{"id":344842,"date":"2020-06-23T18:00:00","date_gmt":"2020-06-23T18:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/hamburgs-innenbehoerde-zeigt-gluecksspiel-anbieter-an\/"},"modified":"2020-06-23T18:00:00","modified_gmt":"2020-06-23T18:00:00","slug":"hamburgs-innenbehoerde-zeigt-gluecksspiel-anbieter-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/hamburgs-innenbehoerde-zeigt-gluecksspiel-anbieter-an\/","title":{"rendered":"Hamburgs Innenbeh\u00f6rde zeigt Gl\u00fccksspiel-Anbieter an"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg (ots) &#8211; Die Hamburger Innenbeh\u00f6rde hat nach Informationen von NDR und &#8222;S\u00fcddeutscher Zeitung&#8220; Strafanzeige gegen die Gl\u00fccksspielanbieter Tipico, Bwin und Bet3000 gestellt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg best\u00e4tigte auf Anfrage, dass sie die Anzeigen gegen die drei Unternehmen aktuell pr\u00fcfe. Der Vorwurf lautet auf unerlaubte Veranstaltung eines Gl\u00fccksspiels.<!--more--> Hintergrund sind die Online-Casino-Angebote auf den Webseiten der Unternehmen.  Die Innenbeh\u00f6rde selbst wollte sich zu den konkreten Unternehmen nicht \u00e4u\u00dfern. Sie best\u00e4tigte lediglich allgemein, dass sie &#8222;Anzeige gegen illegale Anbieter von Sportwetten und Online-Casinos&#8220; erstattet habe. Eine strafrechtliche Verfolgung sei erforderlich, sagte ein Sprecher der Beh\u00f6rde, da den Unternehmen schon vor einiger Zeit das Angebot von Online-Casinos untersagt worden sei, diese sich allerdings nicht daran gehalten h\u00e4tten. Mit den Anzeigen versucht erstmals seit vielen Jahren eine deutsche Innenbeh\u00f6rde strafrechtlich gegen unerlaubte Gl\u00fccksspiele im Internet vorzugehen.  Tipico, Bwin und Bet3000 sind vor allem als Sportwetten-Anbieter bekannt. Alle drei Unternehmen betreiben aber auch umfangreiche Online-Casino-Spiele auf ihren Webseiten. Experten gehen davon aus, dass Tipico und Bwin gemeinsam Marktf\u00fchrer f\u00fcr Online-Gl\u00fccksspiel-Angebote sind. Alle drei Firmen haben ihren Hauptsitz offiziell im Ausland, werben aber aktiv um deutsche Kunden.  Tipico ist unter anderem offizieller Partner der Deutschen Fu\u00dfball Liga und sogenannter Platin-Partner des FC Bayern M\u00fcnchen. Der andere gro\u00dfe M\u00fcnchner Fu\u00dfball-Club TSV 1860 tr\u00e4gt das Logo von Bet3000 auf dem Trikot. F\u00fcr Bwin wirbt neben dem Deutschen Fu\u00dfball-Bund unter anderem Borussia Dortmund. Diese Art von Werbung sorgte in der Vergangenheit bereits mehrfach f\u00fcr \u00c4rger. Die Bundesliga-Vereine und der DFB betonten dabei stets, lediglich f\u00fcr das Sportwettangebot der Gl\u00fccksspielfirmen zu werben, nicht aber f\u00fcr die Online-Casinos.  Auf Anfrage zu dem jetzigen Vorgehen der Hamburger Beh\u00f6rde teilte Bwin mit, dass die Anzeige dort nicht bekannt sei. Das Unternehmen verf\u00fcge aber \u00fcber eine Lizenz aus Gibraltar, die auch das Angebot in Deutschland erlaube. Das &#8222;deutsche Verbot zur Veranstaltung von Online-Casino-Spielen&#8220; finde daher bei Bwin &#8222;keine Anwendung&#8220;, so ein Sprecher. Tipico erkl\u00e4rte, dass man sich zu &#8222;einzelnen angeblichen Schreiben oder Verf\u00fcgungen grunds\u00e4tzlich nicht \u00e4u\u00dfern&#8220; wolle. Das eigene Angebot sei legal. &#8222;Dass der bisherige Gl\u00fccksspielstaatsvertrag dieses verbietet, \u00e4ndert daran nichts, denn das Online-Casino-Verbot verst\u00f6\u00dft gegen Europarecht&#8220;, sagte ein Sprecher. Bet3000 lie\u00df eine Anfrage des NDR unbeantwortet.  Tipico, Bwin und Bet3000 besitzen, wie zahlreiche andere Anbieter von Casino-Spielen, Lizenzen aus dem Ausland, beispielsweise aus Malta (im Falle von Bet3000 und Tipico) oder Gibraltar (Bwin). Ihrer Ansicht nach werden ihre Aktivit\u00e4ten in Deutschland dadurch europarechtlich gedeckt. Auch im vorliegenden Fall argumentiert Bwin so. Vor wenigen Wochen hat der Bundesgerichtshof allerdings geurteilt, dass in Deutschland nur Gl\u00fccksspiel anbieten darf, wer hierzulande eine Lizenz daf\u00fcr besitzt.  Die Strafanzeige gegen Bwin, Tipico und Bet3000 k\u00f6nnte den Streit zwischen den Bundesl\u00e4ndern zum Umgang mit Online-Casinos weiter befeuern. Mitte Juni hatte der NDR berichtet, dass die L\u00e4nder uneins dar\u00fcber sind, wie mit Online-Casino-Anbietern umgegangen werden soll, solange der neue Gl\u00fccksspielstaatsvertrag noch nicht in Kraft getreten ist.  Einige Bundesl\u00e4nder, allen voran Hessen, fordern eine Art Duldung dieser Angebote, mit dem Argument, dass sie in Zukunft m\u00f6glicherweise lizenziert werden k\u00f6nnten. Andere L\u00e4nder &#8211; darunter Hamburg &#8211; sind strikt gegen eine solche Duldung und wollen die Anbieter und ihre Zahlungsdienstleister weiterhin verfolgen.  Vergangene Woche \u00e4u\u00dferte sich dazu auch der Fachbeirat Gl\u00fccksspiel, der die Bundesl\u00e4nder beim Thema Gl\u00fccksspiel ber\u00e4t. Das siebenk\u00f6pfige Expertengremium teilte mit, dass es eine &#8222;Duldung illegaler Gl\u00fccksspielanbieter kategorisch&#8220; ablehne. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), sagte dem NDR, die Debatte sei &#8222;\u00fcberfl\u00fcssig&#8220; und eine Duldung schade der Suchtpr\u00e4vention und dem Jugendschutz. &#8222;Firmen, die seit Jahren gegen geltendes Recht versto\u00dfen, d\u00fcrfen jetzt nicht durch eine Duldung belohnt werden.&#8220;  Pressekontakt:  Norddeutscher Rundfunk Presse und Information Lara Louwien Tel.: 040 \/ 4156-2312 Mail: l.louwien@ndr.de http:\/\/www.ndr.de https:\/\/twitter.com\/NDRpresse  Weiteres Material: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/6561\/4632510 OTS:               NDR Norddeutscher Rundfunk  Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/6561\/4632510\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg (ots) &#8211; Die Hamburger Innenbeh\u00f6rde hat nach Informationen von NDR und &#8222;S\u00fcddeutscher Zeitung&#8220; Strafanzeige gegen die Gl\u00fccksspielanbieter Tipico, Bwin<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-344842","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344842","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=344842"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344842\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=344842"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=344842"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=344842"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}