{"id":3601,"date":"2007-05-17T16:15:38","date_gmt":"2007-05-17T16:15:38","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=3501"},"modified":"2007-05-17T16:15:38","modified_gmt":"2007-05-17T16:15:38","slug":"geschichtswerkstatt_prsentiert_ausstellung_ber_b_traven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/geschichtswerkstatt_prsentiert_ausstellung_ber_b_traven\/","title":{"rendered":"Geschichtswerkstatt pr\u00e4sentiert Ausstellung \u00fcber B. Traven"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Museen_Logo\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Museen_Logo.jpg\" alt=\"Museen_Logo\" \/><br \/>\nDas Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk im L\u00fcbecker Stadtteil K\u00fccknitz, Ortsteil Herrenwyk, zeigt bis zum 14. Oktober 2007 die vor wenigen Tagen er\u00f6ffnete Sonderausstellung &#8222;Ziegelbrenner &#8211; Totenschiff &#8211; Die Troza. B. Traven, der geheimnisumwitterte Schriftsteller&#8220;.<!--more-->Damit widmet es sich einer der r\u00e4tselhaftesten Pers\u00f6nlichkeit der  j\u00fcngeren deutschen Literaturgeschichte. <\/p>\n<p>B. Traven hat sich praktisch w\u00e4hrend seines gesamten Lebens bem\u00fcht, seine wahre Identit\u00e4t zu verschleiern. Sein Geburtsjahr und sein Geburtsort sind nach wie vor unbekannt. 1907 wurde ein Ret Marut als Schauspieler am Stadttheater Essen engagiert. Unter der Mitgliedsnummer 8288 wurde er in die Genossenschaft Deutscher B\u00fchnen-Angeh\u00f6riger aufgenommen. Bis 1915 war er an verschiedenen B\u00fchnen engagiert, zuletzt f\u00fcr drei Spielzeiten am D\u00fcsseldorfer Schauspielhaus, wo er als Mitarbeiter an der Theaterzeitung &#8222;Masken&#8220; journalistische Erfahrungen sammeln konnte.<\/p>\n<p>Im November 1915 zog Marut nach M\u00fcnchen, wo er sich als &#8222;Amerikaner und stud. phil.&#8220; anmeldete. Dort gab er ab 1917 in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden die anarchistische Zeitschrift &#8222;Der Ziegelbrenner&#8220; heraus.<br \/>\nNach Ausrufung der Bayerischen Republik am 7. November 1918 ver\u00f6ffentlichte er die Flugschrift &#8222;Die Weltrevolution beginnt&#8220;. Nach der Ermordung des bayerischen Ministerpr\u00e4sidenten Kurt Eisner am 21. Februar 1919 und der Ausrufung der M\u00fcnchner R\u00e4terepublik am 7. April 1919 wurde Marut Leiter der Presseabteilung und damit der oberste Zensor. Am 1. Mai wurde die R\u00e4terepublik von wei\u00dfgardistischen Truppen zerschlagen, Marut wurde mit anderen verhaftet, konnte aber fliehen. Bis Sommer 1923 versteckte er sich an verschiedenen Orten Deutschlands, vor allem im franz\u00f6sisch besetzten Rheinland.<\/p>\n<p>Im August 1923 tauchte Marut in London auf, wo er vom 1. November bis zum 15. Februar 1924 wegen Missachtung der Meldepflicht f\u00fcr Ausl\u00e4nder inhaftiert war. Nach seiner Entlassung aus dem Gef\u00e4ngnis setzte er sich aus Europa ab und landete in Mexiko.<br \/>\n1925 wurde in der SPD-Zeitung &#8222;Vorw\u00e4rts&#8220; der Roman &#8222;Die Baumwollpfl\u00fccker&#8220; unter dem Namen B. Traven in 22 Fortsetzungen ver\u00f6ffentlicht. Die 1924 gegr\u00fcndete &#8222;B\u00fcchergilde Gutenberg&#8220; wurde auf ihn aufmerksam und ver\u00f6ffentlichte 1926 seine beiden Romane &#8222;Das Totenschiff&#8220; und &#8222;Die Baumwollpfl\u00fccker&#8220;. Die B\u00fcchergilde wurde Travens Hausverlag.<\/p>\n<p>Traven nahm Ende der 20er Jahre mehrmals unter dem Namen Traven Torsvan an Expeditionen durch den mexikanischen Dschungel teil. Als amerikanischer Staatsb\u00fcrger dieses Namens erhielt er im September 1930 eine mexikanische Ausl\u00e4nderkarte und lie\u00df sich in Acapulco nieder.<br \/>\nNach der Macht\u00fcbergabe an die Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde die B\u00fcchergilde in Deutschland verboten und verlegte ihren Sitz nach Z\u00fcrich. Bis 1939 ver\u00f6ffentlichte Traven auch weiterhin dort. Dann trennte er sich offiziell von seinem Verlag, der sechste und letzte Band des &#8222;Caoba-Zyklus&#8220;, der die Arbeitsbedingungen der Indios auf den gro\u00dfen Mahagoniplantagen in Mexiko zum Thema hat, erschien zun\u00e4chst in Stockholm auf schwedisch und dann 1940 in einem deutschsprachigen Exilverlag in Amsterdam.<\/p>\n<p>Travens Roman &#8222;Der Schatz der Sierra Madre&#8220; wurde 1947 in Hollywood mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle von John Huston verfilmt. Der Film erhielt zwei Oscars. Traven \u00fcberwachte unter dem Namen Hal Croves die Dreharbeiten. 1951 wurde Traven Torsvan in Mexiko eingeb\u00fcrgert. 1957 heiratete er unter dem Namen Hal Croves die Mexikanerin Rosa Elena Lujan. Das Paar lie\u00df sich in Mexico-City nieder. Die schwedische Zeitung &#8222;Aftonbladet&#8220; setzte sich 1967 f\u00fcr die Verleihung des Literaturnobelpreises an Traven ein.<\/p>\n<p>Am 26. M\u00e4rz 1969 starb Traven Torsvan Croves in Mexico-City. Zwei Tage sp\u00e4ter best\u00e4tigte seine Witwe die Identit\u00e4t Torsvans mit Ret Marut. <br \/>\nMit den zunehmenden literarischen Erfolgen hatte es immer h\u00e4ufiger Recherchen zur Person des Schriftstellers gegeben. Erste Ger\u00fcchte \u00fcber eine Identit\u00e4t mit Ret Marut wurden von ihm energisch zur\u00fcckgewiesen. 1966 erschien in der DDR eine erste Biographie \u00fcber Traven von Rolf Recknagel. Die neueste Dissertation von Hans Rudolf Brenne wurde 2006 unter dem Titel &#8222;Revolution und Abenteuer&#8220; ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Auch die Presse setzte sich auf die Spur des Schriftstellers. Besonders hartn\u00e4ckig war der Stern-Reporter Gerd Heidemann, der 1983 mit den gef\u00e4lschten Hitler-Tageb\u00fcchern weltber\u00fchmt wurde. 1966 traf er sich als angeblicher Arch\u00e4ologe sogar mit dem Schriftsteller und ver\u00f6ffentlichte einen Aufsehen erregenden Artikel, in dem er Traven unter anderem als unehelichen Sohn des deutschen Kaisers Wilhelm II. darstellte, eine Behauptung, die sich durch nichts belegen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Mittlerweile \u00f6ffnet die Familie das Traven-Archiv f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Forscher. Auch Wolf-Dietrich Schramm, der Macher der Ausstellung im Industriemuseum, hatte die M\u00f6glichkeit, dort zu forschen. Er besitzt eine gro\u00dfe Sammlung von Travens B\u00fcchern und Dokumenten und verwaltet das Archiv der Internationalen B. Traven Gesellschaft. Die Ausstellung zeigt mit Bild-Text-Tafeln, Originalen und vielen B\u00fcchern, darunter alle Erstausgaben der Traven-Romane und die Ausgaben des &#8222;Ziegelbrenners&#8220;, das bewegte Leben des geheimnisvollen Schriftstellers.<\/p>\n<p>\u00d6ffentliche F\u00fchrungen: Im Rahmen des Internationalen Museumstags am Sonntag, 20. Mai, 11.30 Uhr, kostenlos.<\/p>\n<p>Im Rahmen des &#8222;Museumsabends bis 22 Uhr&#8220; am Donnerstag, 28. Juni, 19 Uhr, Museumseintritt ohne zus\u00e4tzliche Kosten.<\/p>\n<p>Weitere F\u00fchrungen finden jeweils sonntags am 10. Juni, 8. Juli, 16. September und am 14. Oktober, jeweils um 11.30 Uhr, sowie am Sonnabend, 25. August (Museumsnacht) um 16 Uhr statt.<\/p>\n<p>Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk, Kokerstra\u00dfe 1 &#8211; 3, ist freitags von   14 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet. Der Eintritt kostet 2,50, erm\u00e4\u00dfigt 1 Euro. Anfragen f\u00fcr F\u00fchrungen werden unter Museumshotline 01805 &#8211; 92 92 00 oder per E-Mail an geschichtswerkstatt@luebeck.de entgegen genommen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk im L\u00fcbecker Stadtteil K\u00fccknitz, Ortsteil Herrenwyk, zeigt bis zum 14. 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