{"id":3468,"date":"2007-04-28T22:25:20","date_gmt":"2007-04-28T22:25:20","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=3368"},"modified":"2007-04-28T22:25:20","modified_gmt":"2007-04-28T22:25:20","slug":"lehrlinge_der_landesberufsschule_fr_hrgerteakustiker_belegen_die_a_20_ist_zu_laut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/lehrlinge_der_landesberufsschule_fr_hrgerteakustiker_belegen_die_a_20_ist_zu_laut\/","title":{"rendered":"Lehrlinge der Landesberufsschule f\u00fcr H\u00f6rger\u00e4teakustiker belegen: Die A 20 ist zu laut!"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"A20zulaut03\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/A20zulaut03.jpg\" alt=\"A20zulaut03\" \/><br \/>\nCa. 75% der Menschen in Deutschland beklagen sich \u00fcber Bel\u00e4stigung durch zu laute Ger\u00e4usche, an der Spitze stehen nach wie vor die Stra\u00dfenverkehrsger\u00e4usche (18% f\u00fchlen sich hochgradig bel\u00e4stigt), dicht gefolgt vom Flugl\u00e4rm. Das ist seit Jahren bekannt. <!--more-->Genau diese Informationen waren der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Klasse 07.4 der Landesberufsschule f\u00fcr H\u00f6rger\u00e4teakustiker, sich n\u00e4her mit diesem Thema zu besch\u00e4ftigen. Als nach Ostern der neue Block mit dem Berufsschulunterricht begann, wurde im Unterrichtsfach Akustik dar\u00fcber diskutiert, wie das Thema: &#8222;Mess- und Bewertungsverfahren zur Erfassung von Verkehrsl\u00e4rm, Rechtliche Grundlagen und Ger\u00e4uschemissionsmessung von verschiedenen L\u00e4rmquellen&#8220; praxisgerecht im Unterricht vermittelt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Schnell wurden Kontakte mit dem BUND L\u00fcbeck aufgenommen. Welch ein Zufall, dass ausgerechnet auch noch der internationale 10. Tag gegen L\u00e4rm und das Planfeststellungsverfahren f\u00fcr die Erh\u00f6hung der Geschwindigkeit auf der A 20 in die Unterrichtszeit fielen.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzt durch den zust\u00e4ndigen Fachlehrer Herrn Egon Milbrod wurden zun\u00e4chst in einer Unterrichtsstunde die gesetzlichen Grundlagen der L\u00e4rmmessung von Stra\u00dfenverkehrsl\u00e4rm erarbeitet. Den Aufbau eines Schallpegelmessers hatten die Auszubildenden bereits kennen gelernt. \u00dcber die Anzeigedynamik, der Frequenzbewertung und \u00fcber Messverfahren bestanden grunds\u00e4tzliche Kenntnisse. All das geh\u00f6rt zur umfangreichen Ausbildung zum Beruf eines H\u00f6rger\u00e4teakustikers mit dazu. Es galt weiterhin, die Messorte und die der Berechnung zugrunde liegenden Bedingungen zu ergr\u00fcnden. Es galt, die Grenzwerte herauszufinden, die f\u00fcr Wohngebiete bzw. f\u00fcr Dorf- und Mischgebiete entlang der &#8222;Ostseeautobahn&#8220; A 20 gelten. Die 59 dB tags (Wohngebiet) bzw. 49 dB Nachts klingen sehr moderat, beachten aber weder die L\u00e4stigkeit des Ger\u00e4usches, noch die Schallausbreitung bei ung\u00fcnstigen Windrichtungen. Also wurde schnell der Entschluss gefasst, eine Messung auch in dBC durchzuf\u00fchren, um die L\u00e4stigkeit solcher tieft\u00f6nigen Schalleaufzuzeigen.<\/p>\n<p>Beim Studium der Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren gab es einen erh\u00f6hten Diskussionsbedarf unter den Auszubildenden. Immerhin war die A 20 in diesem Abschnitt nur f\u00fcr 100 km\/h konstruiert. Jetzt soll die H\u00f6chstgeschwindigkeit auf 130 km\/h erh\u00f6ht werden. Abgesehen von den Unfallgefahren ergibt das bei gleichem Verkehr eine Pegelerh\u00f6hung von ca. 1,5 dB, was einer Zunahme des Verkehrs um 50 % entspr\u00e4che! Diese enorme Mehrbelastung wird durch die Pegelerh\u00f6hung um 1,5 dB nicht ausgedr\u00fcckt! Viele Auszubildende benutzen die A 20 bei ihren regelm\u00e4\u00dfigen Heimfahrten. Diesen fiel auf, dass der Anteil schwerer LKW am Gesamtverkehr mit 15 % im Planfeststellungsverfahren als sehr gering angenommen wurde. Zwar werden sie nicht wesentlich an der Pegelerh\u00f6hung durch die Ver\u00e4nderung der Geschwindigkeit beitragen. Eine falsche Annahme des LKW-Verkehrs f\u00fchrt jedoch zu falschen Berechnungen bereits bei der Planung und somit auch bei den L\u00e4rmschutzma\u00dfnahmen. Also wurde festgelegt, parallel zur L\u00e4rmmessung auch eine Verkehrsz\u00e4hlung durchzuf\u00fchren und den LKW-Anteil zu ermitteln.<\/p>\n<p>Also fanden am 25.4.2007 in Wulfsdorf und Vorrade Messungen statt. Die Ergebnisse sind erschreckend!<\/p>\n<p>Selbst unter der Annahme, dass f\u00fcr Wulfsdorf die Werte nach \u00a72 Abs.1 Punkt 3 der Verkehrsl\u00e4rmschutzverordnung gelten sollten, werden diese deutlich \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>Statt der geforderten 64 dB f\u00fcr Kerngebiete, Dorfgebiete und Mischgebiete werden etwa 67 dB erreicht, und damit der Grenzwert um das Doppelte \u00fcberschritten. Um den geforderten Grenzwert zu erreichen, m\u00fcsste die Verkehrsbelastung sofort halbiert werden. Dabei ist Wulfsdorf als allgemeines Wohngebiet und Kleinsiedlungsgebiet eingestuft. Somit liegt der Grenzwert bei 59 dB und die eigentliche L\u00e4rmbelastung wesentlich gr\u00f6\u00dfer! <br \/>\nDie Messung in dBC ist um 10 dB h\u00f6her, was auf einen erheblichen tieffrequenten Schallanteil schlie\u00dfen l\u00e4sst. Dieser tr\u00e4gt erheblich  zur L\u00e4rmbel\u00e4stigung bei. Die Empfindung wird durch die gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren nichtbeachtet. <\/p>\n<p>Unter der Annahme, dass in Vorrade die Werte nach \u00a72 Abs.1 Punkt 3 der Verkehrsl\u00e4rmschutzverordnung gelten, werden diese leicht \u00fcberschritten. <br \/>\nDie Messungen der Sch\u00fcler ergaben einen Mittelwert von 64,248 dB statt der geforderten 64 dB. Diese Ergebnisse sollten unbedingt Anlass sein, eine qualifizierte Nachmessung durchzuf\u00fchren, um die get\u00e4tigten Aussagen zu verifizieren.<\/p>\n<p>Auch hier liegt die Messung in dBC =10 dB \u00fcber der A-Messung. <br \/>\nDas Planfeststellungsverfahren der A 20 geht von einem LKW-Anteil von 15 % aus. Eine Geschwindigkeitserh\u00f6hung auf 130 km\/h verursacht zus\u00e4tzliche L\u00e4rmbelastungen \u00fcberwiegend durch die PKW. Erstaunt waren die Sch\u00fcler jedoch, dass Sie bei der Verkehrsz\u00e4hlung einen Anteil von 28,93 % LKW ermittelten. <br \/>\nBei dem hier ermittelten LKW-Anteil ist davon auszugehen. dass die Grundannahmen beim Bau der Autobahn nicht exakt waren. Dadurch sind s\u00e4mtliche L\u00e4rmma\u00dfnahmen zu gering bemessen worden. Durch den hohen  LKW-Anteil liegt der Pegel um 4 dB \u00fcber den berechneten Werten, die dem Planfeststellungsverfahren zu Grunde liegen.<br \/>\nDas Fazit der Auszubildenden ist eindeutig:<\/p>\n<p>Die Autobahn ist jetzt schon zu laut. S\u00e4mtliche Grenzwerte werden erreicht und zum Teil erheblich \u00fcberschritten, weil von falschen Voraussetzungen ausgegangen wurde. Wenn jetzt noch eine Erh\u00f6hung der Geschwindigkeit auf 130 km\/h kommt, steigt der Pegel nochmals signifikant an.<\/p>\n<p>Diese Aussagen gehen dem BUND am Montag in Form eines Berichtes mit allen Messprotokollen zu. Sicher wird dieser Bericht der Auszubildenden kein Gutachten ersetzen. Aber wenn schon Auszubildende bei der (Stra\u00dfen-)Verwaltung Fehler finden, d\u00fcrfte es ein amtlich bestellter Gutachter schwer haben, das Gegenteil zu beweisen. Die Auszubildenden haben jedenfalls Unterricht Praxisnah und Ergebnisorientiert erlebt. Sie betrachten die Mitarbeit in einem solchen Projekt als gro\u00dfen Erfolg. Viele Auszubildende wollen die im Unterricht erworbenen Kenntnisse nutzen, um in ihren Heimatorten die L\u00e4rmbelastung zu \u00fcberpr\u00fcfen. Allen hat die Arbeit Spa\u00df gemacht. W\u00fcnschen  wir ihnen f\u00fcr die bevorstehenden Gesellenpr\u00fcfungen ebenfalls viele Erfolge! <\/p>\n<div align=\"center\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/A20zulaut01.jpg\"><\/div>\n<p>Von 15 % Anteil LKW-Verkehr kann man hier bestimmt nicht ausgehen!<\/p>\n<div align=\"center\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/A20zulaut02.jpg\"><\/div>\n<p>So macht Schule Spa\u00df! Auszubildende der Landesberufsschule f\u00fcr H\u00f6rger\u00e4teakustiker bei Vorbereitungen zur L\u00e4rmmessung an der A 20 anl\u00e4sslich des 10. Tages gegen L\u00e4rm.<\/p>\n<div align=\"center\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/A20zulaut04.jpg\"><\/div>\n<p>Konzentrierte Verkehrsz\u00e4hlung an der Autobahn durch Auszubildende der Landesberufsschule f\u00fcr H\u00f6rger\u00e4teakustiker.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ca. 75% der Menschen in Deutschland beklagen sich \u00fcber Bel\u00e4stigung durch zu laute Ger\u00e4usche, an der Spitze stehen nach wie<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-3468","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lubeck-lupe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3468","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3468"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3468\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3468"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}