{"id":32907,"date":"2011-05-10T11:39:47","date_gmt":"2011-05-10T09:39:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=32907"},"modified":"2011-05-10T11:39:48","modified_gmt":"2011-05-10T09:39:48","slug":"bka-veroffentlichung-der-zahlen-zur-zahlungskartenkriminalitat-2010-anlasslich-der-gemeinsamen-pressekonferenz-des-bundeskriminalamts-und-der-euro-kartensysteme-gmbh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bka-veroffentlichung-der-zahlen-zur-zahlungskartenkriminalitat-2010-anlasslich-der-gemeinsamen-pressekonferenz-des-bundeskriminalamts-und-der-euro-kartensysteme-gmbh\/","title":{"rendered":"BKA: Ver\u00f6ffentlichung der Zahlen zur Zahlungskartenkriminalit\u00e4t 2010 anl\u00e4sslich der gemeinsamen Pressekonferenz des Bundeskriminalamts und der EURO Kartensysteme GmbH"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-16107\" href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2010\/07\/bka-massiver-anstieg-bei-manipulationen-von-geldautomaten-bundeskriminalamt-veroffentlicht-fallzahlen-fur-das-erste-halbjahr-2010\/bundeskriminalamt-4\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-16107\" title=\"Bundeskriminalamt\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Bundeskriminalamt.jpg\" alt=\"\" width=\"244\" height=\"77\" \/><\/a>Wiesbaden (ots) &#8211; Das Bundeskriminalamt (BKA) richtet am 10. Mai 2011 in Kooperation mit der Firma EURO Kartensysteme GmbH eine Pressekonferenz zur Ver\u00f6ffentlichung des Lagebildes &#8222;Zahlungskartenkriminalit\u00e4t 2010&#8220; in Berlin aus. Manipulationen von Geldautomaten (&#8222;Skimming&#8220;) Die Zahl der Angriffe auf Geldautomaten bewegt sich seit Jahren auf hohem Niveau. 2010 war nach einem R\u00fcckgang im Vorjahr wieder ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen bei Manipulationen festzustellen.<!--more--><\/p>\n<p>So wurden 2010 in Deutschland 3.183 Angriffe auf Geldautomaten registriert, was eine Steigerung von 55 % gegen\u00fcber dem Vorjahr (2.058 Angriffe) bedeutet. Dabei waren 1.765 verschiedene Geldautomaten das Ziel von Manipulationen, auch hier ist eine Steigerung im Vergleich zu 2009 zu verzeichnen, und zwar um 83 % (2009: 964 Automaten), Insbesondere Geldautomaten in stark frequentierten Bereichen wie Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen oder Bahnh\u00f6fen wurden mehrfach manipuliert. Allein im ersten Halbjahr 2010 wurde nahezu die Fallzahl des gesamten Vorjahres erreicht. Im zweiten Halbjahr wurden deutlich weniger Skimming-Attacken registriert; dies d\u00fcrfte u. a. darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass eine bundesweit vertretene Bank, die besonders h\u00e4ufig betroffen war, mehrere Hundert Geldautomaten \u00e4lterer Bauart ausgetauscht hat, die besonders anf\u00e4llig f\u00fcr Manipulationen waren.<\/p>\n<p>Pro Skimming-Attacke auf einen Geldautomaten sind durchschnittlich rund 60 Kunden betroffen. Demzufolge wurden im Jahr 2010 sch\u00e4tzungsweise 190.000 Kartenkunden Opfer von Skimming-Delikten.<\/p>\n<p>Nach Sch\u00e4tzungen lag der daraus resultierende Schaden allein bei den Debitkarten bei rund 60 Millionen Euro und damit 20 Millionen h\u00f6her als im Vorjahr (2009: 40 Millionen Euro).<\/p>\n<p>Der Abgriff von Magnetstreifendaten an T\u00fcr\u00f6ffnern von Bankfoyers, der in 2009 noch in 13% der F\u00e4lle erfolgte, hat 2010 beinahe vollst\u00e4ndig an Bedeutung verloren und wurde nur noch in 2% der F\u00e4lle von den T\u00e4tern praktiziert. Diese Entwicklung d\u00fcrfte u. a. auf den Abbau bzw. die sicherheitstechnische Aufr\u00fcstung der T\u00fcr\u00f6ffnersysteme zur\u00fcckzuf\u00fchren sein.<\/p>\n<p>Die Modi Operandi zur Erlangung der Geheimzahl blieben 2010 im Wesentlichen unver\u00e4ndert. H\u00e4ufig installierten die T\u00e4ter Mini-Kameras direkt oberhalb der PIN-Tastatur der Geldautomaten oder sie befestigten die Kameras oder Fotohandys an oder in der Raumdecke &#8211; zum Beispiel versteckt in Rauchmelderattrappen. Alternativ setzten sie Tastaturattrappen ein, die identisch aussehen und \u00fcber die Originaltastatur gelegt werden. So wird die vom Kunden eingegebene PIN gespeichert, w\u00e4hrend gleichzeitig die Originaltastatur und damit der Geldautomat st\u00f6rungsfrei genutzt werden.<\/p>\n<p>Manipulation von POS-Terminals<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr wurden erstmals seit 2008 wieder Manipulationen von POS-Terminals (Point of Sale Terminals =<br \/>\nKassenterminals) festgestellt. Diese blieben jedoch aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden im Versuchsstadium stecken, so dass auch 2010 keine erfolgreichen POS-Terminal-Manipulationen registriert wurden.<\/p>\n<p>Manipulation von Tankautomaten<\/p>\n<p>Ende 2010 wurden erstmals Tankautomaten an SB-Tankstellen (ohne Personal) in Nordrhein-Westfalen \u00fcber einen Zeitraum von mehreren Wochen manipuliert und die Magnetstreifendaten sowie PIN der dort eingesetzten Zahlungskarten abgegriffen. Die so erlangten Daten wurden f\u00fcr missbr\u00e4uchliche Geldabhebungen an Geldautomaten in Kolumbien und den USA eingesetzt.<\/p>\n<p>Tatverd\u00e4chtige<\/p>\n<p>Die Tatverd\u00e4chtigen stammten auch 2010 wie in den Vorjahren fast ausschlie\u00dflich aus S\u00fcdosteuropa. Dabei dominierten rum\u00e4nische, gefolgt von bulgarischen Staatsangeh\u00f6rigen. Die T\u00e4ter organisierten den gesamten Tatverlauf vom Datenabgriff bis hin zum betr\u00fcgerischen Einsatz der Kartendubletten im Ausland. Sie agierten in kleinen Gruppen und hielten sich zum Abgriff der Kartendaten meist nur kurze Zeit in Deutschland auf. Die erlangten Kartendaten wurden in der Regel sehr schnell verwertet; meist liegen nur zwei bis drei Tage zwischen dem Datenabgriff und dem betr\u00fcgerischen Einsatz der gef\u00e4lschten Karten im Ausland.<\/p>\n<p>Manipulationen von Geldautomaten und POS-Terminals im Ausland Neben den Angriffen auf Geldautomaten in Deutschland wurden auch im Ausland deutsche Kartendaten illegal abgegriffen. Im Jahr 2010 wurden im Ausland bei Manipulationen von insgesamt 533 Geldautomaten und POS-Terminals deutsche Kartendaten erlangt (2009: 619, &#8211; 14 %), am h\u00e4ufigsten in Frankreich, der T\u00fcrkei und in Italien.<\/p>\n<p>Einsatz gef\u00e4lschter Debitkarten mit deutschen Kartendaten Die Verwertung der durch Skimming erlangten Kartendaten durch die T\u00e4ter erfolgt in der Regel mittels so genannter &#8222;white plastics&#8220; &#8211; das sind Kartenrohlinge mit Magnetstreifen, die von den T\u00e4tern mit den illegal erlangten Kartendaten versehen werden. Mit deutschen Debitkartendaten gef\u00e4lschte Karten k\u00f6nnen allerdings auf Grund technischer Sicherheitsvorkehrungen im Inland nicht eingesetzt werden. Bei der Verwertung solcher Karten lag der Schwerpunkt im ersten Halbjahr 2010im europ\u00e4ischen Ausland, insbesondere in Gro\u00dfbritannien, Italien, den Niederlanden, Bulgarien und Russland. Im zweiten Halbjahr erfolgten die missbr\u00e4uchlichen Karteneins\u00e4tze zunehmend au\u00dferhalb Europas, vornehmlich in S\u00fcdafrika, Kenia, den USA, Kanada sowie der Dominikanischen Republik.<\/p>\n<p>Aktuelle Entwicklungen 2011<\/p>\n<p>Ende M\u00e4rz 2011 wurden erstmals in Deutschland F\u00e4lle bekannt, bei denen an Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn Magnetstreifendaten und PIN erlangt wurden. Die Kartendaten wurden anschlie\u00dfend auf gef\u00e4lschte Karten \u00fcbertragen und an Geldautomaten in Slowenien missbr\u00e4uchlich eingesetzt.<\/p>\n<p>BKA-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Ziercke: &#8222;Die Zahl der Datenabgriffe von den Magnetstreifen der Zahlungskarten ist 2010 erneut angestiegen. Wir m\u00fcssen also unsere Anstrengungen fortsetzen, um den T\u00e4tern ihr Handwerk zu legen.<\/p>\n<p>Ohne flankierende Ma\u00dfnahmen werden die T\u00e4ter lediglich die Verwertung der erlangten Kartendaten in &#8222;Nicht-Chip-L\u00e4nder&#8220;<br \/>\nverlagern, da die meisten deutschen Debitkarten derzeit neben dem Chip noch mit Magnetstreifen f\u00fcr den Einsatz in den<br \/>\n&#8222;Nicht-Chip-L\u00e4ndern&#8220; im au\u00dfereurop\u00e4ischen Ausland, z.B. den USA, ausgestattet sind. Erforderlich sind deshalb beispielsweise Mechanismen, die eine bewusste Kontrolle von Magnetstreifenums\u00e4tzen erm\u00f6glichen, das sogenannte &#8222;Magstripe-Controlling&#8220;.<\/p>\n<p>Dieses &#8222;Magstripe-Controlling&#8220; beinhaltet Ma\u00dfnahmen wie z.B. die Reduzierung der Einsatzm\u00f6glichkeiten der Karte nach Risikol\u00e4ndern, die Festlegung von Limits f\u00fcr Auslandsabhebungen durch das Kreditinstitut oder den Kunden, die Benachrichtigung von Kunden per SMS bei erfolgten Auslandstransaktionen oder die grunds\u00e4tzliche Deaktivierung der Karte f\u00fcr den Einsatz in &#8222;Nicht-Chip-L\u00e4ndern&#8220;. Dabei m\u00fcssen Kunden, die ihre Karten in &#8222;Nicht-Chip-L\u00e4ndern&#8220; einsetzen wollen, zuvor den Magnetstreifen ihrer Karte bei ihrer Bank &#8222;aktivieren&#8220; lassen. Die letztgenannte Ma\u00dfnahme wird schon von einigen deutschen Kreditinstituten angewandt. Alle genannten Verfahren sind aber nur effektiv im Kampf gegen die Zahlungskartenkriminalit\u00e4t, wenn sie von allen beteiligten Kreditinstituten fl\u00e4chendeckend eingesetzt werden.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; Das Bundeskriminalamt (BKA) richtet am 10. 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