{"id":33724,"date":"2011-05-18T16:25:26","date_gmt":"2011-05-18T14:25:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=33724"},"modified":"2011-05-18T16:25:26","modified_gmt":"2011-05-18T14:25:26","slug":"versunkene-stadte-geisternde-deichgrafen-und-listige-meermanner-an-der-nordsee-schleswig-holstein-den-mythen-der-kuste-auf-den-grund-gehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/versunkene-stadte-geisternde-deichgrafen-und-listige-meermanner-an-der-nordsee-schleswig-holstein-den-mythen-der-kuste-auf-den-grund-gehen\/","title":{"rendered":"Versunkene St\u00e4dte, geisternde Deichgrafen und listige Meerm\u00e4nner: An der Nordsee Schleswig-Holstein den Mythen der K\u00fcste auf den Grund gehen"},"content":{"rendered":"<p>FOTO: Der Schimmelreiter \/ Uta Knizia<\/p>\n<p>Im Watt nach der legend\u00e4ren Stadt Rungholt suchen, auf den Spuren des Schimmelreiters durch Husums enge Gassen streifen, auf Eiderstedt auf Teufelswerk treffen und an den Str\u00e4nden das Gold des Nordens finden \u2013 die Nordsee Schleswig-Holstein ist Heimat zahlreicher Mythen und Sagen. Besucher k\u00f6nnen ihnen \u00fcberall an der K\u00fcste begegnen und \u00fcberraschende Entdeckungen machen \u2013 wer h\u00e4tte gedacht, dass das Bernsteinzimmer in St. Peter-Ording zu finden ist oder dass ein Pharis\u00e4er eine hochprozentige Seele hat?<!--more--><\/p>\n<p>Im Watt nach der versunkenen Stadt Rungholt suchen<br \/>\nAlle sieben Jahre erklingen in der Johannisnacht die Glocken der versunkenen Stadt Rungholt \u2013 h\u00f6ren k\u00f6nnen diese der Sage nach allerdings nur Sonntagskinder. Die sagenumwobene Siedlung, die auch das \u201eAtlantis des Nordens\u201c genannt wird, fiel im Jahr 1362 der \u201egroten Mandr\u00e4nke\u201c, einer verheerenden Sturmflut zum Opfer. Dort, wo einst in Rungholt Handel mit Salz und Vieh betrieben wurde, wuchs in den nachfolgenden Jahrhunderten durch Schlickablagerungen die Hallig S\u00fcdfall empor und die Hafenstadt geriet in Vergessenheit \u2013 bis die Nordsee Ende des 19. Jahrhunderts im Watt um S\u00fcdfall mehr und mehr Siedelreste freigab. \u00dcberreste von Deichen, Warften, Schleusen, Tongef\u00e4\u00dfe, Keramikscherben, Waffen, Tierknochen und weitere Kulturspuren befeuerten erneut die Mythenbildung, doch bisher hat der Meeresboden keine mit Gold und Silber gef\u00fcllten Schatztruhen freigegeben\u2026 Zur Spurensuche geht es von Nordstrand aus zu Fu\u00df oder mit dem Pferdewagen ins Watt (www.rungholt-wattwanderung.de).<br \/>\nAuf den Nordstrander Rungholttagen vom 19. bis 21. August dreht sich alles um die versunkene Siedlung und Nordfrieslands Geschichte. Kurverwaltung Nordstrand, Tel. 04842\/454, info@nordstrand.de, www.nordstrand.de<br \/>\nEinen umfassenden Einblick in das Leben in Rungholt und weiteren untergegangenen Siedlungen erhalten Besucher im Rungholtmuseum auf der Insel Pellworm. Kur- und Tourismusservice Pellworm, Tel. 04844\/ 189-40 info@pellworm.de, www.pellworm.de<\/p>\n<p>Auf den Spuren Hauke Haiens durch das Schimmelreiter-Land<br \/>\nNordfrieslands ber\u00fchmtester Deichgraf Hauke Haien reitet der Sage nach noch heute nachts \u00fcbers Land und wacht \u00fcber die Deiche. Einen historischen Hauke Haien hat es allerdings nie gegeben, wohl aber nordfriesische Pers\u00f6nlichkeiten wie Hans Momsen oder Jean Henri Desmerci\u00e9res, die als Vorbilder f\u00fcr Theodor Storms literarische Figur dienten.  Mit der Novelle um den Deichgrafen, der den K\u00fcstenschutz revolutionieren wollte, bei der Bev\u00f6lkerung damit auf Ablehnung stie\u00df und schlie\u00dflich mit Frau und Kind von einer verheerenden Sturmflut verschlungen wird, schuf Storm einen Stoff, der in Nordfriesland auch mehr als hundert Jahre nach seinem Erscheinen allgegenw\u00e4rtig ist.<br \/>\nBesucher k\u00f6nnen das Arrangement \u201eStorm-Stadt Husum\u201c buchen und sich auf die Spuren des Dichters begeben: Zwei \u00dcbernachtungen mit Fr\u00fchst\u00fcck im 3-, 4- oder 5-Sterne-Hotel, Besuch des Storm-Hauses mit Besichtigung des Poeten-St\u00fcbchens, Stadtf\u00fchrung durch Husum, 3-G\u00e4nge-Men\u00fc in den Gew\u00f6lben eines 400-j\u00e4hrigen Gasthofes und ein H\u00f6rbuch mit einer Storm-Novelle sind buchbar ab 145 Euro pro Person im Doppelzimmer.<br \/>\nIm leuchtend gelben Postbus k\u00f6nnen Literatur-Fans au\u00dferdem von Husum aus auf eine eint\u00e4gige kulinarisch-literarische \u201eEntdeckungsreise durch das Schimmelreiterland\u201c gehen. Die n\u00e4chste Tour findet am 8. Oktober statt.<br \/>\nTourismus und Stadtmarketing Husum, Tel. 04841\/89870, info@husum-tourismus.de, www.husum-tourismus.de<\/p>\n<p>Das Gold des Nordens in St. Peter-Ording finden<br \/>\nMit etwas Gl\u00fcck k\u00f6nnen Strandl\u00e4ufer im Flutsaum Bernstein finden. Das 35 bis 55 Millionen Jahre alte fossile Harz fasziniert Menschen seit tausenden von Jahren, unz\u00e4hlige Mythen ranken sich um den Halbedelstein, dem eine gro\u00dfe Heilkraft zugesprochen wird und der schon in der Steinzeit ein begehrter Schmuckstein war. Auf der Nordseehalbinsel Eiderstedt und in St. Peter-Ording l\u00e4sst sich das \u201eGold des Nordens\u201c besonders h\u00e4ufig finden. Ungeschulten Blicken verbirgt sich der unauff\u00e4llige braun-gelbe Stein allerdings oft. An der Nordseek\u00fcste k\u00f6nnen Urlauber auf zahlreichen Wattwanderungen erfahren, woran sie Bernstein erkennen und in vielen Orten auch gleich in einer Bernsteinwerkstatt die Fundst\u00fccke zu eigenem Schmuck verarbeiten \u2013 zum Beispiel im Nordsee Bernsteinmuseum in St. Peter-Ording (www.nordsee-bersteinmuseum.de), in der Kreativwerkstatt in B\u00fcsum (www.bernsteinschleifer.de) oder bei der Schutzstation Wattenmeer (www.schutzstation-wattenmeer.de).  F\u00fcr Kinder werden Extra-Schleifkurse angeboten, zum Beispiel in Uwes Bernsteintruhe auf F\u00f6hr (www.uwebernstein.de).<br \/>\nIm Bernsteinzimmer der D\u00fcnen-Therme in St. Peter-Ording wartet ein ganz besonderes Wellnesserlebnis auf Besucher: Bei entspannender Musik ruht der Gast auf einer kostbaren W\u00e4rmeliege. Zwei Reihen von Bernsteinen sind so in die Liege eingepasst, dass die Reflexzonen beiderseits der Wirbels\u00e4ule sanft stimuliert und mit der heilenden Energie des Bernsteins versorgt werden. Bernstein-Aroma\u00f6le erg\u00e4nzen die positive Wirkung. (www.duenen-therme.de).<br \/>\nTourismus-Zentrale St. Peter-Ording, Tel. 04863\/9990, info@tz-spo.de, www.st.peter-ording.de<\/p>\n<p>Mit einem Teufelspakt aus Liebe gebaut: Der Rote Haubarg auf Eiderstedt<br \/>\nAuf der Nordseehalbinsel Eiderstedt sind die m\u00e4chtigen Bauernh\u00f6fe mit den riesigen Reetd\u00e4chern, genannt Haubarge, Zeugen vom Reichtum vergangener Tage. Der ber\u00fchmteste dieser rund 45 heute noch verbliebenen, in Schleswig-Holstein einmaligen H\u00e4user ist der Rote Haubarg in Witzwort. Warum der strahlend wei\u00dfe Hof \u201eRoter Haubarg\u201c hei\u00dft, wieso er genau 99 Fenster hat und was es mit dem Teufel auf sich hat, der auf einem Stein im Garten sitzt, sind nur einige der Geheimnisse des sagenumwobenen Geb\u00e4udes. Besucher k\u00f6nnen ihnen bei k\u00f6stlichen, hausgemachten Torten und regionalen Spezialit\u00e4ten oder im angeschlossenen Museum auf den Grund gehen. Der Legende nach ging ein armer Bauer einst einen Pakt mit dem Teufel ein: Wenn der Teufel ihm vor dem ersten Hahnenschrei ein stattliches Haus mit 100 Fenstern baute, wollte er ihm seine Seele geben, um die Tochter des reichen Schmieds zur Frau nehmen zu k\u00f6nnen. Als der Haubarg rasant in die H\u00f6he wuchs, bekam der Bursche es mit der Angst um seine Seele zu tun. Da sch\u00fcttelte die Mutter seiner Geliebten geistesgegenw\u00e4rtig den Hahn ihrer H\u00fchnerschar, bis er markersch\u00fctternd schrie \u2013 genau in dem Augenblick, als der Teufel das 99. Fenster eingesetzt hatte. Er hatte den Handel verloren und fuhr w\u00fctend in die H\u00f6lle. Seitdem haben das gl\u00fccklich verm\u00e4hlte Paar und die folgenden Bewohner des Haubargs immer wieder versucht, das hundertste Fenster einzusetzen \u2013 die Scheibe zerbrach jedoch jedes Mal sofort\u2026<br \/>\nDas Haus, das mit soviel Liebe erbaut wurde, ist heute auch ein beliebter Ort zum Heiraten. Der Rote Haubarg ist t\u00e4glich au\u00dfer montags von 11 bis 22 Uhr ge\u00f6ffnet.<br \/>\nRoter Haubarg, Sand 5, 25889 Witzwort, Tel. 04864\/845, www.roterhaubarg.de<br \/>\nTourismus Zentrale Eiderstedt e. V., Tel. 04862\/469, urlaub@tz-eiderstedt.de, www.tz-eiderstedt.de<\/p>\n<p>Das Geheimnis des Pharis\u00e4ers l\u00fcften<br \/>\nWas es mit dem Pharis\u00e4er auf sich hat, k\u00f6nnen Nordsee-Besucher unter seiner Sahnehaube herausfinden. Das k\u00f6stliche, hei\u00dfe Kaffeegetr\u00e4nk mit der hochprozentigen Seele hat seinen Ursprung im Jahr 1847 auf Nordstrand und ist l\u00e4ngst zum Nationalgetr\u00e4nk der Friesen avanciert. Namensgeber des Kult-Getr\u00e4nks ist der Pastor Georg Bleyer, der auf einer Taufe im Elisabeth-Sophien-Koog den Ausschank von Alkohol verboten hatte. Die findigen Friesen umgingen dies, indem sie einen ordentlichen Schuss Rum in den Kaffee gossen und eine Sahnehaube darauf setzten, um den Alkoholgeruch zu \u00fcberdecken. Ob es an der immer lustiger werdenden Runde lag oder ob dem Pastor versehentlich eine Tasse mit Schuss vorgesetzt wurde, ist nicht \u00fcberliefert. Der Ausruf des entr\u00fcsteten Kirchenmannes, als er hinter das Geheimnis kam, jedoch schon: \u201eOh, Ihr Pharis\u00e4er!\u201c<br \/>\nDer Pharis\u00e4er wird in einer speziellen hohen Tasse mit Untertasse serviert. Wer acht Portionen schafft, darf ein solches Pharis\u00e4ergedeck behalten \u2013 und wer ihn umr\u00fchrt, muss eine Lokalrunde spendieren. \u00dcbrigens: Nach einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 1981 sind 2 cl Rum pro Pharis\u00e4er nicht ausreichend!<br \/>\nIm Pharis\u00e4erhof auf Nordstrand k\u00f6nnen G\u00e4ste das Nationalgetr\u00e4nk der Friesen an seinem Entstehungsort genie\u00dfen \u2013 und in fast jedem Caf\u00e9 an der Nordsee Schleswig-Holstein.<br \/>\nKurverwaltung Nordstrand, Tel. 04842\/454, info@nordstrand.de, www.nordstrand.de<\/p>\n<p>Sch\u00e4tze des Meeres in Dithmarschen finden<br \/>\nBernstein, Schelf, Muscheln oder kunstvoll geformtes Treibholz \u2013 am Meeresrand warten viele Sch\u00e4tze darauf, entdeckt zu werden. Im Nordseeheilbad Friedrichskoog k\u00f6nnen Besucher ihren Blick f\u00fcr die Geheimnisse des Meeres auf einer Wattwanderung sch\u00e4rfen, das Buch \u201eFunde im Watt und am Strand\u201c hilft bei der Bestimmung der Fundst\u00fccke und wenn sogar Bernstein darunter war, kann dieser mit einem kleinen Bernsteinschleifset selbst bearbeitet werden. Im Arrangement \u201eSch\u00e4tze des Meeres\u201c sind au\u00dferdem enthalten sieben \u00dcbernachtungen in einer Ferienwohnung, eine Biomaris-Hautcreme mit Meerestiefenwasser, ein Wattpott hergestellt aus dem Schlick der Nordsee, Original \u201eFriedrichskooger Tidenhub\u201c, ein leckeres Krabben- oder Fischbr\u00f6tchen, Besuch der Seehundstation Friedrichskoog und eine Reiseversicherung. Preis: 385 Euro f\u00fcr 2 Personen.<br \/>\nTourismus-Service Friedrichskoog, Tel. 0800\/2020060 (kostenlos aus dem deutschen Festnetz), info@friedrichskoog.de, www.friedrichskoog.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FOTO: Der Schimmelreiter \/ Uta Knizia Im Watt nach der legend\u00e4ren Stadt Rungholt suchen, auf den Spuren des Schimmelreiters durch<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-33724","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33724","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33724"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33724\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}