{"id":378702,"date":"2021-04-07T12:22:41","date_gmt":"2021-04-07T12:22:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/zehn-jahre-wgbu-hauptgutachten-welt-im-wandel-gesellschaftsvertrag-fuer-eine-grosse-transformation-eine-konstruktive-kritik-und-ein-blick-auf-die-veraenderungsdynamik-der-vergangenen-10-jahre\/"},"modified":"2021-04-07T12:22:41","modified_gmt":"2021-04-07T12:22:41","slug":"zehn-jahre-wgbu-hauptgutachten-welt-im-wandel-gesellschaftsvertrag-fuer-eine-grosse-transformation-eine-konstruktive-kritik-und-ein-blick-auf-die-veraenderungsdynamik-der-vergangenen-10-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/zehn-jahre-wgbu-hauptgutachten-welt-im-wandel-gesellschaftsvertrag-fuer-eine-grosse-transformation-eine-konstruktive-kritik-und-ein-blick-auf-die-veraenderungsdynamik-der-vergangenen-10-jahre\/","title":{"rendered":"Zehn Jahre WGBU-Hauptgutachten &#8222;Welt im Wandel &#8211; Gesellschaftsvertrag f\u00fcr eine gro\u00dfe Transformation&#8220; &#8211; eine konstruktive Kritik und ein Blick auf die Ver\u00e4nderungsdynamik der vergangenen 10 Jahre"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Gestaltung von Transformationsprozessen bedarf der Kenntnis von Zeiten und Eigendynamiken betroffener Systeme   Heute vor zehn Jahren hat der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltver\u00e4nderungen (WBGU) das Hauptgutachten Welt im Wandel &#8211; Gesellschaftsvertrag f\u00fcr eine Gro\u00dfe Transformation ver\u00f6ffentlicht.<!--more--> Das Gutachten stie\u00df damals als Impulsgeber f\u00fcr eine Transformation hin zu einer nachhaltigen Welt auf viel Resonanz. Was von den geforderten Ver\u00e4nderungen umgesetzt wurde und wie der Bericht zu beurteilen ist, zeigt das aktuelle Diskussionspapier &#8222;Grundlagen sozial-\u00f6kologischer Transformationen: Gesellschaftsvertrag, Global Governance und die Bedeutung der Zeit. Eine konstruktive Kritik des WBGU-Gutachtens &#8222;Welt im Wandel &#8211; Gesellschaftsvertrag f\u00fcr eine Gro\u00dfe Transformation&#8220; des ZEW Mannheim zusammen mit der deutschen Energie-Agentur (dena) und Autoren der Universit\u00e4t Heidelberg.   Das Diskussionspapier nimmt unter die Lupe, was sich in den vergangenen zehn Jahren ver\u00e4ndert hat und inwiefern damalige Kernforderungen des WBGU-Gutachtens dabei eine Rolle gespielt haben. Ziel des Gutachtens war es, den Grundstein f\u00fcr eine Welt des nachhaltigen Wirtschaftens zu legen. Dazu formulierte es einen Katalog dringend notwendiger Ver\u00e4nderungen, um eine Gro\u00dfe Transformation anzusto\u00dfen, die \u00e4hnlich umfassend sei, wie der \u00dcbergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft in der Industriellen Revolution. Dazu sollten ein globaler Gesellschaftsvertrag etabliert und umfassende nachhaltige Politiken innerhalb von zehn Jahren &#8211; also bis heute &#8211; umgesetzt werden.   Weder die Etablierung eines globalen Gesellschaftsvertrages noch die hohen Erwartungen an eine Global Governance haben die klimapolitischen Erfolge des vergangenen Jahrzehnts entscheidend gepr\u00e4gt. Diese Erwartungen scheiterten an ihrer mangelnden Umsetzbarkeit. Die Vereinbarung der Pariser Klimaziele 2015 und die nachfolgenden erfolgreichen Ma\u00dfnahmen konnten ihre Wirkung vielmehr deshalb entfalten, weil sie sich von Forderungen dieser Art verabschiedet hatten. So zeigt das Diskussionspapier auf, dass im Pariser Abkommen der Top-Down Ansatz durch einen Bottom-Up-Ansatz ersetzt wird. Auf diese Weise wird den beteiligten Staaten erm\u00f6glicht, ihren Weg zur Erreichung der Ziele selbst zu w\u00e4hlen und zu gestalten.   Verst\u00e4ndnis von Zeit entscheidend   Zentral f\u00fcr die Beurteilung der Herangehensweise des WBGU an die Gestaltung von Transformationen ist dessen Verst\u00e4ndnis von Zeit. F\u00fcr den WBGU gibt es nur eine lineare, homogene Zeit, die gleicherma\u00dfen f\u00fcr die Natur und f\u00fcr alle Gesellschaften gilt. Dieses verk\u00fcrzte Verst\u00e4ndnis von Zeit f\u00fchrt dazu, dass innerhalb der Dynamiken von Natur, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft weder Handlungsm\u00f6glichkeiten noch Handlungsbeschr\u00e4nkungen realistisch eingesch\u00e4tzt werden k\u00f6nnen. Indem nur darauf geschaut wird, dass die Uhr sprichw\u00f6rtlich auf &#8222;5 vor 12&#8220; steht, r\u00fccken Fragen nach der politischen und \u00f6konomischen Umsetzbarkeit der notwendigen Ma\u00dfnahmen in der vorgegebenen Zeit ebenso in den Hintergrund, wie die Herausforderung, innerhalb kurzer Zeit gesellschaftliche Akzeptanz f\u00fcr diese Ma\u00dfnahmen zu gewinnen. Entscheidend f\u00fcr Umwelt- und Klimapolitik ist es, dass die \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Zusammenh\u00e4nge von Eigenzeiten gepr\u00e4gt sind. Das bedeutet, dass soziale, \u00f6konomische und \u00f6kologische Prozesse \u00fcber eigene Dynamiken, Zeitstrukturen und &#8211; bedarf verf\u00fcgen. Die demokratische Mehrheitsfindung f\u00fcr Ma\u00dfnahmen bedarf einer gewissen Zeit, der Umbau eines Energiesystems braucht selbst in einer modernen Gesellschaft Jahrzehnte und auch die Entwicklung neuer, klimafreundlicher Technologien braucht seine Zeit &#8211; ganz zu schweigen von Ver\u00e4nderungen in \u00f6kologischen Systemen.   Diese Eigenzeiten m\u00fcssen ber\u00fccksichtigt werden, um gute L\u00f6sungen f\u00fcr klimapolitische Herausforderungen zu finden, die den komplexen Anforderungen gerecht werden. Damit wird deutlich, dass es sich bei der Gestaltung einer nachhaltigen Wirtschaft nicht um eine Gro\u00dfe Transformation handelt. Vielmehr arbeiten unterschiedliche Akteure an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten an vielen sozial-\u00f6kologischen Transformationen, die es zu verstehen und zu gestalten gilt. Aus dieser Analyse l\u00e4sst sich nicht nur eine Perspektive f\u00fcr die vor uns liegenden Herausforderungen ableiten, sondern auch Hoffnung, dass diese erfolgreich bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen.   Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und einer der Koautoren des Diskussionspapiers: &#8222;Die Autoren des WBGU-Berichts sind wesentliche Treiber von Energiewende und Klimaschutz. Aus heutiger Sicht lohnt sich im Nachhinein eine konstruktiv-kritische Analyse dieses vielfach wahrgenommenen und diskutierten Berichts. Gerade mit Blick auf alles das, was wir uns f\u00fcr die Zukunft vorgenommen haben, ist es wichtig, zur\u00fcck zu schauen. Dabei werden die wirklichen Dynamiken erkennbar und man sieht, welche Festlegungen diesen vielleicht im Wege stehen. F\u00fcr den Blick nach vorne gilt es, den Blick frei zu machen auf die tats\u00e4chliche Vielf\u00e4ltigkeit der Ver\u00e4nderungsdynamik und auf die damit verbundenen Erfordernisse f\u00fcr \u00d6konomie, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Der Weg in Richtung Klimaneutralit\u00e4t erfordert die M\u00fche, sich mit der ganzen Dynamik komplexer Systeme auseinanderzusetzen.   Der Blick auf die vergangenen zehn Jahre zeigt, wie dynamisch und ver\u00e4stelt Energiewende und Klimaschutz sind. Mit dem Begriff der &#8222;Gro\u00dfen Transformation&#8220; allein l\u00e4sst sich das nicht fassen. So bedeutende Impulsgeber wie Greta Thunberg finden in einem solchen Konzept keine angemessene Ber\u00fccksichtigung.&#8220;   Download Diskussionspapier: &#8222;Grundlagen sozial-\u00f6kologischer Transformationen: Gesellschaftsvertrag, Global Governance und die Bedeutung der Zeit. Eine konstruktive Kritik des WBGU-Gutachtens &#8222;Welt im Wandel &#8211; Gesellschaftsvertrag;  (https:\/\/www.dena.de\/fileadmin\/user_upload\/Diskussionspapier_Grundlagen_sozial-oekologischer_Transformationen._Eine_konstruktive_Kritik_des_WBGU-Gutachtens_dp21034.pdf)von Reiner Manstetten, Universit\u00e4t Heidelberg; Andreas Kuhlmann, dena; Malte Faber, Universit\u00e4t Heidelberg und Marc Frick, ZEW.   Pressekontakt:   Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Irene Beringer, Chausseestra\u00dfe 128 a, 10115 Berlin Tel: +49 (0)30 66 777-114, Fax: +49 (0)30 66 777-699, E-Mail: beringer@dena.de, Internet: www.dena.de  Original-Content von: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/43338\/4883128\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Gestaltung von Transformationsprozessen bedarf der Kenntnis von Zeiten und Eigendynamiken betroffener Systeme Heute vor zehn Jahren hat<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-378702","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/378702","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=378702"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/378702\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=378702"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=378702"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=378702"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}