{"id":411290,"date":"2021-11-03T16:41:57","date_gmt":"2021-11-03T16:41:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/125-deutscher-aerztetag-zusammenfassung-attraktive-rahmenbedingungen-im-oegd-mehr-studienplaetze-suizidpraevention\/"},"modified":"2021-11-03T16:41:57","modified_gmt":"2021-11-03T16:41:57","slug":"125-deutscher-aerztetag-zusammenfassung-attraktive-rahmenbedingungen-im-oegd-mehr-studienplaetze-suizidpraevention","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/125-deutscher-aerztetag-zusammenfassung-attraktive-rahmenbedingungen-im-oegd-mehr-studienplaetze-suizidpraevention\/","title":{"rendered":"125. Deutscher \u00c4rztetag: Zusammenfassung \/ #Attraktive Rahmenbedingungen im \u00d6GD #Mehr Studienpl\u00e4tze #Suizidpr\u00e4vention"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211;   Berlin, 03.11.2021 &#8211; &#8211; Der 125. Deutsche \u00c4rztetag hat bei seinen Beratungen am 1. und 2. November 2021 eine Reihe von gesundheits-, sozial- und berufspolitischen Beschl\u00fcssen gefasst:  Attraktive Rahmenbedingungen f\u00fcr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte im \u00d6GD   Der 125. Deutsche \u00c4rztetag hat an die kommunalpolitischen Verantwortungstr\u00e4ger und Tarifpartner appelliert, im \u00d6ffentlichen <!--more-->Gesundheitsdienst (\u00d6GD) f\u00fcr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte vergleichbar attraktive tarifliche Arbeitsbedingungen zu schaffen, wie sie in anderen T\u00e4tigkeitsfeldern \u00e4rztlicher Berufsaus\u00fcbung gegeben sind. \u00c4rztliche Kompetenz und individualmedizinische Erfahrung von \u00c4rztinnen und \u00c4rzten m\u00fcssten \u00fcber alle einschl\u00e4gigen fach\u00e4rztlichen Bereiche hinweg weiterhin einen ma\u00dfgeblichen steuernden und koordinierenden Einfluss behalten, hei\u00dft es in dem Beschluss. Die derzeit geltenden tariflichen Rahmenbedingungen in den kommunalen Gesundheits\u00e4mtern lie\u00dfen jedoch bef\u00fcrchten, dass in der Umsetzung des Pakts f\u00fcr den \u00d6GD fachlich sinnvoll konzipierte Arztstellen zwar formell geschaffen w\u00fcrden, mangels Attraktivit\u00e4t und Interesse jedoch letztlich vielfach nicht besetzt werden k\u00f6nnten, so die Abgeordneten.  Au\u00dferdem sollten die politisch Verantwortlichen endlich eine nachhaltige Reform der Infra-, Personal- und Tarifstruktur des \u00d6ffentlichen Gesundheitsdienstes, wie sie bereits im &#8222;Pakt f\u00fcr den \u00d6ffentlichen Gesundheitsdienst&#8220; vorgesehen war, umsetzen. Nur dann k\u00f6nne der \u00d6GD seiner Funktion als dritte S\u00e4ule des Gesundheitswesens dauerhaft gerecht werden, so der \u00c4rztetag.  Mehr Studienpl\u00e4tze schaffen ohne Umverteilung  Die Abgeordneten des 125. Deutschen \u00c4rztetages haben ihre Forderung nach mehr Medizin-Studienpl\u00e4tzen sowie die Bereitstellung der hierf\u00fcr erforderlichen finanziellen Mittel durch die Bundesl\u00e4nder bekr\u00e4ftigt. Angesichts des Landarztmangels und fehlender \u00c4rztinnen und \u00c4rzte im \u00d6ffentlichen Gesundheitsdienst w\u00fcrden mehr als zehn Prozent zus\u00e4tzliche Studienpl\u00e4tze gebraucht. Eine Quotierung der Studienpl\u00e4tze f\u00fcr den \u00d6GD und die Allgemeinmedizin auf dem Land verschiebe lediglich Probleme und versch\u00e4rfe die Not in anderen Fachgebieten. Sollten \u00c4rztinnen und \u00c4rzte f\u00fcr den \u00d6GD verpflichtet werden, m\u00fcssten sie f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit auch ad\u00e4quat bezahlt werden.  Z\u00fcgige Umsetzung der neuen Approbationsordnung f\u00fcr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte   Der \u00c4rztetag hat Bund und L\u00e4nder aufgefordert, die neue Approbationsordnung f\u00fcr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte z\u00fcgig zu beschlie\u00dfen und umzusetzen. Eine qualitativ hochwertige Medizinerausbildung sei die Grundlage einer zeitgem\u00e4\u00dfen und zuk\u00fcnftigen medizinischen Versorgung der Bev\u00f6lkerung, so das \u00c4rzteparlament. Die neue Approbationsordnung mit St\u00e4rkung der Ausbildung im ambulanten Bereich trage den heutigen und zuk\u00fcnftigen Anforderungen Rechnung. Sie biete eine Chance, die k\u00fcnftigen Medizinerinnen und Mediziner f\u00fcr die T\u00e4tigkeit auch au\u00dferhalb von Ballungsr\u00e4umen und Universit\u00e4ten zu begeistern.  Au\u00dferdem forderten die Abgeordneten von Bund und L\u00e4ndern eine obligate existenzsichernde Aufwandsentsch\u00e4digung der Medizinstudierenden im Praktischen Jahr (PJ). Die geplante Durchf\u00fchrung von Teilen des PJ in Haus- und Facharztpraxen stelle die Medizinstudierenden vor neue finanzielle Herausforderungen. Allein durch Stipendien und BaF\u00f6g w\u00fcrden z. B. Kosten f\u00fcr doppelte Haushaltsf\u00fchrung oder die Fahrt zum Praktikumsort nicht ausreichend abgedeckt, so das \u00c4rzteparlament. Ziel der Verhandlungen von Bund und L\u00e4ndern m\u00fcsse sein, mit einer obligaten Regelung der Aufwandsentsch\u00e4digung f\u00fcr die Medizinstudierenden im Praktischen Jahr eine Existenzsicherung zu gew\u00e4hrleisten.  Rechtliche Rahmenbedingungen f\u00fcr Suizidpr\u00e4vention  Allen Menschen in Lebenskrisen mit Suizidgedanken m\u00fcssen fachgerechte Hilfen im Rahmen der Suizidpr\u00e4vention regelhaft und fl\u00e4chendeckend als Pflichtaufgabe der Daseinsvorsorge zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Das fordert der 125. Deutsche \u00c4rztetag. Gleichzeitig sollten sowohl die Pr\u00e4vention und Verbesserung der Behandlung psychischer Erkrankungen als auch die palliative Versorgung weiter ausgebaut werden.  F\u00fcr diese Hilfen m\u00fcssen aus Sicht des \u00c4rzteparlaments rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu geh\u00f6re der Ausbau und die Sicherung fl\u00e4chendeckender Versorgungsstrukturen zur Suizidpr\u00e4vention einschlie\u00dflich niedrigschwelliger und aufsuchender Angebote. Au\u00dferdem m\u00fcsse die Suizidpr\u00e4vention nachhaltig finanziert werden &#8211; insbesondere die Versorgungsbedarfe in suizidalen und \u00e4hnlich schweren Krisen. Und schlie\u00dflich sei eine bundesweite Hotline f\u00fcr Menschen in Lebenskrisen mit Suizidgef\u00e4hrdung notwendig.  Katastrophenschutz f\u00fcr Krankenh\u00e4user   Der 125. Deutsche \u00c4rztetag hat die Landesregierungen aufgefordert, die Krankenh\u00e4user bei der Umsetzung des Katastrophenschutzes finanziell zu unterst\u00fctzen. Angesichts von Katastrophen und Gro\u00dfschadensereignissen in der j\u00fcngsten Vergangenheit (Flutkatastrophen, Cyber-Angriffe, Pandemie, usw.) m\u00fcssten Krankenh\u00e4user ihre Katastrophenabwehrmechanismen und Notfallpl\u00e4ne neu \u00fcberdenken und breiter aufstellen. F\u00fcr die Bew\u00e4ltigung dieser Aufgaben bed\u00fcrfe es technischer und personeller Ressourcen, die von den Krankenh\u00e4usern nicht allein aufgebracht werden k\u00f6nnen, so die Abgeordneten. Die Sicherstellung der Versorgung im Katastrophenfall m\u00fcsse auch Ziel einer ausk\u00f6mmlichen Finanzierung der Krankenh\u00e4user auf Landes- und Bundesebene sein.  Mehr COVAX-Impfstoffdosen zur weltweiten Verteilung  Der 125. Deutsche \u00c4rztetag hat die Bundesregierung aufgefordert, dem internationalen COVAX-Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und weiteren Partnern verst\u00e4rkt Impfstoff zur Verf\u00fcgung zu stellen. W\u00e4hrend in einkommensstarken L\u00e4ndern in Europa und den USA mit der dritten Coronaimpfung begonnen werde, liege die Quote f\u00fcr die erste Impfung in vielen einkommensschwachen L\u00e4ndern, vor allem in Afrika, immer noch im einstelligen Prozentbereich. Je l\u00e4nger dieser Mangel an Impfstoffen bestehe, desto h\u00f6her werde das Risiko f\u00fcr \u00dcbertragungen und Mutationen und somit auch f\u00fcr die Entstehung von Escape-Varianten, warnten die Abgeordneten.  Regelungen zur Lebendorganspende reformieren  Der 125. Deutsche \u00c4rztetag 2021 fordert die politischen Entscheidungstr\u00e4ger auf, die Regelungen zur Lebendorganspende im Transplantationsgesetz (TPG) zu reformieren. Ziel sollte es sein, den Spenderkreis bei der Lebendorganspende auszuweiten und eine Richtlinienkompetenz der Bundes\u00e4rztekammer f\u00fcr den Gesamtbereich der Lebendorganspende festzuschreiben.  Diskriminierungen im Gesundheitswesen verhindern  Diskriminierungen aufgrund rassistischer Zuschreibungen, der geschlechtlichen oder sexuellen Identit\u00e4t, Alter, Behinderung, Religion oder des sozio\u00f6konomischen Status erschweren den Zugang zum Gesundheitssystem und die Inanspruchnahme von medizinischer Versorgung. Der 125. Deutsche \u00c4rztetag hat deshalb die Entwicklung von Strukturen gefordert, um Diskriminierung im Gesundheitswesen zu verhindern. Die Abgeordneten sprachen sich f\u00fcr eine St\u00e4rkung der Antidiskriminierungsarbeit im Gesundheitswesen auf institutioneller und individueller Ebene und die Etablierung von Antidiskriminierungsstellen bei den Landes\u00e4rztekammern aus.  Gute Medizin braucht gute Pflege  Der 125. Deutsche \u00c4rztetag unterst\u00fctzt Forderungen der Pflegeberufe nach einer dringend \u00fcberf\u00e4lligen Verbesserung ihrer Arbeits- und Ausbildungsbedingungen. Er appellierte an alle \u00e4rztlichen Kolleginnen und Kollegen, die Pflegeberufe in diesem Bem\u00fchen auch im Fall tariflicher Auseinandersetzungen zu unterst\u00fctzen. Die Bundesregierung und die Landesregierungen sollten die Arbeitsbedingungen der Pflege in den Krankenh\u00e4usern und der Altenpflege verbessern, um eine nachhaltige Entwicklung des Berufsfeldes zu gew\u00e4hrleisten, so die Abgeordneten. Hierzu geh\u00f6rten insbesondere der Schutz vor \u00dcberlastung, selbstbestimmte Umsetzung und \u00dcberwachung professioneller Standards sowie mehr professionelle Selbstverwaltung der Pflegeberufe.  Corona-Unterst\u00fctzung f\u00fcr Medizinische Fachangestellte  Der \u00c4rztetag hat von der Bundesregierung und den Landesregierungen eine W\u00fcrdigung der besonders hohen beruflichen Belastungen der Medizinischen Fachangestellten in der COVID-19-Pandemie gefordert. Diese solle in Form einer Coronapr\u00e4mie in vergleichbarer H\u00f6he jener Pr\u00e4mie f\u00fcr Besch\u00e4ftigte in Krankenh\u00e4usern gew\u00e4hrt werden.  Dispensierrecht im Notfall und im organisierten Bereitschaftsdienst  Der 125. Deutsche \u00c4rztetag hat den Gesetzgeber aufgefordert, rechtliche Schritte einzuleiten, um ein \u00e4rztliches Dispensierrecht im Rahmen der Notfallversorgung und im organisierten Notdienst zu erm\u00f6glichen. Unverz\u00fcglich ben\u00f6tigte Medikamente zur Behandlung akuter Erkrankungen im Rahmen der ambulanten Notfallversorgung k\u00f6nnten durch die \u00f6rtlichen Apotheken nicht immer zeitgerecht geliefert werden. Hier m\u00fcsse Rechtssicherheit f\u00fcr den behandelnden Arzt geschaffen und die Abgabe von Medikamenten im Notfall oder Notdienst erlaubt werden.  Das vollst\u00e4ndige Beschlussprotokoll finden Sie hier (https:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/fileadmin\/user_upload\/downloads\/pdf-Ordner\/125.DAET\/Beschlussprotokoll_125DAET2021_Stand_02112021.pdf).  Pressekontakt:  Bundes\u00e4rztekammer Stabsbereich Politik und Kommunikation Herbert-Lewin-Platz 1 10623 Berlin  Tel.: 030-400456700 Fax: 030-400456707 E-Mail: presse@baek.de www.baek.de  Original-Content von: Bundes\u00e4rztekammer, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/9062\/5063751\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Berlin, 03.11.2021 &#8211; &#8211; Der 125. Deutsche \u00c4rztetag hat bei seinen Beratungen am 1. und 2. 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