{"id":404234,"date":"2021-09-01T11:16:52","date_gmt":"2021-09-01T11:16:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/nabu-notprogramm-fuer-wildbiene-feldhamster-schweinswal-co-krueger-stiller-hilferuf-der-natur-artenkrise-muss-politisch-mehr-aufmerksamkeit-erfahren\/"},"modified":"2021-09-01T13:59:43","modified_gmt":"2021-09-01T11:59:43","slug":"nabu-notprogramm-fuer-wildbiene-feldhamster-schweinswal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/nabu-notprogramm-fuer-wildbiene-feldhamster-schweinswal\/","title":{"rendered":"NABU: Notprogramm f\u00fcr Wildbiene, Feldhamster, Schweinswal"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Kr\u00fcger: Stiller Hilferuf der Natur &#8211; Artenkrise muss politisch mehr Aufmerksamkeit erfahrenSie verschwinden &#8211; meist leise und unauff\u00e4llig. Fl\u00e4chenfra\u00df, industrielle Landwirtschaft und Umweltverschmutzung setzen unserer Tier- und Pflanzenwelt zu. 2019 meldete der Weltbiodiversit\u00e4tsrat, dass etwa eine Million von acht Millionen Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht ist. Das Netz des Lebens, das diese Arten bilden, wird immer l\u00f6cheriger.<!--more--> Unmittelbar vom Aussterben bedroht ist beispielsweise der Feldhamster. Der kleine Nager steht auf der weltweiten Roten Liste der bedrohten Arten. Gleiches Bild bei der W\u00fcrfelnatter. Die Bayerische Kurzohrmaus wurde erst 1962 entdeckt und gilt heute als verschollen. Vom Ostseeschweinswal gibt es nur noch etwa 500 Tiere in der zentralen Ostsee. Die Liste der vom Aussterben bedrohten Arten ist viel zu lang. Dabei wird untersch\u00e4tzt, dass das Artensterben f\u00fcr Gesundheit, Wohlstand und Sicherheit eine ebenso hohe Relevanz besitzt wie das Klima. Wissenschaftlich ist lange belegt, dass wir die Erderhitzung nur bremsen, Pandemien nur vorbeugen und unsere Ern\u00e4hrung nur sichern k\u00f6nnen, wenn wir die Vielfalt an Arten und ihrer Lebensr\u00e4ume so weit wie m\u00f6glich wieder herstellen. Wie eng Klima- und Artenkrise miteinander verwoben sind, beschreibt der gemeinsame Bericht des Weltklimarates mit dem Weltbiodiversit\u00e4tsrat. Artenschutz ist relevant f\u00fcrs Klima. Das Artensterben ist eine stille Krise. Sie wird ausgel\u00f6st durch eine Vielzahl menschlicher Faktoren &#8211; Vernichtung von W\u00e4ldern, Trockenlegung von Mooren, industrielle \u00dcberfischung und Verm\u00fcllung der Meere, sowie \u00dcbernutzung unsere B\u00f6den. Durch die Klimakrise wird die Artenkrise nochmals verst\u00e4rkt. Moore und W\u00e4lder zeigen uns: Eine intakte Natur sch\u00fctzt uns vor der Klimakrise, sie bindet Treibhausgase und mildert Extremwetter ab. Eine ausgebeutete Natur hingegen wird zu einer Gefahr f\u00fcr uns: Wenn W\u00e4lder brennen und trockengelegte Moore CO2 aussto\u00dfen, drohen fatale Kipppunkte f\u00fcr das Klima. Wer sich nicht anpasst, stirbt aus. Im Laufe der Erdgeschichte sind schon immer Arten verschwunden und dazugekommen. Die menschengemachte Ver\u00e4nderung dringt dabei allerdings in neue Dimesionen vor. Viele Arten sterben aus, bevor sie \u00fcberhaupt entdeckt wurden. Der Verlust an biologischer Vielfalt ist in Geld kaum zu beziffern. Sichtbar wird nur die Spitze des Eisbergs: Erst vor wenigen Monaten starb der letzte lebende N\u00f6rdliche-Breitmaul-Nashorn-Bulle \u00f6ffentlichkeitswirksam vor den Augen der Weltpresse. Ganz aktuell sind die Dorsch-Best\u00e4nde in der westlichen Ostsee bedroht, eine Erholung ist nicht absehbar. Mit fatalen Folgen f\u00fcr die K\u00fcstenfischerei. Vor einigen Jahren schon beschrieb die Krefelder Studie das Massensterben der Insekten. Wildbienen sind stark gef\u00e4hrdet und drohen als Best\u00e4uber auszufallen &#8211; das bedeutet Ernteverluste bei vielen Obst- und Gem\u00fcsearten. All das passiert nicht im Verborgenen und dennoch f\u00fchrt es nicht zu angemessenen politischen Konsequenzen, obwohl seit vielen Jahren auf allen Ebenen \u00fcber die Biodiversit\u00e4t verhandelt wird. Deshalb hat der NABU ein Notprogramm formuliert. Es richtet sich an die kommende Bundesregierung. Darin werden wirksame und schnell umsetzbare Sofortma\u00dfnahmen beschrieben, mit denen dem Artensterben jetzt engagiert entgegengetreten werden soll. NABU-Pr\u00e4sident J\u00f6rg-Andreas Kr\u00fcger fordert: &#8222;Biodiversit\u00e4t muss endlich ein politisches Schwerpunktthema werden, um den dramatischen Artenverlusten entgegen zu wirken. Je weniger artenreich und stabil Gew\u00e4sser, W\u00e4lder, Meere und Agrarlandschaften sind, desto schutzloser sind wir den Auswirkungen der Klimakrise ausgeliefert. Die Zeit rinnt uns durch die Finger. Wir brauchen einen energisch gef\u00fchrten und von ernsthaftem Wollen gepr\u00e4gten Wettkampf f\u00fcr die Natur, nicht gegen sie. In den Parteiprogrammen fehlen entsprechende Angebote und Ideen.&#8220; Auch wenn wir alle unseren Teil zur Bew\u00e4ltigung der Artenkrise beitragen k\u00f6nnen: Die Rahmenbedingungen f\u00fcr eine andere Landwirtschaft, eine gro\u00dfr\u00e4umige Renaturierung unserer W\u00e4lder, Moore und Meere und f\u00fcr eine moderne naturvertr\u00e4gliche Infrastruktur m\u00fcssen von der Politik gesetzt werden. Bei der Bundestagswahl k\u00f6nnen wir diese Weichen stellen. Der NABU m\u00f6chte alle W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler auffordern, den Kampf gegen die Naturzerst\u00f6rung zu einem entscheidenden Kriterium f\u00fcr ihre Wahlentscheidung zu machen. Die sieben Forderungen des NABU-Notprogramms im \u00dcberblick: 1. Wir geben der Natur mehr Raum 2. Wir schaffen Schutzgebiete, die auch tats\u00e4chlich sch\u00fctzen 3. Wir schlie\u00dfen einen Pakt f\u00fcr den Artenschutz und gr\u00fcne Infrastruktur 4. Wir f\u00f6rdern und fordern Landwirtschaft mit Zukunft 5. Wir schlie\u00dfen einen &#8222;Blue Deal&#8220; f\u00fcr den Schutz der Meere 6. Wir st\u00e4rken den Wald 7. Wir spannen einen internationalen Schutzschirm f\u00fcr die weltweite Artenrettung Anlagen: &#8211; Das Artensterben stoppen! Ein wirksames Notprogramm f\u00fcr die Natur (Download): https:\/\/www.nabu.de\/notprogramm &#8211; Fotos: Vom Aussterben bedroht: Feldhamster, Wildbiene und Schweinswal (Download): https:\/\/www.NABU.de\/pressebilder_notprogramm-artenvielfalt (https:\/\/www.nabu.de\/pressebilder_notprogramm-artenvielfalt) Pressekontakt: Konstantin Kreiser, stellv. Fachbereichsleiter Naturschutzpolitik \/ Teamleiter Landnutzung, Tel. +49 (0)172 41 79 730, E-Mail: Konstantin.Kreiser@NABU.de NABU-Pressestelle Roland Panter | Julian Bethke | Britta Hennigs | Katrin Jetzlsperger | Silvia Teich Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1538 | -1722 | -1534 | -1588 Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de Original-Content von: NABU, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/6347\/5008565\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Kr\u00fcger: Stiller Hilferuf der Natur &#8211; Artenkrise muss politisch mehr Aufmerksamkeit erfahrenSie verschwinden &#8211; meist leise und<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-404234","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tipps-informationen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/404234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=404234"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/404234\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":404281,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/404234\/revisions\/404281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=404234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=404234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=404234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}