{"id":394913,"date":"2021-07-23T11:04:44","date_gmt":"2021-07-23T11:04:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/gruendung-zweier-grossforschungszentren-schreitet-voran-neue-perspektiven-fuer-die-saechsische-lausitz-und-das-mitteldeutsche-revier\/"},"modified":"2021-07-23T11:04:44","modified_gmt":"2021-07-23T11:04:44","slug":"gruendung-zweier-grossforschungszentren-schreitet-voran-neue-perspektiven-fuer-die-saechsische-lausitz-und-das-mitteldeutsche-revier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/gruendung-zweier-grossforschungszentren-schreitet-voran-neue-perspektiven-fuer-die-saechsische-lausitz-und-das-mitteldeutsche-revier\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcndung zweier Gro\u00dfforschungszentren schreitet voran: Neue Perspektiven f\u00fcr die s\u00e4chsische Lausitz und das mitteldeutsche Revier"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Sechs Konzepte f\u00fcr erste F\u00f6rderphase empfohlen   In der s\u00e4chsischen Lausitz und dem mitteldeutschen Revier werden in den n\u00e4chsten Jahren zwei neue Gro\u00dfforschungszentren entstehen. Damit wird ein Beitrag zum Strukturwandel in den traditionellen Braunkohlerevieren geleistet.<!--more--> Den Regionen sollen durch die Gro\u00dfforschungszentren auch neue wirtschaftliche Perspektiven er\u00f6ffnet werden. F\u00fcr die Festlegung der inhaltlichen Ausrichtung f\u00fchren das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF), der Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt derzeit den zweistufigen themenoffenen Wettbewerb &#8222;Wissen schafft Perspektiven f\u00fcr die Region!&#8220; durch. Am gestrigen Donnerstag hat die hochrangig besetzte Perspektivkommission aus den eingereichten Antr\u00e4gen die sechs \u00fcberzeugendsten ausgew\u00e4hlt und dem BMBF f\u00fcr die erste F\u00f6rderphase empfohlen, in der die Konzepte zur Umsetzungsreife ausgearbeitet werden sollen. Danach findet erneut eine \u00dcberpr\u00fcfung der Konzepte statt, bevor der eigentliche Aufbau von zwei Zentren beginnt.   Dazu erkl\u00e4rt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:   &#8222;Mit der Initiative &#8218;Wissen schafft Perspektiven f\u00fcr die Region!&#8216; geben wir dem mitteldeutschen Revier und der s\u00e4chsischen Lausitz starke Impulse: f\u00fcr herausragende Forschung, f\u00fcr hochwertige Arbeitspl\u00e4tze, f\u00fcr eine dynamische wirtschaftliche Entwicklung und f\u00fcr einen nachhaltigen Strukturwandel.   Ich bin sehr froh, dass die Arbeiten zur Gr\u00fcndung der zwei Gro\u00dfforschungszentren von nationaler und internationaler Strahlkraft nun so rasch voranschreiten. Wir sind hier absolut im Zeitplan. Die Gro\u00dfforschungszentren sind Kernst\u00fcck in unserer Strategie, neue Perspektiven f\u00fcr die vom Strukturwandel betroffenen Regionen in Ostdeutschland zu schaffen. Der in Zeiten des Klimawandels notwendige Kohleausstieg soll der Beginn f\u00fcr die Regionen zu einem Neuanfang werden. Wir wollen Standorte schaffen, die exzellente wissenschaftliche Forschung mit wirksamem Transfer des Wissens in die Anwendung verbinden. Sie sollen Unternehmen anziehen und neue Unternehmensgr\u00fcndungen hervorbringen. Gleichzeitig werden die neuen Gro\u00dfforschungszentren das Forschungs- und Innovationsland Deutschland insgesamt st\u00e4rken. Ich bin sehr gespannt, welche der jetzt ausgew\u00e4hlten Konzepte am Ende umgesetzt werden.&#8220;   Der Ministerpr\u00e4sident des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer, erkl\u00e4rt:   &#8222;Wir wollen und wir werden neue Perspektiven schaffen f\u00fcr die Kohleregionen. Die Ansiedlung von zwei Gro\u00dfforschungszentren in der s\u00e4chsischen Lausitz und im Mitteldeutschen Revier ist daf\u00fcr ein ganz wichtiger Baustein und ein gro\u00dfer Erfolg. Mit der Empfehlung der Perspektivkommission sind wir nun ein gutes St\u00fcck vorangekommen. Bereits jetzt wird deutlich und konkreter, welche M\u00f6glichkeiten und Chancen es gibt, wichtige Zukunftsthemen in den Regionen zu verankern. Auch wenn die endg\u00fcltige Entscheidung noch aussteht, ist schon heute klar, dass rund um die Gro\u00dfforschungszentren neue Perspektiven und gut bezahlte Arbeitspl\u00e4tze entstehen werden. Am Ende werden nicht nur die beiden s\u00e4chsischen Regionen, sondern der Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland insgesamt davon profitieren. Besonders danken m\u00f6chte ich der Perspektivkommission f\u00fcr ihre f\u00fcr uns alle wichtige Arbeit.&#8220;   Der Ministerpr\u00e4sident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, erkl\u00e4rt:   &#8222;Die heute durch die Perspektivkommission ausgew\u00e4hlten Projektideen f\u00fcr das zuk\u00fcnftige Gro\u00dfforschungszentrum im Mitteldeutschen Revier besitzen in ihren Bereichen enorme Potentiale im Hinblick auf den Transfer von der Forschung in die Wirtschaft und somit auch f\u00fcr zukunftssichere, moderne Arbeitspl\u00e4tze. Der Strukturwandel weg von der Kohle wird ein Erfolg, f\u00fcr die Region, aber vor allem f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger vor Ort.&#8220;   Der Vorsitzende der Perspektivkommission, Professor Wolfgang A. Herrmann, erkl\u00e4rt:   &#8222;Mit ihrem breitgef\u00e4cherten Experten- und Erfahrungswissen hat die Perspektivkommission die erfreulich zahlreichen Initiativen gesichtet und auf ihre Eignung zum Aufbau von Gro\u00dfforschungseinrichtungen von nationaler und internationaler Strahlkraft gepr\u00fcft. Als Leitkriterien ber\u00fccksichtigte das wissenschaftsgeleitete Auswahlverfahren \u00fcber die wissenschaftliche strukturelle Originalit\u00e4t hinaus auch die zu erwartenden regionalen Verst\u00e4rkungseffekte beim Aufbau neuer Wertsch\u00f6pfungsketten (u.a. das Befruchtungspotenzial f\u00fcr die Wirtschaft, Gr\u00fcndung neuer Unternehmen), Abstrahleffekte auf die Lebensbedingungen in der s\u00e4chsischen Lausitz bzw. im mitteldeutschen Revier, die Herausbildung l\u00e4nder\u00fcbergreifender Klammereffekte und Antworten auf langfristige gesellschaftliche Herausforderungen im Sinne der Nachhaltigkeitskriterien. Die zur detaillierten Ausarbeitung nominierten Ideenskizzen lassen \u00fcberzeugende Ans\u00e4tze f\u00fcr einen Paradigmenwechsel auf den jeweiligen Gebieten erkennen, Hand in Hand mit erheblichen Synergieeffekten zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.&#8220;   Hintergrund:   Am 14. August 2020 ist das &#8222;Strukturst\u00e4rkungsgesetz Kohleregionen&#8220; (StStG) f\u00fcr die durch den Kohleausstieg betroffenen Reviere in Kraft getreten. Um neue Perspektiven f\u00fcr die Kohleregionen zu schaffen, sieht das StStG in \u00a7 17 Ziffer 29 die &#8222;Gr\u00fcndung je eines neuen institutionell gef\u00f6rderten Gro\u00dfforschungszentrums nach Helmholtz- oder vergleichbaren Bedingungen in der s\u00e4chsischen Lausitz und im mitteldeutschen Revier auf Grundlage eines Wettbewerbsverfahrens&#8220; vor.   Der Wettbewerb hat im November 2020 begonnen. Am gestrigen 22. Juli wurde mit der Auswahl von sechs aussichtsreichen Antr\u00e4gen die erste F\u00f6rderphase eingel\u00e4utet. Die Autorinnen und Autoren der sechs Skizzen haben nun sechs Monate Zeit, ihre Ideen in tragf\u00e4hige und umsetzungsreife Konzepte f\u00fcr gro\u00dfe Forschungszentren zu entwickeln. Sie erhalten daf\u00fcr bis zu 500.000 Euro. Die in F\u00f6rderphase I ausgearbeiteten Konzepte werden durch externe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begutachtet. Auf dieser Basis entscheiden Bund und das Sitzland \u00fcber die F\u00f6rderung der beiden besten Konzepte, die ab Sommer 2022 in die Aufbauphase starten. In dieser dreij\u00e4hrigen Aufbauphase werden die rechtliche Gr\u00fcndung und die anschlie\u00dfende institutionelle F\u00f6rderung vorbereitet. Die Aufbauphase kann bei Bedarf um drei Jahre verl\u00e4ngert werden. Aus dem Strukturst\u00e4rkungsgesetz stellt der Bund bis einschlie\u00dflich 2038 je 1,25 Milliarden Euro pro Zentrum bereit.   Die f\u00fcr die Konzeptionsphase empfohlenen Skizzen (alphabetisch):   Chemresilienz (Prof. Peter Seeberger, Potsdam): Um die Versorgung wichtiger Industriezweige wie Gesundheit, Verkehr, Energie, Landwirtschaft und Konsumg\u00fcter sicherzustellen, will &#8222;Chemresilienz &#8211; Forschungsfabrik im Mitteldeutschen Revier&#8220; eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft chemischer Erzeugnisse etablieren. Nachwachsende Rohstoffe, kurze Transportwege sowie lokale, kosteng\u00fcnstige und nachhaltige Produktionsprozesse sollen die Resilienz der deutschen Chemiewirtschaft sicherstellen &#8211; bei gleichzeitiger Einhaltung h\u00f6chster Arbeitsschutz- und Umweltstandards.   CLAI_RE (Prof. Georg Teutsch, Leipzig): Das &#8222;Centre for Climate Action and Innovation &#8211; Research and Engineering&#8220; (CLAI_RE) will Klimadaten und -wissen b\u00fcndeln. Auf dieser Basis sollen funktionale digitale Zwillinge von \u00d6kosystemen geschaffen werden und Datenr\u00e4ume in ganz neuen Dimensionen entstehen. CLAI_RE will Handlungsoptionen f\u00fcr den Klimaschutz mit Fokus auf Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasser, Planung urbaner R\u00e4ume, Energieversorgung, Gesundheit und Mobilit\u00e4t entwickeln.   CMI (Prof. Jens Meiler, Leipzig): Die Initiatorinnen und Initiatoren des &#8222;CMI &#8211; Center for Medicine Innovation&#8220; nehmen neue Technologien zur Digitalisierung und Individualisierung der Medizin in den Fokus. Durch die Vereinigung von Medizintechnik, Digitalisierung und Medikamentendesign soll ein Zentrum der biomedizinischen Forschung und personalisierten Medizin entstehen. Versorgungs- und Wertsch\u00f6pfungsketten sollen zu einem \u00d6kosystem vereint werden, das die Integration neuer Produkte in Versorgungstrukturen erleichtert und beschleunigt.   Deutsches Zentrum f\u00fcr Astrophysik (Prof. G\u00fcnther Hasinger, European Space Agency Spanien): In Sachsen sollen die riesigen Datenstr\u00f6me zuk\u00fcnftiger Gro\u00dfteleskope geb\u00fcndelt und verarbeitet werden. Gleichzeitig sollen in einem neuen Technologiezentrum u.a. Regelungstechniken f\u00fcr Observatorien entwickelt werden. Dabei bauen die Verantwortlichen auf die Erfahrung und das moderne Umfeld der Industrie in Sachsen auf. Zudem wird die Option verfolgt, in den Granitformationen der Lausitz ein Gravitationsteleskop zu bauen.   ERIS (Prof. Carsten Drebenstedt, Freiberg):Das &#8222;European Research Institute for Space Ressources&#8220; &#8211; kurz ERIS &#8211; will wissenschaftliche und technologische Grundlagen f\u00fcr die Errichtung und den Betrieb von Weltraumstationen auf Mond und Mars erforschen. Auf dieser Basis will ERIS L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr gesellschaftlich relevante Herausforderungen auf der Erde entwickeln. Aus Sicht der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler k\u00f6nnen neue Methoden und Technologien einen Beitrag dazu leisten, Ressourcen im Weltraum und auf der Erde sicherer, effektiver und umweltschonender zu nutzen.   LAB (Prof. Manfred Curbach, Dresden): Das &#8222;Lab &#8211; Lausitz Art of Building&#8220; adressiert einen Paradigmenwechsel im Bauwesen: neue, ressourceneffiziente und klimaneutrale Werkstoffe sowie modular geplante, hochflexible und lange nutzbare Bauwerke sollen den enormen Ressourcenverbrauch im Bauwesen mindern. Das Konzept integriert die modernsten Ans\u00e4tze der Materialforschung, der Produktionstechnologien und der Digitaltechnologien, sodass sich die Lausitz als arbeitsplatzwirksame europ\u00e4ische Modellregion f\u00fcr nachhaltiges Planen und Bauen entwickeln kann.   Weiterf\u00fchrende Informationen:   Richtlinie zur F\u00f6rderung von Vorhaben im Rahmen der Initiative &#8222;Wissen schafft Perspektiven f\u00fcr die Region!&#8220;, Bundesanzeiger vom 08.01.2021: Bekanntmachung &#8211; BMBF (https:\/\/www.bmbf.de\/foerderungen\/bekanntmachung-3295.html):   https:\/\/www.bmbf.de\/foerderungen\/bekanntmachung-3295.html Bekanntmachung &#8211; BMBF (https:\/\/www.bmbf.de\/foerderungen\/bekanntmachung-3295.html)   Strukturst\u00e4rkungsgesetz: https:\/\/ots.de\/WeGzH0   Website zum Ideenwettbewerb:   https:\/\/www.bmbf.de\/de\/wissen-schafft-perspektiven-fuer-die-region-13122.html   Pressekontakt:   Pressestelle BMBF Postanschrift 11055 Berlin Tel.+49 30 1857-5050 Fax+49 30 1857-5551 presse@bmbf.bund.de  www.bmbf.de www.twitter.com\/bmbf_bund www.facebook.com\/bmbf.de www.instagram.com\/bmbf.bund  Original-Content von: Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/67245\/4976338\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Sechs Konzepte f\u00fcr erste F\u00f6rderphase empfohlen In der s\u00e4chsischen Lausitz und dem mitteldeutschen Revier werden in den<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-394913","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/394913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=394913"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/394913\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=394913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=394913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=394913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}