{"id":368414,"date":"2020-12-18T13:56:07","date_gmt":"2020-12-18T13:56:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/deutsche-umwelthilfe-und-nabu-entlarven-falsche-umweltversprechen-des-chemischen-recyclings\/"},"modified":"2020-12-18T13:56:07","modified_gmt":"2020-12-18T13:56:07","slug":"deutsche-umwelthilfe-und-nabu-entlarven-falsche-umweltversprechen-des-chemischen-recyclings","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/deutsche-umwelthilfe-und-nabu-entlarven-falsche-umweltversprechen-des-chemischen-recyclings\/","title":{"rendered":"Deutsche Umwelthilfe und NABU entlarven falsche Umweltversprechen des chemischen Recyclings"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Gemeinsame Pressemitteilung  Deutsche Umwelthilfe und NABU entlarven falsche Umweltversprechen des chemischen Recyclings  &#8211; Neue Studie von Deutscher Umwelthilfe, NABU und anderen Umweltverb\u00e4nden   belegt, dass angebliche Umweltvorteile des chemischen Recyclings nicht   nachgewiesen werden k\u00f6nnen &#8211; Vorhandene Studien zur Umweltvertr\u00e4glichkeit dieser unausgereiften Technologie <!--more-->  sind intransparent, einseitig und enthalten diverse Fehler &#8211; unabh\u00e4ngige   Studien fehlen &#8211; Chemisches Recycling verbraucht besonders viel Energie, f\u00fchrt zu hohen   Materialverlusten und erzeugt giftige Nebenprodukte &#8211; DUH und NABU fordern Abfallvermeidung, Mehrweg, Recyclingf\u00e4higkeit und   werkstoffliches Recycling zu st\u00e4rken  Die als besonders innovativ und umweltfreundlich beworbene Technologie des chemischen Recyclings h\u00e4lt nicht, was sie verspricht. Dies ist das Ergebnis einer aktuell ver\u00f6ffentlichten Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH), des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) und weiterer europ\u00e4ischer Umweltverb\u00e4nde. Gemeinsam haben die Verb\u00e4nde Studien zu den Umweltauswirkungen des chemischen Recyclings analysiert. Das Ergebnis: bisher fehlt es an unabh\u00e4ngigen Untersuchungen zu diesem Thema. In den untersuchten Publikationen werden Ergebnisse verzerrt dargestellt, ungerechtfertigte CO2-Gutschriften erteilt und wichtige Umweltaspekte au\u00dfer Acht gelassen. Zus\u00e4tzlich verhindert die Geheimhaltung zugrundeliegender Daten eine Reproduzierbarkeit der Studienergebnisse. Die vermeintlichen Umweltvorteile des chemischen Recyclings k\u00f6nnen damit nicht belegt werden.  Das chemische Recycling wird zunehmend als Alternative zu nachweislich umweltfreundlicheren werkstofflichen Recyclingverfahren ins Spiel gebracht. Unternehmen wie BASF, S\u00fcdpack und Borealis haben sich im Projekt &#8222;Chemcycling&#8220; zusammengeschlossen, um das chemische Recycling in Deutschland voranzubringen. Dabei wird mit der Umweltfreundlichkeit der Verfahren geworben, obwohl diese bisher nicht nachgewiesen sind.  &#8220; Die Versprechen der Industrie zur Umweltfreundlichkeit des chemischen Recyclings entbehren jeder Grundlage. Diese unausgereifte Technologie ist hochriskant und hat massive Umweltauswirkungen. Um die Probleme durch Kunststoffabf\u00e4lle in den Griff zu bekommen, sind viele L\u00f6sungsans\u00e4tze bereits vorhanden &#8211; sie m\u00fcssen nur umgesetzt werden. So gibt es ein gro\u00dfes Potential, mehr Verpackungen als bisher zu recyceln, indem diese recyclingf\u00e4hig gestaltet werden. Auch sollten durch die F\u00f6rderung von Abfallvermeidung, Wiederverwendung und \u00d6ko-Design Abfallmengen insgesamt reduziert werden. Das chemische Recycling darf wichtige Investitionen und Entwicklungen in diese Richtung keinesfalls behindern &#8222;, sagt die Stellvertretende Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der DUH, Barbara Metz.  Chemische Recyclingtechniken sind mit einem enormen Energiebedarf verbunden, da Kunststoffe unter hohen Temperaturen in ihre Bausteine zerlegt und dann unter erneutem Energieaufwand wieder zusammengesetzt werden m\u00fcssen. Zudem entstehen beim Recyclingprozess giftige Chemikalien, die in aufw\u00e4ndigen Aufbereitungsprozessen wieder entfernt werden m\u00fcssen und als gef\u00e4hrliche Abf\u00e4lle zur\u00fcckbleiben. Diese wichtigen Umweltaspekte wurden in bisherigen \u00d6kobilanzen nur ungen\u00fcgend ber\u00fccksichtigt.  &#8220; Das mechanische Recycling ist nachweislich umweltfreundlicher als das chemische Recycling. Die Politik darf sich von intransparenten und tendenzi\u00f6sen \u00d6kobilanzen nicht t\u00e4uschen lassen. Initiativen sollten sich auf Recyclingf\u00e4higkeit, Sortier- und werkstoffliche Recyclingtechnologien konzentrieren. In diesen Bereichen gibt es einen enormen Handlungsbedarf. Das chemische Recycling w\u00e4re eine Sackgasse, die wichtige Mittel f\u00fcr andere umweltfreundlichere Technologien vergeuden w\u00fcrde &#8222;, kritisiert der Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des NABU, Leif Miller.  Nach Angaben der Chemieindustrie geht bei den bislang angewendeten chemischen Recyclingprozessen die H\u00e4lfte des eingesetzten Materials verloren. Zudem ist unklar, ob Kunststoffhersteller mit hohen Anteilen an chemisch recyceltem Material \u00fcberhaupt umgehen k\u00f6nnen und ob sich dies nicht sogar negativ auf die Materialqualit\u00e4t auswirkt.  Hintergrund  Als chemisches Recycling werden Verfahren zusammengefasst, bei denen Altkunststoffe in ihre Grundbausteine zerlegt werden, die dann als Rohstoffe zur Herstellung von neuen Kunststoffen oder anderen Materialien dienen. Im Gegensatz zum sogenannten mechanischen Recycling findet dabei eine chemische Ver\u00e4nderung des Materials statt. Das chemische Recycling verspricht, aus bisher nicht recycelbaren Kunststoffabf\u00e4llen neuwertige Kunststoffe herzustellen, die sogar im Lebensmittelbereich eingesetzt werden k\u00f6nnen. Zur technischen Umsetzbarkeit und zu Umweltrisiken dieser Technologie liegen bisher aber noch keine ausreichenden Informationen vor. Das chemische Recycling wird bisher in Deutschland noch nicht in gro\u00dfindustriellem Ma\u00dfstab angewendet.  Links:  &#8211; Link zur Studie (deutsch) &#8222;Die Umweltauswirkungen des chemischen Recyclings   von Kunststoffen &#8211; Zehn offene Fragen zu vorliegenden \u00d6kobilanzen&#8220;:   http:\/\/l.duh.de\/p201218a &#8211; Link zur Studie (englisch) &#8222;Understanding the Environmental Impacts of   Chemical Recycling &#8211; Ten concerns with existing life cycle assessments&#8220;:   http:\/\/l.duh.de\/p201218a  Pressekontakt:  Kontakt DUH:  Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin 0170 7686923, metz@duh.de  Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft 030 2400867-43, 0151 18256692, fischer@duh.de  Kontakt NABU:  Sascha Roth, Referent f\u00fcr Umweltpolitik 030 284 984-1660, sascha.roth@nabu.de  DUH-Pressestelle:  Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe 030 2400867-20, presse@duh.de  NABU Pressestelle:  Julian Bethke, Britta Hennigs, Katrin Jetzlsperger, Silvia Teich 030 28 49 84 1538 | Fax: 03028 49 84 2000 | E-Mail: presse@NABU.de  www.duh.de, www.twitter.com\/umwelthilfe, www.facebook.com\/umwelthilfe, www.instagram.com\/umwelthilfe  Weiteres Material: http:\/\/presseportal.de\/pm\/22521\/4795195 OTS:               Deutsche Umwelthilfe e.V.  Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/4795195\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Gemeinsame Pressemitteilung Deutsche Umwelthilfe und NABU entlarven falsche Umweltversprechen des chemischen Recyclings &#8211; Neue Studie von Deutscher<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-368414","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/368414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=368414"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/368414\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=368414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=368414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=368414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}