{"id":34093,"date":"2011-05-24T11:11:03","date_gmt":"2011-05-24T09:11:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=34093"},"modified":"2011-05-24T14:23:43","modified_gmt":"2011-05-24T12:23:43","slug":"gesundheitsministerium-informiert-zu-ehec-infektionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/gesundheitsministerium-informiert-zu-ehec-infektionen\/","title":{"rendered":"Gesundheitsministerium informiert zu EHEC-Infektionen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div><a href=\"http:\/\/www.myheimat.de\/bad-salzuflen\/ratgeber\/zur-zeit-spukt-der-ehec-virus-in-deutschland-gerd-altmannpixeliode-m1614023,1828390.html\"> <\/a>Zur Zeit spukt der EHEC Virus in Deutschland (Foto: Gerd Altmann\/pixelio.de) &#8211; KIEL. Das Gesundheitsministerium hat heute (24.5.) im Rahmen eines Pressegespr\u00e4ches \u00fcber das EHEC-Infektionsgeschehen in Schleswig-Holstein informiert. Ansprechpartner waren Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg, Prof. Solbach, Mikrobiologe UKSH L\u00fcbeck, Prof. Rautenberg Infektionsmedizin UKSH und Frau Dr. Marcic, Infektionsschutz des Gesundheitsministeriums.<!--more-->Derzeit (Stand 24.5., 8 Uhr) sind mehr als 200 Verdachtsf\u00e4lle von blutigen Durchfallerkrankung aus verschiedenen Kreisen und kreisfreien St\u00e4dten bekannt, die mit enteroh\u00e4morrhagischen Escherichia coli (EHEC) in Verbindung gebracht werden. Die Meldungen erfolgen \u00fcber das Kompetenzzentrum f\u00fcr das Meldewesen Schleswig-Holstein am Institut f\u00fcr Infektionsmedizin am UKSH. In Schleswig-Holstein werden derzeit mehrere Ma\u00dfnahmen verfolgt, um der Infektion entgegen zu wirken:<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Information Betroffener: Arzt aufsuchen. Hygienema\u00dfnahmen beachten.<\/p>\n<p>Information Angeh\u00f6riger \u00fcber Gesundheits\u00e4mter: Direkten Kontakt mit Betroffenen vermeiden, Hygienema\u00dfnahmen beachten. Auch in h\u00e4uslicher Gemeinschaft lebende sollen nicht Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas oder nur in Ausnahmef\u00e4llen die Schule besuchen. Einzelheiten regeln die Gesundheits\u00e4mter in ihrem Zust\u00e4ndigkeitsbereich.<\/p>\n<p>\u00c4rztinnen und \u00c4rzte: Labore und \u00c4rzte sind nach Infektionsschutzgesetz verpflichtet sowohl mikrobiologisch nachgewiesene EHEC-Infektionen, als auch das Krankheitsbild des HUS (auch bereits bei Krankheitsverdacht) unverz\u00fcglich an das \u00f6rtliche Gesundheitsamt zu melden. Die Meldungen werden \u00fcber die Landesmeldestelle (Kompetenzzentrum) beim Robert Koch-Institut (RKI) zusammengef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Krankenh\u00e4user: Abstimmung \u00fcber Auslastung erfolgt unter den Krankenh\u00e4usern, sofern notwendig. Dar\u00fcber hinaus hat das Land im Gesundheitsministerium eine Koordinierungstelle eingerichtet, um die Auslastungen der Krankenh\u00e4user untereinander abzugleichen und Planungshilfe, gegebenenfalls auch l\u00e4nder\u00fcbergreifend, zu geben.<\/p>\n<p>Forschung nach Infektionsquelle: Basierend auf Befragung der Betroffenen werden die Information durch die Gesundheits\u00e4mter an das RKI \u00fcbermittelt. Beteiligt ist seitens des Landes auch die Lebensmittelkontrolle.<\/p>\n<p>Hintergrund<\/p>\n<p>Die derzeitige Ausbreitung ist alarmierend, weil die Erkrankung auff\u00e4llig h\u00e4ufig einen schweren Verlauf mit Nierenversagen (h\u00e4molytisch-ur\u00e4misches Syndrom = HUS) nimmt. Zur Einordnung: Im Jahr 2010 wurden 24 best\u00e4tigte F\u00e4lle einer EHEC-Infektion, davon 6 HUS-F\u00e4lle in Schleswig-Holstein entsprechend der Referenzdefinition des RKI gemeldet.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass \u2013 im Gegensatz zu sonstigen HUS-Ausbr\u00fcchen in der Vergangenheit -\u00fcberwiegend Erwachsene betroffen sind. Ernst zu nehmen sind die Erkrankungen derzeit vor allem, weil der Anteil von schweren Krankheitsverl\u00e4ufen ungew\u00f6hnlich hoch ist.<\/p>\n<p>Informationen: Siehe auch: <a href=\"http:\/\/www.rki.de\">www.rki.de<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.myheimat.de\/bad-salzuflen\/ratgeber\/zur-zeit-spukt-der-ehec-virus-in-deutschland-gerd-altmannpixeliode-m1614023,1828390.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Zur Zeit spukt der EHEC Virus in Deutschland (Gerd Altmann\/pixelio.de)\" src=\"http:\/\/media03.myheimat.de\/2011\/05\/24\/1614023_preview.jpg?1306222808\" alt=\"Zur Zeit spukt der EHEC Virus in Deutschland (Gerd Altmann\/pixelio.de)\" width=\"300\" height=\"207\" \/><\/a>Fragen und Antworten<\/p>\n<p>Wie \u00e4u\u00dfert sich eine EHEC-Infektion?<br \/>\nDie Mehrzahl der Erkrankungen tritt als unblutiger, meistens w\u00e4ssriger Durchfall in Erscheinung. Begleitsymptome sind \u00dcbelkeit, Erbrechen, seltener Fieber. Bei schwerer Verlaufsform: krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber.<\/p>\n<p>Wie erfolgt eine Infektion mit dem EHEC-Erreger?<br \/>\nEHEC-Infektionen k\u00f6nnen auf vielf\u00e4ltige Art und Weise \u00fcbertragen werden: Dabei handelt es sich stets um die unbeabsichtigte orale Aufnahme von F\u00e4kalspuren, wie z.B. bei Kontakt zu Wiederk\u00e4uern oder beim Verzehr kontaminierter Lebensmittel. Auch Mensch-zu-Mensch-\u00dcbertragungen sind ein \u00dcbertragungsweg.<\/p>\n<p>Wie lange dauert es zwischen Ansteckung und Auftreten der Infektion?<br \/>\nDie Inkubationszeit betr\u00e4gt ca. 2 bis 10 Tage (durchschnittlich 3 bis 4 Tage).<\/p>\n<p>Wie wird eine EHEC-Infektion behandelt?<br \/>\nDie Behandlung der Krankheitssymptome kann nur symptomatisch erfolgen. Das bedeutet beispielsweise, dass dem Fl\u00fcssigkeitsverlust durch Durchfall oder Fieber<br \/>\nentgegengewirkt wird. Ist im Einzelfall mit unbedingt mit der Haus\u00e4rztin\/ Hausarzt abzustimmen.<\/p>\n<p>Wie ist lang ist die Dauer der Ansteckungsf\u00e4higkeit?<br \/>\nEine Ansteckungsf\u00e4higkeit besteht, solange EHEC-Bakterien im Stuhl nachgewiesen werden. Mit einer Ausscheidungsdauer von \u00fcber einem Monat<br \/>\nmuss gerechnet werden.<\/p>\n<p>Was ist ein h\u00e4molytisch \u2013 ur\u00e4misches Syndrom \u2013 HUS? Diese schwere Komplikation tritt \u00fcblicherweise in etwa 5\u201310% der symptomatischen EHEC-Infektionen auf und ist der h\u00e4ufigste Grund f\u00fcr akutes Nierenversagen<br \/>\nim Kindesalter. Hierbei kommt es h\u00e4ufig zur kurzzeitigen Dialysepflicht, seltener zum unumkehrbaren Nierenfunktionsverlust mit chronischer Dialyse. In der Akutphase liegt die Sterblichkeitsrate des HUS bei ungef\u00e4hr 2%.<\/p>\n<p>Welche Vorsichtsma\u00dfnahmen k\u00f6nnen vor Ansteckung sch\u00fctzen?<br \/>\nPr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen betreffen grunds\u00e4tzlich die Vermeidung von Mensch-zu-Mensch \u00dcbertragungen, zum Beispiel durch Hygienema\u00dfnahmen wie H\u00e4ndewaschen, und den sicheren Umgang mit Lebensmitteln. Rohe Lebensmittel tierischer Herkunft und andere leicht verderbliche Lebensmittel (z.B. Fleisch, Mettwurst, Wurstaufschnitt, Milch und Milcherzeugnisse, Feinkostsalate) stets bei K\u00fchlschranktemperatur gelagert werden. Im aktuellen Geschehen empfiehlt das Robert-Koch-Institut besonders bei der Zubereitung von Gem\u00fcse auf gute K\u00fcchenhygiene zu achten sowie Bretter und Messer gr\u00fcndlich zu reinigen.<\/p>\n<p>Wie erfolgt die Suche nach der Infektionsquelle?<br \/>\nBehandelnde \u00c4rztinnen und \u00c4rzte melden die Infektionen an die Gesundheits\u00e4mter. Durch Befragung der Patienten wird versucht, einen m\u00f6glichen gemeinsamen Nenner zu finden. Aus den Bundesl\u00e4ndern gehen die Meldungen an der Robert-Koch-Institut, das federf\u00fchrend bei der Suche nach der Infektionsquelle ist, da es sich um ein \u00fcberregionales Geschehen handelt.. Bei Infektionsgeschehen in der Vergangenheit konnte nicht immer die Infektionsquelle ermittelt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Zeit spukt der EHEC Virus in Deutschland (Foto: Gerd Altmann\/pixelio.de) &#8211; KIEL. 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