{"id":411627,"date":"2021-11-09T15:24:07","date_gmt":"2021-11-09T15:24:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/starke-kinder-starke-bildung-cjd-kongress-bildung-teilhabe-in-zeiten-der-pandemie\/"},"modified":"2021-11-09T15:24:07","modified_gmt":"2021-11-09T15:24:07","slug":"starke-kinder-starke-bildung-cjd-kongress-bildung-teilhabe-in-zeiten-der-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/starke-kinder-starke-bildung-cjd-kongress-bildung-teilhabe-in-zeiten-der-pandemie\/","title":{"rendered":"Starke Kinder, starke Bildung \/ CJD Kongress &#8222;Bildung &amp; Teilhabe in Zeiten der Pandemie&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Ebersbach (ots) &#8211;   Kinder und Jugendlichen geh\u00f6ren zu den Verlierern der Corona-Pandemie. Das gesellschaftliche Versprechen von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit konnte unter den Rahmenbedingungen von Lockdown und Homeschooling noch weniger eingel\u00f6st werden als in den Zeiten vor Corona. Die Kluft ist gr\u00f6\u00dfer geworden. Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinn\u00fctziger e. V.<!--more--> (CJD) m\u00f6chte den Fokus auf dieses Thema lenken. Deshalb veranstaltete das deutschlandweit aktive Bildungs- und Sozialunternehmen den Fachkongress &#8222;Bildung &amp; Teilhabe in Zeiten der Pandemie&#8220; in Magdeburg. In diesem Engagement unterst\u00fctzt wird das CJD von der Schirmherrin des Fachtages Elke B\u00fcdenbender, Ehefrau des Bundespr\u00e4sidenten. Weitere prominente Redner waren Eva Feu\u00dfner, Bildungsministerin in Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. phil. Kathrin Aghamiri, Fachhochschule M\u00fcnster, Prof. Dr. G\u00fcnther Opp, Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg, Prof. Dr. Andreas Schleicher, Direktor f\u00fcr Bildung bei der OECD, der auch das PISA-Programm verantwortet. Fazit des Kongresses: Kinder sind in Bildungsprozessen deutlich besser unterwegs, wenn sie schon im Kleinkindalter selbst wirksam werden k\u00f6nnen durch das Miteinander mit Gleichaltrigen und mit Erwachsenen. Fr\u00fchkindliche Bildungsangebote unterst\u00fctzen im Zusammenwirken mit den Eltern diese positive Entwicklung.   Bildung ist mehr als die Wissensvermittlung in der Schule und die Schule ist mehr als ein wissensvermittelnder Lernort. Dies hat sich in der Pandemie besonders gezeigt. Es wurde deutlich, wie sehr die Zug\u00e4nge zu Bildung von der Lebenssituation und von den sozialen und finanziellen Rahmenbedingungen der Herkunftsfamilie abh\u00e4ngig sind.   Elke B\u00fcdenbender, Ehefrau des Bundespr\u00e4sidenten und Schirmherrin des Fachtags, sagte in ihrem Gru\u00dfwort: &#8222;Unsere Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft, und wir k\u00f6nnen &#8211; und d\u00fcrfen &#8211; es uns nicht leisten, auch nur einen jungen Menschen zur\u00fcckzulassen. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Teilhabe und darauf, dass wir sie ernst nehmen. Auch sie gestalten unsere Gesellschaft mit und haben Einfluss darauf, ob sie eine offene und andere Menschen nicht diskriminierende Gemeinschaft ist. Die Pandemie hat besonders f\u00fcr den Bereich Bildung Defizite aufgezeigt. Wieder einmal haben vor allem Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die es aus den unterschiedlichsten Gr\u00fcnden schon schwer haben, unter den Beschr\u00e4nkungen und Schulschlie\u00dfungen gelitten &#8211; Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die besondere k\u00f6rperliche oder geistige Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen haben oder aus sozial benachteiligten Familien kommen, wo den Kindern unter Umst\u00e4nden die Unterst\u00fctzung fehlt. Gerade das selbstst\u00e4ndige Lernen war f\u00fcr viele von ihnen enorm schwierig und in manchen F\u00e4llen sogar unm\u00f6glich. Bildung ist der Schl\u00fcssel zu einem selbstbestimmten und damit erf\u00fcllten Leben. Deshalb muss es uns gelingen, allen gleicherma\u00dfen die Chance auf Bildung zu geben. Der Zugang zu Bildung darf nicht l\u00e4nger von der sozialen Herkunft abh\u00e4ngen, und k\u00f6rperliche und geistige Herausforderungen d\u00fcrfen den Zugang ebenfalls nicht versperren.&#8220;   Die Wichtigkeit des Pr\u00e4senzunterrichts betonte Sachsen-Anhalts Bildungsministerin Eva Feu\u00dfner in ihrem Gru\u00dfwort. Nur so k\u00f6nnten Sch\u00fcler, Sch\u00fclerinnen und Lehrkr\u00e4fte pandemiebedingte Defizite wieder aufholen. Schulen seien dabei nicht Treiber der Inzidenzzahlen, sie seien vielmehr die einzige \u00f6ffentliche Einrichtung, in der konsequent getestet werde. Deswegen falle dort die Zahl von Infizierten besonders auf. Daher ergehe erneut der Appell an alle Eltern und impff\u00e4higen Kinder, sich dringend impfen zu lassen. &#8222;Nur so sorgen wir daf\u00fcr, die Schulen im Sinne der Bildungsgerechtigkeit offenzuhalten.&#8220;   &#8222;Beim Stichwort &#8222;Bildung&#8220; denken alle sofort an Schule als Ort von Wissensvermittlung&#8220;, sagte Petra Densborn, Mitglied des CJD Gesamtvorstands und zust\u00e4ndig f\u00fcr die fachlichen Angebote des CJD. Sie machte klar, dass Bildung schon viel fr\u00fcher ansetze, n\u00e4mlich bei den Kleinkindern. &#8222;Gerade die Pandemie und die Folgen des Lockdowns haben gezeigt, wie sehr Kinder andere Kinder und das soziale Miteinander brauchen. Wenn sie sich mit anderen Kindern im Alltag erleben, sich mit ihnen auch auseinandersetzen, erfahren sie, wie sie selbst wirksam werden. Diese Selbstwirksamkeit macht Kinder stark. Die Praxis zeigt, dass Kinder, die ihre Selbstwirksamkeit kennen, ganz selbstverst\u00e4ndlich Strategien entwickelt haben, um Herausforderungen gemeinsam mit anderen zu bestehen. Sie kommen viel leichter in der Schule zurecht, nehmen Bildungsangebote besser an und meistern auch Krisen viel erfolgreicher, als Kinder, die ihre Selbstwirksamkeit nicht entfalten konnten.&#8220;   Die Erfahrungen aus der Praxis untermauerte Professorin Dr. phil. Kathrin Aghamiri, Fachbereich Sozialwesen an der FH M\u00fcnster: &#8222;Bildungsgerechtigkeit bedeutet das aktive Herstellen einer Ordnung in p\u00e4dagogischen Institutionen, denen alle dort Beteiligten zustimmen k\u00f6nnen. Dieses Vorhaben braucht nicht nur ein empathisches Eingehen auf die Bed\u00fcrfnisse junger Menschen, die ganz unterschiedliche Erfahrungen und F\u00e4higkeiten aus ihren Lebenswelten mitbringen, sondern in Anlehnung an Dewey auch eine demokratische(re) Gestaltung der Kitas, Schulen und Wohngruppen als &#8222;kleine Gesellschaft&#8220;. D.h. die jungen Leute treffen dort gemeinsam Entscheidungen und handeln das Alltagsleben miteinander aus. Damit das klappt, muss es von den P\u00e4dagogen und P\u00e4dagoginnen gewollt und begleitet werden. Das hei\u00dft: Partizipation beginnt in den K\u00f6pfen der Erwachsenen!&#8220;   Aus Sch\u00fclersicht ging ein Appell nicht an die p\u00e4dagogischen Fachkr\u00e4fte, sondern an Unternehmen. Lilly Stemmler, Sch\u00fclerin der CJD Christophorus Gemeinschaftsschule in Droy\u00dfig machte darauf aufmerksam, bei Stellenbesetzungen nicht nur auf den Schulabschluss zu schauen, sondern auf die fachlichen Qualifikationen. In Stellenausschreibungen w\u00fcrde fast ausschlie\u00dflich die Hochschulreife verlangt. Die n\u00f6tigen fachlichen und sozialen Anforderungen w\u00fcrde sie jedes Mal erf\u00fcllen &#8211; bis auf das Abitur, sagte die Sechzehnj\u00e4hrige, die kommenden Sommer ihren erweiterten Realschulabschluss macht. &#8222;Es w\u00e4re gut, wenn erkannt w\u00fcrde, dass auch Realsch\u00fcler vieles sehr gut leisten, denn wir k\u00f6nnen auch was!&#8220;   Der Fachtag zeigt, wie viele Facetten das Thema Bildungsgerechtigkeit hat. Das CJD als deutschlandweit agierendes Bildungs- und Sozialunternehmen macht sich f\u00fcr Bildungsgerechtigkeit stark. &#8222;Gerade die Pandemie zeigt, wie schnell Kinder abh\u00e4ngt werden, deren Familien sie nicht f\u00f6rdern k\u00f6nnen, weil den Eltern die Zeit oder auch die F\u00e4higkeiten fehlen. Dieses Ph\u00e4nomen zieht sich durch alle sozialen und Bildungsschichten&#8220;, so Densborn weiter. Mit dem Kongress in Magdeburg will das CJD den Fokus der \u00d6ffentlichkeit auf dieses gesellschaftlich wichtige Thema lenken. &#8222;Bildungsgerechtigkeit muss \u00fcber die Schule hinaus gedacht werden. Daf\u00fcr haben wir gemeinsam mit Wissenschaft und Politik einen ersten Vorsto\u00df gemacht. Wir wollen das Thema jetzt noch weiter vorantreiben und sind dankbar, dass wir mit Elke B\u00fcdenbender eine so fachlich versierte und prominente Unterst\u00fctzerin haben.&#8220;   \u00dcber das CJD  Das CJD ist eines der gr\u00f6\u00dften Bildungs- und Sozialunternehmen in Deutschland. Seine mehr als 10.500 Mitarbeitenden f\u00f6rdern und begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene an \u00fcber 350 Standorten in Kitas, Schulen, Berufsbildungswerken und Lehrbetrieben, in Kliniken, Reha-Einrichtungen, Wohngruppen und Werkst\u00e4tten. Der seit der Gr\u00fcndung des Werkes 1947 gepr\u00e4gte Leitgedanke &#8222;Keiner darf verloren gehen!&#8220; bedeutet heute f\u00fcr das CJD, dass jeder Mensch das Recht hat, Teil der Gesellschaft zu sein. Das CJD unterst\u00fctzt Menschen auf diesem Weg. Es bef\u00e4higt Menschen, ihre Pers\u00f6nlichkeit zu entfalten und ein selbstst\u00e4ndiges Leben zu f\u00fchren durch bed\u00fcrfnisorientierte und vernetzte Angebote.   Pressekontakt:  CJD Zentrale | Pressestelle Teckstra\u00dfe 23 | 73061 Ebersbach fon 0 71 63 930-130 | fax 0 71 63 930-288 inka.bihler-schwarz@cjd.de  Original-Content von: Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinn\u00fctziger e. V. (CJD), \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/62766\/5068641\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ebersbach (ots) &#8211; Kinder und Jugendlichen geh\u00f6ren zu den Verlierern der Corona-Pandemie. 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