{"id":3553,"date":"2007-05-09T18:46:03","date_gmt":"2007-05-09T18:46:03","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=3453"},"modified":"2007-05-09T18:46:03","modified_gmt":"2007-05-09T18:46:03","slug":"ausstellungstipp_zeitgenssische_kunst_aus_afrika_in_der_lbecker_vlkerkundesammlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/ausstellungstipp_zeitgenssische_kunst_aus_afrika_in_der_lbecker_vlkerkundesammlung\/","title":{"rendered":"Ausstellungstipp: Zeitgen\u00f6ssische Kunst aus Afrika in der L\u00fcbecker V\u00f6lkerkundesammlung"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Museen_Logo\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Museen_Logo.jpg\" alt=\"Museen_Logo\" \/><br \/>\nDie L\u00fcbecker V\u00f6lkerkundesammlung zeigt bis zum 16. September 2007 erstmals Werke des K\u00fcnstlers Didier A. Ahadsi in einer Einzelausstellung mit dem Titel &#8222;Togo direkt. Didier A. Ahadsi &#8211; Zeitgen\u00f6ssische Kunst aus Afrika&#8220;.<!--more-->Pr\u00e4sentiert werden  46 bunt lackierte Eisenplastiken aus der Sammlung von Karl-Heinz Krieg. Die Plastiken bestechen durch ihre liebevoll detailreiche Gestaltung und ihre starke Ausstrahlung.<\/p>\n<p>Didier A. Ahadsi setzt sich thematisch und materiell mit dem Bekannten und Offensichtlichen seiner Umwelt auseinander. Das bewegte st\u00e4dtische Leben von Lom\u00e9 und die st\u00e4dtische Bilderkultur, die durch grelle Reklametafeln gepr\u00e4gt ist, spiegeln sich in seinen Werken wider. In seine Metallplastiken sind die vertrauten Motive des urbanen Alltags aus ihren Zusammenh\u00e4ngen gel\u00f6st, isoliert und auf Distanz gebracht: Ein Schmied, ein Mann der Orangen pfl\u00fcckt, ein Stra\u00dfenm\u00e4dchen mit Handy, ein Polizist, der Schmiergeld von einem Verkehrss\u00fcnder nimmt, sind nur ein paar der Themen, die er in seinem n\u00e4chsten Umfeld findet.<br \/>\nSchon in seiner Kindheit fiel Didier A. Ahadsi (geboren 1970) durch sein gro\u00dfes handwerkliches Geschick auf. So bastelte er Spielsachen aus weggeworfenen Konservendosen und verkaufte sie auf dem Markt in Vogan, seinem Heimatort.<\/p>\n<p>Als sein Onkel, der eine Autowerkstatt in der Hauptstadt Lom\u00e9 besa\u00df, zu Besuch war, erkannte er das Talent des Jungen und schlug ihm vor, mit ihm nach Lom\u00e9 zu kommen und Karosseriebau zu erlernen. Nach sieben Lehrjahren und zwei Gesellenjahren erhielt er sein Diplom. Anschlie\u00dfend arbeitete er noch zwei Jahre als Angestellter in verschiedenen Autowerkst\u00e4tten, um sich das Geld f\u00fcr eine eigene Werkstatt zu ersparen. Als er dies schlie\u00dflich geschafft hatte, musste er bald feststellen, dass sein Gesch\u00e4ft nicht gut lief. Er hatte nur wenige Auftr\u00e4ge und die Zahlungsmoral der Kunden war sehr schlecht.<\/p>\n<p>Vor die Notwendigkeit gestellt, sich neue Einkommensm\u00f6glichkeiten zu erschlie\u00dfen, erinnerte er sich an die Spielsachen, die er als Kind hergestellt hatte. Da seine finanziellen M\u00f6glichkeiten begrenzt waren, griff er bei den Materialien zu den f\u00fcr ihn Nahe liegenden Autoblechresten und Lacken. Die Blechreste werden geputzt, gebogen, verschwei\u00dft, vor Rost gesch\u00fctzt und schlie\u00dflich lackiert.<\/p>\n<p>Der Metallk\u00fcnstler und der Sammler Karl-Heinz Krieg begegneten sich erstmals im Jahre 2002. Auf einem Markt in Lom\u00e9 wurden Krieg zwei Figuren angeboten, die ein Priesterpaar darstellten. Krieg war so begeistert von den St\u00fccken, dass er sogleich den K\u00fcnstler in seiner Werkstatt aufsuchte und weitere Plastiken in Auftrag gab. Als Auftraggeber nahm Krieg sein Mitspracherecht wahr und es kam vor der Fertigung zu einer Verst\u00e4ndigung zwischen K\u00fcnstler und Sammler \u00fcber Motive, Vorstellungen und Ideen. Die k\u00fcnstlerisch-handwerkliche Umsetzung der Sujets lag dann allein in den H\u00e4nden des Metallk\u00fcnstlers. Er nimmt Personen und Szenen aus dem bewegten Alltagsgeschehen Lom\u00e9s und f\u00fchrt uns so seine eigenen Lebensumst\u00e4nde vor Augen. Am Anfang seines Schaffens sind der \u00fcberwiegende Teil der Skulpturen Einzelfiguren: Auf einer runden, gew\u00f6lbten Metallscheibe verankert, bietet eine H\u00fchnerverk\u00e4uferin ihre Ware an, transportiert ein Bananentr\u00e4ger seine Fr\u00fcchte und ein J\u00e4ger seine Beute nach Hause.<\/p>\n<p>In seinen sp\u00e4teren Werken intensiviert Didier A. Ahadsi das Bewegungsmoment, indem er Einzelfiguren szenisch komponiert und zueinander in Beziehung setzt: eine Obstverk\u00e4uferin im Gespr\u00e4ch mit ihrer Kundin, ein Zahnarzt behandelt seinen Patienten, eine Mutter w\u00e4scht ihr Kind, einer Frau werden die Haare geflochten, zwei M\u00e4nner an der Tankstelle. Diese Szenen erz\u00e4hlen Geschichten aus dem urbanen Leben aus humorvoller Distanz. Mit unerbittlicher Pr\u00e4zision werden jedoch auch gewaltt\u00e4tige Themen wie Ehekrach und Lynchjustiz ausgef\u00fchrt. Auch dies sind m\u00f6gliche Szenen in Lom\u00e9. Den Einheimischen bieten Ahadsis Szenen eine neue ungewohnte Perspektive auf die eigenen Lebensumst\u00e4nde, f\u00fcr den Fremden bleibt die reizvolle Aufgabe, die isolierten Motive zur\u00fcck in ihren Entstehungskontext zu stellen.<\/p>\n<p>Neben den Arbeiten von Ahadsi werden zudem Malereien von vier zeitgen\u00f6ssischen Malern aus Togo gezeigt.<\/p>\n<p>Die V\u00f6lkerkundesammlung, Zeughaus am Dom, Parade 10, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet. Der Eintritt kostet f\u00fcnf, erm\u00e4\u00dfigt 2,50 Euro, f\u00fcr Kinder zwei Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die L\u00fcbecker V\u00f6lkerkundesammlung zeigt bis zum 16. September 2007 erstmals Werke des K\u00fcnstlers Didier A. Ahadsi in einer Einzelausstellung mit<\/p>\n","protected":false},"author":292,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-3553","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissenschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/292"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3553"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3553\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}