{"id":354978,"date":"2020-09-15T12:23:33","date_gmt":"2020-09-15T12:23:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/mehrweg-allianz-fordert-ab-2022-zusaetzliche-lenkungsabgabe-von-20-cent-auf-klimaschaedliche-getraenkedosen-und-einweg-plastikflaschen\/"},"modified":"2020-09-15T12:23:33","modified_gmt":"2020-09-15T12:23:33","slug":"mehrweg-allianz-fordert-ab-2022-zusaetzliche-lenkungsabgabe-von-20-cent-auf-klimaschaedliche-getraenkedosen-und-einweg-plastikflaschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/mehrweg-allianz-fordert-ab-2022-zusaetzliche-lenkungsabgabe-von-20-cent-auf-klimaschaedliche-getraenkedosen-und-einweg-plastikflaschen\/","title":{"rendered":"Mehrweg-Allianz fordert ab 2022 zus\u00e4tzliche Lenkungsabgabe von 20 Cent auf klimasch\u00e4dliche Getr\u00e4nkedosen und Einweg-Plastikflaschen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211;  &#8211; Einwegorientierte Wirtschaftsverb\u00e4nde ignorieren die im Verpackungsgesetz   festgeschriebene Mehrweg-Schutzquote von 70 Prozent &#8211; Handel und Getr\u00e4nkeindustrie verbleiben nur noch 15 Monate, um Mehrwegquote zu   erreichen, ansonsten kommen die vom Bundestag bereits beschlossenen weiteren   Mehrwegschutzma\u00dfnahmen wie eine Abgabe auf Getr\u00e4nke-Einwegverpackungen &#8211; Alle nach <!--more-->wissenschaftlichen Standards erstellten \u00d6kobilanzen belegen Umwelt-   und Klimavorteile von Mehrweg- gegen\u00fcber Einweggetr\u00e4nkeverpackungen &#8211; Gleiche Pflicht f\u00fcr alle: Umweltministerin Schulze muss f\u00fcr Umsetzung der   70-prozentigen Mehrwegquote durch jeden Abf\u00fcller und H\u00e4ndler sorgen  Die Mehrweg-Allianz, bestehend aus der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem Verband Private Brauereien Deutschland und dem Verband Pro Mehrweg, erinnert Handel und Getr\u00e4nkeindustrie, dass sie nur noch 15 Monate haben, um die im Verpackungsgesetz festgeschriebene Mehrwegquote von 70 Prozent zu erreichen. Die Mehrweg-Allianz zeigt sich zuversichtlich, dass im Falle einer deutlichen Unterschreitung die dann bestehende Bundesregierung einen Beschluss des Deutschen Bundestages aus dem Fr\u00fchjahr 2017 konsequent umsetzen wird. Das h\u00e4tte weitere Ma\u00dfnahmen zur Erreichung der Mehrwegquote zur Folge, wie eine Lenkungsabgabe von 20 Cent pro Plastikflasche bzw. Getr\u00e4nkedose.  Auch aufgrund immer neuer Plastikgetr\u00e4nke-Sonderaktionen liegt die Mehrwegquote aktuell bei 43 Prozent und damit weit unter der gesetzlichen Schutzquote. In der vergangenen Woche haben nun einwegorientierte Wirtschaftsverb\u00e4nde die absurde Forderung aufgestellt, den gesetzlich wie europarechtlich festgeschriebenen besonderen Schutz f\u00fcr Mehrweg zu beenden und Plastik-Einwegflaschen sowie Getr\u00e4nkedosen als &#8218;\u00f6kologisch gleichwertig&#8216; zu betrachten.  &#8222;Weil sich Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend f\u00fcr regionale Getr\u00e4nke in Mehrwegflaschen entscheiden und gro\u00dfe Abf\u00fcller von Einweg-Plastikflaschen deutlich an Marktanteilen verlieren, scheinen einwegorientierte Wirtschaftsverb\u00e4nde nerv\u00f6s zu werden. Deshalb werden Scheindebatten \u00fcber die \u00f6kologische Vorteilhaftigkeit von Mehrweg gegen\u00fcber Einweg angesto\u00dfen, die der Faktenlage widersprechen. Der Einsatz von Recyclingmaterial in Einweg-Plastikflaschen oder Dosen f\u00fchrt nicht zu einer \u00f6kologischen Gleichwertigkeit mit Mehrweg. Zur Produktion von Glas-Mehrwegflaschen wird mehr als doppelt so viel Recyclingmaterial eingesetzt wie bei PET-Einwegflaschen. Mehrweg und Recycling ist besser als Einweg und Recycling. Es geht um den Schutz des weltweit gr\u00f6\u00dften Mehrwegsystems, das unter Dauerbeschuss von Gro\u00dfkonzernen wie Coca-Cola, Nestle, Danone, Aldi und Lidl steht&#8220; , sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Barbara Metz.  Alle auf wissenschaftlichen Grundlagen erstellten \u00d6kobilanzen belegen Umwelt- und Klimavorteile von Mehrweg- gegen\u00fcber Einweggetr\u00e4nkeverpackungen. Zudem sind sowohl in der europ\u00e4ischen Abfallgesetzgebung als auch im nationalen Kreislaufwirtschaftsgesetz der priorit\u00e4re Schutz von Mehrweg und die Nachrangigkeit von Einweg-Plastikflaschen und Getr\u00e4nkedosen festgeschrieben: Die gesetzliche Abfallhierarchie besagt, dass Verpackungen in erster Linie vermieden und wiederverwendet werden sollen.  Die Mehrweg-Allianz nimmt die Kampfansage des Handelsverbands Deutschland (HDE) und einwegorientierter Wirtschaftsverb\u00e4nde zum Anlass, die im Bundestag vertretenen Parteien daran zu erinnern, dass sich Millionen Tonnen CO2 durch eine konsequente Abfallvermeidung und F\u00f6rderung von Mehrwegsystemen gerade auch im Getr\u00e4nkebereich einsparen lassen. Aus diesem Grund fordert die DUH Bundesumweltministerin Svenja Schulze dazu auf, die im Verpackungsgesetz festgelegte Mehrwegzielquote von 70 Prozent gerade gegen\u00fcber den Discountern und den im HDE vertretenen Handelsunternehmen sowie Getr\u00e4nkeabf\u00fcllern durchzusetzen. Schon jetzt sind die vom Bundestag geforderten erweiterten Mehrweg-Schutzma\u00dfnahmen vorzubereiten, wie eine Lenkungsabgabe von 20 Cent auf Einwegflaschen und Dosen zus\u00e4tzlich zum Pfand ab dem 1. Januar 2022.  &#8222;Eine \u00f6kologische Gleichsetzung von Einweg- und Mehrweggetr\u00e4nkeverpackungen widerspricht eindeutig unionsrechtlichen Vorgaben der europ\u00e4ischen Abfallrichtlinie und den Zielsetzungen des deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Abf\u00e4lle sind in erster Linie zu vermeiden und Verpackungen wiederzuverwenden. Erst wenn diese beiden Optionen nicht m\u00f6glich sind, kommt das Recycling \u00fcberhaupt ins Spiel. Bei Getr\u00e4nkeverpackungen haben wir ein gut funktionierendes Mehrwegsystem, dem gegen\u00fcber Einweg auch durch gesetzliche Ma\u00dfnahmen Priorit\u00e4t einger\u00e4umt werden muss. Nur so lassen sich die immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Abfallmengen verringern&#8220; , sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes Private Brauereien Deutschland Roland Demleitner.  &#8222;Eine konsequente Mehrwegf\u00f6rderung kann nicht infrage gestellt werden, schon allein wegen der mit dem Mehrwegsystem verbundenen 150.000 gr\u00fcnen Arbeitspl\u00e4tze. Aber auch, weil Mehrweg aus \u00f6kologischer Sicht Einweg um L\u00e4ngen schl\u00e4gt, und zudem im Verpackungsgesetz eine Mehrwegzielquote festgelegt wurde, um das Prinzip der Abfallvermeidung umzusetzen. Mit der Forderung nach einer Gleichstellung von Einweg und Mehrweg stellen sich die Wirtschaftsverb\u00e4nde der alkoholfreien Getr\u00e4nkeindustrie und der HDE gegen den ausdr\u00fccklichen politischen Willen, Abf\u00e4lle zu vermeiden und Verpackungen wiederzuverwenden. Anstatt wichtige umweltpolitische Ziele zu konterkarieren und so den Status Quo zu zementieren, sollten die Wirtschaftsverb\u00e4nde der alkoholfreien Getr\u00e4nkeindustrie und der HDE zukunftsorientiert den Mehrweganteil konsequent erh\u00f6hen&#8220; , fordert der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Vorstand des Verbandes zur F\u00f6rderung von Mehrwegverpackungen Pro Mehrweg G\u00fcnther Guder.  &#8222;Im Mehrwegbereich werden st\u00e4ndig Innovationen umgesetzt. Neben der Gewichtsoptimierung von Mehrwegflaschen bei gleicher Umlaufh\u00e4ufigkeit, wird der Wasserverbrauch bei Sp\u00fclprozessen verringert, die Waschtemperaturen und der Laugeneinsatz gesenkt, sowie Logistikprozesse durch Digitalisierung effizienter gestaltet. F\u00fcr PET-Mehrwegflaschen k\u00f6nnen inzwischen 30 bis 50 Prozent Recyclingkunststoff eingesetzt werden. Das ist ein Quantensprung, welcher die \u00d6kobilanz von Mehrweg deutlich verbessert. Dadurch h\u00e4lt Mehrweg seinen \u00f6kologischen Vorsprung auf Einweg nicht nur aufrecht, sondern kann diesen sogar noch ausbauen&#8220; , erkl\u00e4rt der DUH-Leiter f\u00fcr Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.  Hintergrund:  Die Wiederbef\u00fcllung von Mehrwegflaschen spart im Vergleich zur st\u00e4ndigen Neuherstellung von Einwegverpackungen erhebliche Mengen an Ressourcen, Energie und Treibhausgasemissionen ein. W\u00fcrde man alle alkoholfreien Getr\u00e4nke ausschlie\u00dflich in Mehrweg- statt in Einwegflaschen abf\u00fcllen, dann lie\u00dfen sich jedes Jahr 1,4 Millionen Tonnen CO2 einsparen.  Links:  &#8211; Forderungspapier zum Mehrwegschutz: http:\/\/l.duh.de\/p200504 &#8211; Argumente f\u00fcr Mehrweg: https:\/\/promehrweg.de\/argumente-fuer-mehrweg\/ &#8211; Problem Einweg-Plastikflaschen:   https:\/\/www.duh.de\/mehrweg-klimaschutz0\/einweg-plastikflaschen\/ &#8211; Umweltfreundlichkeit von Getr\u00e4nkeverpackungen:   https:\/\/www.duh.de\/themen\/recycling\/verpackungen\/getraenkeverpackungen\/  Pressekontakt:  Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Deutsche Umwelthilfe 0170 7686923, metz@duh.de  Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft Deutsche Umwelthilfe 030 2400867-43, 0151 18256692, fischer@duh.de  G\u00fcnther Guder, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Vorstand Pro Mehrweg, Verband zur F\u00f6rderung von Mehrwegverpackungen 0172 2424950, guder@promehrweg.de  Roland Demleitner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes Private Brauereien Deutschland 0171 5311444, info@private-brauereien-deutschland.de  DUH-Pressestelle:  Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe 030 2400867-20, presse@duh.de  www.duh.de, www.twitter.com\/umwelthilfe, www.facebook.com\/umwelthilfe, www.instagram.com\/umwelthilfe  Weiteres Material: http:\/\/presseportal.de\/pm\/22521\/4707229 OTS:               Deutsche Umwelthilfe e.V.  Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/4707229\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; &#8211; Einwegorientierte Wirtschaftsverb\u00e4nde ignorieren die im Verpackungsgesetz festgeschriebene Mehrweg-Schutzquote von 70 Prozent &#8211; Handel und Getr\u00e4nkeindustrie verbleiben<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-354978","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/354978","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=354978"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/354978\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=354978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=354978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=354978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}