werden k\u00f6nnen. Nicht mit Medikamenten, nicht mit Laserstrahlen, sondern rein mechanisch. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Die Rate liegt bei<br \/>\n90 Prozent.<br \/>\nWettlauf gegen die Zeit<\/p>\n<p>Oft beginnt es mit harmlosen Symptomen. Der Arm l\u00e4sst sich nicht gut bewegen, kribbelt vielleicht. Schwindel. Meist werden diese Anzeichen eines Schlaganfalls nicht ernst genommen. Das f\u00fchrt dazu, dass viele Betroffene nicht rechtzeitig zum Arzt gehen. Vor allem, weil sie keine Schmerzen sp\u00fcren. Dabei ist Zeit der alles entscheidende Faktor. Professor Dr. Olav Jansen (49), Leiter des Instituts f\u00fcr Neuroradiologie am Universit\u00e4tsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), erl\u00e4utert: \u201eEin Patient mit Schlaganfall-Symptomen befindet sich in einer lebensbedrohlichen Notsituation und muss so schnell wie m\u00f6glich in eine spezialisierte Notaufnahme gebracht werden.\u201d Jansen spricht von einem Diagnose- und Behandlungs-Zeitfenster von maximal sechs Stunden. Ansonsten drohen irreversible Hirnsch\u00e4den durch Unterversorgung der betroffenen Areale<br \/>\nmit Blut.<br \/>\nSchwere Folgen drohen<\/p>\n<p>Und die langfristigen Folgen sind verheerend. Auch wenn nicht jeder Schlaganfall t\u00f6dlich endet \u2013 bei vielen hinterl\u00e4sst der Verschluss von wichtigen Gef\u00e4\u00dfen im Gehirn bleibende Sch\u00e4den wie L\u00e4hmungen oder Sprach- und Bewusstseinsst\u00f6rungen. Bei etwa 15 bis 20 Prozent der Patienten sind die gro\u00dfen Arterien verstopft. Teile des Gehirns werden nicht mehr durchblutet, in diesen Bereichen droht der Verlust der Hirnfunktion. Jansen betont: \u201eSo ein Schlaganfall kann auch j\u00fcngere Menschen treffen, die durch angeborene Gef\u00e4\u00dferkrankungen oder erworbene Herz-Rhythmus-St\u00f6rungen anf\u00e4lliger sind. Eine herk\u00f6mmliche Therapie mit Medikamenten reicht dann nicht mehr aus.\u201d<br \/>\n90 Prozent der verstopften Gef\u00e4\u00dfe \u00f6ffnen sich wieder<\/p>\n<p>Das UKSH, Campus Kiel, wendet jetzt eine neue Behandlung an, die vielversprechend scheint. In Zusammenarbeit mit einem amerikanischen Unternehmen entwickelte das Institut f\u00fcr Neuroradiologie unter Leitung von Prof. Jansen ein neuartiges Verfahren, um die Blutgerinnsel, die meist aus dem Herzen oder der Halsschlagader stammen, zu entfernen und die Versorgung zum Gehirn wieder herzustellen. Rund 40 Mal wurde es bereits in Kiel und L\u00fcbeck eingesetzt. Prof. Olav Jansen zeigt sich stolz: \u201eSeit gut einem Jahr wenden wir diese Therapieform an, mit einer Wieder\u00f6ffnungsrate der Gef\u00e4\u00dfe von 90 Prozent.\u201d<br \/>\nDas Verfahren ist so simpel wie genial<\/p>\n<p>Besonders stolz ist Jansen, weil er selbst nach zwanzig Jahren in der Forschung eine so simple wie geniale Methode gefunden hat: Er nennt sie Thrombektomie \u2013 sprich: das Entfernen eines Blutpfropfs. Wie er das schafft? Mit Hilfe der so genannten Stentriever-Technologie. Eine Wortsch\u00f6pfung aus den Begriffen Stent und retrieve, Englisch<br \/>\nf\u00fcr herausholen.<br \/>\nBlutgerinnsel verf\u00e4ngt sich in Stent<\/p>\n<p>Stents werden Patienten eingesetzt, um Gef\u00e4\u00dfe zu weiten. Jansen entwickelte Nickel-Titan-Stents weiter. Diese Stentriever werden dem Patienten mittels eines Katheders \u00fcber die Leiste minimal-invasiv eingef\u00fchrt \u2013 unter Vollnarkose. Die \u00c4rzte bringen dieses feine Metallnetz-R\u00f6hrchen, zwei bis drei Zentimeter lang,  h\u00f6chst flexibel und dabei trotzdem stabil, in die betroffene Arterie. Dort dr\u00fcckt es sich ins Gerinnsel und das Gerinnsel verf\u00e4ngt sich. Mithilfe eines zweiten Katheders erzeugen die Operateure einen leichten Unterdruck und ziehen dann das R\u00f6hrchen samt Gerinnsel aus dem Gef\u00e4\u00df heraus.<br \/>\nKurzer Eingriff \u2013 langfristige Wirkung<\/p>\n<p>\u201eDer Eingriff dauert 15 bis 20 Minuten, und es klappt erstaunlich gut\u201d, schw\u00e4rmt Professor Jansen. Nach gut sieben Tagen wird der Patient entlassen. Und die bisher behandelten Patienten \u2013 wie geht es denen heute? \u201eSie haben extrem gute Verl\u00e4ufe\u201c, sagt Jansen. \u201eAuch wenn bei ihnen Folgen bleiben k\u00f6nnen. Es geht ihnen viel besser als fr\u00fcher.\u201d Kein Zweifel: Das neue Verfahren d\u00fcrfte neue Hoffnung bringen f\u00fcr viele Schlaganfall-Patienten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Professor f\u00fcr Neuroradiologie wendet neue Therapie erfolgreich an Der Schlaganfall ist noch immer ist die dritth\u00e4ufigste Todesursache in den westlichen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-31367","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissenschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31367","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31367"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31367\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31367"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31367"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31367"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}