{"id":391901,"date":"2021-07-08T15:28:43","date_gmt":"2021-07-08T13:28:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=391901"},"modified":"2021-07-08T15:28:43","modified_gmt":"2021-07-08T13:28:43","slug":"konzert-in-st-katharinen-zu-luebeck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/konzert-in-st-katharinen-zu-luebeck\/","title":{"rendered":"Konzert in St. Katharinen zu L\u00fcbeck"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-27909 alignleft\" src=\"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a.jpg\" alt=\"\" width=\"138\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a.jpg 233w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a-213x320.jpg 213w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a-226x340.jpg 226w\" sizes=\"auto, (max-width: 138px) 100vw, 138px\" \/><\/a>Es war eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche musikalische Veranstaltung. Am 26.Juni 2021 wurden in der gut gef\u00fcllten Kirche St.Katharinen zu L\u00fcbeck unter dem Motto &#8222;Viertel nach zw\u00f6lf &#8220; Barockwerke von Johann Sebastian Bach geboten. Am Anfang stand das Violinkonzert a- moll mit den Satzbezeichnungen Allegro, Adagio und Allegro assai. Einzige Hauptquelle dieses Werks ist der um 1730 angefertigte Originalstimmensatz, welcher von Bach selbst, seinem Sch\u00fcler Johann Ludwig Krebs (1713-1780) und seinem Sohn Carl Philipp Emanuel (1714-1780) sowie zwei unbekannten Kopisten hergestellt wurde. <!--more-->Vermutlich war er f\u00fcr eine Auff\u00fchrung des Leipziger Collegium musicum bestimmt, dessen Leitung Bach im Fr\u00fchjahr 1729 \u00fcbernommen hatte. Die Kompositionspartitur und weitere Prim\u00e4rquellen existieren nicht. Diese Quellenlage hatte Christoph Wolff 1985 dazu veranlasst, f\u00fcr das a-Moll-Violinkonzert BWV 1041 eine Entstehung im Jahre 1730 anzunehmen. 1) &#8222;Bachs Orchester- und Kammermusik&#8220;, Das Handbuch, herausgeben von Siegfried Rampe, Teilband I, Orchestermusik ,von Siegfried Rampe, S.243-244<\/p>\n<p>Als Violininkonzert in a-Moll stellt das Opus an Solist und Ripieno keineswegs h\u00f6here spieltechnische Anspr\u00fcche, als Antonio Vivaldi sie in seinem &#8222;L`Estro Armonico&#8220; op. 3 (1711) fordert; die einzigen virtuosen Passagen in der Solopartie sind die Bariolage-Effekte mit wechselnden Saiten in den Takten 105-116 des Allegro-assai-Finales. Somit pr\u00e4sentiert die Komposition das spieltechnisch einfachste unter Bachs Violinkonzerten, weshalb man nicht \u00fcber einen geigerisch exzellenten Musiker als Adressaten zu reflektieren hat. Als Ausf\u00fchrender w\u00e4re vielmehr jeder f\u00e4hige Violinist in den Hofkapellen von Weimar und K\u00f6then oder im Leipziger Collegium musicum in Frage gekommen , darunter auch Bach selbst. 2) Rampe S.245<\/p>\n<p>Flirrende Streicher gestalteten eindrucksvoll das strahlende, gloriose , triumphierende, ausdrucks- und gehaltvolle Opus, das auch von ornamental-dekorativen, melodi\u00f6s-eing\u00e4ngigen und stimmungsreichen Elementen gepr\u00e4gt war.<\/p>\n<p>Es folgte das Doppelkonzert f\u00fcr Oboe und Violine d-moll mit den Satzbezeichnungen Allegro, Adagio und Allegro.<\/p>\n<p>Die Vermutung, dass das Concerto v-moll BWV 1060 f\u00fcr zwei Cembali und Streicher auf ein Doppelkonzert in derselben Tonart f\u00fcr Oboe und Violine zur\u00fcckgeht, haben erstmals 1886 Woldemar Voigt (1850-1919) und 1887 Paul Graf Waldersee (1831-1906) ge\u00e4u\u00dfert. Dazu hatte sie die geigerisch vollkommen idiomatische Einrichtung der 1.Cembalopartie im Gegensatz zu der cantableren Linienf\u00fchrung der 2.Stimme veranlasst, welche auf jegliche Ankl\u00e4nge an typische Streicherfiguren verzichtet. Dass es sich bei dem Blasinstrument um eine Oboe handelt, wird durch den verlangten Tonumfang c1, d1 &#8211; d3 best\u00e4tigt, der genau dem Ambitus der barocken Oboe entspricht. Diese Urfassung ist 1957 von Ulrich Siegele untermauert und bis heute nie in Zweifel gezogen wurde. 1970 fand sie als Rekonstruktion durch Wilfried Fischer Eingang in die NBA.<\/p>\n<p>Obwohl der Nachweis der Originaltonart bereits vor 130 Jahren erbracht wurde, sind bis heute mehrere sogenannte Rekonstruktionen des Werks in d-moll verbreitet, die offensichtlich allein auf eine brillantere Wirkung zielen und dazu dienen, den vom Komponisten gew\u00fcnschten, auf hohen Streichinstrumenten aber &#8222;dumpfen&#8220; Klangcharakter der Tonart c-moll zu vermeiden. 3) Rampe S.307<\/p>\n<p>Das partiell meditativ- besinnliche Doppelkonzert ist farbenreich, abgerundet, harmonisch , originell und phantasievoll und besitzt ein Feuerwerk an Ideen.<\/p>\n<p>Den Abschluss bildete die Kantate 51 &#8222;Jauchzet Gott in allen Landen&#8220;.<\/p>\n<p>Als ein Werk nach Konventionen der italienischen Solomotette, damit aber auch als eine unkonventionelle Leipziger Kirchenmusik aus der Feder Bachs stellt sich die Kantate &#8222;Jauchzet Gott in allen Landen&#8220; dar, die der Komponist auch selbst als &#8222;Cantata&#8220; bezeichnet hat, mithin als ein virtuoses Opus f\u00fcr Solo-Stimme- hier ist es der Sopran. An Instrumenten fordert die Komposition eine Trompete, Streicher und Basso continuo. Die Kantate ist auf dem originalen Titelumschlag dem 15.Sonntag nach Trinitatis zugewiesen, die Erg\u00e4nzung &#8222;In ogni Tempo.&#8220; weist aber schon darauf hin, dass das Werk mit seinem allgemeinen Lobpreis auf Gottes G\u00fcte zu vielen verschiedenen Anl\u00e4ssen verwendbar ist. Einer m\u00f6glichen Auff\u00fchrung in Leipzig am 17.September 1730 k\u00f6nnten daher andere vorausgegangen sein. 4) &#8222;Bachs Kantaten&#8220;, &#8222;Das Handbuch&#8220;, Teilband II, herausgegeben von Reinmar Emans und Sven Hiemke, S.166<\/p>\n<p>Die Kantate ist formsch\u00f6n, erhaben, ausgewogen, erf\u00fcllend und erbaulich\u00a0 und zeichnet sich durch reizvolle Variationen, die F\u00fclle des Wohllauts und traumhaften und glanzvollen Belcanto\u00a0 aus.<\/p>\n<p>Barbara K\u00f6bele, Violine, Sergio Sanchez, Oboe, Ludwig Schuster, Trompete, Aaaron Biebuyck, Mette Jensen, Violine, Daniel Burmeister, Viola, Raphael Zinner, Violoncello, und Alf Brauer, Violone, alle Mitglieder des &#8222;Concerto L\u00fcbeck&#8220;, spielten virtuos und brillant und meisterten auch die schwierigsten Passagen mit Bravour.<\/p>\n<p>Maike Albrecht, ebenfalls Mitglied im &#8222;Concerto L\u00fcbeck, bot einen reinen, hellen und lichten Sopran und war auch in den H\u00f6hen sicher.<\/p>\n<p>Hans-J\u00fcrgen Schnoor, der exzellent Cembalo spielte, leitete sicher, beherzt und engagiert.<\/p>\n<p>Alle Beteiligten wurden schlie\u00dflich von den zahlreichen Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rern vor allem auch f\u00fcr die hervorragende Ensembleleistung mit sehr viel Beifall bedacht.<\/p>\n<p>Lutz Gallinat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche musikalische Veranstaltung. 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