{"id":36719,"date":"2011-06-30T11:55:04","date_gmt":"2011-06-30T09:55:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=36719"},"modified":"2011-06-30T17:51:28","modified_gmt":"2011-06-30T15:51:28","slug":"bka-internet-kriminalitat-nimmt-weiter-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bka-internet-kriminalitat-nimmt-weiter-zu\/","title":{"rendered":"BKA: Internet-Kriminalit\u00e4t nimmt weiter zu"},"content":{"rendered":"<p>&#8211; Umfrage: Zugangsdaten von fast 7 Millionen Usern ausspioniert<br \/>\n&#8211; Lagebild &#8222;Cybercrime 2010&#8220;: Schaden steigt 2010 um 66 Prozent<br \/>\n&#8211; Phishing-F\u00e4lle bei Online-Banking um \u00fcber 80 Prozent gestiegen<br \/>\n&#8211; BITKOM und BKA geben Tipps zur Vorbeugung.<!--more--><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/bitkomgrafik_bka.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-36720\" title=\"bitkomgrafik_bka\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/bitkomgrafik_bka.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/bitkomgrafik_bka.jpg 500w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/bitkomgrafik_bka-320x224.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/bitkomgrafik_bka-426x299.jpg 426w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>Mit der Nutzung des Internet nimmt auch die Internet-Kriminalit\u00e4t zu. Die Zahl der Betroffenen ist deutlich gestiegen, ebenso die Schadensh\u00f6he. Das zeigen eine aktuelle Umfrage des BITKOM sowie das Lagebild &#8222;Cybercrime 2010&#8220; des Bundeskriminalamtes (BKA), die beide heute in Berlin vorgestellt wurden. &#8222;Insbesondere die Aussp\u00e4hung von Online-Zugangsdaten, etwa f\u00fcr Plattformen oder Internet-Shops, ist im Vergleich zu 2010 stark angestiegen&#8220;, sagte Prof. Dieter Kempf, BITKOM-Pr\u00e4sident und Vorstandsvorsitzender des Vereins &#8222;Deutschland sicher im Netz&#8220; (DsiN). &#8222;Durch die Technisierung der Gesellschaft und die weitverbreitete Nutzung moderner Medien und Kommunikationsformen haben diese neuen Medien auch Einzug in klassische Kriminalit\u00e4tsformen gehalten, vor allem im Betrugsbereich&#8220;, sagte BKA-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Ziercke und erg\u00e4nzt: &#8222;Im Jahr 2010 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik rund 250.000 F\u00e4lle registriert, in<br \/>\ndenen das Internet zur Tatbegehung genutzt wurde. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 20 Prozent. Im Zielspektrum der Cybergruppierungen steht die vollst\u00e4ndige Identit\u00e4t der Internet-Nutzer, die die T\u00e4ter bedarfsangepasst und flexibel f\u00fcr ihre kriminellen &#8218;Gesch\u00e4ftsmodelle&#8216; missbrauchen.&#8220;<\/p>\n<p>Laut einer aktuellen BITKOM-Umfrage haben 70 Prozent aller deutschen Internet-Nutzer ab 14 Jahren schon einmal negative Erfahrungen im Web gemacht. Viren und andere Schadprogramme stehen dabei f\u00fcr 47 Prozent der User, also gut 25 Millionen Personen, an erster Stelle. Im Vorjahr waren es noch 43 Prozent. Jeder Siebte f\u00fchlte sich von einem Gesch\u00e4ftspartner betrogen, beispielweise bei Online-Auktionen. Fast verdoppelt hat sich die Zahl der User, deren<br \/>\nZugangsdaten zu Plattformen, Email-Diensten, Auktionsh\u00e4usern oder Online-Banking ausspioniert wurden. Vor einem Jahr waren es noch rund 3,7 Millionen, nun sind es knapp 7 Millionen. &#8222;Der Trend geht zum Aussp\u00e4hen pers\u00f6nlicher Daten und Passw\u00f6rter&#8220;, sagte Kempf.<\/p>\n<p>Laut Umfrage hat auch die Angst vor Internet-Kriminalit\u00e4t stark zugelegt. F\u00fchlten sich 2010 noch 75 Prozent aller User bedroht, sind es inzwischen 85 Prozent. Einen Betrug beim Online-Banking f\u00fcrchteten im vergangenen Jahr 28 Prozent, nun sind es 37 Prozent. Noch st\u00e4rker stieg die gef\u00fchlte Bedrohung durch das Aussp\u00e4hen und den Missbrauch pers\u00f6nlicher Daten: 2010 hatten 46 Prozent davor Angst, jetzt 59 Prozent. Trotz der gestiegenen Angst vernachl\u00e4ssigen noch immer viele Internet-Nutzer ihre Sicherheit: Gem\u00e4\u00df der BITKOM-Studie &#8222;Datenschutz im Internet&#8220; nutzen erst drei Viertel aller Internet-Nutzer ein Virenschutzprogramm und 70 Prozent eine Firewall, die den Datenverkehr eines Rechners mit der Au\u00dfenwelt auf Sicherheitsprobleme hin kontrolliert. Jeder F\u00fcnfte surft demgegen\u00fcber v\u00f6llig ohne Virenschutz oder Firewall. BITKOM und BKA haben ein Informationsblatt f\u00fcr Internet-Nutzer vorgestellt mit den wichtigsten Empfehlungen zur<br \/>\nVorbeugung.<\/p>\n<p>Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) best\u00e4tigt die zunehmende Angst der Nutzer. Die Zahl der dort erfassten Cybercrime-F\u00e4lle ist im vergangenen Jahr um 19 Prozent auf fast 60.000 gestiegen. Cybercrime umfasst Straftaten, die mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik oder gegen diese begangen werden. Bei fast der H\u00e4lfte (rund 27.000) dieser F\u00e4lle handelte es sich um Computerbetr\u00fcgereien wie beispielsweise das Phishing von Onlinebanking-Daten oder den missbr\u00e4uchlichen Einsatz von Kreditkartendaten. Insgesamt stieg die Zahl der Computerbetr\u00fcgereien um fast 20 Prozent. Der registrierte Schaden aller Cybercrime-Delikte ist um zwei Drittel auf insgesamt rund 61,5 Millionen Euro (2009:<br \/>\nfast 37 Millionen) gestiegen. Besonders stark zugenommen hat das so genannte Phishing im Zusammenhang mit Online-Banking. F\u00fcr 2010 wurden dem BKA rund 5.300 F\u00e4lle gemeldet, 82 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Schadenssumme betrug rund 4.000 Euro pro Fall. &#8222;Verschiedene Trojaner sind speziell auf den deutschen Bankenmarkt<br \/>\nausgerichtet und verf\u00fcgen \u00fcber das technische Potenzial, das iTAN-Verfahren erfolgreich anzugreifen&#8220;, warnte BKA-Pr\u00e4sident Ziercke. &#8222;Wer Online-Banking macht, sollte unbedingt auf die neuen Verfahren wie chip-TAN umsteigen&#8220;, sagte Kempf.<\/p>\n<p>Zur Durchf\u00fchrung ihrer kriminellen Aktivit\u00e4ten bedienen sich die T\u00e4ter zunehmend sogenannter Botnetze. Ende 2010 wurde eine Schadsoftware festgestellt, die in diesem Zusammenhang gezielt Smartphones infiziert. Ziercke: &#8222;Die T\u00e4ter folgen dem Nutzungsverhalten der Anwender. Mobile Endger\u00e4te werden infiziert, um parallel zum PC auch an die Daten m\u00f6glicher SMS-basierter Authentifizierungsverfahren zu gelangen, etwa f\u00fcr Online-Banking oder E-Commerce per Kreditkarte.&#8220;<\/p>\n<p>Zugenommen haben laut Lagebericht verschiedene Auspr\u00e4gungen der digitalen Erpressung. Hier fordern T\u00e4ter eine Art L\u00f6segeld, beispielsweise f\u00fcr das Nicht-Weitergeben gestohlener Daten oder das Unterlassen digitaler Angriffe auf die Unternehmens-Homepage. Ziercke warnte vor der Anpassungs- und Innovationsf\u00e4higkeit der Cyber-Kriminellen: &#8222;Die Internet-Betr\u00fcger arbeiten zumeist auf internationaler Ebene arbeitsteilig zusammen. Sie begehen nicht nur selbst die Straftaten, sondern bieten auch Schadprogramme oder komplette kriminelle Infrastrukturen in den Foren der Underground<br \/>\nEconomy global zum Kauf oder zur Miete an.&#8220; Dabei seien die angebotenen Werkzeuge aufgrund ihrer relativ einfachen Handhabung auch f\u00fcr T\u00e4ter ohne fundierte IT-Spezialkenntnisse nutzbar.<\/p>\n<p>Auch Unternehmen werden verst\u00e4rkt Ziel der Online-Betr\u00fcger. Nach einer KPMG-Studie verzeichnete \u00fcber die H\u00e4lfte aller Unternehmen, die 2010 Opfer von Wirtschaftskriminalit\u00e4t wurden, Sch\u00e4den durch Cybercrime. 2006 lag der Wert noch bei 23 Prozent. Betroffen sind kleine wie gro\u00dfe Unternehmen. Zwar sind gro\u00dfe Konzerne in aller Regel technisch gut ausgestattet im Kampf gegen Online-Kriminelle. Die Angriffe sind jedoch zielgerichteter und geschickter geworden.<br \/>\n&#8222;Cyber-Kriminelle setzen vermehrt auf Social Engineering: Sie versuchen, sich Zugang zu sensiblen Informationen zu verschaffen, indem sie Mitarbeiter unter Druck setzen oder ihre Hilfsbereitschaft ausnutzen&#8220;, sagte Kempf. Kleinere und mittlere Unternehmen haben oft Nachholbedarf bei der Organisation ihrer IT-Sicherheit. Das ergab eine aktuelle Umfrage von &#8222;Deutschland sicher im Netz&#8220; unter fast 1.400 meist kleineren Unternehmen: Nur jedes Vierte schult und informiert regelm\u00e4\u00dfig seine Mitarbeiter, nur jedes Dritte hat ein IT-Sicherheitskonzept, das von der Gesch\u00e4ftsleitung getragen wird. 37 Prozent sichern ihre gesch\u00e4ftlichen Daten nicht t\u00e4glich, 7 Prozent nie.<\/p>\n<p>Ziercke und Kempf k\u00fcndigten an, den Informationsaustausch zwischen Wirtschaft und Polizei weiter zu intensivieren. BKA und BITKOM wollen auch bei der Aufkl\u00e4rung der Nutzer eng kooperieren.<\/p>\n<p>Weitere Einzelheiten zum Thema &#8222;Cybercrime&#8220; gibt es auf www.bka.de unter &#8222;Berichte und Statistiken&#8220;\/ &#8222;Kriminalit\u00e4tslage&#8220;. Das Informationsblatt von BKA und BITKOM mit den wichtigsten Tipps f\u00fcr die Vorbeugung gegen Internet-Betrug kann heruntergeladen werden unter www.bitkom.org\/files\/documents\/BITKOM_BKA_Infoblatt_Schutz_vor_IT Kriminalitaet_2010.pdf, die Studie &#8222;Datenschutz im Internet&#8220; unter www.bitkom.org\/de\/publikationen\/38338_68303.aspx, die Studie &#8222;IT-Sicherheitslage im Mittelstand&#8220; von Deutschland sicher im Netz unter www.sicher-im-netz.de\/unternehmen\/sicherheitslage_mittelstand.aspx.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Umfrage: Zugangsdaten von fast 7 Millionen Usern ausspioniert &#8211; Lagebild &#8222;Cybercrime 2010&#8220;: Schaden steigt 2010 um 66 Prozent &#8211;<\/p>\n","protected":false},"author":1127,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-36719","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36719","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1127"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36719"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36719\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36719"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36719"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36719"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}