{"id":370231,"date":"2021-01-15T18:00:13","date_gmt":"2021-01-15T18:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/offener-brief-an-julia-kloeckner-machen-sie-endlich-ernst-mit-dem-neonicotinoid-verbot\/"},"modified":"2021-01-15T18:00:13","modified_gmt":"2021-01-15T18:00:13","slug":"offener-brief-an-julia-kloeckner-machen-sie-endlich-ernst-mit-dem-neonicotinoid-verbot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/offener-brief-an-julia-kloeckner-machen-sie-endlich-ernst-mit-dem-neonicotinoid-verbot\/","title":{"rendered":"Offener Brief an Julia Kl\u00f6ckner: Machen Sie endlich Ernst mit dem Neonicotinoid-Verbot!"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Die Gef\u00e4hrdung best\u00e4ubender Insekten durch Neonicotinoide ist hinreichend belegt. Trotzdem billigt die Bundesregierung, dass diese zum Teil l\u00e4ngst verbotenen Insektengifte weiter im Ackerbau eingesetzt werden.<!--more-->  Anl\u00e4sslich der in mehreren Bundesl\u00e4ndern erteilten Notfallzulassungen f\u00fcr den bienensch\u00e4dlichen und deshalb eigentlich verbotenen Insektizid-Wirkstoff Thiamethoxam haben sich der Deutsche Berufs- und Erwerbs-Imker Bund e.V. (DBIB), der Imkerverband Rheinland-Pfalz und die Aurelia Stiftung mit einem offenen Brief (https:\/\/ots.de\/pnIDDN) an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner (CDU) sowie den Pr\u00e4sidenten des Bundesamts f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Friedel Cramer, gewandt.  Die Organisationen fordern darin unter anderem, bereits erteilte Notfallzulassungen zur Saatgutbehandlung im Zuckerr\u00fcbenanbau dringend wieder zur\u00fcckzuziehen und daf\u00fcr zu sorgen, dass bienensch\u00e4digende Insektengifte k\u00fcnftig nicht mehr in bl\u00fchende Pflanzen gespritzt werden.  Bl\u00fctenspritzungen schaden Imkereien, Bienen und der Artenvielfalt  Ein besonderes Risiko f\u00fcr Bienen und Imkereien gehe in diesem Jahr von dem Insektengift Acetamiprid aus, hei\u00dft es in dem offenen Brief weiter. Acetamiprid wird h\u00e4ufig im Rapsanbau eingesetzt und geh\u00f6rt wie Thiamethoxam zu der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide. Die Anwendung acetamipridhaltiger Mittel in der Vollbl\u00fcte auch tags\u00fcber w\u00e4hrend des Bienenflugs ist im Rapsanbau g\u00e4ngige Praxis. Solche Bl\u00fctenspritzungen f\u00fchren zu schwerwiegenden Gesundheitssch\u00e4den bei Bienen und immer wieder auch zu bedenklichen R\u00fcckstandsbelastungen von Honig, was wiederum deutsche Imkereibetriebe existenziell gef\u00e4hrdet. Die Zulassung f\u00fcr Acetamiprid l\u00e4uft in Deutschland Ende Februar 2021 aus, soll aber sehr wahrscheinlich verl\u00e4ngert werden.  Dass Acetamiprid hochtoxisch f\u00fcr Bienen ist, erkennen auch die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden an. Das BVL stuft unter anderem das acetamipridhaltige Mittel Mospilan SG als &#8222;sch\u00e4digend f\u00fcr Populationen von Best\u00e4uberinsekten ein. Anwendungen des Mittels in die Bl\u00fcte sollten vermieden werden oder insbesondere zum Schutz von Wildbienen in den Abendstunden erfolgen.&#8220;[1]. Dieser Erkenntnis zum Trotz erlaubt das BVL aber weiterhin die Anwendung in der Bl\u00fcte, stuft das Mittel sogar als &#8222;B4 &#8211; Bienenungef\u00e4hrlich&#8220;[2] ein und billigt Werbung der Hersteller und H\u00e4ndler, die ausdr\u00fccklich empfehlen, Mospilan SG in der Bl\u00fcte anzuwenden.  Notfallzulassungen ohne Not erteilt  Die Notfallzulassungen f\u00fcr Mittel mit dem Wirkstoff Thiamethoxam erfolgen ebenfalls wider besseres Wissen um ihre umwelt- und bienensch\u00e4digende Wirkung. Laut des Europ\u00e4ischen Zuckerlobbyverbands sollen durch die Beizung von Zuckerr\u00fcbensamen mit Thiamethoxam etwa zw\u00f6lf Prozent Profit der Zuckerindustrie abgesichert werden.[3] Von einem Notfall kann hier nicht die Rede sein. Der \u00f6kologische Schaden sowie die wirtschaftlichen Risiken f\u00fcr Imkereien werden dabei billigend in Kauf genommen. Das Gleiche gilt f\u00fcr Rapsbl\u00fctenspritzungen mit Acetamiprid. Sie dienen vornehmlich dazu, H\u00f6chstertr\u00e4ge abzusichern.  Die Belastung von Imkereiprodukten sowie der Bienengesundheit durch Neonicotinoide und andere Pestizide sei anhaltend hoch und besorgniserregend, kritisieren die Verfasser*innen des Briefes. Sie fordern daher:  &#8211; die Pestizidanwendung in bl\u00fchenden Pflanzenbest\u00e4nden als unmittelbarste   Kontaminationsquelle wirksam zu unterbinden, &#8211; Pestiziden mit dem Neonicotinoid-Wirkstoff Acetamiprid keine Neuzulassung zu   erteilen, &#8211; die Notfallzulassungen zur Saatgutbehandlung mit Neonicotinoiden   zur\u00fcckzuziehen.  Mit diesen Forderungen werden sich die Organisationen auch bei dem Protest des Agrarwende-B\u00fcndnisses &#8222;Wir haben es satt!&#8220; (https:\/\/www.wir-haben-es-satt.de\/informieren\/aufruf\/) am kommenden Samstag, 16.01.2020, vor dem Kanzleramt in Berlin beteiligen.  &#8222;Wer der Biene schadet, geh\u00f6rt abgew\u00e4hlt!&#8220;  Johann L\u00fctke Schwienhorst, Agrarreferent der Aurelia Stiftung, sagt: &#8222;Im Fall der Zulassungen von Neonicotinoiden w\u00e4gt Ministerin Kl\u00f6ckner wieder einmal v\u00f6llig einseitig wirtschaftliche Interessen der Agrarindustrie gegen den dringend notwendigen Schutz der Bienen und Biodiversit\u00e4t und die Interessen der Imker*innen ab. Wer der Biene derart schadet, geh\u00f6rt abgew\u00e4hlt!&#8220;  Annette Seehaus-Arnold, Pr\u00e4sidentin des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imker Bunds e.V., sagt: &#8222;Dass &#8222;Notfallzulassungen&#8220; f\u00fcr bienensch\u00e4digende Pestizide erteilt werden, ohne vorher eine Schadensabw\u00e4gung mit den betroffenen Imker*innen und Naturschutzvertreter*innen vorzunehmen, ist eine Zumutung und besonders vor dem Hintergrund des Insektensterbens unverantwortlich. Ministerin Kl\u00f6ckner, machen Sie endlich Ernst mit dem Neonicotinoid-Verbot!&#8220;  Mehr lesen: Offener Brief &#8222;Schutz f\u00fcr Bienen und Imkereiprodukte vor Pestizidbelastung&#8220; (15.01.2020) (https:\/\/ots.de\/pnIDDN)  Weiterf\u00fchrende Links:  Aurelia Stiftung: PM &#8222;Bienengef\u00e4hrliche Ackergifte f\u00fcr Saatgutbeize zugelassen&#8220; (17.12.2020) (https:\/\/www.aurelia-stiftung.de\/2020\/12\/17\/bienengefaehrliche-acke rgifte-fuer-saatgutbeize-zugelassen\/)  DBIB: Offener Brief &#8222;Notfallzulassung von zwei Pflanzenschutzmitteln&#8220; (09.12.2020) (https:\/\/berufsimker.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Offener-Brief-an -Frau-Bundesministerin-Kloeckner.pdf)  Diese Pressemitteilung ist auch als PDF-Download (https:\/\/www.aurelia-stiftung.d e\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/PM_15.01.2021_Schutz-f%C3%BCr-Bienen-und-Imkereipro dukte-vor-Pestizidbelastung.pdf) verf\u00fcgbar.  [1] https:\/\/apps2.bvl.bund.de\/psm\/jsp\/DatenBlatt.jsp?kennr=005655-00  [2] https:\/\/www.fmcagro.de\/de\/produkte\/a-z\/mospilan-sg-im-raps.htm  [3] https:\/\/ots.de\/Bff4Mk https:\/\/ots.de\/aPA8nS  Pressekontakt:  Johann L\u00fctke Schwienhorst (Agrarreferent, Aurelia Stiftung): Mail: johann.luetke.schwienhorst@aurelia-stiftung.de | Mobil: +49 (0) 157 822 01 01 5  Thomas Heynemann K\u00fcenzi (Presssprecher, Deutscher Berufs- und Erwerbs-Imker Bund): Mail: presse@berufsimker.de | Mobil +49 (0) 159 030 32 939  Weiteres Material: http:\/\/presseportal.de\/pm\/134345\/4813623 OTS:               Aurelia Stiftung  Original-Content von: Aurelia Stiftung, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/134345\/4813623\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Die Gef\u00e4hrdung best\u00e4ubender Insekten durch Neonicotinoide ist hinreichend belegt. 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