{"id":372154,"date":"2021-02-04T19:04:32","date_gmt":"2021-02-04T19:04:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/agraroekologie-die-antwort-auf-europas-landwirtschaftliche-soziale-und-oekologische-herausforderungen-ausschuss-der-regionen-fordert-reform-der-gegenwaertigen-landwirtschaftlichen-praktiken\/"},"modified":"2021-02-04T19:04:32","modified_gmt":"2021-02-04T19:04:32","slug":"agraroekologie-die-antwort-auf-europas-landwirtschaftliche-soziale-und-oekologische-herausforderungen-ausschuss-der-regionen-fordert-reform-der-gegenwaertigen-landwirtschaftlichen-praktiken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/agraroekologie-die-antwort-auf-europas-landwirtschaftliche-soziale-und-oekologische-herausforderungen-ausschuss-der-regionen-fordert-reform-der-gegenwaertigen-landwirtschaftlichen-praktiken\/","title":{"rendered":"Agrar\u00f6kologie: die Antwort auf Europas landwirtschaftliche, soziale und \u00f6kologische Herausforderungen \/ Ausschuss der Regionen fordert Reform der gegenw\u00e4rtigen landwirtschaftlichen Praktiken"},"content":{"rendered":"<p>Br\u00fcssel (ots) &#8211; Die COVID-19-Pandemie hat die Fragilit\u00e4t der europ\u00e4ischen Ern\u00e4hrungsversorgung offengelegt. Zudem schaden die gegenw\u00e4rtigen landwirtschaftlichen Praktiken massiv der Umwelt, indem sie den Verlust biologischer Vielfalt immer weiter beschleunigen und 10 % der j\u00e4hrlichen CO2-Emissionen der EU verursachen.<!--more--> Deshalb hat der Europ\u00e4ische Ausschuss der Regionen (AdR) ein umfassendes Ma\u00dfnahmenpaket zur F\u00f6rderung der Agrar\u00f6kologie in der EU vorgelegt. Agrar\u00f6kologie verringert den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck der Landwirtschaft, beg\u00fcnstigt die biologische Vielfalt und stellt die Bodenfruchtbarkeit wieder her. Au\u00dferdem verhindert sie Luft- und Wasserverschmutzungen, erh\u00f6ht die wirtschaftliche und soziale Widerstandsf\u00e4higkeit landwirtschaftlicher Betriebe. Eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ist essenziell um die Ziele des europ\u00e4ischen Gr\u00fcnen Deals (https:\/\/ec.europa.eu\/info\/strategy\/priorities-2019-2024\/european-green-deal_de) zu erreichen &#8211; der Strategie, mit der die Union bis 2050 klimaneutral werden will.   Bernd Vo\u00df (DE\/Die Gr\u00fcnen) (https:\/\/cor.europa.eu\/DE\/members\/Pages\/memberprofile.aspx?MemberId=2032174), Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtags, sagte: &#8222;Mit vielf\u00e4ltigen, auf die Regionen zugeschnittenen Ma\u00dfnahmen, die die Weidehaltung, abwechselnde Fruchtfolgen oder den Schutz organischer B\u00f6den f\u00f6rdern, werden diejenigen H\u00f6fe gest\u00e4rkt, die sich an den Herausforderungen des Green Deals orientieren. Wir als Gr\u00fcne fordern aber auch endlich faire M\u00e4rkte und eine wirksame EU-Marktpolitik, um \u00dcberproduktionen zu verhindern. Gegen ruinierte M\u00e4rkte und Preise helfen keine Subventionen.&#8220;   Guillaume Cros (FR\/Die Gr\u00fcnen) (https:\/\/cor.europa.eu\/DE\/members\/Pages\/memberprofile.aspx?MemberId=2032174), Vizepr\u00e4sident des Regionalrates der franz\u00f6sischen Region Okzitanien und Berichterstatter der AdR-Stellungnahme zur Agrar\u00f6kologie (https:\/\/cor.europa.eu\/DE\/our-work\/Pages\/OpinionTimeline.aspx?opId=CDR-3137-2020), sagte: &#8222;Die aktuelle Pandemie hat die Schw\u00e4chen unseres globalisierten Agrar- und Lebensmittelsystems offenbart. In der europ\u00e4ischen Landwirtschaft muss es eine agronomische, soziale und territoriale Wende geben, die f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit und Resilienz sorgt. Die Agrar\u00f6kologie ist die Antwort auf die vielf\u00e4ltigen Herausforderungen vor denen wir stehen: unsere Landwirtschaft klimaneutraler zu gestalten, die biologische Vielfalt wiederzubeleben, die Bodenfruchtbarkeit wiederherzustellen und die wirtschaftliche und soziale Widerstandsf\u00e4higkeit unserer landwirtschaftlichen Betriebe zu verbessern, um gesunde, lokale und erschwingliche Lebensmittel f\u00fcr alle zu gew\u00e4hrleisten. Ausgehend von einem Netzwerk kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe kann die Agrar\u00f6kologie au\u00dferdem zur Wiederbelebung l\u00e4ndlicher Gebiete in der gesamten EU beitragen.&#8220;   Der AdR begr\u00fc\u00dft die Forderung der Europ\u00e4ischen Kommission nach einem wesentlichen Wandel der Agrarpolitik im Rahmen der Strategie &#8222;Vom Hof auf den Tisch&#8220; (https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=CELEX%3A52020DC0381). Er pl\u00e4diert jedoch daf\u00fcr, dass das in dieser Strategie angek\u00fcndigte neue Gesetz \u00fcber nachhaltige Lebensmittelsysteme einen verbindlichen Rechtsrahmen enth\u00e4lt, um einen echten agrar\u00f6kologischen Wandel einzuleiten.   Die AdR-Mitglieder sind sich einig, dass die laufende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (https:\/\/ec.europa.eu\/info\/food-farming-fisheries\/key-policies\/common-agricultural-policy\/cap-glance_de) (GAP) eine einmalige Chance bietet, den Agrarsektor umweltfreundlicher zu gestalten, seine negativen Umweltauswirkungen zu verringern und die Ern\u00e4hrungssicherheit in der EU zu gew\u00e4hrleisten (https:\/\/www.eea.europa.eu\/themes\/agriculture\/greening-agricultural-policy\/food-security-and-environmental-impacts).   Das Konzept der Agrar\u00f6kologie beruht auf kleinen und mittelgro\u00dfen landwirtschaftlichen Betrieben. Es kann daher nicht umgesetzt werden, wenn die GAP-Direktzahlungen weiter pro Hektar und nicht pro Arbeitskraft im landwirtschaftlichen Betrieb gew\u00e4hrt werden. Der AdR schl\u00e4gt vor, schrittweise von einer Basispr\u00e4mie je Hektar zu einer an die Zahl der Arbeitskr\u00e4fte gekoppelten Basispr\u00e4mie \u00fcberzugehen, und die Direktzahlungen vorrangig kleinen und mittelgro\u00dfen agrar\u00f6kologischen Betrieben zuzuweisen.   Die AdR-Mitglieder fordern die Europ\u00e4ische Kommission auf, eine neue europ\u00e4ische Richtlinie zu landwirtschaftlich genutzten B\u00f6den vorzulegen, um den R\u00fcckgang organischer Stoffe einzud\u00e4mmen, der Bodenerosion entgegenzuwirken und dem Bodenleben einen zentralen Platz in der landwirtschaftlichen Praxis zu geben.   Der AdR ersucht die Europ\u00e4ische Kommission und die Mitgliedstaaten, die Entwicklung kurzer Versorgungsketten weiter zu f\u00f6rdern. Er empfiehlt technische Schulungen und Beratungsangebote zu kurzen Versorgungsketten und der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse im kleinem Ma\u00dfstab.   Es bedarf neuer Vorschriften f\u00fcr landwirtschaftliche Fl\u00e4chen und die Stadtplanung. Au\u00dferdem die Ausweitung landwirtschaftlicher Schutzgebiete, die Schaffung agrar\u00f6kologischer Demonstrationsbetriebe und neuer Instrumente um die Umsetzung der agrar\u00f6kologischen Wende zu \u00fcberwachen.   Die Versammlung der Regional- und Kommunalvertreter der EU fordert zudem, genetisch ver\u00e4ndertes bzw. durch Mutagenese gewonnenes Saatgut in den EU-Rechtsvorschriften auszuschlie\u00dfen und die Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse einzustellen, die nicht den sozialen und \u00f6kologischen Produktionsstandards Europas entsprechen.   Um die agrar\u00f6kologische Wende zu beschleunigen, empfiehlt der AdR den Mitgliedstaaten, im Rahmen der \u00d6ko-Regelungen der neuen GAP ein Bonus-Malus-System einzurichten. Beispielsweise k\u00f6nnte ein Bonus f\u00fcr eine st\u00e4rkere Anbaudiversifizierung gew\u00e4hrt werden, der durch einen Malus auf chemische D\u00fcngemittel und Pestizide sowie Antibiotika finanziert wird. Oder ein Bonus f\u00fcr Weidehaltung, der durch einen zur Anzahl der gehaltenen Wiederk\u00e4uer proportionalen Malus auf Treibhausgase finanziert wird. Die \u00d6ko-Regelungen sollten mindestens 30 % der Mittel der ersten S\u00e4ule ausmachen.   Im Sinne der \u00f6ffentlichen Gesundheit und des Tierschutzes, aber auch im Sinne des Klimaschutzes und eines nachhaltigen Lebensunterhalts f\u00fcr die Erzeuger, bestehen die AdR-Mitglieder auf einer Tierhaltung in \u00fcberschaubarer Gr\u00f6\u00dfe, die so weit wie m\u00f6glich im Freien stattfindet und auf Futtermittelautonomie ausgerichtet ist. Im Einklang mit einer k\u00fcrzlich eingereichten B\u00fcrgerinitiative und seiner Stellungnahme zur Reform der GAP (https:\/\/cor.europa.eu\/de\/our-work\/Pages\/OpinionTimeline.aspx?opId=CDR-3637-2018) fordert der AdR die Einstellung der K\u00e4fighaltung.   Um den Konsum und die Produktion agrar\u00f6kologischer Produkte zu f\u00f6rdern, wird eine Mehrwertsteuersenkung f\u00fcr lokale und saisonale Bioprodukte, die Ausgabe &#8222;lokaler&#8220; Essensgutscheine und eine Gemeinschaftsverpflegung mit einem betr\u00e4chtlichen Anteil solcher Produkte vorgeschlagen.   Der AdR pl\u00e4diert f\u00fcr &#8222;langfristige Vertr\u00e4ge f\u00fcr die agrar\u00f6kologische Innovation&#8220; zwischen Gruppen von Landwirten und lokalen oder regionalen Beh\u00f6rden und unterstreicht die Notwendigkeit, die Stellung der Landwirte in der Lebensmittelwertsch\u00f6pfungskette zu st\u00e4rken.   Die EU sollte &#8211; wie beim Konvent der B\u00fcrgermeister f\u00fcr Klima und Energie &#8211; ein Netz von Gemeinden koordinieren und moderieren, die sich verpflichtet haben, Ma\u00dfnahmen f\u00fcr widerstandsf\u00e4hige und nachhaltige Agrar- und Lebensmittelsysteme zu ergreifen.   Die Stellungnahme des AdR zur Agrar\u00f6kologie (https:\/\/cor.europa.eu\/DE\/our-work\/Pages\/OpinionTimeline.aspx?opId=CDR-3137-2020) wurde auf der Plenartagung des Europ\u00e4ischen Ausschusses der Regionen (https:\/\/cor.europa.eu\/en\/our-work\/plenaries#NextPlenary) am 3.-5. Februar 2021 verabschiedet.   Hintergrund:   In ihrem Bericht \u00fcber den Zustand der Umwelt 2020 (https:\/\/www.eea.europa.eu\/publications\/soer-2020) warnt die Europ\u00e4ische Umweltagentur (EUA), dass Europa vor umweltbezogenen Herausforderungen ungekannten Ausma\u00dfes und noch nie dagewesener Dringlichkeit steht.   &#8222;Der Gr\u00fcne Deal &#8211; Going local&#8220; (https:\/\/cor.europa.eu\/de\/engage\/Pages\/green-deal.aspx) ist eine neue Initiative des Europ\u00e4ischen Ausschusses der Regionen. Sie verfolgt das Ziel, die St\u00e4dte und Regionen in den Mittelpunkt des europ\u00e4ischen Gr\u00fcnen Deals zu stellen und daf\u00fcr zu sorgen, dass sowohl die EU-Strategie f\u00fcr nachhaltiges Wachstum als auch die Pl\u00e4ne f\u00fcr den Wiederaufbau nach der COVID-19-Krise in Gestalt einer direkten finanziellen Unterst\u00fctzung der St\u00e4dte und Regionen und konkreter Projekte f\u00fcr jedes Gebiet in die Praxis umgesetzt werden. Die Initiative wurde am 15. Juni 2020 mit der Einsetzung einer eigenen Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die aus 13 Mitgliedern (https:\/\/cor.europa.eu\/en\/engage\/Documents\/4350%20Green%20deal%20members%20A4%20FIN.pdf) besteht. Die einschl\u00e4gige Pressemitteilung k\u00f6nnen Sie hier (https:\/\/cor.europa.eu\/de\/news\/Pages\/The-European-Green-Deal-is-Going-Local-.aspx) nachlesen.   Entdecken Sie 200 Erfolgsmodelle des Gr\u00fcnen Deals auf unserer Online-Landkarte (https:\/\/cor.europa.eu\/de\/regions\/Pages\/EIR-map.aspx?view=stories&#038;type=greendeal).   Pressekontakt:   David Crous david.crous@cor.europa.eu +32 (0) 470 88 10 37  Original-Content von: Europ\u00e4ischer Ausschuss der Regionen, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/133076\/4830594\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Br\u00fcssel (ots) &#8211; Die COVID-19-Pandemie hat die Fragilit\u00e4t der europ\u00e4ischen Ern\u00e4hrungsversorgung offengelegt. 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