{"id":357117,"date":"2020-09-28T09:15:00","date_gmt":"2020-09-28T09:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/mauer-in-den-koepfen-einstellungen-zur-deutschen-einheit-im-wandel\/"},"modified":"2020-09-28T09:15:00","modified_gmt":"2020-09-28T09:15:00","slug":"mauer-in-den-koepfen-einstellungen-zur-deutschen-einheit-im-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/mauer-in-den-koepfen-einstellungen-zur-deutschen-einheit-im-wandel\/","title":{"rendered":"Mauer in den K\u00f6pfen? Einstellungen zur deutschen Einheit im Wandel"},"content":{"rendered":"<p>Frankfurt (ots) &#8211; +++ Aktuelle Studie der Otto Brenner Stiftung analysiert den Wandel der Einstellungen zur Wiedervereinigung seit 1990 +++ Im Jubil\u00e4umsjahr Trend zur &#8222;Einheitsmentalit\u00e4t&#8220; zu erkennen +++ Die &#8222;Mauer in den K\u00f6pfen&#8220; br\u00f6ckelt, Fremdheitsgef\u00fchle nehmen ab, der Blick auf die Wiedervereinigung gleicht sich an +++ Bei junger Generation und Binnenmigrant*innen nur noch geringe <!--more-->Unterschiede in den Einstellungen identifizierbar +++ OBS setzt ihre Untersuchungen \u00fcber innerdeutsche Angleichungsprozesse fort +++  30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung ist das Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl in Ost- und Westdeutschland weiter angewachsen: So lautet der zentrale Befund einer neuen Studie der Otto Brenner Stiftung, die anl\u00e4sslich des runden Jubil\u00e4ums heute erscheint. Unter dem Titel &#8222;Mauer in den K\u00f6pfen?&#8220; hat ein Team um Ayline Heller von der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz den Wandel der Einstellungen zur deutschen Einheit analysiert, die soziale und mentale Koh\u00e4sion von Ost und West untersucht und dabei eine nachhaltige Entwicklung zur &#8222;Einheitsmentalit\u00e4t&#8220; identifiziert.  &#8222;Mit Blick auf das Zusammenwachsen auf der Einstellungsebene geben unsere Ergebnisse Anlass f\u00fcr einen realistischen Optimismus&#8220;, so Studienautorin Heller. &#8222;Unsere Daten zeigen eine stetige Abnahme der Einstellung, der jeweils andere Teil Deutschlands sei `fremd\u00b4. Zeitgleich n\u00e4hern sich beide Landesteile auch in der zentralen Frage der Bewertung der Wiedervereinigung zunehmend an&#8220;. So stimmen heute Ost- wie Westdeutsche wesentlich h\u00e4ufiger zu, dass der &#8222;eigene&#8220; Landesteil doch von der Wende profitiert hat als dies noch 1990 der Fall war. Die Zustimmung zur Frage, ob der &#8222;andere&#8220; Teil profitiert habe, nahm hingegen ab, wodurch sich insgesamt eine ausgewogenere, weniger polarisierte Bewertung der Wiedervereinigung ergibt: Ein Trend, der haupts\u00e4chlich durch die junge Generation getragen wird, in der sich kaum noch Unterschiede in den Bewertungen dieser zentralen Fragestellungen finden. &#8222;Der Blick auf die Daten zeigt ganz klar: Je \u00e4lter die Befragten, desto st\u00e4rker wirkt die Mauer noch nach&#8220;, meint Jupp Legrand, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Otto Brenner Stiftung.  Auch an anderer Stelle tr\u00fcben einige Ergebnisse die positive Gesamtentwicklung. So gibt noch immer fast jede*r F\u00fcnfte in Ost und West an, sich den Bewohner*innen des je anderen Teils fremd zu f\u00fchlen &#8211; ein hoher Wert, auch wenn es Anfang der 2000er Jahre noch jede*r Vierte war. Eine Ausnahme konnten die Forscher*innen aber auch hier ausmachen: &#8222;Die Binnenmigrant*innen, also diejenigen Personen, die von Ost nach West oder umgekehrt gezogen sind, k\u00f6nnen in dieser Hinsicht als Vorreiter*innen der Verwirklichung der Wiedervereinigung angesehen werden&#8220;, so Heller: &#8222;Das Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl ist messbar h\u00f6her, sodass wir von einer Art `Wossi-Effekt\u00b4 sprechen k\u00f6nnen.&#8220; Wer im Laufe seines Lebens den Landesteil gewechselt hat, komme mit beiden Sichtweisen \u00fcber die Wiedervereinigung in Ber\u00fchrung und bilde eine weniger polarisierte Meinung heraus als Personen, die stets im Osten oder Westen gelebt haben.  Stiftung und Autor*innen ziehen aus den Ergebnissen der Untersuchung u.a. den Schluss, dass Ma\u00dfnahmen zur wirtschafts- und sozialpolitischen Angleichung zus\u00e4tzlich von (Bildungs-) Programmen zur F\u00f6rderung des innerdeutschen Austausches flankiert werden sollten. Jupp Legrand betont erg\u00e4nzend: &#8222;Die Otto Brenner Stiftung begleitet die Ann\u00e4herung zwischen Ost und West seit vielen Jahren und die vorliegende Studie best\u00e4tigt, was sich schon l\u00e4nger andeutet: F\u00fcr eine wirkliche, auch emotionale Vollendung der Einheit ist es von gro\u00dfer Bedeutung, dass unterschiedliche Erfahrungen und Blickwinkel auf den Wiedervereinigungsprozess in einen wertsch\u00e4tzenden Dialog miteinander treten k\u00f6nnen.&#8220;  Zuvor waren bei der Stiftung unter anderem Untersuchungen zur &#8222;Nachwendegeneration&#8220;, zu gesellschaftlichen und politischen Einstellungen in Ost und West sowie zu aktuellen Fragen der sozialen und \u00f6konomischen Entwicklung erschienen.  Ayline Heller u.a.: Mauer in den K\u00f6pfen? Einstellungen zur deutschen Einheit im Wandel; OBS-Arbeitspapier 42; Frankfurt\/Main, September 2020  Informationen zum OBS-Arbeitspapier 42: https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/mauer-in-den-koepfen  Pressekontakt:  Otto Brenner Stiftung Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Jupp Legrand Telefon: 069 &#8211; 6693 2810 E-Mail: info(at)otto-brenner-stiftung.de  F\u00fcr das Autor*innenteam Ayline Heller Klinik und Poliklinik f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Universit\u00e4tsmedizin der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz Telefon: 06131 &#8211; 17 &#8211; 7647 E-Mail: ayline.heller(at)unimedizin-mainz.de  Weiteres Material: http:\/\/presseportal.de\/pm\/106578\/4718544 OTS:               Otto Brenner Stiftung  Original-Content von: Otto Brenner Stiftung, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/106578\/4718544\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankfurt (ots) &#8211; +++ Aktuelle Studie der Otto Brenner Stiftung analysiert den Wandel der Einstellungen zur Wiedervereinigung seit 1990 +++<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-357117","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357117","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=357117"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357117\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=357117"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=357117"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=357117"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}