{"id":387320,"date":"2021-06-06T08:00:00","date_gmt":"2021-06-06T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/tag-der-meere-warum-an-nachhaltiger-fischerei-kein-weg-vorbeifuehrt-foto\/"},"modified":"2021-06-06T19:57:24","modified_gmt":"2021-06-06T17:57:24","slug":"tag-der-meere-warum-an-nachhaltiger-fischerei-kein-weg-vorbeifuehrt-foto-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/tag-der-meere-warum-an-nachhaltiger-fischerei-kein-weg-vorbeifuehrt-foto-2\/","title":{"rendered":"Tag der Meere: Warum an nachhaltiger Fischerei kein Weg vorbeif\u00fchrt (FOTO)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"size-full aligncenter\" title=\"15 Prozent der weltweiten Fangmenge sind aktuell MSC-zertifiziert. \/ Weiterer Text \u00fcber ots und www.presseportal.de\/nr\/102624 \/ Die Verwendung dieses Bildes ist f\u00fcr redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Ver\u00f6ffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.\" src=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/10602004-2b67-4e31-adcb-a7bd096e2561\/20Jahre_MSC_Entwicklung.jpg\" \/><\/p>\n<p>Berlin (ots) &#8211; Der 8. Juni ist internationaler &#8222;Tag der Meere&#8220;: Die Vereinten Nationen wollen damit an die Bedeutung, aber auch an die Fragilit\u00e4t der Weltmeere erinnern. Ihre Mahnung: Die Meere brauchen unseren Schutz und jeder ist aufgerufen, dabei zu helfen.<!--more--> Eine leicht umzusetzende Ma\u00dfnahme, die Verbraucher und Verbraucherinnen direkt ergreifen k\u00f6nnen, ist der Kauf von nachhaltig gefangenem Fisch &#8211; erkennbar am blauen MSC-Siegel. Die weltweite Nachfrage nach Fisch und Meeresfr\u00fcchten steigt kontinuierlich, das Ausma\u00df \u00fcberfischter Fischbest\u00e4nde leider auch. Der Marine Stewardship Council (MSC) ist mit dem Auftrag gestartet, die Fischerei in aller Welt in nachhaltige Bahnen zu lenken. Seit mehr als 20 Jahren k\u00f6nnen sich Fischereien rund um den Globus freiwillig nach MSC-Umweltstandard bewerten lassen. MSC-zertifizierte Produkte im Einzelhandel haben in Deutschland mittlerweile einen Anteil von 40 Prozent (https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/private-haushalte-konsum\/konsum-produkte\/gruene-produkte-marktzahlen\/marktdaten-bereich-ernaehrung#marine-stewardship-council-msc-fisch) (gemessen am Wildfischsortiment) erreicht. Da liegen Fragen nahe: Kann ein Umweltsiegel zur Bewahrung der Meere beitragen? Und was genau bringt der MSC den Meeren? Den Tag der Meere nehmen wir zum Anlass, Bilanz zu ziehen und in die Zukunft zu schauen. Stefanie Kirse, Leiterin des MSC f\u00fcr den deutschsprachigen Raum, im Interview: Immer wieder werden Stimmen laut, nachhaltige Fischerei sei gar nicht m\u00f6glich. Was ist da dran? Stefanie Kirse, MSC: Die Behauptung, Fischfang k\u00f6nne nicht nachhaltig sein, ist schlichtweg falsch. Es geh\u00f6rt zu den erstaunlichsten F\u00e4higkeiten von Fischbest\u00e4nden, dass sie sich regenerieren und immer wieder auf eine gesunde Bestandsgr\u00f6\u00dfe anwachsen k\u00f6nnen, wenn sie nachhaltig befischt werden. Wir m\u00fcssen uns jedoch im Klaren sein, dass, wenn wir marine Ressourcen f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung nutzen wollen, eine Beeintr\u00e4chtigung des \u00d6kosystems nicht ganz zu vermeiden ist &#8211; genauso, wie es auch an Land der Fall ist: Jede menschliche Aktivit\u00e4t greift in die \u00d6kosysteme ein. Daher kann es bei allen Ma\u00dfnahmen immer nur darum gehen, die Umweltauswirkungen zu minimieren. Sie auf null zu reduzieren, wird nicht gelingen. Kann ein Siegel wie das des MSC die Weltmeere und Fischbest\u00e4nde sch\u00fctzen? Stefanie Kirse, MSC: Nur eine nachhaltige Fischerei kann unsere Meere gesund und die Ressource Fisch langfristig erhalten. Der MSC allein kann die Fischbest\u00e4nde nicht sch\u00fctzen, aber er kann dazu beitragen. Wir w\u00fcnschen uns, dass alle &#8211; Regierungsbeh\u00f6rden, Fischereien, M\u00e4rkte &#8211; noch st\u00e4rker an einem Strang ziehen. Der MSC m\u00f6chte die Fischerei in nachhaltige Bahnen lenken, aber er ist kein Allheilmittel. Der MSC kann die Fischereiindustrie nicht regulieren. Das k\u00f6nnen nur Gesetzesgeber. Und genau an diesen Regulierungen mangelt es; sie international durchzusetzen, macht die Sache nicht einfacher. Doch auch Lebensmittelh\u00e4ndler und Verbraucher k\u00f6nnen viel f\u00fcr den Schutz der Ozeane tun, denn sie sitzen an entscheidenden Schalthebeln. Und genau hier helfen freiwillige Nachhaltigkeitsinitiativen wie der MSC, die Weichen richtig zu stellen. Unsere Arbeit fu\u00dft auf der Tatsache, dass ein wirtschaftlicher Anreiz ein wirkungsvoller Hebel f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit ist. Je mehr Verbraucher und Lebensmittelh\u00e4ndler nachhaltig gefangenen Fisch mit MSC-Siegel nachfragen, desto eher sehen Fischereien sich veranlasst, ihre Leistung auf den Pr\u00fcfstand zu stellen und, wo n\u00f6tig, Ver\u00e4nderungen vornehmen, um dem MSC-Umweltstandard gerecht zu werden. Einige NGOs bem\u00e4ngeln, dass die MSC-Kriterien zu lasch und die Messlatte f\u00fcr Nachhaltigkeit in der Fischerei zu niedrig angesetzt seien. Warum ist der MSC im Sinne der Nachhaltigkeit nicht strenger? Stefanie Kirse, MSC: Die Herausforderung liegt darin, die Anforderungen an nachhaltigen Fischfang zugleich wirksam und erf\u00fcllbar zu gestalten. Sind die Kriterien eines Standards so anspruchsvoll, dass kaum eine Fischerei sie erf\u00fcllen kann, kann auch der beste Standard keine Ver\u00e4nderungen bewirken. Gleichzeitig gilt nat\u00fcrlich auch: Sind sie zu anspruchslos, bleibt die Wirkung in und auf unseren Meeren ebenfalls aus. Nachhaltige Fischerei ist ein sehr komplexes Thema. Es gibt unterschiedliche Einstellungen dazu, was darunter zu verstehen ist &#8211; wo die Messlatte f\u00fcr eine nachhaltige Fischerei angelegt werden soll, wird heftig debattiert. Viele Meinungsverschiedenheiten liegen in unterschiedlichen Wertvorstellungen und Ansichten begr\u00fcndet, was nachhaltige Fischerei beinhalten muss. Das Ziel des MSC ist die Nutzung mariner Ressourcen unter Einhaltung strenger Nachhaltigkeitsanforderungen. Dadurch unterscheidet sich unsere Herangehensweise zum Teil grundlegend von anderen Umweltorganisationen, die den reinen Schutzgedanken der Ressource in den Vordergrund stellen. Mit nur rund 15 Prozent des weltweiten Fangs, die MSC-zertifiziert sind, bewegen wir uns immer noch in einer Nische. Schon allein diese Tatsache zeigt, dass unser Standard sehr anspruchsvoll ist, denn es ist nicht mangelndes Interesse von Fischereiseite, das diesen Prozentsatz so niedrig h\u00e4lt. Wo sieht der MSC seine gr\u00f6\u00dften Erfolge? Stefanie Kirse, MSC: Den gr\u00f6\u00dften Erfolg sehe ich darin, dass die Arbeit des MSC in unseren Meeren merkbar Spuren hinterl\u00e4sst. Entscheidend ist: Wir k\u00f6nnen unsere Erfolge belegen. Seit der ersten Zertifizierung einer Fischerei im Jahr 2000 haben MSC-zertifizierte Fischereien \u00fcber 2000 messbare Verbesserungen auf und in unseren Meeren bewirkt: Schutz von bedrohten Arten und sensiblen Lebensr\u00e4umen, weniger Beifang, mehr Forschung, bessere Kontrollen und effektiveres Management. Hinzu kommen all jene Verbesserungen, die Fischereien schon im Vorfeld ihres Bewertungsprozesses umgesetzt haben, um \u00fcberhaupt eine Chance auf eine erfolgreiche Zertifizierung zu haben. Der positive Beitrag, den MSC-zertifizierte Fischereien zum Schutz der Weltmeere leisten, wurde 2020 von zwei UN-Gremien anerkannt [1] &#8211; was zeigt, dass MSC-zertifizierte Fischereien bei der Bek\u00e4mpfung der \u00dcberfischung und der Unterst\u00fctzung der biologischen Vielfalt der Meere eine Vorreiterrolle einnehmen. Dass heute rund 15 Prozent der weltweiten marinen Fangmenge MSC-zertifiziert sind, sehen wir als einen gro\u00dfen Erfolg. Es zeigt aber auch, dass es noch viel zu tun gibt. Was sind die Ziele des MSC f\u00fcr die n\u00e4chsten 20 Jahre? Stefanie Kirse, MSC: Unser wichtigstes Ziel gilt auch in Zukunft: Fischereien rund um den Erdball in nachhaltigere Bahnen zu lenken, um \u00dcberfischung weltweit zu beenden. Rund 60 Prozent der weltweiten Gesamtfangmenge an Fisch und Meeresfr\u00fcchten werden im globalen S\u00fcden gefangen. Das Gros der MSC-zertifizierten nachhaltigen Fischereien ist in europ\u00e4ischen und nordamerikanischen Gew\u00e4ssern anzutreffen. Der MSC arbeitet daher mit verschiedenen Initiativen daran, sein Programm st\u00e4rker Fischereien im globalen S\u00fcden zug\u00e4nglich zu machen &#8211; auch wenn diese zumeist klein und handwerklich sind und mit Problemen zu k\u00e4mpfen haben, die eine Zertifizierung schwierig machen: ineffektives Fischereimanagement, wenig staatliche Unterst\u00fctzung, unzureichende Daten und finanzielle Ressourcen. Und es reicht nicht, nur neue Fischereien mit ins Boot zu holen, sie m\u00fcssen auch langfristig nachhaltig fischen. Seit der ersten Fischereizertifizierung im Jahr 2000 haben 16 Prozent der Fischereien ihr Zertifikat wieder verloren, weil sie ihren Auflagen nicht nachgekommen sind und \/ oder die MSC-Kriterien nicht mehr erf\u00fcllen konnten. Einzelne Fischereien betreiben einen enormen Aufwand, ihre Nachhaltigkeit zu verbessern. Doch allein k\u00f6nnen sie dies oft nicht schaffen. Weit wandernde Fischarten, wie zum Beispiel der atlanto-skandische Hering und der Thunfisch, achten nicht auf Landesgrenzen. Wir setzen uns daher f\u00fcr internationale Vereinbarungen ein, die \u00d6kosysteme als Ganzes und entlang wissenschaftlicher Empfehlungen managen, anstatt die Fischerei lediglich national zu verwalten. Wir w\u00fcnschen uns, dass alle &#8211; Regierungsbeh\u00f6rden, Fischereien, M\u00e4rkte &#8211; noch st\u00e4rker an einem Strang ziehen. Seit mehr als 20 Jahren bereits bringt der MSC diese verschiedenen Lager zusammen, und wir werden diesen holistischen Ansatz auch in Zukunft verfolgen. Anmerkungen [1] Im Juni 2020 berichtete die FAO, dass nachhaltige Fischerei produktiver und widerstandsf\u00e4higer gegen Ver\u00e4nderungen ist (Seite 8 State of the World&#8217;s Fisheries and Aquaculture (http:\/\/www.fao.org\/publications\/sofia\/en\/)). Im September 2021 berichtete das UN-Umweltprogramm, dass nachhaltige Fischerei die biologische Vielfalt der Ozeane unterst\u00fctzt (Seite 58-63 The Global Biodiversity Outlook 5) (https:\/\/www.unep.org\/resources\/report\/global-biodiversity-outlook-5-gbo-5). Ein Profil mit aktuellen Daten und Fakten zum MSC finden Sie hier. (https:\/\/www.msc.org\/docs\/default-source\/de-files\/presse\/msc-in-fakten-und-zahlen.pdf) Pressekontakt: Gerlinde Geltinger, Pressesprecherin Deutschland, \u00d6sterreich, Schweiz. Tel: +49\/(0)30\/609855280, Email: gerlinde.geltinger@msc.org Original-Content von: Marine Stewardship Council (MSC), \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/102624\/4933661\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Der 8. 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