{"id":413176,"date":"2021-11-26T15:57:26","date_gmt":"2021-11-26T15:57:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/welt-aids-tag-covid-19-pandemie-ueberschattet-eindaemmung-von-hiv\/"},"modified":"2021-11-26T15:57:26","modified_gmt":"2021-11-26T15:57:26","slug":"welt-aids-tag-covid-19-pandemie-ueberschattet-eindaemmung-von-hiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/welt-aids-tag-covid-19-pandemie-ueberschattet-eindaemmung-von-hiv\/","title":{"rendered":"Welt-Aids-Tag: COVID-19-Pandemie \u00fcberschattet Eind\u00e4mmung von HIV"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211;   UNAIDS, der Globale Fonds zur Bek\u00e4mpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria, die Deutsche Aidshilfe und das Aktionsb\u00fcndnis gegen AIDS warnen gemeinsam vor R\u00fcckschritten und verdeutlichen die Notwendigkeit entschiedenen Handelns. Deutschland sollte dabei eine Schl\u00fcsselrolle einnehmen.<!--more-->  COVID-19-bedingte Einschr\u00e4nkungen haben vielerorts Ma\u00dfnahmen gegen HIV und Aids zur\u00fcckgeworfen. Diese Entwicklung droht die hart errungenen Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte zunichte zu machen. Das ist das Fazit eines Online-Pressegespr\u00e4chs zur weltweiten HIV\/Aids-Situation am heutigen Freitag mit UNAIDS-Exekutiv-Direktorin Winnie Byanyima, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Deutschen Aidshilfe (DAH), Silke Klumb, der ukrainischen Aktivistin Valeriia Rachynska, die auch Vorst\u00e4ndin des Globalen Netzwerks der Menschen mit HIV (GNP+) ist, sowie dem Exekutiv-Direktor des Globalen Fonds, Peter Sands.   Dringender Handlungsbedarf   Die Expert*innen waren sich einig: Es besteht dringender Handlungsbedarf, um bisherie Erfolge in der HIV-Bek\u00e4mpfung zu verteidigen und weiter voranzubringen. Eine besondere Verantwortung kommt hier der k\u00fcnftigen Bundesregierung zu: Globale Gesundheit und HIV\/Aids m\u00fcssen weiterhin einen hohen Stellenwert auf der politischen Agenda einnehme, und die n\u00f6tigen globalen Ma\u00dfnahmen ben\u00f6tigen ein starkes finanzielles Engagement. Nur mit vollem Einsatz l\u00e4sst sich das im Rahmen der Agenda 2030 formulierte Ziel nachhaltiger Entwicklung (SDG 3), Aids bis 2030 zu beenden, noch erreichen.   UNAIDS-Exekutiv-Direktorin Winnie Byanyima, gerade von einer Reise in die Demokratische Republik Kongo zur\u00fcckgekehrt, sagte dazu:   &#8222;Heute sind fast 30 Millionen Menschen in Behandlung &#8211; die Welt hat im Kampf gegen HIV schon einen weiten Weg zur\u00fcckgelegt, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Noch immer warten rund 10 Millionen Menschen auf eine Behandlung, und im Jahr 2020 gab es 1,5 Millionen neue HIV-Infektionen. Daher m\u00fcssen die Bem\u00fchungen verst\u00e4rkt werden, um HIV-Behandlung, Pflege und Pr\u00e4ventionsangebote zu den Menschen zu bringen, die sie am dringendsten ben\u00f6tigen, insbesondere junge Frauen und M\u00e4dchen und andere marginalisierte Gruppen. Wir m\u00fcssen die Ungleichheiten angehen, die die HIV-Epidemie bei jungen Frauen und M\u00e4dchen vorantreiben &#8211; also nicht nur biomedizinische Ma\u00dfnahmen ergreifen, die das Risiko einer HIV-Infektion verringern, sondern auch die sozialen und wirtschaftlichen Faktoren, die Frauen und M\u00e4dchen einem Risiko aussetzen.&#8220;   In West- und Zentralafrika, wo die Situation nach wie vor sehr bedrohlich ist, entfallen 44 Prozent der HIV-Neuinfektionen auf besonders gef\u00e4hrdete Personengruppen wie Sexarbeiter*innen oder Transgender-Personen, weitere 27 Prozent auf ihre Sexualpartner*innen. In vielen osteurop\u00e4ischen und zentralasiatischen L\u00e4ndern ist die Stigmatisierung von M\u00e4nnern, die Sex mit M\u00e4nnern haben sowie die Verfolgung und Marginalisierung von intraven\u00f6s Drogen konsumierenden Menschen ein Treiber der Epidemie &#8211; dies f\u00fchrt unter anderem dazu, dass ihr Zugang zu dringend ben\u00f6tigten Pr\u00e4ventionsangeboten erschwert ist.   Byanyima betonte au\u00dferdem, L\u00e4nder wie Deutschland m\u00fcssten jetzt mit &#8222;Technologie und Know-how&#8220; helfen, dass alle Menschen Zugang zu einer Covid-Impfung bek\u00e4men und der tempor\u00e4ren Aussetzung des TRIPS-Abkommen zu geistigen Eigentumsrechten auf Covid-19-Technologien zuzustimmen.   COVID-19 beeintr\u00e4chtigt HIV-Programme  Der Globale Fonds unterst\u00fctzt seit seiner Gr\u00fcndung vor 20 Jahren HIV-, Tuberkulose- und Malariaprogramme in seinen Partnerl\u00e4ndern. 44 Millionen Menschenleben konnten so bis Ende 2020 gerettet werden. Aids-bedingte Todesf\u00e4lle sind seit 2002 um 65 Prozent und Neuinfektionen um 54 Prozent zur\u00fcckgegangen.   Exekutiv-Direktor Peter Sands berichtete von den dramatischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf HIV-Programme: So ging beispielsweise 2020 im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der HIV-Tests um 22 Prozent zur\u00fcck. Auch der R\u00fcckgang der Tuberkulose-Therapien um 18 Prozent kann katastrophale Folgen haben, da Tuberkulose die h\u00e4ufigste Todesursache bei Menschen mit HIV ist. Wie sich diese Einbr\u00fcche in den kommenden Jahren auf die \u00dcberlebenswahrscheinlichkeit auswirken, ist bisher nicht abzusch\u00e4tzen.   Der Globale Fonds konnte, auch mithilfe deutscher Unterst\u00fctzung, z\u00fcgig auf COVID-19 reagieren: Bis November 2021 wurden 4,1 Milliarden US-Dollar f\u00fcr 106 L\u00e4nder sowie 20 Mehrl\u00e4nderprogramme bewilligt, um COVID-19 einzud\u00e4mmen und gleichzeitig HIV-, TB- und Malariaprogramme an die neue Lage anzupassen und fortzusetzen.   \u00dcber die jetzt n\u00f6tigen Schritte sagte Sands:   &#8222;Gemeinsam mit den L\u00e4ndern, Gemeinschaften und betroffenen Menschen arbeiten wir daran, \u00fcberlebenswichtige HIV-Programme trotz der zus\u00e4tzlichen Belastung fortzusetzen. Entscheidend bei der Eind\u00e4mmung von Infektionskrankheiten ist, den Ausbau nachhaltiger und zug\u00e4nglicher Gesundheitssysteme sowie die Versorgungstrukturen in den Gemeinden zu st\u00e4rken. Mit starken Partnern, mehr politischem Willen und mehr Ressourcen k\u00f6nnen wir die von COVID-19 verursachten R\u00fcckschl\u00e4ge \u00fcberwinden und uns aktuellen und zuk\u00fcnftigen Gesundheitsbedrohungen geschlossen stellen.&#8220;   Betroffene Gruppen und Zivilgesellschaft sind der Schl\u00fcssel  Sowohl UNAIDS als auch der Globale Fonds setzen in ihren Strategien auf die Einbindung der Zivilgesellschaft und der von HIV, Tubekulose und Malaria betroffenen Communitys.   Wie wichtig dieser Ansatz ist, betonte die ukrainische Aktivistin Valeriia Rachinska von der Organisation 100% LIFE und Vorstandsmitglied des Global Network of People Living with HIV (GNP+):   &#8222;Eine der erfolgreichsten Investitionen, die der Globale Fonds je get\u00e4tigt hat, ist die in Organisationen, die durch Vertreter*innen der betroffenen Communitys gef\u00fchrt werden. Diese haben eine sehr starke Motivation, Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren, denn sie wollen am Leben bleiben und das Leben anderer Menschen retten. Dank der Unterst\u00fctzung des Globalen Fonds konnten sich entsprechende Organisationen schnell anpassen und auf die Herausforderungen von COVID-19 reagieren. Das System, das zur Bek\u00e4mpfung der HIV- und Tuberkulose-Epidemien aufgebaut wurde, war am besten f\u00fcr die Herausforderungen von COVID-19 vorbereitet.&#8220;   DAH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Silke Klumb unterstrich ebenfalls die Bedeutung, die Zusammenarbeit mit Communitiys und der Zivilgesellschaft in der Planung und Umsetzung von HIV-Programmen f\u00fcr die erfolgreiche Eind\u00e4mmung hat:   &#8222;Die Einbindung der am st\u00e4rksten betroffenen Gruppen auf Augenh\u00f6he ist auch in Deutschland der Schl\u00fcssel zu erfolgreicher HIV-Pr\u00e4vention. Dass UNAIDS und der Globale Fonds diesen Weg ausbauen wollen, verdient jede Unterst\u00fctzung. Deutschland ist der viertgr\u00f6\u00dfte Geber des Globalen Fonds. Wir blicken auf die Finanzierungskonferenz in 2022, dem Jahr der deutschen G7-Pr\u00e4sidentschaft: Die neue Regierung muss mit gutem Beispiel vorangehen und den erh\u00f6hten Finanzbedarf in Covid-Zeiten und danach decken helfen &#8211; mit einer deutlichen Erh\u00f6hung der deutschen Beitr\u00e4ge. Deutschland wird international als &#8218;Global Health Champion&#8216; wahrgenommen. Wir erwarten, dass unser Land diesem Ansehen gerecht wird.&#8220;   Konferenz zu HIV und COVID-19 weltweit  Am 1. Dezember richtet das Aktionsb\u00fcndnis gegen AIDS gemeinsam mit der Deutschen Aidshilfe, AIDS Action Europe, GNP+ und GFAN Asia Pacific eine internationale Konferenz aus, bei der die hier angesprochenen Themen und Zusammenh\u00e4nge mit Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, Politiker*innen und Vertreter*innen von UAIDS und des Globalen Fonds vertieft werden. Medienschaffende sind willkommen.   &#8222;Global Health Champion Deutschland?! Von HIV zu SARS-CoV-2. Was haben wir (nicht) gelernt?&#8220; Mehr Informationen und Anmeldung (https:\/\/docs.google.com\/forms\/d\/e\/1FAIpQLSddzZ4syKfuSq7MzQe100nCSgoAWeNVliuxQ-qxWoH4Rv8lIQ\/viewform).   UNAIDS (http:\/\/www.unaids.org)  Aktionsb\u00fcndnis gegen AIDS (https:\/\/www.aids-kampagne.de\/)  Globaler Fonds zur Bek\u00e4mpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (https:\/\/www.theglobalfund.org\/en\/)  Deutsche Aidshilfe (https:\/\/www.aidshilfe.de)  Pressekontakt:  Deutsche Aidshilfe Holger Wicht &#8211; Pressesprecher Tel. (030) 69 00 87 &#8211; 16 presse@dah.aidshilfe.de www.aidshilfe.de  Original-Content von: Deutsche Aidshilfe, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/14407\/5084152\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; UNAIDS, der Globale Fonds zur Bek\u00e4mpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria, die Deutsche Aidshilfe und das Aktionsb\u00fcndnis<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-413176","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/413176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=413176"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/413176\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=413176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=413176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=413176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}