{"id":414957,"date":"2021-12-16T09:30:06","date_gmt":"2021-12-16T09:30:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/30-jahre-unabhaengiges-kasachstan-erinnerungen-deutscher-botschafter-foto\/"},"modified":"2021-12-24T13:23:40","modified_gmt":"2021-12-24T12:23:40","slug":"30-jahre-unabhaengiges-kasachstan-erinnerungen-deutscher-botschafter-foto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/30-jahre-unabhaengiges-kasachstan-erinnerungen-deutscher-botschafter-foto\/","title":{"rendered":"30 Jahre unabh\u00e4ngiges Kasachstan: Erinnerungen deutscher Botschafter (FOTO)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"size-full aligncenter\" title=\"Die Pyramide des Friedens und der Eintracht in der Hauptstadt Nur-Sultan: Seit 1991 unabh\u00e4ngig, ist Kasachstan heute ein modernes Land mit vielf\u00e4ltiger Kultur, in dem mehr als 100 Ethnien und 18 Konfessionen friedlich zusammenleben. \/ 30 Jahre unabh\u00e4ngiges Kasachstan: Erinnerungen deutscher Botschafter \/ Weiterer Text \u00fcber ots und www.presseportal.de\/nr\/139401 \/ Die Verwendung dieses Bildes ist f\u00fcr redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Ver\u00f6ffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.\" src=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/b4d05317-c0a8-45c0-9f7c-266a7e535bc1\/Kasachstan-PramideDe~ltan-25.11.2021.jpg\" \/><\/p>\n<p>Berlin (ots) &#8211; Im Jahr 1991 zerfiel die ehemalige Sowjetunion, am 16.12. wurde Kasachstan unabh\u00e4ngig. &#8222;Heute ist Kasachstan ein modernes Land mit vielf\u00e4ltiger Kultur, in dem mehr als 100 Ethnien und 18 Konfessionen friedlich zusammenleben&#8220; so Kasachstans Botschafter in Berlin Dauren Karipov.<!--more--> Kasachstan erfahre gerade radikale Ver\u00e4nderungen durch weitreichende demokratische Reformen, von der Wirtschaft bis zum Justizsystem. &#8222;Wir leben seit 30 Jahren in Frieden und Einheit. Das kasachische Entwicklungsmodell basiert auf Dialog&#8220;. Zu Deutschland hat Kasachstan eine sehr enge Verbindung. Hunderttausende ethnische Deutsche kehrten im Laufe der Jahre aus Kasachstan in ihre urspr\u00fcngliche Heimat zur\u00fcck. Zusammen mit denen, die heute in Kasachstan leben, bilden sie eine &#8222;lebendige Br\u00fccke &#8211; eine Br\u00fccke der Freundschaft und des Vertrauens&#8220;, so Dauren Karipov. Diese Br\u00fccke zu bauen halfen die deutschen Botschafter in Kasachstan kr\u00e4ftig mit. Einige davon erinnern sich. Deutschlands erster Botschafter im unabh\u00e4ngigen Kasachstan von 1992 bis 1995 hie\u00df Dr. Eike Edzard Bracklo. &#8222;Ich habe den jetzigen Pr\u00e4sidenten Tokayev am Anfang meiner Zeit dort beim Nationalfeiertag pers\u00f6nlich kennengelernt. Eine sehr angenehme Erinnerung, er war damals Staatssekret\u00e4r&#8220;, verbindet der 87-J\u00e4hrige jahrzehntelange Diplomat aus Leidenschaft Vergangenheit und Gegenwart. Und getan habe sich seit der Unabh\u00e4ngigkeit viel. &#8222;In den Anf\u00e4ngen des Staates funktionierte vieles nicht. Kasachstan war noch ein Atomland. Aber sie haben geschickt operiert, haben Sicherheitsgarantien bekommen und dann freiwillig auf die Atomwaffen verzichtet&#8220;, so Dr. Bracklo. In seiner Zeit als Diplomat bei der UNO, im Kalten Krieg, sei ein Atomwaffenverzicht nicht denkbar gewesen, erinnert sich Bracklo. &#8222;Atomwaffen zu verbannen und das Testgel\u00e4nde Semipalatinsk zu schlie\u00dfen, wie 1991 geschehen, war popul\u00e4r in Kasachstan. Die Leute sagten, das ist jetzt ein neues Land, das wollen wir intakt halten.&#8220; Tokayev habe hier damals bereits eine Rolle gespielt. Aufgewachsen ist Eike Edzard Bracklo in China, als Sohn eines deutschen Diplomaten. Vor der Berufung zum Botschafter in Kasachstan war er Generalkonsul in Hongkong. &#8222;Dann wurde ich gefragt, ob ich, statt meine Karriere im Ausw\u00e4rtigen Amt in Bonn fortzusetzen, wie es \u00fcblich gewesen w\u00e4re, nach Kasachstan wolle.&#8220; Genscher habe gleich bei seinem ersten Besuch in Kasachstan einen Botschafter versprochen. Eine neue Botschaft in einem eben unabh\u00e4ngig gewordenen Land aufzubauen, das sei schon eine &#8222;eine besondere Herausforderung&#8220; gewesen und eben das habe ihn gereizt. &#8222;Ein bezugsf\u00e4higes Geb\u00e4ude in der damaligen Hauptstadt Almaty hatten wir noch nicht, erst einmal arbeiteten wir von Hotels aus. Dann kamen wir in einer ehemaligen Bibliothek unter, die Botschafter Englands, Frankreichs und Deutschlands gemeinsam, das war wie eine europ\u00e4ische Botschaft&#8220;, erinnert sich Dr. Bracklo. Kasachische Angestellte, die deutsch sprachen, seien eine gro\u00dfe Hilfe gewesen. &#8222;Ru\u00dflanddeutsche waren das gro\u00dfe Thema in dieser Zeit&#8220;. Von Stalin in den 1940er Jahren nach Osten deportierte Wolgadeutsche litten schwer, obgleich &#8222;zum Gro\u00dfteil loyale Sowjetb\u00fcrger&#8220;. Die Ru\u00dflanddeutschen seien schon immer flei\u00dfig und wirtschaftlich erfolgreich gewesen. Die Trennung von Ru\u00dfland 1991, die Aufl\u00f6sung der Sowjetunion, habe im Vielv\u00f6lkerstaat Kasachstan potentiell Konflikte bef\u00fcrchten lassen. &#8222;Nur 50% der Bev\u00f6lkerung waren Kasachen, neben vielen anderen Ethnien, Russen, Deutsche, Koreaner, Usbeken und so weiter&#8220;. Der damalige Pr\u00e4sident Nasarbajew habe es geschafft, dass der \u00dcbergang in die Selbstst\u00e4ndigkeit friedlich verlief. &#8222;Die Kasachen haben gelitten unter dem kommunistischen Regime, die Eliten waren russisch gepr\u00e4gt&#8220;, die kasachische Sprache musste als Staatssprache wiederbelebt werden. &#8222;Es bestand die gro\u00dfe Gefahr, dass jeder der zentralasiatischen Staaten sein eigenes S\u00fcppchen kocht&#8220;, blendet Botschafter a.D. Dr. Bracklo zur\u00fcck. Nicht so in Kasachstan. &#8222;Die Aufbruchstimmung war damals deutlich zu sp\u00fcren&#8220;, trotz der Probleme mit der Korruption. Die Gesch\u00e4fte seien anfangs leergefegt gewesen, das habe man mit gro\u00dfem Eifer ge\u00e4ndert und zu wirtschaften begonnen. &#8222;Ich w\u00fcrde gerne einmal wieder dorthin, bin jetzt 87, habe aber noch Lust zu reisen&#8220;, zeigt sich Bracklo unternehmungslustig. Das Reisen und die Weltoffenheit war ihm in die Wiege gelegt, &#8222;mein Vater wurde als Diplomat in China von einer Provinz in die andere versetzt. In Peking besuchte ich eine amerikanische Schule.&#8220; Gattin Dominique Bracklo , halb Franz\u00f6sin, halb Deutsche, erinnert sich ebenso gerne an die &#8222;aufregende Pionierarbeit&#8220; in Almaty. Auch sie schw\u00e4rmt von der wunderbaren Landschaft, der kulturellen Vielfalt, die Kasachstan biete. In das gesellschaftliche Leben eingebracht haben sich aus Liebe zum Gastland beide: Dominique und Eike Edzard Bracklo waren Mitbegr\u00fcnder der Rotarygesellschaft in Kasachstan. Dr. Guido Herz war deutscher Botschafter in Kasachstan von 2011 bis 2016. Das erste Mal verschlug es den heute 70-j\u00e4hrigen Ex-Diplomaten als Inspekteur des Ausw\u00e4rtigen Amts 2004 nach Almaty. Er sollte kl\u00e4ren, ob die Botschaft in die neue Hauptstadt Astana im Norden Kasachstans verlegt werden k\u00f6nne &#8211; was dann auch so geschah. &#8222;Astana war eine ziemlich graue Stadt im Aufbau. Sieben Jahre sp\u00e4ter kam ich dann als Botschafter nach Astana, die Stadt hatte sich sehr zum Positiven gewandelt&#8220;, erinnert sich Herz. Es sei gelungen, neue Architektur in die alte Stadt zu bringen, Wirtschaft und Kultur einzubinden. &#8222;Astana, heute Nur-Sultan, gelang es, die Hauptstadtfunktion auch wirklich zu \u00fcbernehmen&#8220;. &#8222;Die Frage der Nachfolge des ersten Pr\u00e4sidenten Nasarbajew war immer pr\u00e4sent, die Furcht vor einem B\u00fcrgerkrieg war gro\u00df, im Lande und bei den internationalen Beobachtern.&#8220; Dem von ethnischen Russen dominierten Bereich im Norden Kasachstans stand der S\u00fcden mit ethnischen Kasachen gegen\u00fcber. Eine Losl\u00f6sung des Nordens vom S\u00fcden schien nicht ausgeschlossen, erinnert sich Guido Herz. &#8222;Es gab im Grunde zwei L\u00e4nder, de facto ein S\u00fcdsibirien und ein zentralasiatisches Land. Nasarbajew hat daraus ein Land geformt, das war eine staatsm\u00e4nnische Leistung.&#8220; Kasachstan sei bei der Unabh\u00e4ngigkeit ein vages, wirtschaftlich fragiles Staatsgebilde gewesen, &#8222;pr\u00e4destiniert f\u00fcr Grenzstreitigkeiten mit den Nachbarn&#8220;. &#8222;Es gab aber keine Konflikte, auch nicht in dem heiklen Gebiet Kaspisches Meer, trotz des Streitpunktes Erd\u00f6l&#8220;, blendet Herz zur\u00fcck. Kasachstan sei noch kein Rechtsstaat westdeutschen Zuschnitts, kenne aber seine Schw\u00e4chen und arbeite daran. &#8222;Kasachstan war zu Sowjetzeiten eine fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig zwar gro\u00dfe, ansonsten aber unbedeutende Sowjetrepublik, in der von der Moskauer Zentralmacht Gulag-Straflager unterhalten wurden, in die unliebsame Menschen und sogar ganze V\u00f6lkerschaften wie zum Beispiel die Russlanddeutschen, deportiert wurden&#8220;, so Dr. Guido Herz. Moskau habe das umweltpolitisch und f\u00fcr die Gesundheit der dortigen Bev\u00f6lkerung verheerende Atomtestgel\u00e4nde Semipalatinsk eingerichtet, oder auch den &#8222;Weltraumbahnhof&#8220; Baikonur. &#8222;Trotz denkbar schlechter Voraussetzungen bei der Unabh\u00e4ngigkeit 1991 ist Kasachstan heute das einflussreichste, wohlhabendste und stabilste Land Zentralasiens. Die deutsch-kasachischen Beziehungen waren seit 1991 vertrauensvoll und konstruktiv. Ich selbst habe mich als deutscher Botschafter in Astana immer gut aufgenommen gef\u00fchlt.&#8220; Rolf Mafael, Botschafter Deutschlands in Kasachstan von 2016 bis 2018, spricht von &#8222;zwei h\u00f6chst intensiven Jahren&#8220;. Es sei dem Pr\u00e4sidenten &#8222;hervorragend gelungen&#8220;, Kasachstan, nicht zuletzt mit Ereignissen wie der Expo 2017, &#8222;fest auf der internationalen Ebene zu verankern&#8220;. &#8222;Das Spannungsfeld, in dem sich Kasachstan bewegt, wird st\u00e4rker &#8211; die Lage zwischen China und Russland bietet aber auch Gestaltungsm\u00f6glichkeiten&#8220;, so sei Kasachstan ein &#8222;Schl\u00fcsselland f\u00fcr die neue Seidenstrasse&#8220;. Kasachstan wolle aber nicht nur Transitland sein, sondern sich wirtschaftlich breit aufstellen und entlang der Transitrouten m\u00f6glichst viele Investitionen ansiedeln. Dabei blicke man nicht nur in eine Richtung, sondern versuche ebenso wie beim Konzept der &#8222;multivektoriellen Au\u00dfenpolitik&#8220; m\u00f6glichst viele L\u00e4nder zu engagieren. Der EU komme dabei als herausgehobenem Investitions- und Handelspartner eine besonders wichtige Rolle zu&#8220;, so Mafael, zuletzt St\u00e4ndiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat. Mafael beobachtete in seiner Zeit als Botschafter &#8222;ein Ringen um die kasachische kulturelle Identit\u00e4t im Vielv\u00f6lkerstaat Kasachstan&#8220; und nennt die Bem\u00fchungen um die kasachische Sprache und die Latinisierung der Schrift als Beispiele. Das Image der deutschst\u00e4mmigen Kasachstaner im Land sei hervorragend, &#8222;da h\u00e4tte man nichts dagegen, wenn einige wieder nach Kasachstan zur\u00fcckkehrten&#8220;. Wichtig sei, dass das Erlernen der deutschen Sprache im Land ebenso wie das Studium in Deutschland st\u00e4rker gef\u00f6rdert werde. Deutschland habe hier mit der Deutsch-Kasachischen Universit\u00e4t, den Programmen des Goethe- Instituts und des DAAD und der Entsendung von Lehrern viel investiert, dennoch seien kaum Fortschritte zu verzeichnen. &#8222;Ich habe die kasachischen Winter sehr gesch\u00e4tzt, ein Bild vom Langlaufski auf dem Fluss Jessil hat die meisten Likes auf Facebook bekommen&#8220;, schmunzelt der Botschafter a.D. Kasachstan sei, nicht nur wegen der &#8222;Skigebiete vom Feinsten&#8220; ein &#8222;phantastisches Wintersportland&#8220; und ein &#8222;Landschaftsparadies schlechthin&#8220;. Die gro\u00dfe kulturelle Spannweite, die Kasachstan zu bieten habe, verbinde sich mit dem &#8222;\u00fcberall sehr offenen und herzlichen Empfang&#8220;. In seinen Botschafterjahren spielten die Rechts- und Justizreformen eine gro\u00dfe Rolle, als fr\u00fcherer Staatsanwalt f\u00fcr Wirtschaftsstrafsachen habe ihn die Entwicklung Kasachstans hin zur Rechtsstaatlichkeit sehr interessiert. Auch hier h\u00e4tten sich deutsche Institutionen besonders engagiert, um die Reformen zu unterst\u00fctzen. Die Reformen beg\u00e4nnen zu wirken, aber es sei noch ein schwieriger Weg zur\u00fcckzulegen. Mafael konstatiert dem Land dabei ein &#8222;absolut redliches und intensives Bem\u00fchen, etwa um die Verbesserung der Strafprozessordnung, des Verwaltungsverfahrensgesetzes und der Verwaltungsgerichtsordnung&#8220;. Dr. Tilo Klinner war bis August 2021 Deutschlands Botschafter in Nur-Sultan. &#8222;Drei Jahre in Kasachstan&#8220;, so betitelt der Diplomat seine Erfahrungen W\u00e4hrend ich diese Zeilen schreibe, bin ich auf dem Weg zu einem neuen Posten. Es ist eine Zeit des R\u00fcckblicks und der Reflektion \u00fcber einen Lebensabschnitt, den ich mit meiner Familie in Kasachstan, diesem gro\u00dfen Land im Herzen Eurasiens verbracht habe. Kasachstan bietet in vielerlei Hinsicht Kontraste. Ich habe in der ersten H\u00e4lfte meiner Zeit in Kasachstan fast alle Gebiete des Landes bereist und war verzaubert von der Weite der Steppe, den Gebirgsz\u00fcgen des Alatau und des Tienshan, den K\u00fcsten des Kaspischen Meers, wo in Mangystau die einzigartigen, fantastischen Landschaften der Mangyshlak-Halbinsel in der K\u00fcste des kaspischen Meers auslaufen. Die intensive Reiseaktivit\u00e4t zu Beginn meiner Dienstzeit erwies sich als gl\u00fcckliche F\u00fcgung, denn als die Corona-Pandemie ihr Haupt erhob, wurde es deutlich schwieriger, sich im Lande fortzubewegen. Dennoch habe ich auch in der zweiten H\u00e4lfte meiner Amtszeit einzigartige Eindr\u00fccke gesammelt. Von meiner Fahrt an den kleinen Aralsee sind bewegende Erinnerungen geblieben. Der Anblick des geschrumpften Aralsees verdeutlicht die Verletzlichkeit der Umwelt, die Abh\u00e4ngigkeit des Lebens von Wasser eindringlicher als Worte. &#8222;Louder than words&#8220; hei\u00dft denn auch der Titel des Songs und Videoclips, den die Musiker der Band Pink Floyd am Aral-See gedreht haben. Aber auch etwas Anderes demonstriert das Schicksal des ehemals viertgr\u00f6\u00dften Binnengew\u00e4ssers der Erde. Wenn es auch unwahrscheinlich erscheint, dass der Aral-See seine einstmalige Gr\u00f6\u00dfe wiedererlangt, so war es mit dem Kokaral-Damm doch m\u00f6glich, sich der weiteren Degradierung des Sees entgegenzustemmen. Die Fischerei ist zur\u00fcckgekehrt und wir haben selbst die k\u00f6stlichen Fische aus dem See probiert. Ich sehe es als eine zentrale Aufgabe der deutsch-kasachischen Zusammenarbeit an, die Sch\u00f6nheit und Einzigartigkeit der Naturwunder Kasachstans zu bewahren. Wichtig ist dabei, negativen Entwicklungen wie dem Absinken des Wasserspiegels des Balchasch-Sees so fr\u00fch wie m\u00f6glich urs\u00e4chlich entgegenzuwirken. Eng mit der Weite und der Verschiedenartigkeit der Lebensr\u00e4ume h\u00e4ngt die au\u00dferordentliche Artenvielfalt Kasachstans zusammen. Kasachstan ist eines der L\u00e4nder mit der gr\u00f6\u00dften Biodiversit\u00e4t der Erde und diese gilt es zu bewahren. Mit gemeinsamen Anstrengungen, an denen auch deutsche Zoologen beteiligt waren, ist es gelungen, die gef\u00e4hrdeten Best\u00e4nde der Saiga-Antilope wieder zu erh\u00f6hen und damit einen Beitrag zum Erhalt des biologischen Erbes der Erde, der Artenvielfalt des Lebens an Land zu leisten. Millionen Zugv\u00f6gel machen allj\u00e4hrlich Rast an Kasachstans Seen. Auch ihre Biotope m\u00fcssen bewahrt werden. In diesem Jahr haben wir deshalb auch der Reise des bedeutenden deutschen Zoologen Alfred Brehm nach Kasachstan im Jahr 1876 mit einer beeindruckenden Ausstellung im Nationalmuseums Kasachstans gedacht. Er war einer der Ersten, die die Tierwelt Kasachstans systematisch erfassten. Wir sind an der Botschaft stolz darauf, dass wir dieses seit l\u00e4ngerem geplante Projekt trotz aller pandemiebedingten Probleme realisieren konnten. Vielf\u00e4ltig wie die Natur ist auch die Geschichte der gro\u00dfen Steppe, des Lebensraums der nomadisierenden V\u00f6lker Asiens. Ich erinnere mich noch genau, als ich im Jahr 2007 im Berliner Martin-Gropius-Bau die Ausstellung &#8222;Im Zeichen des goldenen Greifen -K\u00f6nigsgr\u00e4ber der Skythen&#8220; sah. Die Kultur der unter dem Namen Skythen oder Saken zusammengefassten V\u00f6lker beeindruckte mich tief. Sie ist viel reicher als man den griechischen \u00dcberlieferungen entnehmen konnte. Der pr\u00e4chtige Goldene Mann und sein Ornat aus dem Kurgan von Issyk im Nationalmuseum lassen den Betrachter staunend verweilen. 16 Jahrhunderte sp\u00e4ter entwickelte sich Yasi, das heutige T\u00fcrkestan, zum spirituellen Zentrum der t\u00fcrkischen Welt, vor allem mit der Pers\u00f6nlichkeit und Lehre von Hodscha Ahmed Yassawi verbunden. Sein beeindruckendes Mausoleum, das ich im vergangenen Jahr gerade noch vor dem Ausbruch der Pandemie in Kasachstan besuchen konnte, erf\u00fcllt den Besucher mit Ehrfurcht. Als Weltkulturerbe steht es symbolhaft f\u00fcr die spirituelle Kraft der t\u00fcrkischsprachigen Welt. Sp\u00e4ter wurde T\u00fcrkestan zum Hauptort des Kasachen-Khanats und damit auch zu einem der politischen Zentren kasachischer Identit\u00e4t. Das Bekenntnis Kasachstans zu diesem Erbe beeindruckt den Gast. Mit der R\u00fcckbesinnung auf die ethnischen Wurzeln geht eine beeindruckende st\u00e4dtebauliche Entwicklung einher. In schneller Folge werden neue Geb\u00e4ude errichtet. Ein dritter Hauptort Kasachstans mit einer spirituellen Mission entsteht. Faszinierend ist die Entwicklung Nur-Sultans, der Stadt, die f\u00fcr drei Jahre mein Zuhause war. Hier f\u00fchlt man den Willen zur Modernit\u00e4t, die Ambition, zur Spitzengruppe der am meisten entwickelten Staaten der Welt aufzuschlie\u00dfen. Mir hat dieses Bekenntnis zum Fortschritt, zur Zukunft immer gefallen. Die Atmosph\u00e4re der Nasarbajew Universit\u00e4t oder das Astana International Finance Center und die Astana IT Universit\u00e4t, die auf dem Expo-Gel\u00e4nde rund um die Sph\u00e4re Nur-Alem entstanden sind, verk\u00f6rpern diesen Willen zum Experiment und zur Moderne. Es gef\u00e4llt mir auch, dass in Nur-Sultan das kulturelle Leben und die K\u00fcnste nicht zu kurz kommen. Mit meiner Frau und meiner Tochter waren wir viele Male in der Oper, im Ballett und im Konservatorium. Wir werden an die sch\u00f6nen und k\u00fcnstlerisch bereichernden Vorstellungen oft zur\u00fcckdenken. Wenn ich \u00fcber Natur, Geschichte und Kultur Kasachstans schreibe, m\u00f6chte ich auch meine deutschen Landleute ansprechen. Alle meine Freunde, die mich in den letzten drei Jahren besucht haben, waren begeistert von der Vielgestaltigkeit eines Landes, die sie so nicht erwartet hatten. Ich m\u00f6chte daf\u00fcr werben, dass mehr Besucher den Weg in dieses gro\u00dfe Land im Herzen Eurasien finden. Sie werden nicht entt\u00e4uscht sein. Ich selbst m\u00f6chte zum Schluss noch Danke sagen, f\u00fcr die Unterst\u00fctzung, Hilfe und menschliche W\u00e4rme, die ich allenthalben erfahren durfte. Die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen in Kasachstan ist \u00fcberw\u00e4ltigend. Wir, meine Familie und ich selbst, werden diesem sch\u00f6nen und faszinierenden Land auch in Zukunft immer verbunden bleiben. Pressekontakt: Markus Kurz mk media relations Mobiltelefon: +49 172 812 4378 E-Mail: Markus.Kurz@mkpr.info https:\/\/mkpr.info\/ Original-Content von: Botschaft der Republik Kasachstan in der Bundesrepublik Deutschland, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/139401\/5100897\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Im Jahr 1991 zerfiel die ehemalige Sowjetunion, am 16.12. wurde Kasachstan unabh\u00e4ngig. &#8222;Heute ist Kasachstan ein modernes<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":414996,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-414957","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-tipps-informationen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/414957","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=414957"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/414957\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":414997,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/414957\/revisions\/414997"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/414996"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=414957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=414957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=414957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}