{"id":340466,"date":"2020-05-28T05:00:00","date_gmt":"2020-05-28T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/regelsaetze-zu-niedrig-umfrage-zu-kosten-des-taeglichen-lebensunterhalts-untermauert-notwendigkeit-finanzieller-soforthilfen-fuer-die-aermsten\/"},"modified":"2020-05-28T05:00:00","modified_gmt":"2020-05-28T05:00:00","slug":"regelsaetze-zu-niedrig-umfrage-zu-kosten-des-taeglichen-lebensunterhalts-untermauert-notwendigkeit-finanzieller-soforthilfen-fuer-die-aermsten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/regelsaetze-zu-niedrig-umfrage-zu-kosten-des-taeglichen-lebensunterhalts-untermauert-notwendigkeit-finanzieller-soforthilfen-fuer-die-aermsten\/","title":{"rendered":"Regels\u00e4tze zu niedrig: Umfrage zu Kosten des t\u00e4glichen Lebensunterhalts untermauert Notwendigkeit finanzieller Soforthilfen f\u00fcr die \u00c4rmsten"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Nach einer repr\u00e4sentativen Umfrage gehen die allermeisten Menschen, konkret 80 Prozent der Bev\u00f6lkerung, nicht davon aus, dass die in Hartz IV und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung vorgesehenen Regels\u00e4tze ausreichen, um den Lebensunterhalt bestreiten zu k\u00f6nnen.<!--more--> Der Betrag, der im Durchschnitt zur Deckung des t\u00e4glichen Lebensunterhalts eines Erwachsenen (ohne Wohnkosten) als n\u00f6tig erachtet wird, liegt mit 728 Euro pro Monat um fast 70 Prozent \u00fcber dem, was einem alleinlebenden Grundsicherungsbezieher derzeit tats\u00e4chlich regierungsamtlich zugestanden wird (432 Euro). Zum Zeitpunkt der Umfrage (Anfang M\u00e4rz) noch nicht einmal ber\u00fccksichtigt sind dabei zus\u00e4tzliche coronabedingte Mehrausgaben wie etwa durch steigende Lebensmittelpreise oder f\u00fcr Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Der Parit\u00e4tische Wohlfahrtsverband bewertet die Ergebnisse als weiteren Beleg f\u00fcr die Notwendigkeit finanzieller Soforthilfe f\u00fcr arme Menschen und fordert ein Konjunkturprogramm gegen Armut.  &#8222;Die Ergebnisse sind wenig \u00fcberraschend, aber dadurch nicht weniger alarmierend: Die H\u00f6he der Grundsicherungsleistungen, dies zeigt diese Umfrage einmal mehr in entbl\u00f6\u00dfender Klarheit, hat mit der Lebenswirklichkeit, mit Praxis und Alltagserfahrung der Menschen nichts zu tun. Die Regels\u00e4tze sind trickreich kleingerechnet, lebensfern und in keiner Weise bedarfsgerecht&#8220;, bilanziert Ulrich Schneider, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Parit\u00e4tischen Gesamtverbands. &#8222;Sp\u00e4testens in Krisen-Zeiten wie jetzt w\u00e4hrend der Corona-Pandemie bedeuten diese besch\u00e4menden Armutss\u00e4tze nicht mehr nur zerm\u00fcrbenden Alltagskampf, sondern bittere, existenzielle Not.&#8220; In Zeiten der Corona-Krise sticht insbesondere ins Auge, dass der durch die Befragten im Durchschnitt f\u00fcr Ern\u00e4hrung veranschlagte Bedarf mit 300 Euro im Monat sogar doppelt so hoch ist wie der Betrag, den die Bundesregierung in ihrem Regelsatz rechnerisch f\u00fcr Ern\u00e4hrung als ausreichend erachtet. Die notwendigen Ausgaben f\u00fcr K\u00f6rperpflegeprodukte werden von den Befragten gleich fast dreimal so hoch wie von den Statistiker*innen der Bundesregierung veranschlagt.  Dass die Gro\u00dfe Koalition aus SPD und Union trotz der offenkundigen Not der Betroffenen ausgerechnet den \u00c4rmsten w\u00e4hrend der Corona-Krise finanzielle Hilfe bisher verweigert, sei gerade auch angesichts der aktuellen Debatte \u00fcber milliardenschwere Konjunkturprogramme ein Skandal, kritisiert der Parit\u00e4tische. &#8222;Es ist nicht hinnehmbar, wenn anl\u00e4sslich der Coronakrise Pr\u00e4mien f\u00fcr Wohlhabende f\u00fcr den Kauf von Neufahrzeugen oder auch ein einmaliger Kinderbonus aus der Gie\u00dfkanne &#8211; selbst f\u00fcr die Reichsten unter uns &#8211; diskutiert werden, aber ausgerechnet die Probleme der \u00c4rmsten unter uns faktisch v\u00f6llig ausgeblendet werden&#8220;, so Schneider. Die Konjunkturprogramme, die jetzt gestrickt werden, m\u00fcssten &#8222;wirkungsvoll, sozial und gerecht&#8220; sein, mahnt der Parit\u00e4tische und warnt davor, dass anderenfalls diese ohnehin tief gespaltene Gesellschaft an den Folgen der Corona-Krise auseinanderzubrechen drohe.  Der Parit\u00e4tische fordert sofortige Hilfen f\u00fcr alle Bezieher*innen existenzsichernder Leistungen, konkret die sofortige Erh\u00f6hung der Regels\u00e4tze in Hartz IV und Altersgrundsicherung um 100 Euro pro Kopf und Monat bis zur ohnehin gesetzlich geforderten Neufestsetzung der Regels\u00e4tze zum 1.1.2021, eine sofortige Einmalzahlung an alle Grundsicherungsbeziehenden von 200 Euro sowie eine sofortige entsprechende Leistungsanpassung beim BAf\u00f6G und im Asylbewerberleistungsgesetz. Die Forderung nach entsprechenden finanziellen Soforthilfen wird unter dem Motto #100EuroMehrSofort inzwischen durch 30 weitere bundesweite Organisationen unterst\u00fctzt.  Die repr\u00e4sentative Umfrage wurde vom 4. bis 9. M\u00e4rz 2020 vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Parit\u00e4tischen Gesamtverbands durchgef\u00fchrt und damit zu einem Zeitpunkt vor den weitgehenden politischen Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung des Corona-Virus. Insgesamt wurden 1.000 Personen \u00fcber 18 Jahre im Rahmen der Mehrthemenumfrage des repr\u00e4sentativen Online-Befragungspanels forsa.Omninet befragt.  Pressekontakt:  Gwendolyn Stilling, pr@paritaet.org, Tel.: 030 24636-305  Weiteres Material: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/53407\/4607947 OTS:               Parit\u00e4tischer Wohlfahrtsverband  Original-Content von: Parit\u00e4tischer Wohlfahrtsverband, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/53407\/4607947\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Nach einer repr\u00e4sentativen Umfrage gehen die allermeisten Menschen, konkret 80 Prozent der Bev\u00f6lkerung, nicht davon aus, dass<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-340466","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340466","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=340466"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340466\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=340466"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=340466"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=340466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}