{"id":37728,"date":"2011-07-13T16:53:09","date_gmt":"2011-07-13T14:53:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=37728"},"modified":"2011-07-13T16:53:09","modified_gmt":"2011-07-13T14:53:09","slug":"reformvorschlage-zur-eu-fischereipolitik-fischereiministerin-juliane-rumpf-sieht-noch-nachbesserungsbedarf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/reformvorschlage-zur-eu-fischereipolitik-fischereiministerin-juliane-rumpf-sieht-noch-nachbesserungsbedarf\/","title":{"rendered":"Reformvorschl\u00e4ge zur EU-Fischereipolitik: Fischereiministerin Juliane Rumpf sieht noch Nachbesserungsbedarf"},"content":{"rendered":"<p>KIEL. Schleswig-Holsteins Fischereiministerin Dr. Juliane Rumpf hat die heute (13. Juli) ver\u00f6ffentlichten Reformvorschl\u00e4ge zur Europ\u00e4ischen Fischereipolitik im Grundsatz begr\u00fc\u00dft, sieht aber noch Nachbesserungsbedarf. &#8222;&#8220;Wir brauchen eine Reform der Fischereipolitik in der EU, daran halten wir fest.<!--more--> In den kommenden Verhandlungen auf europ\u00e4ischer Ebene muss Bundesministerin Aigner aber noch \u00c4nderungen am Vorschlag der EU-Kommission erreichen. Wir st\u00e4rken ihr hierf\u00fcr den R\u00fccken&#8220;&#8220;, so Frau Rumpf in Kiel. Sie betonte, dass das Ziel eine nachhaltige Fischereipolitik sein m\u00fcsse, die Arten und Best\u00e4nde langfristig sichere und so nicht zuletzt auch den Fischern eine dauerhafte wirtschaftliche Perspektive er\u00f6ffne. Hier weise das Papier der EU-Kommission gute Ans\u00e4tze auf.<br \/>\nZugleich unterstrich Frau Rumpf die Besonderheiten der eher handwerklichen Fischerei in Nord- und Ostsee. So gebe es hier kaum \u00dcberkapazit\u00e4ten und ein bereits funktionierendes \u00dcberwachungssystem. Gerade der Dorsch als &#8222;Brotfisch&#8220; der Ostseefischer zeige erfreulicherweise stabile Best\u00e4nde, die Fischer litten vielmehr unter den niedrigen Preisen als Folge der guten F\u00e4nge. &#8222;&#8220;Diesen Besonderheiten muss Rechnung getragen werden, damit unsere kleinen und mittleren Fischereibetriebe dauerhaft weiter existieren k\u00f6nnen&#8220;&#8220;, sagte die Ministerin. Derzeit bestehe die schleswig-holsteinische Fischereiflotte aus ca. 700 Fischereifahrzeugen, die \u00fcberwiegend zwischen sechs und 24 Metern lang sind. Die Struktur dieser Flotte beruht in erster Linie auf Familienbetrieben, die in der Nordsee im Wesentlichen dem Krabbenfang und in der Ostsee haupts\u00e4chlich dem Dorsch- und Heringsfang nachgehen.<\/p>\n<p>Im Einzelnen forderte Juliane Rumpf mit Blick auf die Kommissionsvorschl\u00e4ge, dass die Verteilung der Gesamtfangmengen nach dem so genannten Prinzip der relativen Stabilit\u00e4t ebenso wie die nationalen Quoten beibehalten werden. Damit lasse sich am ehesten sicherstellen, dass die Mitverantwortung der Mitgliedstaaten f\u00fcr die nachhaltige Fischerei gewahrt bleibe.<br \/>\nDer Vorschlag der EU-Kommission sehe hingen individuelle handelbare Quoten (ITQ) vor. &#8222;&#8220;Damit besteht die Gefahr, dass die Fangrechte sich auf kapitalstarke Fischereiunternehmen konzentrieren. Das bedroht unsere Familienbetriebe und unsere Hafenstandorte. Insbesondere in der Ostsee sollten wir deshalb lieber das bisherige System weiterentwickeln&#8220;&#8220;, so die Fischereiministerin.<br \/>\nBeim R\u00fcckwurfproblem sei der Ansatz der EU, R\u00fcckw\u00fcrfe von so genanntem Beifang zu reduzieren, zu begr\u00fc\u00dfen: &#8222;&#8220;Selbstverst\u00e4ndlich muss eine nachhaltige Fischerei die R\u00fcckw\u00fcrfe so weit wie m\u00f6glich vermeiden.&#8220;&#8220; Ein totales R\u00fcckwurfverbot sei aber kontraproduktiv, da in der Krabbenfischerei ein Gro\u00dfteil der wieder \u00fcber Bord gegebenen Mengen aus \u00fcberlebensf\u00e4higen kleinen Krabben und Plattfischen besteht. &#8222;&#8220;Hier muss es aus meiner Sicht eine entsprechende Regelung geben, die das ber\u00fccksichtigt&#8220;&#8220;, erl\u00e4uterte Juliane Rumpf.<br \/>\nAuch die vorgesehenen versch\u00e4rften Anlandekontrollen sind aus ihrer Sicht problematisch. &#8222;&#8220;Wenn die EU-Mitgliedstaaten eine Kontrolle der Hafenanlandungen rund um die Uhr gew\u00e4hrleisten m\u00fcssen, h\u00e4tte dies f\u00fcr die schleswig-holsteinische Fischereiverwaltung einen erheblichen Mehraufwand und enorme Kostensteigerungen zur Folge. Das entspricht nicht dem Ziel des B\u00fcrokratieabbaus&#8220;&#8220;, gab sie zu bedenken.<br \/>\nAuf Ablehnung st\u00f6\u00dft auch die \u00dcberwachung auf den Schiffen. So sollen die Mitgliedstaaten k\u00fcnftig sicherstellen, dass auf den Schiffen eine Ausr\u00fcstung vorhanden ist, um alle Verarbeitungsvorg\u00e4nge vollst\u00e4ndig dokumentieren zu k\u00f6nnen. Im Gespr\u00e4ch sind hier zum Beispiel Kameras. Hier stelle sich die Frage, wer die zu erwartende F\u00fclle an Material auswerten solle, kritisierte Frau Rumpf. Wenn \u00fcberhaupt, so k\u00f6nne diese Anforderung zun\u00e4chst nur f\u00fcr gro\u00dfe Schiffe gelten.<\/p>\n<p>Schleswig-Holsteins Fischereiministerin k\u00fcndigte an, sich in den kommenden Monaten weiterhin aktiv in den Diskussionsprozess einbringen zu wollen. Sie setze dabei insbesondere auf die bew\u00e4hrte Kooperation mit den anderen deutschen K\u00fcstenl\u00e4ndern, um sich auf nationaler und EU-Ebene auch in Zukunft konstruktiv Geh\u00f6r zu verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KIEL. Schleswig-Holsteins Fischereiministerin Dr. Juliane Rumpf hat die heute (13. 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