{"id":352781,"date":"2020-09-02T15:43:22","date_gmt":"2020-09-02T13:43:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=352781"},"modified":"2020-09-02T16:06:46","modified_gmt":"2020-09-02T14:06:46","slug":"appell-an-bundestagsabgeordnete-sechs-betriebe-in-luebeckwildwest-zustaende-in-der-fleischbranche-beenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/appell-an-bundestagsabgeordnete-sechs-betriebe-in-luebeckwildwest-zustaende-in-der-fleischbranche-beenden\/","title":{"rendered":"Appell an Bundestagsabgeordnete | Sechs Betriebe in L\u00fcbeck:\u201eWildwest-Zust\u00e4nde in der Fleischbranche beenden\u201c"},"content":{"rendered":"<p><u><a href=\"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/NGG_Fleischerei_high.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-352782 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/NGG_Fleischerei_high.jpg\" alt=\"\" width=\"701\" height=\"448\" \/><\/a>Appell an Bundestagsabgeordnete | Sechs Betriebe in L\u00fcbeck:<\/u>\u201eWildwest-Zust\u00e4nde in der Fleischbranche beenden\u201c. <strong>Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten fordert Bundestagsabgeordnete aus L\u00fcbeck auf, in Berlin f\u00fcr das geplante Verbot von Werkvertr\u00e4gen und Leiharbeit in der Fleischwirtschaft zu stimmen. Corona-Ausbr\u00fcche in mehreren Fleischunternehmen h\u00e4tten gezeigt, wohin die Missst\u00e4nde f\u00fchren k\u00f6nnen. <\/strong><!--more-->\u201eF\u00fcr die \u00fcberwiegend osteurop\u00e4ischen Besch\u00e4ftigten in Subunternehmen sind extreme Arbeitsbelastung, Lohn-Prellerei und Unterbringung in abrissreifen Wohnungen seit Jahren an der Tagesordnung. Mit solchen Wildwest-Methoden muss endlich Schluss sein\u201c, fordert Dirk Himmelmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der NGG-Region L\u00fcbeck.<\/p>\n<p>Das geplante \u201eArbeitsschutzkontrollgesetz\u201c k\u00f6nne die Fleischbranche zugleich st\u00e4rken: Nach Angaben der Arbeitsagentur sank die Zahl der Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe in L\u00fcbeck innerhalb von 20 Jahren um 60 Prozent. Von 15 Betrieben im Jahr 1999 gibt es heute nur noch sechs. \u201eDiese Konzentration hat dazu gef\u00fchrt, dass regul\u00e4re Stellen verloren gingen und Arbeiten an Subunternehmen ausgelagert wurden \u2013 zu prek\u00e4ren Bedingungen\u201c, betont Himmelmann. Die Zahl sozialversicherungspflichtiger Fleisch-Jobs sank laut Arbeitsagentur in der Hansestadt binnen 20 Jahren um 70 Prozent \u2013 w\u00e4hrend die regul\u00e4re Besch\u00e4ftigung in allen Branchen insgesamt um 24 Prozent zulegte. \u201eMit Hilfe des neuen Gesetzes m\u00fcssen nun die Stammbelegschaften wieder aufgebaut und muss die Mitbestimmung gest\u00e4rkt werden. Das f\u00fchrt zu h\u00f6heren L\u00f6hnen. Sozialabgaben und Steuereinnahmen steigen\u201c, so die NGG.<\/p>\n<p>Nach dem Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums sollen ab 1. Januar 2021 Werkvertr\u00e4ge und ab 1. April 2021 Leiharbeit in Fleischbetrieben mit mehr als 49 Personen verboten werden. \u201eIn den vergangenen Jahren sind alle Versuche gescheitert, die Branche zum Umdenken zu bewegen \u2013 weder durch freiwillige Selbstverpflichtungen und selbst mit dem Gesetz zur Sicherung von Arbeitnehmerrechten in der Fleischwirtschaft nicht. Das Verbot ist \u00fcberf\u00e4llig\u201c, so Himmelmann.<\/p>\n<p>Der Gewerkschafter warnt jedoch vor Tricksereien. Unternehmen d\u00fcrften nicht versuchen, das Gesetz durch neu gegr\u00fcndete Tochtergesellschaften oder andere Schlupfl\u00f6cher zu umgehen: \u201eVom Schlachten bis zum Verpacken \u2013 alle Arbeitsschritte in der Fleischproduktion m\u00fcssen von Besch\u00e4ftigten erledigt werden, die direkt beim Unternehmen angestellt sind.\u201c Das Gesetz zum Verbot von Leiharbeit und Werkvertrag sei der erste Schritt. \u201eUnd dann brauchen wir als zweiten Schritt einen Tarifvertrag, der f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten in den rund 7.700 Unternehmen der Branche gute L\u00f6hne und faire Arbeitsbedingungen absichert. Wir sind gespannt, ob die Unternehmen hierzu ernsthaft bereit sind.\u201c<\/p>\n<p>Das Argument von Lobbyverb\u00e4nden, die Fleischbranche sei auf Werkvertr\u00e4ge und Leiharbeit angewiesen, um Auftragsspitzen etwa zur Grillsaison abzufedern, \u00fcberzeuge nicht. \u201eM\u00f6glich w\u00e4ren beispielsweise auch befristete Arbeitsvertr\u00e4ge. Besser noch: Arbeitszeiten lassen sich per Tarifvertrag und Arbeitszeitkonten regeln \u2013 wie das auch in anderen Bereichen der Lebensmittelbranche seit langem \u00fcblich ist\u201c, so Himmelmann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Bildunterzeile<\/u><\/p>\n<p>Wer in der Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung von Fleisch arbeitet, macht einen Knochenjob. Die Gewerkschaft NGG ruft Bundestagsabgeordnete aus der Region dazu auf, sich in Berlin gegen Missst\u00e4nde in der Branche einzusetzen.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Foto (alle Rechte frei): NGG <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Appell an Bundestagsabgeordnete | Sechs Betriebe in L\u00fcbeck:\u201eWildwest-Zust\u00e4nde in der Fleischbranche beenden\u201c. 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