{"id":423419,"date":"2022-04-24T11:21:29","date_gmt":"2022-04-24T11:21:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/14-europaeischer-mediengipfel-in-lech-am-arlberg-leben-im-ausnahmezustand\/"},"modified":"2022-04-24T11:21:29","modified_gmt":"2022-04-24T11:21:29","slug":"14-europaeischer-mediengipfel-in-lech-am-arlberg-leben-im-ausnahmezustand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/14-europaeischer-mediengipfel-in-lech-am-arlberg-leben-im-ausnahmezustand\/","title":{"rendered":"14. Europ\u00e4ischer Mediengipfel in Lech am Arlberg: Leben im Ausnahmezustand"},"content":{"rendered":"<p>Lech am Arlberg (ots) &#8211;   Mit einer Keynote zur Zeitenwende l\u00e4utete Politikwissenschaftler Peter Filzmaier den Freitagabend beim 14. Europ\u00e4ischen Mediengipfel ein.<!--more-->  Susanne Glass (BR) und Markus Spillmann (ehemaliger Chefredakteur der NZZ) sprachen mit Gerald Knaus (Migrationsexperte), Lisz Hirn (Philosophin) und Rudolf Anschober (ehemaliger \u00f6sterreichischer Gesundheitsminister) \u00fcber &#8222;Ein Leben im Ausnahmezustand&#8220;. Eine weitere Diskussionsrunde besch\u00e4ftigte sich mit dem Thema &#8222;Medien zwischen Fake und Fakten&#8220;. Am Samstag Vormittag wurden Au\u00dfenminister Alexander Schallenberg sowie Arbeitsminister Martin Kocher im Rahmen zweier &#8222;Pressestunden&#8220; interviewt. Das letzte Panel des Mediengipfels besch\u00e4ftigte sich mit der Arbeit von Kriegs- und Krisenreporterinnen.  Peter Filzmaier betonte in seiner Keynote die Wichtigkeit der Kommunikation. Diese habe sich in einer multimedialen Welt grundlegend ver\u00e4ndert. Die Theorie von Sender und Empf\u00e4nger sei l\u00e4ngst veraltet, der Kommunikationsprozess sei mehrstufig geworden. Die Menschen w\u00e4ren einer permanenten &#8222;kommunikativen \u00dcberfrachtung&#8220; ausgesetzt. Das bedeute, die Nutzer seien durch die Vielfalt der verf\u00fcgbaren Kan\u00e4le \u00fcberfordert. Die Konsequenz daraus? &#8222;Ich h\u00f6re gar nicht mehr zu, schaue nicht mehr hin&#8220;, sagt Filzmaier. Und Desinformation biete unweigerlich N\u00e4hrboden f\u00fcr verschrobene Theorien und Meinungen. Diese wiederum w\u00fcrden durch die sozialen Medien verbreitet. &#8222;Was ich zum Beispiel \u00fcber Politik wei\u00df oder nicht wei\u00df, wei\u00df ich aus Massenmedien&#8220;, sah Filzmaier die Situation kritisch. Darum sei die Einf\u00fchrung des Faches &#8222;Medienkompetenz&#8220; in allen Schulstufen ein Muss. Doch nicht nur in der Schule, auch in vielen anderen Teilen der Gesellschaft bed\u00fcrfe es laut Filzmaier der Aufkl\u00e4rung und Schulung im Umgang mit Medien. Die Conclusio f\u00fcr Filzmaier: &#8222;Nur Bildung ist die L\u00f6sung.&#8220;  Das Panel &#8222;Krise! Leben im Ausnahmezustand&#8220; besch\u00e4ftigte sich mit der Pandemie und dem Krieg. Migrationsexperte Gerald Knaus gab zu bedenken, dass der Konflikt in der Ukraine nicht der einzige Krieg sei. Seit den 1990er-Jahren habe es in Europa immer wieder Auseinandersetzungen gegeben. Lisz Hirn warnte vor dem Verlust des Wohlstands. Unsere Lebensweise sollte neu gedacht werden. &#8222;Wir haben keinen innovativen Ansatz, fallen immer wieder in ein Schwarz-Wei\u00df-Denken zur\u00fcck. Und das bedeutet im Kriegsfall Waffen und Aufr\u00fcstung&#8220;. Rudolf Anschober verwies auf ein Problem zwischen Politik und Wissenschaft. Am Anfang der Pandemie sei es aufgrund von recht vagen Studien sehr schwer gewesen, politisch wichtige Entscheidungen zu treffen.  Gerold Riedmann, Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Russmedia, verwies auf eine Grundsatzdiskussion: &#8222;Wir m\u00fcssen dar\u00fcber reden, was Medien sind und was sie nicht sind&#8220;. Es g\u00e4be unz\u00e4hlige Plattformen, wie etwa &#8222;Russia Today&#8220;, die reine Propaganda-Maschinen seien. Der Ehrenpr\u00e4sident der AEJ (Association of European Journalists), Otmar Lahodynsky, warnte vor &#8222;Putins Desinformationstrollen&#8220;. Diese w\u00fcrden gezielt Wikipedia-Artikel verf\u00e4lschen und mit falschen Informationen bef\u00fcllen. Auch Alexandra F\u00f6derl-Schmid, stv. Chefredakteurin der S\u00fcddeutschen Zeitung, verwies auf Studien, die besagen, dass seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs das Wort &#8222;Nazi&#8220; gezielt in diversen Internetplattformen eingespeist werde. F\u00fcr Matthias Sutter, Direktor am Max-Planck-Institut Bonn, und Medienexperte Patricio Hetfleisch sei das gezielte Manipulation. Hetfleisch f\u00fchrte ebenfalls ein Beispiel an: &#8222;Russia Today tut so, als h\u00e4tten sie einen journalistischen Anspruch &#8211; am Ende des Tages ist es reine Propaganda&#8220;.  Am Samstag Vormittag wurden Au\u00dfenminister Alexander Schallenberg sowie Arbeitsminister Martin Kocher im Rahmen zweier &#8222;Pressestunden&#8220; interviewt. Durch die letzte Diskussionsrunde des 14. Europ\u00e4ischen Mediengipfels f\u00fchrte Eva Linsinger (stv. Chefredakteurin bei Profil) mit den Kriegs- und Krisenreporterinnen Monika Bolliger (Redakteurin beim Spiegel), Natalie Amiri (ARD-Korrespondentin und Weltspiegel-Moderatorin) und Petra Ramsauer (Journalistin und Autorin). Ein gro\u00dfer Faktor, der die Auslandsreportage hindere, seien laut Bolliger die Budgetk\u00fcrzungen in den jeweiligen Redaktionen. F\u00fcr eine detaillierte Reportage sei es jedoch wichtig, pr\u00e4sent zu sein. &#8222;Man muss vor Ort sein und versuchen, den Zuschauer oder Leser in das jeweilige Land einzuf\u00fchren &#8211; es durch unsere Augen zu betrachten&#8220;, erkl\u00e4rte Amiri. Ebenso sei es wichtig, Desinformationen aufzudecken. In den jeweiligen Gebieten lie\u00dfen sich Bilder leichter verifizieren. Journalisten m\u00fcssten mehr unterst\u00fctzt werden &#8211; erst recht, wenn es um die Betreuung nach der R\u00fcckkehr ins Heimatland gehe. &#8222;Schwierig wird es, wenn man zur\u00fcckkommt und merkt: Das Leben hier geht einfach so weiter und das Schlimme, das passiert, wird nur mehr am Rande wahrgenommen&#8220;, meinte Ramsauer.  Link zur APA-Fotodatenbank (https:\/\/www.apa-fotoservice.at\/galerie\/27099) f\u00fcr Freitagabend: 14. Europ\u00e4ischer Mediengipfel Lech am Arlberg I Lech Z\u00fcrs Tourismus GmbH I APA-Fotoservice   Link zur APA-Fotodatenbank (https:\/\/www.apa-fotoservice.at\/galerie\/27103) f\u00fcr Samstag: 14. Europ\u00e4ischer Mediengipfel Lech am Arlberg I Lech Z\u00fcrs Tourismus GmbH I APA-Fotoservice  \u00dcber den Europ\u00e4ischen Mediengipfel Lech am Arlberg  Seit dem Gr\u00fcndungsjahr 2007 bildet der Europ\u00e4ische Mediengipfel in Lech am Arlberg einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Rahmen f\u00fcr Diskussionen, in denen ungefilterte Einblicke und fundierte Ausblicke in die anhaltend turbulente Welt der Medien, die europ\u00e4ische Politik und die wirtschaftlichen wie gesellschaftspolitischen Zusammenh\u00e4nge der europ\u00e4ischen Lebensrealit\u00e4t geboten werden. Der unter der Schirmherrschaft des \u00f6sterreichischen Au\u00dfenministeriums stehende Europ\u00e4ische Mediengipfel &#8211; von der Kommunikationsagentur ProMedia Kommunikation initiiert und seither federf\u00fchrend mit Lech Z\u00fcrs Tourismus GmbH und dem Verband der Auslandspresse in Wien organisiert &#8211; wird von der Gemeinde Lech und den L\u00e4ndern Vorarlberg und Tirol, dem Europ\u00e4ischen Parlament unter Vizepr\u00e4sident Othmar Karas, dem Presseclub Concordia und dem Verband der Auslandspresse Berlin unterst\u00fctzt. Weitere Partner sind die Tirol Werbung, die PEMA, die BTV Bank f\u00fcr Tirol und Vorarlberg und BMW. Die Medienakademie wird unterst\u00fctzt von APA &#8211; Austria Presse Agentur, dem Europ\u00e4ischen Parlament, Moser Holding GmbH und Russ Media. Als Medienpartner der Veranstaltung fungieren APA &#8211; Austria Presse Agentur, Der Standard, Tiroler Tageszeitung sowie Vorarlberger Nachrichten.  Weitere Bilder in der APA-Fotogalerie (https:\/\/www.apa-fotoservice.at\/galerie\/27099) und APA-Fotogalerie (https:\/\/www.apa-fotoservice.at\/galerie\/27103)  Pressekontakt:  Mag. Stefan Kr\u00f6ll ProMedia Brunecker Str. 1 6020 Innsbruck t: +43 512 214004-11 m: +43 664 5258868 www.newsroom.pr stefan.kroell@pro.media  Original-Content von: Europ\u00e4ischer Mediengipfel Lech am Arlberg, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/162210\/5203683\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lech am Arlberg (ots) &#8211; Mit einer Keynote zur Zeitenwende l\u00e4utete Politikwissenschaftler Peter Filzmaier den Freitagabend beim 14. 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