{"id":3904,"date":"2007-07-08T18:09:33","date_gmt":"2007-07-08T18:09:33","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=3804"},"modified":"2007-07-08T18:09:33","modified_gmt":"2007-07-08T18:09:33","slug":"kunsthalle_st_annen_zeigt_selbstportrtsammlung_leonie_von_rxleben_ii_knstlerinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/kunsthalle_st_annen_zeigt_selbstportrtsammlung_leonie_von_rxleben_ii_knstlerinnen\/","title":{"rendered":"Kunsthalle St. Annen zeigt Selbstportr\u00e4tsammlung Leonie von R\u00fcxleben II: &#8222;K\u00fcnstlerinnen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Luebeck Lokales\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/LuebeckLokales.JPG\" alt=\"Lokales\" \/><br \/>\nZum zweiten Mal zeigt die Kunsthalle St. Annen im graphischen Kabinett eine Auswahl von Selbstportr\u00e4ts aus der Sammlung Leonie von R\u00fcxleben. Die diesj\u00e4hrige Ausstellung zeigt bis zum 2. September 2007 alle siebzig in der Sammlung vertretenen K\u00fcnstlerinnen mit je einem repr\u00e4sentativen Werkbeispiel. <!--more-->Hier Einzelheiten zu Sammlerin und Sammlung:<\/p>\n<p>Leonie von R\u00fcxleben<br \/>\nAm 21. September 2005 verstarb 85-j\u00e4hrig die 1920 in Berlin geborene Sammlerin Leonie Freifrau von R\u00fcxleben. Die als Getreidemaklerin in Hamburg t\u00e4tige Kunstfreundin hatte die Kunst des Selbstportr\u00e4ts f\u00fcr sich entdeckt. \u00dcber viele Jahre wuchs so nach und nach eine ganz besondere Sammlung graphischer Bl\u00e4tter. Es ist jedoch nicht nur der thematische Schwerpunkt allein, der diese Sammlung auszeichnet, sondern auch die Tatsache, dass es sich bei der Enthusiastin um eine Frau handelte. Wir kennen heute zahlreiche Sammler oder Sammlerehepaare, die allein oder gemeinsam gro\u00dfartige Werkgruppen unterschiedlicher K\u00fcnstler zusammenbringen und diese dann sp\u00e4ter h\u00e4ufig als ihr Verm\u00e4chtnis einem daf\u00fcr geeigneten Museum als sinnvolle Erg\u00e4nzung der bestehenden Sammlungen \u00fcberlassen. Dass dieses eine einzelne Frau als Sammlerin in diesem Umfang tut, ist hingegen singul\u00e4r.<\/p>\n<p>Sammlung Leonie von R\u00fcxleben<br \/>\nDie Sammlung Leonie von R\u00fcxleben umfasst rund 1400 Graphiken und Plakate, die ausschlie\u00dflich die Selbstbefragung und -erforschung der jeweiligen K\u00fcnstler zum Gegenstand haben. Rund 1040 von ihnen sind Selbstportr\u00e4tgraphiken. Neben den Kunstwerken gelangten auch die umfangreichen Korrespondenzen der Sammlerin mit den verschiedenen K\u00fcnstlern, so wie die diese Sammlung betreffenden, umfassenden Buchbest\u00e4nde in den Besitz der L\u00fcbecker Museen. Mit der Sichtung der Korrespondenzen wurde bereits begonnen. Diese stellen einen ganz besonderen Wert dar, da sie sowohl interessante Informationen \u00fcber die engagierte Sammlerin, als auch \u00fcber die jeweiligen K\u00fcnstler selbst bieten. Hierdurch wird zugleich eindrucksvoll ein St\u00fcck Sammlungsgeschichte dokumentiert. Von <br \/>\nAusnahmen fr\u00fcheren Datums abgesehen, lag der Sammlungsschwerpunkt Leonie von R\u00fcxlebens auf Werken, die nach 1945 haupts\u00e4chlich von aus Westdeutschland stammenden oder hier lebenden K\u00fcnstlern geschaffen wurden. Einige bedeutende Werke ostdeutscher K\u00fcnstler aus der Zeit der DDR umfasst diese Sammlung ebenfalls.<\/p>\n<p>Zweite Auswahlpr\u00e4sentation<br \/>\nDie zweite Vorstellung der Sammlung im Untergeschoss der Kunsthalle St. Annen &#8211; dem Graphischen Kabinett &#8211; zeigt nun alle in der Sammlung vertretenen K\u00fcnstlerinnen mit je einem repr\u00e4sentativen Werkbeispiel. Die diesj\u00e4hrige Ausstellung hat damit ihren Schwerpunkt auf den in der Regel auch heute noch in der Kunstszene unterrepr\u00e4sentierten K\u00fcnstlerinnen und zeigt damit etwas Besonderes. Wenn man bedenkt, dass es ber\u00fchmten K\u00fcnstlerinnen, wie etwa K\u00e4the Kollwitz oder Paula Modersohn-Becker gegen Ende des 20. Jahrhunderts noch vollkommen verwehrt war, \u00fcberhaupt eine Kunstakademie zu besuchen, dann wird deutlich, dass die Kunst des weiblichen Selbstportr\u00e4ts, gemessen an der bereits mehrere Jahrhunderte w\u00e4hrenden Maltradition des Abendlandes, gerade f\u00fcr diesen Teil der K\u00fcnstlerschaft, erst auf eine relativ kurze Zeit zur\u00fcckblickt. Anhand der rund siebzig in der Sammlung vertretenen K\u00fcnstlerinnen wird es interessant sein, zu entdecken, wie sich nun die Frauen selbst sehen, in welche Rollen sie schl\u00fcpfen oder in welchen Zusammenh\u00e4ngen sie gesehen werden wollen. F\u00fcr den Betrachter besteht die Chance, neben bereits bekannten K\u00fcnstlerinnen auch Werke und Pers\u00f6nlichkeiten kennenzulernen, die bisher noch nicht so bekannt sind.<\/p>\n<p>Auch dieses Mal wieder ergibt sich die M\u00f6glichkeit, vielerlei Erkenntnisse \u00fcber die Dargestellten, ihre Selbstbefragungen und die Vielfalt der jeweiligen k\u00fcnstlerischen Techniken und Stile zu gewinnen. Wer allerdings erwartet, hier Einsichten \u00fcber etwas spezifisch Weibliches in der Kunst zu erhalten, der wird &#8211; abgesehen davon, dass es sich bei allen Dargestellten ohne Ausnahme um Frauen handelt &#8211; sicherlich entt\u00e4uscht werden, da es letztlich nur gute oder schlechte Kunst gibt, aber keine weibliche oder m\u00e4nnliche. Die Frage, ob es allerdings bei dem ja besonders pers\u00f6nlichen Sujet des Selbstportr\u00e4ts m\u00f6glicherweise einen explizit weiblichen Blickwinkel gibt, sollte jeder Betrachter letztlich f\u00fcr sich selbst beantworten. Das Spektrum dieser Pr\u00e4sentation ist recht weit gef\u00e4chert und reicht von der ehemaligen Pops\u00e4ngerin Amanda Lear \u00fcber die Klassikerin K\u00e4the Kollwitz bis zu der politisch engagierten und in der damaligen DDR \u00fcberaus bekannten Lea Grundig. Weitere K\u00fcnstlerinnen sind hier Ren\u00e9e Sintenis, deren Plastik Daphne im Garten des Behnhauses aufgestellt ist, Ursula (Schultze-Bluhm), Emy Roeder, Renate S. Peters, die ebenfalls in den Museumssammlungen vertretene Karin Witte, Else Meidner, Margrit von Spreckelsen, Sina Hofmann-Ginsburg und andere<\/p>\n<p>Auch beim weiblichen, stets figurativen Selbstportr\u00e4t gilt, dass es sich dabei selten nur um eine naturalistische oder gar wahrheitsgetreue Darstellung der jeweiligen Graphikerin handelt, die photographisch exakt das eigene Gesicht oder die eigene Gestalt wiederzugeben beabsichtigt. Vielmehr wollen die K\u00fcnstlerinnen einem anderen, n\u00e4mlich dem Betrachter gegen\u00fcber ein Bild von sich, vom eigenen Rollenverst\u00e4ndnis als Mensch und\/oder K\u00fcnstler, auch von der eigenen Gestimmtheit bzw. von Ideen oder Visionen sichtbar und begreiflich machen, die ein wesentlicher Teil der jeweiligen Pers\u00f6nlichkeit sind. Klar ist jedoch, dass wir auch hier immer nur einiger Teile eines Ganzen begegnen, niemals aber dem Menschen in seiner komplexen Vollst\u00e4ndigkeit. Die Tatsache, dass sich seit 2004 die Selbstportr\u00e4tsammlung Leonie von R\u00fcxleben in L\u00fcbeck befindet, veranlasste im vergangenen Jahr zwei K\u00fcnstler, weitere Selbstportr\u00e4tgraphiken den L\u00fcbecker Museen als sinnvolle Erg\u00e4nzung zur abgeschlossenen R\u00fcxlebensammlung zu spenden. So erhielten sie die Farbradierung Selbst als symbiotisches Paar von 2005 von dem in M\u00fcnchen lebenden Graphiker Christoph Hessel (*1952); die Aschaffenburger Malerin und Graphikerin Sina Hofmann-Ginsburg (*1935) schenkte den Museen 35 radierten Selbstdarstellungen. Besonders interessant ist hierbei, dass die K\u00fcnstlerin einige Variationen zu den Themen Selbst und Landschaft bzw. Selbst mit Schrift, Selbst zeichnend, Selbst im Pullover I, II mit unterschiedlichsten Radiertechniken und in verschiedenen Jahren schuf. Zudem umfasst dieses Konvolut auch noch einige Epreuves artistes (Probedrucke von K\u00fcnstlern). Daher ist Sina Hofmann-Ginsburg in dieser anregenden Ausstellung auch als einzige mit zwei Arbeiten vertreten.<\/p>\n<p>\nEintritt: (einschlie\u00dflich Buxtehude-Ausstellung im St. Annen-Museum bis 26. August 2007):<br \/>\n7, erm\u00e4\u00dfigt 3,50 Euro. Ab 27. August 2007: 5, erm\u00e4\u00dfigt 2,50 Euro.<\/p>\n<p>\u00d6ffnungszeiten:<br \/>\nDienstag bis Sonntag: 10-17 Uhr.<\/p>\n<p>Kunsthalle St. Annen<br \/>\nSt. Annen-Stra\u00dfe 15<br \/>\n23552 L\u00fcbeck<\/p>\n<p>www.die-luebecker-museen.de<\/p>\n<p>Museums-Hotline: 01805 92 92 00<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum zweiten Mal zeigt die Kunsthalle St. Annen im graphischen Kabinett eine Auswahl von Selbstportr\u00e4ts aus der Sammlung Leonie von<\/p>\n","protected":false},"author":292,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-3904","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissenschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/292"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3904"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3904\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3904"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}