{"id":3307,"date":"2007-03-14T10:23:35","date_gmt":"2007-03-14T10:23:35","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=3207"},"modified":"2007-03-14T10:23:35","modified_gmt":"2007-03-14T10:23:35","slug":"samtener_gang_bers_wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/samtener_gang_bers_wasser\/","title":{"rendered":"Samtener Gang \u00fcbers Wasser"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Weinert_Susan\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Weinert_Susan.jpg\" alt=\"Weinert_Susan\" \/><br \/>\nImmer auch am Nektar des Melodischen s\u00fcffelnd: Susan Weinert. Foto BevisKiel &#8211; Man kann das so oder so h\u00f6ren: Susan Weinert und Duo-Partner Martin Weinert lassen ihre Instrumente sanglich aufspielen oder Gast-S\u00e4nger Francesco Cottone singt, scattet und beatboxt seine Stimme instrumentell.<!--more--> Wie dem sei, im auch auf den Stehpl\u00e4tzen gut gef\u00fcllten Luna gew\u00e4hrt ein organisch zusammenwirkendes Trio Einblick &#8211; nicht nur in das neue Album Dancing On The Water, auch in eine neue Art, Stimme und Instrumente zu verschmelzen.<\/p>\n<p>Ein dreifach hochsensibles Saitenspiel, wenn wir auch Cottones Stimmb\u00e4nder mal als Saiten betrachten. Wof\u00fcr es manchen Anlass gibt. Denn die samthauchige Stimme mit ihrer instrumentell agierenden Virtuosit\u00e4t im Scat-Gesang verf\u00fcgt \u00fcber eine so klangfarbige Vielfalt der Register, dass man meint, hier w\u00fcrden jeweils ganz unterschiedliche Saiten angeschlagen. Das hat zuweilen etwas raubkatzig Anschleichendes, dann aber auch wieder den Schmelz s\u00e4uselnder Lyrik selbst im Sauseschritt der Registerspr\u00fcnge. So ist Francesco Cottone der perfekte &#8222;Dritte Mann&#8220; im Bunde des new-jazzenden Ehepaars.<\/p>\n<p>Am Titelst\u00fcck der neuen CD Dancing On The Water wird das am deutlichsten. Elfenhaft schmetterlingsbefl\u00fcgelt gibt sich Susan Weinerts Gitarre im Intro, quasi die Einsinge-\u00dcbung. Dann kommen Fragmente rhythmischer Phrasen hinzu, immer am Nektar des Melodischen s\u00fcffelnd, die sich zu energischen Skalen verdichten. Mit verhaltenem Soul-Druck in der Stimme liefert Cottone dazu die Lyrics: &#8222;I&#8217;m walking up and down&#8220;, was man w\u00f6rtlich nehmen darf &#8211; und als eben jenen Gang \u00fcbers Wasser, f\u00fcr den man sich sonst Glaubensgemeinschaften anschlie\u00dfen m\u00fcsste, hier geht er wie von selbst dem Fl\u00fcssigen auf den Grund.<\/p>\n<p>Nicht minder traumwandlerisch \u00fcber unerforschten Tiefen bewegt sich Martin Weinerts Bass in Iceland. Sonst der stoisch loopende Rhythmiker des Trios, das sichere Fundament f\u00fcr H\u00f6hengefl\u00fcgeltes, greift er hier zum Bogen und entlockt dem Bass Sph\u00e4ren-Kl\u00e4nge nah am Gesang der menschlichen Stimme. Dem Cello sagt man derlei Qualit\u00e4ten sonst nach, auf dem Bass wirkt das meistens etwas gek\u00fcnstelt, nicht so, wenn Martin Weinert zum Solo ausholt. Hall- und Echo-Generatoren unterst\u00fctzen den wahrlich psychedelischen Sound, doch allenfalls als die Saitenkunst unterstreichende Hilfsmittel. So &#8222;ambient&#8220; klingt sonst nur Elektronik, Weinert &#038; Weinert gelingt das akustisch.<\/p>\n<p>Eine Journey To Inside, nicht nur ins Innere der besungenen Seelenzust\u00e4nde; sondern auch dessen, was Instrumente, gleich ob darauf Metall- oder Saiten aus organischem Material gespannt sind, dort verbergen, wohin noch selten sie jemand entf\u00fchrt hat. Immer wieder ist das wie Singen, die ureigene Stimme durch die Prothese des Instruments klingen zu lassen. Samtig die Seele streichelnd oder funky gescattet &#8211; ein schwebender Gang \u00fcbers Wasser. Von J\u00f6rg Meyer.<\/p>\n<div align=\"center\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Weinert_Susan_400.jpg\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer auch am Nektar des Melodischen s\u00fcffelnd: Susan Weinert. 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