{"id":357815,"date":"2020-10-01T08:19:02","date_gmt":"2020-10-01T08:19:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/anstieg-von-zwangsverheiratungen-durch-covid-19-fortschritte-fuer-maedchen-in-akuter-gefahr\/"},"modified":"2020-10-01T08:19:02","modified_gmt":"2020-10-01T08:19:02","slug":"anstieg-von-zwangsverheiratungen-durch-covid-19-fortschritte-fuer-maedchen-in-akuter-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/anstieg-von-zwangsverheiratungen-durch-covid-19-fortschritte-fuer-maedchen-in-akuter-gefahr\/","title":{"rendered":"Anstieg von Zwangsverheiratungen durch COVID-19 \/ Fortschritte f\u00fcr M\u00e4dchen in akuter Gefahr"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Die Corona-Pandemie f\u00fchrt zu einem deutlichen Anstieg von Kinderehen und gef\u00e4hrdet die Fortschritte f\u00fcr die Gleichstellung von M\u00e4dchen. Einem neuen Bericht von Save the Children zufolge werden allein im Jahr 2020 eine halbe Million M\u00e4dchen mehr zwangsverheiratet.<!--more--> Sogar eine Million Minderj\u00e4hrige mehr k\u00f6nnten schwanger werden und laufen dadurch Gefahr ihr Leben zu verlieren, denn Geburten sind die h\u00e4ufigste Todesursache bei M\u00e4dchen zwischen 15 und 19 Jahren. Der Report &#8220; Global Girlhood 2020: COVID-19 and Progress in Peril (https:\/\/www.savethechildren.de\/fileadmin\/user_upload\/Downloads_Dokumente\/ Berichte_Studien\/2020\/Global_Girlhood_Report_2020__Africa_version_.pdf) &#8220; lenkt zehn Tage vor dem Internationalen M\u00e4dchentag am 11. Oktober und 25 Jahre nach der wegweisenden Pekinger Weltfrauenkonferenz den Blick auf die Situation von M\u00e4dchen im Lichte der Pandemie.  In den kommenden f\u00fcnf Jahren wird mit einem Anstieg von Kinderehen um bis zu 2,5 Millionen gerechnet, die Gesamtzahl d\u00fcrfte bis 2025 auf 61 Millionen steigen. Als Folge sind drastisch steigende Zahlen f\u00fcr Teenager-Schwangerschaften und Schulabbr\u00fcche zu erwarten. Damit werden die vergangenen 25 Jahre Fortschritt zunichte gemacht, in denen die Zahl der Kinderehen kontinuierlich sank.  &#8222;Rund 12 Millionen M\u00e4dchen werden jedes Jahr verheiratet, zwei Millionen davon vor ihrem 15. Geburtstag. Allein 500.000 mehr werden in diesem Jahr zwangsverheiratet werden. Das ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs&#8220;, sagt Susanna Kr\u00fcger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland. &#8222;Die Pandemie st\u00fcrzt etliche Familien in Armut. Viele M\u00e4dchen m\u00fcssen arbeiten oder kranke Angeh\u00f6rige pflegen. Und vielen Eltern bleibt kaum etwas anderes \u00fcbrig als ihre T\u00f6chter zur Heirat mit h\u00e4ufig viel \u00e4lteren M\u00e4nnern zu zwingen. Kein Zweifel: Die Pandemie hat die bestehenden Geschlechterungerechtigkeiten versch\u00e4rft. Wir m\u00fcssen den Negativtrend stoppen. Es ist Zeit, dass sich alle Staaten zusammentun, um eine ganze Generation von M\u00e4dchen zu sch\u00fctzen. Bildung ist dabei der Schl\u00fcssel &#8211; das gilt f\u00fcr M\u00e4dchen genauso wie f\u00fcr Jungen.&#8220;  Der Bericht zeigt au\u00dferdem:  &#8211; Durch die Fortschritte der vergangenen 25 Jahren konnten vermutlich 78,6   Millionen Fr\u00fchverheiratungen verhindert werden, allerdings stagnierte die   positive Entwicklung bereits vor Corona. &#8211; In humanit\u00e4ren Krisen wie Kriegen, \u00dcberschwemmungen, D\u00fcrren, Erdbeben und   Krankheitsausbr\u00fcchen sind M\u00e4dchen am st\u00e4rksten von Fr\u00fchverheiratung bedroht.   Neun der zehn L\u00e4nder mit der h\u00f6chsten Rate an Kinderehen gelten als sogenannte   fragile Staaten. &#8211; Besonders viele Fr\u00fchverheiratungen gibt es in S\u00fcdasien (191.000), gefolgt von   West- und Zentralafrika (90.000) und Lateinamerika\/Karibik (73.400). Auch in   Ostasien und in der Pazifikregion (61.000), Europa und Zentralasien (37.200)   sowie im Nahen Osten und Nordafrika (14.400) nimmt der kinderrechtswidrige   Brauch wieder zu. Das Risiko von Fr\u00fchschwangerschaften steigt 2020 am   st\u00e4rksten f\u00fcr M\u00e4dchen in Afrika (Osten und S\u00fcden Afrikas um 282.000, gefolgt   von West- und Zentralafrika 260.000) und Lateinamerika und der Karibik   (181.000). &#8211; Die Pandemie-bedingten Schulschlie\u00dfungen haben weltweit die Schullaufbahn von   1,6 Milliarden Kindern unterbrochen. Save the Children warnt vor einem   Bildungsnotstand (https:\/\/resourcecentre.savethechildren.net\/node\/17871\/pdf\/sa   ve_our_education_0.pdf) , denn 9,7 Millionen Kinder werden m\u00f6glicherweise   nicht zur Schule zur\u00fcckkehren. Besonders betroffen vom Schulabbruch sind   erfahrungsgem\u00e4\u00df M\u00e4dchen. &#8211; \u00dcberall auf der Welt ist die geschlechtsspezifische Gewalt durch die   COVID-19-Pandemie angestiegen. &#8211; Dasselbe gilt f\u00fcr die weibliche Genitalverst\u00fcmmelung: Die Vereinten Nationen   erwarten, dass es in den kommenden zehn Jahren als Folge der Pandemie   zus\u00e4tzliche zwei Millionen F\u00e4lle geben wird. In den meisten F\u00e4llen wird es   M\u00e4dchen unter 14 Jahren treffen.  Auf der Pekinger Weltfrauenkonferenz 1995 verabschiedeten die UN-Mitgliedstaaten eine Aktionsplattform zur Gleichstellung der Geschlechter und zur St\u00e4rkung von Frauen und M\u00e4dchen. Heute, am 1. Oktober, findet im Rahmen der UN-Vollversammlung in New York ein hochrangiges Treffen statt, um anl\u00e4sslich des 25. Jahrestags der Konferenz die Geschlechtergerechtigkeit voranzutreiben.  Save the Children fordert die Regierungen auf:  &#8211; M\u00e4dchen mehr Geh\u00f6r zu verschaffen , indem ihr Recht auf Teilhabe an allen   \u00f6ffentlichen Entscheidungsprozessen zu COVID-19-Ma\u00dfnahmen unterst\u00fctzt wird. &#8211; Unmittelbare und schleichende Risiken f\u00fcr geschlechtsspezifische Gewalt (https   :\/\/resourcecentre.savethechildren.net\/node\/17911\/pdf\/sc_covid19_gbv_brief_engl   ish.pdf) zu bek\u00e4mpfen , die durch die COVID-19-Pandemie wieder verst\u00e4rkt   wurden. &#8211; Fr\u00fchverheiratung zu beenden und bereits verheiratete M\u00e4dchen durch   Gesetzesreformen in ihren Rechten zu st\u00e4rken. &#8211; Jetzt in M\u00e4dchen zu investieren , um die schlimmsten Auswirkungen der   COVID-19-Pandemie f\u00fcr M\u00e4dchen abzumildern und langfristige Verbesserung zu   bewirken. &#8211; Jedes M\u00e4dchen wahrzunehmen , etwa durch verbesserte und differenziertere   Datenerhebungen.  Der Bericht &#8222;Global Girlhood 2020: COVID-19 and Progress in Peril&#8220; steht unter folgendem Link in englischer Sprache zum Download bereit: https:\/\/bit.ly\/2G9XlCT  Unter folgenden Links finden Sie Bild- und Audiomaterial sowie Case Studies zum Download. Die Bilder stehen Ihnen unter der Nennung \u00a9 Save the Children auch zur Weitergabe an Dritte honorarfrei zur Verf\u00fcgung.  Indien: Sunita*, 16 Jahre:  https:\/\/www.contenthubsavethechildren.org\/Package\/2O4C2SFXMSW5  Mexiko: Clara*, 16 Jahre:  https:\/\/www.contenthubsavethechildren.org\/Package\/2O4C2SFXNXNX  Tansania: Tatu*, 17 Jahre:  https:\/\/www.contenthubsavethechildren.org\/Package\/2O4C2SFXBSE5 (https:\/\/eur03.sa felinks.protection.outlook.com\/?url=https%3A%2F%2Fwww.contenthubsavethechildren. org%2FPackage%2F2O4C2SFXBSE5&amp;data=01%7C01%7CSusanne.Sawadogo%40savethechildren.d e%7Ce7193b398e8144b3d06708d8616eea1e%7C7e675e17e6ed49b38fb77005366df847%7C0&amp;sdat a=VXjPYfDfydvdjftpL0iRzO8%2BBDVLj2JsIkbEasSSqGc%3D&amp;reserved=0)  Tansania: Subira*, 17 Jahre  https:\/\/www.contenthubsavethechildren.org\/Package\/2O4C2SFXBK8B (https:\/\/eur03.sa felinks.protection.outlook.com\/?url=https%3A%2F%2Fwww.contenthubsavethechildren. org%2FPackage%2F2O4C2SFXBK8B&amp;data=01%7C01%7CSusanne.Sawadogo%40savethechildren.d e%7Ce7193b398e8144b3d06708d8616eea1e%7C7e675e17e6ed49b38fb77005366df847%7C0&amp;sdat a=sVhTc6jrKf96I9cWZk%2Bhy0Jbyf4rYcbGJSKKfaIg%2F%2FM%3D&amp;reserved=0)  (*Namen zum Schutz der Identit\u00e4t ge\u00e4ndert)  Bei Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an unsere Pressestelle.  \u00dcber Save the Children  Im Nachkriegsjahr 1919 gr\u00fcndete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und \u00d6sterreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen gr\u00f6\u00dfte unabh\u00e4ngige Kinderrechtsorganisation der Welt in \u00fcber 110 L\u00e4ndern im Einsatz. Save the Children ist da f\u00fcr Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen &#8211; seit 100 Jahren und dar\u00fcber hinaus. Diese Kinder zu sch\u00fctzen, zu st\u00e4rken und zu f\u00f6rdern ist das zentrale Anliegen der Organisation. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie \u00dcberleben und Gesundheit. Save the Children setzt sich ein f\u00fcr eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen k\u00f6nnen.  Pressekontakt:  Save the Children Deutschland e.V. Pressestelle &#8211; Susanne Sawadogo Tel.: 030 &#8211; 27 59 59 79 &#8211; 120 Mail: mailto:susanne.sawadogo@savethechildren.de  Weiteres Material: http:\/\/presseportal.de\/pm\/106106\/4721853 OTS:               Save the Children Deutschland e.V.  Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/106106\/4721853\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Die Corona-Pandemie f\u00fchrt zu einem deutlichen Anstieg von Kinderehen und gef\u00e4hrdet die Fortschritte f\u00fcr die Gleichstellung von<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-357815","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357815","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=357815"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357815\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=357815"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=357815"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=357815"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}