{"id":34125,"date":"2011-05-24T17:43:40","date_gmt":"2011-05-24T15:43:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=34125"},"modified":"2011-05-24T17:43:40","modified_gmt":"2011-05-24T15:43:40","slug":"15-neue-stolpersteine-in-lubecks-altstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/15-neue-stolpersteine-in-lubecks-altstadt\/","title":{"rendered":"15 neue Stolpersteine in L\u00fcbecks Altstadt"},"content":{"rendered":"<p>24. und 25. Mai 2011<br \/>\nStart: Engelswisch<\/p>\n<p>Am heutigen Dienstag und am morgigen Mittwoch, 25. Mai, will die Initiative \u201eStolpersteine f\u00fcr L\u00fcbeck\u201c mit neu verlegten Gedenksteinen des K\u00f6lner K\u00fcnstlers Gunter Demnig an f\u00fcnfzehn Menschen erinnern, die Opfer des Nationalsozialismus geworden sind.<!--more--><br \/>\n&#8222;Hier wohnte&#8230;&#8220;, so beginnt der K\u00fcnstler die Pr\u00e4gung der kleinen Messingplatten der Stolpersteine. Es folgen der Name, das Geburtsjahr, das Jahr der Deportation oder Verhaftung, das Datum der Ermordung. Mit jedem der kleinen Gedenksteine wird so der Name eines Menschen vor der letzten selbst gew\u00e4hlten Wohnung sichtbar in der einstigen Nachbarschaft. Das Projekt gilt der Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Roma und Sinti, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas, an die Opfer der Euthanasie und an Deserteure w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus<br \/>\nDie Gedenkfeier am heutigen Dienstag, den 24. Mai 2011, beginnt um 17 Uhr im Engelswisch. Im H\u00e4uschen Nr. 29 (heute ein gr\u00f6\u00dferer Neubau) wohnte Anfang der 1930er Jahre das junge Ehepaar Aron Adolf Emmering und Franziska Blumenthal mit ihrer kleinen Tochter Ingrid, 1931 in L\u00fcbeck geboren. Die Familie fl\u00fcchtete nach Holland, wurde jedoch nach der Besetzung des Landes im Lager Westerbork interniert und von dort 1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet.<br \/>\nAuf dem Dachboden eines Hauses in Amsterdam wurde vor wenigen Jahren ein Umschlag mit Fotos und Dokumenten dieser Familie entdeckt. \u00dcber einen Sammler alter Fotos wurde der Kunsthistoriker und Autor Wim de Wagt aus Haarlem, Holland, auf diese Dokumente aufmerksam, und begab sich auf die Suche nach Spuren dieser Menschen. Im letzten Jahr nahm er Kontakt nach L\u00fcbeck zur Initiative Stolpersteine auf. Wim de Wagt wird am heutigen Dienstag an der Gedenkfeier teilnehmen. Ebenfalls anwesend ist auch Gabriele Hannsemann, die im Engelswisch wohnt und eine Patenschaft f\u00fcr die Gedenksteine des  Ehepaares Emmering \u00fcbernommen hat. Sie ist Vorsitzende des Vereins Yad Ruth und spricht ein Gru\u00dfwort.<br \/>\nIm Engelswisch hatten au\u00dferdem drei mutige M\u00e4nner ihr Zuhause, die Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime leisteten und daf\u00fcr mit ihrem Leben bezahlten. Die Biografien von Hans Grube (Engelswisch Nr. 12), Karl Schwerin (Nr. 23) und Max Grimm (Torweg Nr.33, Haus 11) wird der Historiker Christian Rathmer vorstellen. Als Vertreter der Gewerkschaft Verdi, Fachbereich Postdienste, Spedition und Logistik, die zwei Patenschaften \u00fcbernehmen, wird Mario Klepp ein Gru\u00dfwort sprechen. Begleitet wird die Veranstaltung von Musik und der Lesung von Gedichten.<br \/>\nIm Anschluss wird um etwa 18.30 Uhr in der Fleischhauerstra\u00dfe 52 an einen weiteren politisch verfolgten Menschen erinnert, an Karl-Heinz Ring. Dr. Wolfgang Muth informiert \u00fcber sein Schicksal, und als Vertreterin der VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) wird Lore Meimberg ein Gru\u00dfwort sprechen.<br \/>\nAm morgigen Mittwoch, 25. Mai, beginnt die zweite Gedenkfeier vor dem Haus Schildstra\u00dfe 5 ebenfalls um 17 Uhr. Hier war einst das Zuhause der Familien Lissauer, Emmering und Rosenstein. Sechs kleine Stolpersteine werden nun erinnern an Betty Emmering, geborene Lissauer, ihre Kinder Ferdinand, Alfons Aron und Rebekka, ihren Bruder Ernst Lissauer und ihren Neffen Hermann Rosenstein, die in verschiedenen Konzentrationslagern ermordet wurden. Heidemarie Kugler-Weiemann wird \u00fcber diese Menschen und die Familie sprechen.<br \/>\nAuch zu dieser Verlegung haben sich G\u00e4ste aus Holland angesagt, Angeh\u00f6rige der heute 88j\u00e4hrigen Sonja Kiek-Cohen, die Hermann Rosenstein nach seiner Flucht nach Holland in Amsterdam kennengelernt hatte und w\u00e4hrend des Krieges in erster Ehe mit ihm verheiratet war. Sie hatte die Deportation nach Theresienstadt und Auschwitz \u00fcberlebt und lange auf seine R\u00fcckkehr gehofft. Ihre Tochter Hetta van Coevorden wird die Worte ihrer Mutter vorlesen.<br \/>\nDie Stadtpr\u00e4sidentin der Hansestadt L\u00fcbeck, Frau Gabriele Schopenhauer, und ein Vertreter der j\u00fcdischen Gemeinde werden Gru\u00dfworte sprechen.<br \/>\nAnschlie\u00dfend werden alle Anwesenden die Schildstra\u00dfe hinauf gehen zur K\u00f6nigstra\u00dfe, wo im Haus Nr.116 Rosa Taschimowitz und ihr Sohn Rolf gelebt haben. Auch hier werden Musik und die Lesung eines Gedichtes das Gedenken an diese beiden Menschen umrahmen.<br \/>\nInsgesamt werden derzeit drei\u00dfig Stolpersteine von Gunter Demnig nach den Angaben der Initiative gefertigt und von Fachleuten in Absprache mit dem Bereich Verkehr der Hansestadt L\u00fcbeck in den Gehwegen verlegt. Nach den Sommerferien soll es weitere kleine Gedenkveranstaltungen vor H\u00e4usern in den Vorst\u00e4dten St. Lorenz, St. J\u00fcrgen und St. Gertrud geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24. und 25. Mai 2011 Start: Engelswisch Am heutigen Dienstag und am morgigen Mittwoch, 25. 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