{"id":343258,"date":"2020-06-15T10:49:08","date_gmt":"2020-06-15T10:49:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/bund-klimakrise-beschleunigt-menschengemachte-wasserkrise-foto\/"},"modified":"2020-06-15T10:49:08","modified_gmt":"2020-06-15T10:49:08","slug":"bund-klimakrise-beschleunigt-menschengemachte-wasserkrise-foto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bund-klimakrise-beschleunigt-menschengemachte-wasserkrise-foto\/","title":{"rendered":"BUND: Klimakrise beschleunigt menschengemachte Wasserkrise (FOTO)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full\" title=\"Wir haben immer mehr Hitzetage pro Jahr. Weiterer Text \u00fcber ots und www.presseportal.de\/nr\/7666 \/ Die Verwendung dieses Bildes ist f\u00fcr redaktionelle Zwecke honorarfrei. Ver\u00f6ffentlichung bitte unter Quellenangabe: \"obs\/BUND\"\" src=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/937c577b-5e2c-4b05-81d9-97f538bd4f1a\/bund_klima+wasser_849x849_sharepic_2.jpg\" \/><\/p>\n<p>Berlin (ots) &#8211; Am 20. Juni ist kalendarischer Sommeranfang und vielerorts sind schon jetzt Trockenheit und niedrige Wasserst\u00e4nde in den Fl\u00fcssen an der Tagesordnung, die Gew\u00e4sser in Deutschland sind nicht gegen die Auswirkungen des Klimawandels ger\u00fcstet.<!--more--> Angesichts der verheerenden Zust\u00e4nde vieler Gew\u00e4sser in Deutschland fordert der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen Paradigmenwechsel im Umgang mit unseren Gew\u00e4ssern: Oberstes Prinzip in Zeiten des Klimawandels muss sein, Wasser in der Landschaft zu halten und B\u00e4chen und Fl\u00fcssen ihre nat\u00fcrliche Dynamik innerhalb ihrer Auen zur\u00fcck zu geben. Nur knapp acht Prozent der Fl\u00fcsse und B\u00e4che in Deutschland erreichen den von der europ\u00e4ischen Wasserrahmenrichtlinie geforderten guten \u00f6kologischen Zustand. Knapp 40 Prozent der oberirdischen Gew\u00e4sser sind europaweit durch vielf\u00e4ltige Stressoren wie Klimawandel, N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge durch die Landwirtschaft oder Begradigungen belastet. &#8222;Wir heizen die Erde weiter auf, gleichzeitig entw\u00e4ssern wir die Landschaft. Deshalb ist es keine \u00dcberraschung, dass es unseren heimischen Gew\u00e4ssern so schlecht geht&#8220;, betont Olaf Bandt , Vorsitzender des BUND mit Blick auf eine aktuelle Auswertung des BUND zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Gew\u00e4sser.  Werden Moore und Auen trockengelegt, trocknet dadurch nicht nur zunehmend die Landschaft aus, sondern riesige Mengen an Treibhausgasen wie CO2 und Methan werden freigesetzt, die wiederum die globale Erw\u00e4rmung anheizen. Steigt die Lufttemperatur und damit die Wassertemperatur, entweicht au\u00dferdem mehr und mehr nat\u00fcrlich vorkommendes Methan aus Gew\u00e4ssern. Bandt: &#8222;Methan ist ein gegen\u00fcber CO2 25-mal wirksameres Treibhausgas und verst\u00e4rkt den Klimawandel zus\u00e4tzlich.&#8220;  Die Temperaturentwicklung der vergangenen Jahre ist f\u00fcr die Natur dramatisch. Die Jahre 2014, 2018 und 2019 waren die drei w\u00e4rmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung, darunter leiden Gew\u00e4sser genauso wie W\u00e4lder, Tiere und auch die Landwirtschaft. Bandt: &#8222;Sinkende Grundwasserst\u00e4nde sowie steigende Wassertemperaturen haben fatale Folgen auf Mensch und Umwelt. Das Fischsterben im letzten Jahr wird nicht das letzte gewesen sein. Deshalb ist es zentral, der Klimakrise entschlossen zu begegnen. Die Bundesregierung muss alles tun, das selbstgesteckte Ziel, die Erderw\u00e4rmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen, zu erreichen.&#8220; In Zeiten von Klimakrise und Artensterben m\u00fcssen Fl\u00fcsse und B\u00e4che, Teiche und Seen, die Hitze und Trockenheit gut verkraften und es braucht Landschaften, die Wasser zwischenspeichern k\u00f6nnen. Dies gelingt aus Sicht des Naturschutzverbandes nur, wenn der Gew\u00e4sserschutz in allen Politikbereichen mitgedacht wird. Mit Blick auf die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf Gew\u00e4sser und die Landwirtschaftskommission f\u00fcgt Bandt an: &#8222;Ich erwarte von Bundesagrarministerin Julia Kl\u00f6ckner, dass sie die Zukunft der Lebensmittelproduktion gestaltet und nicht schon wieder einen naturvertr\u00e4glichen Umbau der deutschen Landwirtschaft verhindert. Das gleiche gilt f\u00fcr Bundesminister Andreas Scheuer, der endlich die Fl\u00fcsse nicht mehr als nasse Autobahnen betrachten darf, sondern deren Rolle f\u00fcr die Grundwassersicherung f\u00fcr uns alle auch aktiv unterst\u00fctzen muss.&#8220;  Es ist l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig, dass die Bundesregierung den Verpflichtungen der europ\u00e4ischen Wasserrahmenrichtlinie nachkommt. Dazu geh\u00f6rt ein verbessertes Wassermanagement, fordert Lilian Neuer , BUND-Gew\u00e4sserexpertin und Mitautorin des Papiers: &#8222;Die Landschaft darf mit Drainagen nicht immer weiter entw\u00e4ssert werden, auch versiegelte Fl\u00e4chen in der Stadt leiten Regenwasser lediglich in die Kanalisation ab. Wasser muss aber in der Fl\u00e4che bleiben, um in trockenen und hei\u00dfen Zeiten dort zur Verf\u00fcgung zu stehen, wo es gebraucht wird. Noch gibt es Wasserreserven, doch wir stecken mitten in der Klimakrise &#8211; und m\u00fcssen jetzt handeln.&#8220;  In den vergangenen Jahrhunderten wurden zahlreiche Fl\u00fcsse begradigt und Auen, S\u00fcmpfe und Moore trockengelegt. Zur\u00fcck bleibt eine ausgetrocknete Landschaft, die Regenwasser nicht halten kann und so sinkende Grundwasserspiegel weiter beg\u00fcnstigt. &#8222;Gesunde Gew\u00e4sser sind resistenter und k\u00f6nnen mit negativen Folgen der Klimakrise besser umgehen&#8220;, erkl\u00e4rt Neuer. &#8222;Wo m\u00f6glich, m\u00fcssen Auen renaturiert werden, denn nur naturnahe, lebendige Auen nehmen in Hochwasserperioden Wasser wie ein Schwamm auf und geben es bei niedrigeren Wasserst\u00e4nden langsam an den Fluss zur\u00fcck. So kann dann in Zeiten mit geringerem Wasserdargebot die Wasserf\u00fchrung verbessert werden.&#8220;  Um die europ\u00e4ische Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen und die Gew\u00e4sserkrise nachhaltig zu l\u00f6sen, fordert der BUND:  &#8211; Den Fl\u00fcssen mehr Raum geben statt sie einzudeichen, denn nur so k\u00f6nnen Aue und   Fluss wieder verkn\u00fcpft und die Biodiversit\u00e4t gest\u00e4rkt werden. Auen m\u00fcssen   renaturiert werden. &#8211; Wasser in der Landschaft halten statt es direkt abzuleiten, sodass sich die   Grundwasserspeicher wieder auff\u00fcllen k\u00f6nnen. &#8211; Fl\u00e4chenversiegelung stoppen, denn besonders in St\u00e4dten wird das Wasser   schnellstm\u00f6glich abgef\u00fchrt und kann nicht versickern. &#8211; Abbau von Querbauwerken, denn das Aufstauen der Fl\u00fcsse erhitzt das Wasser,   verschlechtert die Wasserqualit\u00e4t und versperrt Fischen den Weg, sodass diese   ihre Laichgebiete nicht mehr erreichen k\u00f6nnen. &#8211; Zum Schutz des Grund- und Trinkwassers m\u00fcssen Vorsorge- und Verursacherprinzip   umgesetzt werden, denn nur wenn vorausschauend gehandelt wird, kann die   Gew\u00e4sserqualit\u00e4t verbessert werden. Die Gew\u00e4sser m\u00fcssen vor Eintr\u00e4gen von   N\u00e4hr- und Schadstoffen gesch\u00fctzt werden. &#8211; Wassernutzungskonflikte m\u00fcssen gerecht und nachhaltig gel\u00f6st werden. &#8211; Statt Fl\u00fcsse f\u00fcr immer gr\u00f6\u00dfer werdende Schiffe weiter auszubauen und zu   vertiefen, m\u00fcssen die Schiffe an die Fl\u00fcsse angepasst werden. Es muss   \u00fcberpr\u00fcft werden, auf welchen Fl\u00fcssen die Schifffahrt unter sich \u00e4ndernden   klimatischen Verh\u00e4ltnissen \u00fcberhaupt noch sinnvoll ist. &#8211; Auch in der Landwirtschaft ist ein nachhaltiges Wassermanagement notwendig,   das beispielsweise eine bodenschonende Bearbeitung, den R\u00fcckbau von Drainagen   und den Anbau standortangepasster Kulturen beinhaltet. Die EU-Agrarpolitik   muss an die klimawandel-bedingten Herausforderungen angepasst werden.  Mehr Informationen:  Das BUND-Gew\u00e4sserpapier &#8222;Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt&#8220; finden Sie in einer Kurzfassung unter: http:\/\/www.bund.net\/gewaesserpapier_kurz bzw. in der Langfassung unter: http:\/\/www.bund.net\/gewaesserpapier  Pressekontakt:  Kontakt: Lilian Neuer, BUND-Expertin f\u00fcr Gew\u00e4sserpolitik, E-Mail : lilian.neuer@bund.net oder \u00fcber die BUND-Pressestelle, Heye Jensen unter 01590 -633 23 72  BUND-Pressestelle: Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye JensenTel. 030-27586-425 | -53 1 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net, http:\/\/www.bund.net  Sie erreichen die Pressestelle zurzeit vorrangig mobil: Sigrid Wolff: 0162-96 11 946 Daniel Jahn: 0170-160 66 58 Judith Freund: 0176-476 841 64 Heye Jensen: 01590-633 23 72  Weiteres Material: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/7666\/4623528 OTS:               BUND  Original-Content von: BUND, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/7666\/4623528\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Am 20. 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