{"id":418759,"date":"2022-02-09T10:00:28","date_gmt":"2022-02-09T10:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/vda-praesidentin-hildegard-mueller-wir-wollen-jetzt-beweisen-dass-klimaschutz-und-transformation-der-autoindustrie-erfolgreich-sind-audio\/"},"modified":"2022-02-09T10:00:28","modified_gmt":"2022-02-09T10:00:28","slug":"vda-praesidentin-hildegard-mueller-wir-wollen-jetzt-beweisen-dass-klimaschutz-und-transformation-der-autoindustrie-erfolgreich-sind-audio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/vda-praesidentin-hildegard-mueller-wir-wollen-jetzt-beweisen-dass-klimaschutz-und-transformation-der-autoindustrie-erfolgreich-sind-audio\/","title":{"rendered":"VDA-Pr\u00e4sidentin Hildegard M\u00fcller: &#8222;Wir wollen jetzt beweisen, dass Klimaschutz und Transformation der Autoindustrie erfolgreich sind&#8220; (AUDIO)"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211;   Der Verband erwartet in diesem Jahr eine Steigerung des Inlandsmarkts um 7 Prozent auf 2,8 Millionen Neuwagen, wird aber wohl deutlich unter den Neuzulassungen vor der Pandemie bleiben  EXKLUSIV-INTERVIEW MIT HILDEGARD M\u00dcLLER  Anmoderation:  Die internationalen Automobilm\u00e4rkte haben ein turbulentes Jahr hinter sich.<!--more--> Die Corona-Krise hat sich auch im zweiten Jahr massiv auf die Branche ausgewirkt. Gleichzeitig ist die Transformation hin zu einer klimaneutralen Mobilit\u00e4t in vollem Gange. Die Herausforderungen f\u00fcr die Hersteller und Zulieferer sind gewaltig, die Ziele gesetzt, jetzt geht es um die konkrete Umsetzung, betonte Hildegard M\u00fcller Pr\u00e4sidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) heute bei der digitalen Jahrespressekonferenz. Wir haben uns vorab mit ihr unterhalten:  1. Frau M\u00fcller, die Automobilindustrie befindet sich mitten in der Transformation hin zu einer klimaneutralen Mobilit\u00e4t. Sie fordern &#8222;mehr Geschwindigkeit&#8220;. Was bedeutet das konkret?  Ja, wir haben einen umfassenden Paradigmenwechsel in der Industriepolitik: ein Ende der Debatten um Klimaziele und jetzt die konkrete Umsetzung des Beschlossenen. Und dabei ist wichtig, dass Klima und Industriepolitik zusammengef\u00fchrt werden, denn das ist richtig und auch gut so. Und deshalb haben alle Branchen ambitionierte und umfangreiche Transformationsprogramme aufgelegt. Auch wir treiben das nat\u00fcrlich engagiert voran: \u00fcber 220 Milliarden Euro Investitionen in den n\u00e4chsten Jahren bis 2026. Und nat\u00fcrlich haben wir auch die Verantwortung f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten. Jeder zehnte Arbeitsplatz in Deutschland h\u00e4ngt an der Autoindustrie. Das sind rund vier Millionen Besch\u00e4ftigte, in der Autoindustrie direkt rund 800.000. Das hei\u00dft, wir sind Wirtschaftsmotor, aber nat\u00fcrlich auch verantwortlich f\u00fcr viele in diesem Land. Und wir wollen jetzt beweisen, dass Klimaschutz und Transformation der Industrie erfolgreich sind. Aber auch der Staat muss seine Hausaufgaben machen. (0:48)  2. Sie sprechen von einer neuen \u00c4ra, in der es in Sachen Klimaneutralit\u00e4t nicht mehr um das ob, sondern um das wie geht. Es geht jetzt um die Umsetzung. Werden Klima- und Industriepolitik also zusammengef\u00fchrt?  Auf jeden Fall, denn die Regierung muss eine Klimapolitik verfolgen, die gleichzeitig Wirtschafts-, Wohlstands- und Jobmotor ist. Denn dann wird es auch international ein Erfolgsmodell und das Gleichgewicht ist, glaube ich, dabei wichtig. Erfolgreiche Klimapolitik ist auch eine erfolgreiche Industriepolitik und umgekehrt. Wir k\u00f6nnen nicht ohne Industrie, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. Das ist ganz entscheidend f\u00fcr Wachstum und Wohlstand. Und wenn wir das verlieren w\u00fcrden, w\u00fcrden wir auch f\u00fcr andere Regionen kein Vorbild sein. Und deshalb m\u00fcssen wir jetzt Ideenschmiede sein. Und auch nat\u00fcrlich in Deutschland und Europa weiter produzieren. Standortbedingungen sind daf\u00fcr entscheidend und die werden leider gerade schlechter statt besser in vielen Punkten: die Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Abgaben, Steuern und Umgabenlasten, die Kosten der Energieversorgung und viele andere Themen mehr, die hier zu benennen sind. Und deshalb m\u00fcssen wir jetzt im wahrsten Sinne des Wortes alle die \u00c4rmel hochkrempeln. (0:50)  3. Welche Rolle \u00fcbernimmt die deutsche Automobilindustrie in diesem Prozess?  Wir nehmen den Auftrag an. Wir sehen uns als Treiber, wir wollen Ver\u00e4nderung auch vorleben. Die Hersteller und Zulieferer der deutschen Automobilindustrie investieren deshalb in die Innovationen Elektromobilit\u00e4t, Batterien, Digitalisierung und andere Forschungsfelder. Und der Umbau von Werken kommt noch hinzu. Das ist einzigartig weltweit. Und mit diesen Rekordausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung liegen wir auch ganz weit vorne und sind deshalb auch nicht zu Unrecht Patentweltmeister. Und deshalb wollen wir in dieser Geschwindigkeit, in diesem Tempo nat\u00fcrlich weitermachen. Aber wie gesagt, wir haben nat\u00fcrlich auch immer unsere Besch\u00e4ftigten im Blick und wollen auch dort Verantwortung \u00fcbernehmen. Das hei\u00dft auch dort: Transformation und Besch\u00e4ftigungssicherung sind wichtige Themen. (0:40)  4. Bis 2030 sollen 15 Millionen E-Autos auf deutschen Stra\u00dfen fahren. Ist das zu schaffen?  Ja, das ist in der Tat ein sehr ambitioniertes Ziel, vor allem wenn es wirklich nur rein Elektrische sein sollten. Das w\u00fcrde, wenn man es herunterbricht, hei\u00dfen, dass wir ab diesem Jahr statistisch gesehen jedes zweite Auto elektrisch zulassen m\u00fcssen. Das beschreibt, glaube ich, wie ambitioniert der Hochlauf ist. Im letzten Jahr hatten wir noch ein Viertel Elektroautos, aber zum Beispiel inklusive der Hybridautos. Das geht nat\u00fcrlich nicht, ohne dass auch Rahmenbedingungen funktionieren. Die Verbraucherinnen und Verbraucher m\u00fcssen nat\u00fcrlich diese Elektromobilit\u00e4t auch annehmen. Und dazu geh\u00f6rt auch die Sicherheit, \u00fcberall und an jedem Ort laden zu k\u00f6nnen. (0:24)   5. Was sind die gr\u00f6\u00dften H\u00fcrden, um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen?  Die Geschwindigkeit des Hochlaufs der Elektromobilit\u00e4t ist viel dynamischer als die des Ausbaus der Ladeinfrastruktur. Hier m\u00fcssen wir unsere Anstrengungen versiebenfachen, um die Ziele Ausbau der Ladeinfrastruktur auf eine Million Ladepunkte bis 2030, genau wie die 15 Millionen Elektroautos, zu erreichen. Das hei\u00dft, wir m\u00fcssen hier viel schneller werden. Und deshalb fordern wir einen Lade-Gipfel, in dem auch alle Beteiligten an einen Tisch kommen, um entscheidende Probleme aus dem Weg zu r\u00e4umen, schnelleren Netzausbau, gute Energieversorgung, erneuerbare Energien, aber auch: Wie machen wir das in Mietwohnungen? Wie machen wir das bei Parkh\u00e4usern? Wie machen wir das dort, wo gro\u00dfe Arbeitgeber sind? Also alle Beteiligten an einen Tisch, sonst wird der Verbraucher das Thema nicht annehmen. (0:39)  6. Sie haben vor kurzem in einem Interview davon gesprochen, dass die Autoindustrie in \u00fcberlasteten Innenst\u00e4dten f\u00fcr eine verkehrs- und auto\u00e4rmere Zukunft steht. Das hat viele \u00fcberrascht&#8230;  Naja, die Mobilit\u00e4t der Zukunft ist doch ein Gemeinschaftsprojekt. Und dazu geh\u00f6rt, dass Dialog und die \u00dcberwindung von alten Feindbildern f\u00fcr uns alle Grundvoraussetzung ist f\u00fcr eine erfolgreiche Transformation. Die Autoindustrie will genau das und deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass nach unserer Auffassung \u00fcberlastete Innenst\u00e4dte auto\u00e4rmer werden sollen. Zum Beispiel \u00fcber konkrete L\u00f6sungen: Carsharing, White Pooling, vernetzte Autos, Automated Valet Parking und viele Dinge mehr. Wichtig ist dabei aber, dass wir an den Lebensrealit\u00e4ten bleiben. Dass wir die Verbraucherinnen und Verbraucher auch einbeziehen. Und deshalb wollen wir auch als Vermittler auftreten, die unterschiedlichen Lebensrealit\u00e4ten und Anspr\u00fcche an einen Tisch bringen und weg von Ideologie und hin zu einer erfolgreichen Transformation, aus Sicht aller Beteiligten, die auch die sozialen Komponenten mit einbezieht. (0:46)  7. Lassen Sie uns noch kurz \u00fcber das vergangene Jahr sprechen. Es war ein turbulentes Jahr f\u00fcr die internationalen Automobilm\u00e4rkte. Wie ist es der deutschen Automobilindustrie 2021 ergangen?  Ja, es war tats\u00e4chlich ein turbulentes Jahr. W\u00e4hrend in der ersten Jahresh\u00e4lfte noch aufgrund von Nachholeffekten teilweise deutliche Zuw\u00e4chse realisiert werden konnten, war in der zweiten Jahresh\u00e4lfte doch ein deutlich negatives Bild. Warum war das so? Insbesondere der Mangel an Halbleitern strapazierte die weltweiten Lieferketten und daneben machten auch Knappheiten bei weiteren Vorprodukten und Rohstoffen und steigende Preise f\u00fcr Energie, f\u00fcr Logistik der Industrie sehr zu schaffen. Von den drei gr\u00f6\u00dften Absatzregionen musste im Gesamtjahr 2021 Europa als einziger einen R\u00fcckgang verbuchen. In den Vereinigten Staaten und in China legte der Absatz hingegen leicht zu und deshalb steht im Ergebnis der Weltmarkt im vergangenen Jahr um 4 Prozent im Anstieg. (0:45)  8. Und wie sieht es momentan aus?  Aktuell ist es so, dass wir hohe Auftragseing\u00e4nge und -best\u00e4nde haben. Es zeigt sich eine deutlich st\u00e4rkere Nachfrage. Letztere ist jetzt so hoch &#8211; im \u00dcbrigen wie seit dem Jahr 1992 nicht mehr. Allerdings bleibt auch zu sagen, wird das Marktvolumen weiterhin durch die Angebotsseite begrenzt, denn die Versorgungslage mit Material bleibt noch weiter angespannt. Wir erwarten daher nicht, dass sich dies kurzfristig aufl\u00f6st. Die Unternehmen, gerade auch in der Zulieferindustrie und im Mittelstand, stehen daher unter gro\u00dfem Druck. (0:27)  9. Welche Auswirkungen hat der Halbleiter-Mangel f\u00fcr Ihre Industrie?  Die weltweite Halbleiterknappheit macht uns nach wie vor zu schaffen und sie wird auch wahrscheinlich das ganze Jahr 2022 noch begleiten. Elektroautos brauchen im \u00dcbrigen mehr Halbleiter als Verbrenner-Autos. Der Bedarf wird also ansteigen. Wenn wir Weltmarktf\u00fchrer der Zukunft sein wollen in Deutschland, dann brauchen wir jetzt den Aufbau von Halbleiterfabriken, mindestens um den Eigenbedarf zu decken. In Deutschland und Europa muss hierf\u00fcr eine schnelle Umsetzung gefunden werden. Die Europ\u00e4ische Union \u00fcberlegt dort gerade die Rahmenbedingungen zu \u00e4ndern. Ich finde das richtig, und was mir dabei wichtig ist: Der Appell f\u00fcr mehr Unabh\u00e4ngigkeit ist nicht als ein Votum gegen die Globalisierung zu verstehen. Im Gegenteil. Ich glaube, die globale Zusammenarbeit muss gest\u00e4rkt werden. Am Ende profitieren wir alle davon. Ich bin daher ein Fan der Globalisierung und von den verteilten Rollen auf den Produktions- und Absatzm\u00e4rkten. Angesichts der aktuellen Engp\u00e4sse zeigt sich aber auch, dass wir grunds\u00e4tzlich die Sicherstellung der Bedarfe besser absichern m\u00fcssen, zum Beispiel durch Handelsabkommen, durch Energie-Partnerschaften und anderes. (0:58)  10. Was erwarten Sie angesichts der Herausforderungen, die Sie gerade geschildert haben, vom Jahr 2022?  F\u00fcr das Jahr 2022 erwarten wir f\u00fcr den Pkw-Weltmarkt mit plus 4 Prozent ein \u00e4hnliches Wachstum wie im Jahr 2021. Und damit w\u00fcrde im Jahr 2022 der H\u00f6chststand des Pkw-Weltmarktes aus dem Jahr 2017 allerdings immer noch um knapp 14 Prozent unterschritten. Die M\u00e4rkte in den Vereinigten Staaten und China d\u00fcrften um etwa 2 Prozent zulegen. Europa ist allerdings aktuell noch deutlich von dem Vorkrisenniveau vor Corona und d\u00fcrfte, unter anderem bedingt durch Nachholeffekte, um etwa 5 Prozent zulegen. Aber wie gesagt, insgesamt erf\u00fcllt es noch nicht unsere Erwartungen. Viele Zahlen, das hei\u00dft zusammengefasst, es geht aufw\u00e4rts. Aber nach wie vor sind wir noch nicht auf Vorkrisenniveau. (0:42)  Abmoderation:  VDA-Pr\u00e4sidentin Hildegard M\u00fcller im Exklusiv-Interview. Der Verband der Automobilindustrie hat heute die Jahresbilanz 2021 vorgestellt. F\u00fcr den deutschen Markt erwartet der VDA 2022 eine Steigerung des Fahrzeugabsatzes um 7 Prozent auf 2,8 Millionen Neuwagen. Damit bleibt der Pkw-Inlandsmarkt deutlich unter den rund 3,5 Millionen Neuzulassungen vor der Pandemie.  Pressekontakt:  Ansprechpartner: VDA, Dr. Lutz Meyer, 030 897842121 VDA, Simon Sch\u00fctz, 030 897842 120 all4radio, Laura K\u00fchner, 0711 3277759 0  Original-Content von: VDA &#8211; Verband der Automobilindustrie e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/32847\/5142034\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Der Verband erwartet in diesem Jahr eine Steigerung des Inlandsmarkts um 7 Prozent auf 2,8 Millionen Neuwagen,<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-418759","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/418759","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=418759"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/418759\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=418759"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=418759"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=418759"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}