{"id":41249,"date":"2011-08-29T11:58:58","date_gmt":"2011-08-29T09:58:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=41249"},"modified":"2011-08-29T11:58:58","modified_gmt":"2011-08-29T09:58:58","slug":"eine-milliarde-euro-subventionen-pro-jahr-fur-industrielle-geflugel-und-schweineproduktion-bund-gravierende-fehlleitung-von-steuergeldern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/eine-milliarde-euro-subventionen-pro-jahr-fur-industrielle-geflugel-und-schweineproduktion-bund-gravierende-fehlleitung-von-steuergeldern\/","title":{"rendered":"Eine Milliarde Euro Subventionen pro Jahr f\u00fcr industrielle Gefl\u00fcgel- und Schweineproduktion. BUND: Gravierende Fehlleitung von Steuergeldern"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-34535\" href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2011\/05\/atomausstieg-bis-2022-ist-kein-konsens-mit-den-umweltverbanden-merkel-stilisiert-sich-als-mutter-theresa-der-energiewende-der-versprochene-schnellstmogliche-atomausstieg-wurde-vertagt\/bund_logo\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-34535\" title=\"BUND_Logo\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/BUND_Logo.gif\" alt=\"\" width=\"164\" height=\"58\" \/><\/a>Berlin (ots) &#8211; Nach Recherchen des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind in Deutschland in den Jahren 2008 und 2009 jeweils \u00fcber eine Milliarde Euro an Agrarsubventionen in die industrielle Massentierhaltung von Schweinen und Gefl\u00fcgel geflossen. Pro Jahr wurden davon rund 950 Millionen f\u00fcr den Anbau von Futtermitteln f\u00fcr Mastschweine, Masth\u00fchner und Puten ausgegeben. Der Bau gro\u00dfer Mastanlagen wurde im Jahr mit durchschnittlich etwa 80 Millionen Euro bezuschusst. Knapp 20 Millionen Euro gingen j\u00e4hrlich, meist in Form von Exportsubventionen, direkt an die zehn gr\u00f6\u00dften Schlachtfirmen.<!--more--><\/p>\n<p>Die meisten Subventionen f\u00fcr neue Gefl\u00fcgel- und Schweinemastanlagen im Jahr 2008 flossen mit rund 26 Millionen Euro an Unternehmen in Sachsen. 2009 erhielten bayerische Schweine- und Gefl\u00fcgelmastbetriebe mit rund 20 Millionen Euro das meiste Geld. Hauptempf\u00e4nger von Subventionen an Gro\u00dfschlachtereien waren das in Brandenburg ans\u00e4ssige Unternehmen &#8222;Doux Gefl\u00fcgel&#8220; mit 4,7 Millionen im Jahr 2008 und die nordrhein-westf\u00e4lische &#8222;T\u00f6nnies Fleischwerk GmbH&#8220; mit 3,3 Millionen Euro in 2009.<\/p>\n<p>Die pauschale Vergabe der Subventionen schade der Umwelt und beeintr\u00e4chtige die Wettbewerbsf\u00e4higkeit \u00f6kologisch und besonders tiergerecht produzierender Fleischerzeuger, kritisierte der BUND. Die Gelder w\u00fcrden zudem die \u00dcberproduktion von Fleisch f\u00f6rdern. Inzwischen ginge statistisch jedes zehnte in Deutschland geschlachtete Schwein in den Export. Auch Gefl\u00fcgel werde hierzulande mehr produziert als verzehrt. Der BUND forderte einen unverz\u00fcglichen Stopp der Subventionen f\u00fcr die Fleischindustrie.<\/p>\n<p>Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: &#8222;Die Massentierhaltung schadet dem Klima und der Artenvielfalt, belastet durch \u00dcberd\u00fcngung die Gew\u00e4sser und setzt Tiere unn\u00f6tigen Leiden aus. Der hohe Antibiotikaeinsatz stellt ein Gesundheitsrisiko dar und das aus den Stallanlagen austretende Ammoniak beeintr\u00e4chtigt Anwohner und Umwelt. Die Agrarsubventionen versch\u00e4rfen diese Probleme noch und f\u00f6rdern zudem Konzentrationsprozesse bei Mast- und Schlachtbetrieben, womit Arbeitspl\u00e4tze verloren gehen. Die pauschale Subventionierung der Massentierhaltung muss deshalb durch eine gezielte F\u00f6rderung besonders nachhaltiger Fleischerzeugung und regionaler Verarbeitung ersetzt werden.&#8220;<\/p>\n<p>Agrarsubventionen m\u00fcssten k\u00fcnftig an strengere Umwelt- und Tierschutzstandards gebunden werden, als sie derzeit in Deutschland gelten, forderte der BUND-Vorsitzende. Dies schaffe Anreize f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige, nachhaltige und tierschutzgerechte Erzeugung von Lebensmitteln. Bei der aktuell anstehenden Agrarreform plane die EU-Kommission zwar, zumindest 30 Prozent der Zahlungen von Umweltschutzma\u00dfnahmen abh\u00e4ngig zu machen. Dies sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die bisher diskutierten Ma\u00dfnahmen seien jedoch noch unzureichend. So sollen Monokulturen und die Vernichtung artenreichen Weidelands weiter m\u00f6glich bleiben. Auch Tierschutzkriterien fehlten bisher v\u00f6llig.<\/p>\n<p>Jochen Dettmer, Sprecher des BUND-Arbeitskreises Landwirtschaft: &#8222;Agrarbetriebe, die Geld vom Staat erhalten wollen, sollten k\u00fcnftig etwas daf\u00fcr tun m\u00fcssen. F\u00fcr den Klima-, Arten- und Gew\u00e4sserschutz muss die Abh\u00e4ngigkeit von Importen an Soja verringert werden, das ganz \u00fcberwiegend gentechnisch ver\u00e4ndert ist. Daf\u00fcr m\u00fcssen Empf\u00e4nger von Direktzahlungen als Gegenleistung k\u00fcnftig Eiwei\u00dfpflanzen in ihre Fruchtfolgen integrieren. Jeder Betrieb muss zudem zehn Prozent seiner Betriebsfl\u00e4che als Schutzfl\u00e4che f\u00fcr die Artenvielfalt zur Verf\u00fcgung stellen.&#8220; Wiesen und Weiden d\u00fcrften keinesfalls ersatzlos umgepfl\u00fcgt werden. Monokulturen und zu kurze Fruchtfolgen auf Ackerland m\u00fcssten ein Ausschlusskriterium f\u00fcr Subventionen sein.<\/p>\n<p>Die BUND-Recherche zeige, dass f\u00fcr die Umstellung der Landwirtschaft auf mehr Tier- und Umweltschutz in der Nutztierhaltung hierzulande prinzipiell etwa eine Milliarde Euro pro Jahr zur Verf\u00fcgung stehe. Bund und L\u00e4nder seien jetzt gefordert, ihren Anteil an den Subventionen an hohe Tier- und Umweltschutzkriterien zu binden. Vorbildlich seien hier Unternehmen der \u00d6kobranche wie beispielsweise die Fleischerzeuger des Verbandes Neuland. Geschlossen werden m\u00fcssten au\u00dferdem L\u00fccken und Hintert\u00fcren in der D\u00fcnge-Verordnung, bei der Umsetzung der EU-Tierschutzrichtlinie und im Bau- und Immissionsrecht.<\/p>\n<p>Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin: &#8222;Um die Akzeptanz der Landwirtschaft in der Bev\u00f6lkerung zu steigern, muss die B\u00fcrgerbeteiligung bei der Genehmigung neuer Mastanlagen erheblich gest\u00e4rkt werden. Es darf nicht sein, dass gegen den Willen der Betroffenen vor Ort mit weiteren Massentierhaltungsanlagen die \u00dcberproduktion noch versch\u00e4rft wird. Auch wenn das zuviel produzierte Fleisch anschlie\u00dfend exportiert wird, so verbleiben G\u00fclle, Abf\u00e4lle, Verkehrsl\u00e4rm und Emissionen in der Region, wo produziert wird und beeintr\u00e4chtigen dort die Umwelt und die Gesundheit der Menschen und Tiere.&#8220;<\/p>\n<p>Die BUND-Recherche &#8222;Subventionen f\u00fcr die intensive Gefl\u00fcgel- und Schweinehaltung in den Jahren 2008 und 2009&#8220; finden Sie im Internet zum Download unter: www.bund.net\/fleischsubventionen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Nach Recherchen des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind in Deutschland in den Jahren 2008<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-41249","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41249","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41249"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41249\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41249"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41249"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41249"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}