{"id":423091,"date":"2022-04-16T11:11:26","date_gmt":"2022-04-16T11:11:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/waldzerstoerung-im-einkaufskorb-wwf-entwaldungs-scorecard-fuer-unternehmen-zeigt-mangelnde-lieferkettentransparenz-bei-risikorohstoffen\/"},"modified":"2022-04-16T11:11:26","modified_gmt":"2022-04-16T11:11:26","slug":"waldzerstoerung-im-einkaufskorb-wwf-entwaldungs-scorecard-fuer-unternehmen-zeigt-mangelnde-lieferkettentransparenz-bei-risikorohstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/waldzerstoerung-im-einkaufskorb-wwf-entwaldungs-scorecard-fuer-unternehmen-zeigt-mangelnde-lieferkettentransparenz-bei-risikorohstoffen\/","title":{"rendered":"Waldzerst\u00f6rung im Einkaufskorb \/ WWF-Entwaldungs-Scorecard f\u00fcr Unternehmen zeigt mangelnde Lieferkettentransparenz bei Risikorohstoffen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211;   Ob Margarine, Schokolade, Steak, Brot, Creme oder Waschmittel &#8211; diese Alltagsprodukte tragen zur massiven Zerst\u00f6rung von W\u00e4ldern und anderen \u00d6kosystemen bei. Denn sie werden aus Agrarrohstoffen hergestellt, die die EU und Deutschland importieren und f\u00fcr die in anderen Erdteilen intakte Natur in Acker- und Weidefl\u00e4chen umgewandelt werden.<!--more--> H\u00e4ndler und Hersteller k\u00f6nnten das durch transparente und nachhaltige Lieferketten ausschlie\u00dfen. Doch eine stichprobenhafte Untersuchung des WWF unter 27 deutschen Unternehmen belegt Nachholbedarf bei den Zielsetzungen und gro\u00dfe Schw\u00e4chen bei der Umsetzung. &#8222;Die WWF-Entwaldungs-Scorecard zeigt: Freiwillige Selbstverpflichtungen stoppen die Kettens\u00e4gen nicht. Ein EU-Gesetz zum Stopp der globalen Entwaldung muss daher sicherstellen, dass Rohstoffe und Produkte mit Naturzerst\u00f6rungspotential von allen Marktteilnehmern bis zum Feld zur\u00fcckverfolgt werden k\u00f6nnen. Sonst wird intakte Natur in S\u00fcdamerika, Asien und Afrika weiterhin f\u00fcr unseren hiesigen Konsum umgewandelt&#8220;, erkl\u00e4rt Maja-Catrin Riecher, WWF-Expertin f\u00fcr nachhaltige Agrarrohstoffe.  Die Entwaldungs-Scorecard des WWF untersucht erstmalig parallel und anhand der Risikostoffe Palm\u00f6l, Soja, Kakao und Rind-Erzeugnisse, ob deutsche Unternehmen den Schutz vor Waldzerst\u00f6rung in ihre Lieferketten integriert haben. Die untersuchten Rohstoffe z\u00e4hlen mit zu den Haupttreibern von globaler Entwaldung, Degradierung und Umwandung von \u00d6kosystemen wie Savannen, Grasland und Feuchtgebieten. 15 der 27 angefragten Unternehmen bzw. 56 Prozent meldeten sich zur\u00fcck: Eine umfassende Selbstverpflichtung zu entwaldungsfreien Lieferketten, die auch andere wichtige \u00d6kosysteme vor Umwandlung sch\u00fctzt und alle Rohstoffe und Lieferketten betrifft, konnte lediglich Lidl vorlegen. Weitere drei Firmen &#8211; Beiersdorf, Kaufland und Metro &#8211; haben sich zu entwaldungs- und umwandlungsfreien Lieferketten bekannt, dabei aber nicht alle Rohstoffe und deren gesamte Lieferketten im Blick.  Insgesamt ist noch deutlich Luft nach oben: Denn auch die Unternehmen mit den besten Ergebnissen &#8211; Lidl, Beiersdorf, PHW Gruppe, Aldi Nord, Aldi S\u00fcd und Kaufland &#8211; erreichen bei der Gesamtbewertung nur zwischen 67 und 61 Prozent. &#8222;Deutsche Firmen haben klar Nachholbedarf. Unter international f\u00fchrenden Unternehmen sind entwaldungs- und umwandlungsfreie Selbstverpflichtungen und Reporting dazu bereits st\u00e4rker verbreitet&#8220;, urteilt Riecher.  Im Vergleich der Rohstoffe zeigt sich, dass Unternehmen sich vor allem um ihre Palm\u00f6l-Bez\u00fcge k\u00fcmmern &#8211; als Ergebnis jahrelanger Naturschutz-Kampagnen gilt es inzwischen auch in der \u00d6ffentlichkeit als problematisch. Firmen setzen dabei auf Zertifizierungen: 13 Unternehmen gaben an, dass mehr als 75 Prozent ihres Palm\u00f6langebots zertifiziert ist. Bei Soja und Kakao hingegen hat nur je eins der Unternehmen zur\u00fcck verfolgbare Lieferketten, sodass sich die Herkunft des Rohstoffs klar zuordnen l\u00e4sst. Auch bei Rind-Erzeugnissen wie Fleisch, Nebenprodukte f\u00fcr Tierfutter oder Gelatine ist die R\u00fcckverfolgbarkeit gering: Nur zwei von zehn Unternehmen, die zu diesen Produkten berichteten, setzen sich ein Ziel, die Produkte bis zur Farm zur\u00fcckverfolgen zu wollen.  Besser schnitten die Unternehmen beim Thema menschenrechtliche Sorgfaltspflicht und dessen Umsetzung ab, wozu in der Analyse ebenfalls das Engagement abgefragt wurde. Hierzu d\u00fcrften die international anerkannten UN-Leitprinzipien f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte und die ab 2023 gesetzlich bestehenden Reportingpflichten im Rahmen des deutschen Lieferkettengesetzes mitbeitragen.  F\u00fcr die WWF-Entwaldungs-Scorecard wurden deutsche Unternehmen der Fleisch- und Futtermittelindustrie, des Lebensmitteleinzelhandels und -produktion, der Konsumg\u00fcter- und Chemieindustrie sowie Drogeriem\u00e4rkte angefragt, die typischerweise Risikorohstoffen nutzen bzw. in den Handel bringen. 44 Prozent der Unternehmen haben die WWF Anfrage nicht beantwortet. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise Fleischwarenproduzenten wie Meica und Herta und Tierfutterhersteller wie Agravis oder Deutsche Tiernahrung Cremer.  Maja-Catrin Riecher urteilt: &#8222;Unter dieser stillen Gruppe mag es einzelne Engagierte geben, doch die meisten hoffen wohl eher mit Passivit\u00e4t und Intransparenz davonzukommen. Um diese Unternehmen zu erreichen, ist Druck der Zivilgesellschaft wichtig, aber alleine nicht genug. Deshalb muss die Bundesregierung sich daf\u00fcr einsetzen, den vorliegenden EU-Gesetzesentwurf zum Stopp der globalen Entwaldung nachzubessern. Neben der R\u00fcckverfolgbarkeit der Rohstoffe bis zum Feld m\u00fcssen gesetzlichen Vorgaben eine engmaschige Kontrolle und strenge Sanktionen beinhalten. Zus\u00e4tzlich deckt der aktuelle Gesetzesentwurf nicht alle gef\u00e4hrdeten \u00d6kosysteme ab. Durch Verlagerungseffekte k\u00f6nnten sich neue Anbaufl\u00e4chen statt in W\u00e4lder in andere \u00d6kosysteme ausbreiten und sie zerst\u00f6ren. Um die Biodiversit\u00e4ts- und Klimakrise zu stoppen, braucht es aber ein starkes, umfassendes Gesetz.&#8220;  Hintergrund:  Die EU ist f\u00fcr 16 Prozent der Tropenwaldabholzung (https:\/\/www.wwf.de\/themen-projekte\/waelder\/waldvernichtung\/europa-vizeweltmeister-der-waldzerstoerung) im Zusammenhang mit dem globalen Handel verantwortlich. Innerhalb der EU ist Deutschland &#8222;Spitzenreiter&#8220; und tr\u00e4gt daher eine besondere Verantwortung. Auch bei den europ\u00e4ischen Sojaimporten ist Deutschland Vize-Europameister. Mit dem Verlust von W\u00e4ldern und anderen \u00d6kosystemen verschwindet nicht nur der Lebensraum f\u00fcr Menschen und Tiere, auch die Biodiversit\u00e4ts- und die Klimakrise werden weiter angeheizt. Denn W\u00e4lder sind Hotspots der Biodiversit\u00e4t und speichern, wie andere \u00d6kosysteme, zugleich ungeheure Mengen Kohlenstoff, die bei ihrer Vernichtung freigesetzt werden. Mehr als 10 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen werden laut einer Analyse von Global Forest Watch allein aufgrund der Zerst\u00f6rung von tropischen W\u00e4ldern ausgesto\u00dfen.  Pressekontakt:  WWF World Wide Fund For Nature Sylvia Ratzlaff Telefon:0151\/18854936 E-Mail: sylvia.ratzlaff@wwf.de  Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/6638\/5198187\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Ob Margarine, Schokolade, Steak, Brot, Creme oder Waschmittel &#8211; diese Alltagsprodukte tragen zur massiven Zerst\u00f6rung von W\u00e4ldern<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-423091","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/423091","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=423091"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/423091\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=423091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=423091"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=423091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}