{"id":33920,"date":"2011-05-22T08:00:51","date_gmt":"2011-05-22T06:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=33920"},"modified":"2011-05-20T17:15:02","modified_gmt":"2011-05-20T15:15:02","slug":"tk-zweiter-europakongress-diskutiert-spannungsfeld-zwischen-wettbewerb-und-staatsmedizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/tk-zweiter-europakongress-diskutiert-spannungsfeld-zwischen-wettbewerb-und-staatsmedizin\/","title":{"rendered":"TK: Zweiter Europakongress diskutiert Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Staatsmedizin"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg (ots) &#8211; &#8222;Was k\u00f6nnen Deutschland und England voneinander lernen, wenn es um das Gesundheitswesen geht?&#8220; Diese Frage stand heute im Mittelpunkt des zweiten Europakongresses in Hamburg. Rund 300 Experten aus Wissenschaft und Politik aus 20 L\u00e4ndern trafen sich an der Alster, um Systeme und Trends diesseits und jenseits der Nordsee miteinander zu vergleichen und zu diskutieren. Eingeladen hatten die Techniker Krankenkasse (TK), das Wissenschaftliche Institut der TK (WINEG) und die Europ\u00e4ische Gesundheitsmanagement Vereinigung (EHMA).<!--more--><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die j\u00fcngsten Reformen das deutsche Gesundheitssystem immer weiter in die N\u00e4he staatlicher Regulierung gef\u00fchrt haben, erlebt England gerade die gegenteilige Entwicklung: &#8222;In den letzten zehn Jahren haben die Reformen des britischen Gesundheitssystems neue gewinnorientierte und gemeinn\u00fctzige private Dienstleister auf den Plan gerufen. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass nun auch staatliche Anbieter unabh\u00e4ngiger wurden und weniger unter der direkten Kontrolle des Gesundheitsministeriums stehen&#8220;, erl\u00e4uterte Professor Kieran Walshe von der Universit\u00e4t in Manchester.<\/p>\n<p>Das Gegenteil beobachtet Professor Dr. Norbert Klusen auf dieser Seite des \u00c4rmelkanals: &#8222;Deutschland ist Weltmeister im Bereich Gesundheitsreformen. Nicht alles daran war schlecht. Doch behindern zu viele einzelne Gesetze, zu viel Regulierung und ein zu fein gesponnenes Netz zentralistischer Kontrolle die Innovationsf\u00e4higkeit und Ver\u00e4nderungsbereitschaft aller Beteiligten. Wir brauchen weniger Staatsn\u00e4he und mehr Freiheit im Wettbewerb&#8220;, mahnte der Vorsitzende des Vorstandes der Techniker Krankenkasse.<\/p>\n<p>Eine derartige Abkehr von zentralistischer Staatsmedizin erf\u00e4hrt gegenw\u00e4rtig Gro\u00dfbritannien. &#8222;Mit Erfolg&#8220;, berichtet Dr. Jennifer Dixon, Direktorin des &#8218;Nuffield Trusts&#8216; in London: &#8222;Im Vergleich zu anderen sechs L\u00e4ndern des Commonwealth ist England in den letzten Jahren in punkto Pflegequalit\u00e4t und Effizienz des Eigenkapitals auf Platz eins vorger\u00fcckt.&#8220; Auch die Wartezeiten seien dramatisch gesunken. &#8222;Der National Health Service war nie besser aufgestellt als heute&#8220;, so Dixon weiter. Dennoch m\u00fcssten Effizienz und Produktivit\u00e4t weiter steigen, um die Herausforderungen der Zukunft wie den demografischen Wandel meistern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch Dr. Jens Baas, Mitglied des Vorstandes der Techniker Krankenkasse, forderte mehr Wettbewerb als Motor f\u00fcr Innovationen und Effizienz an: &#8222;Im Interesse von Transparenz und Bestleistung brauchen Krankenkassen keine Wettbewerbsrhetorik, sondern verl\u00e4ssliche Wettbewerbsbedingungen&#8220;, so Baas. Nur so k\u00f6nne ein Gesundheitssystem entstehen, in dem der individuelle Patient das Handeln bestimmt und Qualit\u00e4t zum Wettbewerbsfaktor Nummer eins wird.<\/p>\n<p>Ein weiteres zentrales Thema des Kongresses war eine neue Richtlinie der Europ\u00e4ischen Union (EU), die Patienten EU-weit eine sichere und qualitativ hochwertige Behandlung in allen Mitgliedsl\u00e4ndern und die entsprechende Erstattung der Kosten zusichert. Annika Nowak: &#8222;Die Richtlinie bietet nicht nur einen schl\u00fcssigen und einheitlichen Rahmen zur Kostenerstattung bei grenz\u00fcberschreitender Gesundheitsversorgung&#8220;, betonte die Direktorin der Abteilung Gesundheit und Verbraucher der Europ\u00e4ischen Kommission in Br\u00fcssel. Nowak verspricht sich von der Richtlinie auch, dass diese eine neue Phase der Zusammenarbeit zwischen den 27 nationalen Gesundheitssystemen einl\u00e4utet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg (ots) &#8211; &#8222;Was k\u00f6nnen Deutschland und England voneinander lernen, wenn es um das Gesundheitswesen geht?&#8220; Diese Frage stand heute<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-33920","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-besondere-neuigkeiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33920","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33920"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33920\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33920"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33920"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33920"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}