{"id":416842,"date":"2022-01-12T16:03:19","date_gmt":"2022-01-12T16:03:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/deutsche-wildtier-stiftung-habecks-klimastrategie-bedroht-heimische-wildtiere\/"},"modified":"2022-01-12T16:03:19","modified_gmt":"2022-01-12T16:03:19","slug":"deutsche-wildtier-stiftung-habecks-klimastrategie-bedroht-heimische-wildtiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/deutsche-wildtier-stiftung-habecks-klimastrategie-bedroht-heimische-wildtiere\/","title":{"rendered":"Deutsche Wildtier Stiftung: Habecks Klimastrategie bedroht heimische Wildtiere"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg (ots) &#8211;   Zwei Prozent der Bundesfl\u00e4che f\u00fcr Windr\u00e4der nutzen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien als \u00fcberragendes \u00f6ffentliches Interesse gesetzlich verankern: Diese erkl\u00e4rten Ziele von Robert Habeck, Bundesminister f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz, werden zu Kollisionen mit dem Artenschutz f\u00fchren. &#8222;Im Einzelfall gibt es diese negative Beeintr\u00e4chtigung.<!--more--> Aber man kann Artenschutz und den Ausbau von Erneuerbaren Energien sehr gut miteinander kombinieren, wenn man ein bisschen kreativ wird und anf\u00e4ngt, die technischen M\u00f6glichkeiten, aber auch die artenschutzrechtlichen M\u00f6glichkeiten zu nutzen&#8220;, sagte Habeck selbst dazu am Dienstagabend in den ARD-Tagesthemen.   Auch die Deutsche Wildtier Stiftung ist grunds\u00e4tzlich f\u00fcr den Ausbau der Erneuerbaren Energien. &#8222;Aber die F\u00f6rderung der Windenergie stellt eine Gefahr f\u00fcr zahlreiche Wildtiere dar&#8220;, sagt Professor Dr. Klaus Hackl\u00e4nder, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Wildtier Stiftung. &#8222;Allein in Deutschland fallen jedes Jahr rund 250.000 Flederm\u00e4use und Tausende Greifv\u00f6gel den Windenergieanlagen zum Opfer. Zu den besonders gef\u00e4hrdeten Arten z\u00e4hlen etwa der Gro\u00dfe Abendsegler &#8211; eine Fledermausart &#8211; und eine Vielzahl von Greifv\u00f6geln wie Rotmilan, Schrei-, See- und Steinadler oder der seltene Schwarzstorch.   Dies belegt eine Studie des renommierten Biologen Dr. Klaus Richarz aus dem Jahr 2021, die die Deutsche Wildtier Stiftung in Auftrag gegeben hatte. &#8222;F\u00fcr besonders bedrohte Wildtierarten bedeuten die Verluste empfindliche Einbu\u00dfen, die der Biodiversit\u00e4tsstrategie der Bundesregierung ganz offenkundig widersprechen&#8220;, erkl\u00e4rt der Wildtierbiologe.   Um die Biodiversit\u00e4t zu erhalten, fordert die Deutsche Wildtier Stiftung daher, beim Ausbau der Windkraft auf Anlagen in Schutzzonen rund um Horststandorte, im Wald und in der N\u00e4he von Naturschutzgebieten zu verzichten. &#8222;Die Behauptung Habecks, dass die Wildtiere auf den verbleibenden 98 Prozent der Fl\u00e4che genug Platz haben, ist angesichts der immer rasant fortschreitenden Versiegelung der B\u00f6den, der Intensivierung der Landnutzung und der Zerschneidung durch Infrastruktur schlicht falsch&#8220;, so Hackl\u00e4nder.   Zur Zerschneidung tragen immer mehr auch Solarparks bei. Ihre Zunahme f\u00fchrt zu einer weiteren Fragmentierung der Landschaft. &#8222;Umz\u00e4unte Solarparks schlie\u00dfen zwar Fressfeinde der Bodenbr\u00fcter aus und k\u00f6nnen zum Beispiel f\u00fcr Rebh\u00fchner den Bruterfolg erh\u00f6hen. Aber wir wollen einen nachhaltigen Artenschutz, der nicht von Maschendrahtz\u00e4unen abh\u00e4ngig ist&#8220;, sagt Professor Hackl\u00e4nder.   &#8222;Klimaschutz und Artenschutz sind die zwei wichtigsten Probleme unserer Zeit und d\u00fcrfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Der Biodiversit\u00e4tsverlust ist eine gro\u00dfe Bedrohung: Ist eine Art erst einmal ausgestorben, wird es sie nie wieder geben &#8211; mit nicht absch\u00e4tzbaren Folgen f\u00fcr die Funktion unserer \u00d6kosysteme&#8220;, warnt Hackl\u00e4nder. Statt einseitig nur auf den Ausbau Erneuerbarer Energien zu setzen, fordert die Deutsche Wildtier Stiftung die Bundesregierung auf, die Steigerung der Energieeffizienz zu forcieren.   9 Forderungen der Deutschen Wildtier Stiftung zur Ber\u00fccksichtigung des Arten- und Naturschutzes bei der Nutzung der Windkraft  Keine Windenergieanlagen in W\u00e4ldern und an Waldr\u00e4ndern  W\u00e4lder und Waldr\u00e4nder sind unverzichtbare Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Wildtiere in unserer ohnehin intensiv genutzten Kulturlandschaft. Sie sind aus Gr\u00fcnden des Arten- und Naturschutzes frei von Windenergieanlagen zu halten.   Keine Windenergieanlagen in Schutzgebieten  In Nationalparks, Naturschutzgebieten, Kernzonen von Biosph\u00e4renreservaten, gesetzlich gesch\u00fctzten Biotopen, Natura 2000 und IBA Gebieten sind keine Windenergieanlagen zu bauen. In diesen Schutzgebieten und deren Pufferzonen muss der Artenschutz Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.   Das Helgol\u00e4nder Papier strikt einhalten  Die im &#8222;Helgol\u00e4nder Papier&#8220; ver\u00f6ffentlichten aktuellen Empfehlungen der Staatlichen Vogelschutzwarten zu Abstandsregelungen zwischen Brutpl\u00e4tzen sowie anderen bedeutsamen Vogellebensr\u00e4umen und Windenergieanlagen m\u00fcssen in ganz Deutschland konsequent beachtet und einheitlich umgesetzt werden.   Die Zerst\u00f6rung von Brutpl\u00e4tzen strenger ahnden  Die Brutstandorte u.a. von Greifv\u00f6geln, St\u00f6rchen oder Kranichen m\u00fcssen langfristig und l\u00e4nder\u00fcbergreifend einheitlich gesch\u00fctzt werden. Wurden Horstb\u00e4ume mutwillig zerst\u00f6rt, muss der Brutbereich auf der Grundlage des Helgol\u00e4nder Papieres trotzdem dauerhaft eine Tabuzone f\u00fcr Windenergieanlagen bleiben.   Den Kollisionstod von Wildtieren reduzieren  In allen bestehenden Windparken sind Ma\u00dfnahmen zur Reduktion von Vogelkollisionen und Fledermausverlusten umzusetzen. Kumulative Auswirkungen von neuen Windenergieanlagen in Regionen mit bereits hoher Windparkdichte auf V\u00f6gel und Flederm\u00e4use m\u00fcssen bei Planung und Genehmigung ber\u00fccksichtigt werden.   Beweislast umkehren  Die Betreiber von Windenergieanlagen m\u00fcssen sicherstellen, dass naturschutzfachliche Ziele der Windenergienutzung nicht entgegenstehen. Es gilt das Vorsorgeprinzip: im Zweifel f\u00fcr den Natur- und Artenschutz. Ein bau- und betriebsbegleitendes Monitoring muss f\u00fcr den Anlagenbetreiber verpflichtend sein.   Keine Privilegierung f\u00fcr Windenergieanlagen im Baurecht  Das grunds\u00e4tzlich bestehende Verbot des Bauens im Au\u00dfenbereich ist f\u00fcr Windenergieanlagen durch den \u00a7 35 Baugesetzbuch durchbrochen worden. Dieses Privileg f\u00fcr den Bau von Windenergieanlagen ist abzuschaffen.   Das Bundesnaturschutzgesetz anwenden  Nach \u00a7 44 Bundesnaturschutzgesetz ist es u.a. verboten, wild lebende Tiere der besonders gesch\u00fctzten Arten zu t\u00f6ten. F\u00fcr Windkraftanlagen sind keine Ausnahmegenehmigungen vom T\u00f6tungsverbot mehr zu erteilen.   Technische Anleitung Wind erarbeiten  Die Bundesregierung wird aufgefordert, eine bundesweit g\u00fcltige Verwaltungsvorschrift &#8222;TA Wind&#8220; vorzulegen. In dieser technischen Anleitung zum Bau und Betrieb von Windenergieanlagen sind bundesweit einheitliche Standards zur Ber\u00fccksichtigung des Arten- und Naturschutzes festzulegen.   Mehr Informationen zu Windenergie und Artenschutz:   https:\/\/www.deutschewildtierstiftung.de\/naturschutz\/windenergie-und-artenschutz  Link zur Windkraft-Studie von Dr. Klaus Richarz:   https:\/\/ots.de\/c1ZgId  Pressekontakt:  Jenifer Calvi, Pressereferentin Deutsche Wildtier Stiftung Telefon 040-970 78 69 &#8211; 14 J.Calvi@DeWiSt.de www.DeutscheWildtierStiftung.de  Original-Content von: Deutsche Wildtier Stiftung, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/37587\/5119981\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg (ots) &#8211; Zwei Prozent der Bundesfl\u00e4che f\u00fcr Windr\u00e4der nutzen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien als \u00fcberragendes \u00f6ffentliches Interesse<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-416842","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/416842","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=416842"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/416842\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=416842"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=416842"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=416842"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}