{"id":316789,"date":"2020-03-01T10:20:00","date_gmt":"2020-03-01T10:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/pinkelprotokolle-an-schulen-in-nrw-unzulaessig\/"},"modified":"2020-03-01T10:20:00","modified_gmt":"2020-03-01T10:20:00","slug":"pinkelprotokolle-an-schulen-in-nrw-unzulaessig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/pinkelprotokolle-an-schulen-in-nrw-unzulaessig\/","title":{"rendered":"&#8222;PINKELPROTOKOLLE&#8220; an Schulen in NRW unzul\u00e4ssig"},"content":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf\/Witten (ots) &#8211; Keine \u00dcberwachung der Toilettenbenutzung am Wittener  Albert-Martm\u00f6ller-Gymnasium! Das stellt jetzt die Landesdatenschutzbeauftragte  in einer f\u00fcr ganz NRW wegweisenden Stellungnahme[1] klar, nachdem sie von der  Piratenpartei um die \u00dcberpr\u00fcfung der Ma\u00dfnahme gebeten wurde.<!--more--> Auch die  Videokameras an der Schule d\u00fcrfen nicht den Eindruck erwecken, dass sie der  \u00dcberwachung dienten. Hier muss die Schule nachbessern und deutlich dar\u00fcber  informieren, dass die Aufnahmen nicht gespeichert werden.[2]  Bereits im Sommer 2018 wurde das Vorhaben der Schule \u00f6ffentlich, in Zukunft die  Toiletteng\u00e4nge von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern durch ein digitales Schlie\u00dfsystem  zu protokollieren. Das Ziel &#8211; saubere Toiletten und weniger Vandalismus &#8211; kann  man bef\u00fcrworten. Die Idee, dies durch \u00dcberwachung zu erreichen, ist allerdings  nach Meinung der Piratenpartei eine schlechte. Dies best\u00e4tigt nun auch die  Landesdatenschutzbeauftragte &#8211; und fordert die Schule dazu auf, die  Datenspeicherung wieder einzustellen. Dem ist die Schule nach eigener Aussage  seit dem 21. Februar nachgekommen.  Zu der \u00dcberpr\u00fcfung der Ma\u00dfnahme durch die Landesbeauftragte f\u00fcr Datenschutz und  Informationsfreiheit (LDI) ist es gekommen, nachdem sich Eltern der Schule wegen dieser \u00dcberwachungsma\u00dfnahme hilfesuchend an die Piratenpartei gewandt hatten.[3] Diese hatte noch vor dem Start dieses Systems ein Gespr\u00e4ch mit dem Schulleiter  gef\u00fchrt und Ma\u00dfnahmen vorgeschlagen, wie man die Sauberkeit der Toiletten ohne  \u00dcberwachung verbessern k\u00f6nnte.  &#8222;Wir hatten damals die Hoffnung, die Schule noch vor Anschaffung des mehrere  tausend Euro teuren Systems von dem Vorhaben abzubringen, indem wir sie auf die  geltenden Datenschutzgesetze und alternative Ideen f\u00fcr sauberere Schultoiletten  hinwiesen. Leider war die Anlage bereits beschafft und die Schule war nicht mehr von der Idee abzubringen. Dass die Eltern ihr Anliegen nicht selbst vortragen  wollten, sondern uns um Hilfe baten, deutete bereits deutlich darauf hin, dass  von einer zul\u00e4ssigen freiwilligen Datenspeicherung nicht die Rede sein konnte.  Sie hatten Angst, als Querulanten zu gelten, wenn sie ihr Einverst\u00e4ndnis nicht  geben.&#8220;, erinnert sich Stefan Borggraefe, Wittener Ratsmitglied der  Piratenpartei.  Im n\u00e4chsten Schritt wandten sich die Piraten schlie\u00dflich an die  Landesdatenschutzbeauftragte, um eine Kl\u00e4rung zu erreichen.  Da das Gymnasium auch als erste Schule NRWs mit Video\u00fcberwachung bekannt  wurde[4], hat die Piratenpartei die LDI in dem Zuge ebenfalls gebeten, auch  diese Ma\u00dfnahme zu pr\u00fcfen. Im Ergebnis stellt die LDI klar, dass auch hier eine  Datenspeicherung unzul\u00e4ssig w\u00e4re. Die Kameras d\u00fcrfen lediglich als verl\u00e4ngertes  Auge des Schulsekretariats genutzt werden, um als eine Art besserer T\u00fcrspion zu  dienen. Das hat die Schule bereits genauso gemacht. Es wurde allerdings durch  Hinweisschilder &#8222;Dieser Bereich wird video\u00fcberwacht&#8220; ein anderer Eindruck  erweckt. Daher wird das AMG durch die LDI dazu aufgefordert, bei ihrer  Informationspflicht nachzubessern und deutliche Hinweise anzubringen, dass die  Kameras keinerlei Daten speichern. Es darf an der Schule also weder bei den  Videokameras noch bei dem elektronischen Schlie\u00dfsystem der Eindruck erweckt  werden, dass es sich um \u00dcberwachung handelt. Das LDI beh\u00e4lt sich eine  \u00dcberpr\u00fcfung der Schule zu gegebenem Zeitpunkt vor.  &#8222;Die Stellungnahmen der LDI machen deutlich, dass \u00dcberwachung an Schulen nichts  verloren hat! Ein gew\u00fcnschtes Verhalten der Kinder darf nicht durch Kameras und  \u00dcberwachung erzielt werden, an die sie sich dann von klein auf gew\u00f6hnen. Dieses  Prinzip herrscht beispielsweise auch in China mit seiner Total\u00fcberwachung. Dort  sind die \u00f6ffentlichen Toiletten und Stra\u00dfen vielleicht sauberer als in  Deutschland, aber mit einer f\u00fcr uns vorbildlichen Demokratie hat diese  \u00dcberwachungsdiktatur nichts zu tun.&#8220;, meint Stefan Borggraefe.  Die Landesdatenschutzbeauftragte best\u00e4tigt in ihrer Stellungnahme Kritikpunkte,  die die Piratenpartei bereits 2018 ge\u00e4u\u00dfert hatte. Die Speicherung  personenbezogener Daten \u00fcber die gesetzlichen Erfordernisse hinaus durch die  Schule ist nur zul\u00e4ssig, wenn dazu eine Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rung der betroffenen  Personen vorliegt. Die Schule hatte dazu zwar ein entsprechendes Schriftst\u00fcck  aufgesetzt, an der f\u00fcr die Wirksamkeit einer Einwilligung erforderlichen  Freiwilligkeit bestehen aber f\u00fcr die LDI erhebliche Zweifel. So sei in einem  schulischen Umfeld mit seinen ungleichen Machtverh\u00e4ltnissen,  Sanktionsm\u00f6glichkeiten und Gruppenzwang nicht gew\u00e4hrleistet, dass faktisch frei  von sozialem Druck oder Zwang entschieden werden k\u00f6nne.  &#8222;Die Bewertung der Landesdatenschutzbeauftragten ist wegweisend f\u00fcr alle Schulen in NRW. Auch alle anderen Schulen mit vergleichbaren Anlagen m\u00fcssen nun die  Datenspeicherung einstellen und die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dar\u00fcber  informieren, dass sie nicht mehr \u00fcberwacht werden! Kinder und Jugendliche durch  Video\u00fcberwachung und Einlasskontrollen zu erw\u00fcnschtem Verhalten zwingen zu  wollen, ist eine Ma\u00dfnahme, die an unseren Schulen keinen Platz haben darf!&#8220;, so  Frank Herrmann, Vorsitzender der Piratenpartei NRW.  Quellen\/Fu\u00dfnoten:  [1] Stellungnahme_LDI_NRW_Pinkelprotokolle http:\/\/ots.de\/oZ0JKZ  [2] Stellungnahme_LDI_NRW_Video\u00fcberwachung http:\/\/ots.de\/SLX2cN  [3] http:\/\/ots.de\/YicXZD  [4] &#8222;Gymnasium in Witten plant als erstes in NRW Video\u00fcberwachung&#8220;:  http:\/\/ots.de\/JmcsH1  Pressekontakt:  Pressekoordination: Daniel D\u00fcngel   Piratenpartei Deutschland Landesverband Nordrhein-Westfalen Frank Herrmann Selbecker Str. 22 40472 D\u00fcsseldorf  Telefon: +49 (0)151-21552166 E-Mail: presse@piratenpartei-nrw.de  Internet: www.piratenpartei-nrw.de  Weiteres Material: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/76876\/4534321 OTS:               Piratenpartei Deutschland  Original-Content von: Piratenpartei Deutschland, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/76876\/4534321\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf\/Witten (ots) &#8211; Keine \u00dcberwachung der Toilettenbenutzung am Wittener Albert-Martm\u00f6ller-Gymnasium! 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