{"id":424608,"date":"2022-05-09T09:00:16","date_gmt":"2022-05-09T09:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/methan-abfrage-von-deutscher-umwelthilfe-und-urgewald-zeigt-ein-grossteil-der-erdgas-unternehmen-ignoriert-weiter-klimaschaedliche-methan-emissionen\/"},"modified":"2022-05-09T09:00:16","modified_gmt":"2022-05-09T09:00:16","slug":"methan-abfrage-von-deutscher-umwelthilfe-und-urgewald-zeigt-ein-grossteil-der-erdgas-unternehmen-ignoriert-weiter-klimaschaedliche-methan-emissionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/methan-abfrage-von-deutscher-umwelthilfe-und-urgewald-zeigt-ein-grossteil-der-erdgas-unternehmen-ignoriert-weiter-klimaschaedliche-methan-emissionen\/","title":{"rendered":"Methan-Abfrage von Deutscher Umwelthilfe und urgewald zeigt: Ein Gro\u00dfteil der Erdgas-Unternehmen ignoriert weiter klimasch\u00e4dliche Methan-Emissionen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211;    &#8211;  Befragung von 51 europ\u00e4ischen Erdgas-Unternehmen offenbart Wissensl\u00fccken und mangelndes Engagement zur L\u00f6sung des Methan-Problems  &#8211;  Immer noch kaum Reduktionsma\u00dfnahmen f\u00fcr klimasch\u00e4dliche Methan-Emissionen und nur vereinzelte Messungen  &#8211;  Freiwillige Initiativen reichen nicht: Deutsche Umwelthilfe und urgewald fordern weitreichende ordnungsrechtliche Vorgaben in der <!--more-->Methan-Verordnung   Das zweite Jahr in Folge haben die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und urgewald eine Methan-Abfrage in der europ\u00e4ischen Erdgas-Branche durchgef\u00fchrt. Das Ergebnis: Viele der Unternehmen ignorieren weiter die extrem klimasch\u00e4dlichen Methan-Emissionen, die entlang der Lieferkette entweichen. 39 von 51 Unternehmen haben keine Stellung bezogen, was DUH und urgewald als ein deutliches Zeichen mangelnden Engagements in der Reduktion von Methan-Emissionen werten. Nur vier der zw\u00f6lf Unternehmen, die geantwortet haben, konnten konkrete Angaben zu identifizierten Leckagen machen. Messungen f\u00fchren die Unternehmen nur selten durch, stattdessen geben sie errechnete Werte an. Das f\u00fchrt zu einer massiven Untersch\u00e4tzung der Emissionen und damit auch der Klimawirkung.   Seit der letzten Umfrage vom M\u00e4rz 2021 hat demnach kein Umdenken in der Branche stattgefunden. Dabei ist in der Zwischenzeit unter anderem durch den neuesten IPCC-Bericht klar geworden, dass Methan-Emissionen kurzfristig und drastisch reduziert werden m\u00fcssen, um das 1,5-Grad-Limit einzuhalten. Anstatt auf freiwillige Initiative zu setzen, fordern die DUH und urgewald deshalb eine Nachbesserung der Methan-Verordnung auf EU-Ebene mit weitreichenden ordnungsrechtlichen Vorgaben f\u00fcr die Gasindustrie.   Sascha M\u00fcller-Kraenner, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der DUH: &#8222;Unsere Methan-Abfrage zeigt: Das Prinzip der Freiwilligkeit zur L\u00f6sung des Methan-Problems ist gescheitert. Was wir dringend brauchen, sind verbindliche Regeln, um die Gasunternehmen zur effektiven Kontrolle und Berichterstattung ihrer Methan-Emissionen zu zwingen. Der Vorschlag der EU-Kommission f\u00fcr eine Methan-Verordnung reicht nicht aus, denn er l\u00e4sst die Lieferkette au\u00dfer Acht. Nur auf die Gasinfrastruktur innerhalb der EU zu schauen greift aber viel zu kurz: 90 Prozent der Methan-Emissionen des europ\u00e4ischen Gasverbrauchs entstehen, bevor dieses Gas \u00fcberhaupt in der EU ankommt. Das Europ\u00e4ische Parlament und die Bundesregierung m\u00fcssen den Entwurf dringend nachsch\u00e4rfen. Nur so k\u00f6nnen zuk\u00fcnftig in der gesamten Lieferkette Leckagen effektiv vermieden werden.&#8220;   Die DUH und urgewald fordern eine ambitionierte Methan-Verordnung, die alle Unternehmen zur Messung und Reduktion der Methan-Emissionen verpflichtet. Diese muss auch \u00d6l- und Gasimporte abdecken. Dar\u00fcber hinaus muss die drohende Verw\u00e4sserung der Berichterstattungs- und Leckagereparaturpflichten durch den Europ\u00e4ischen Rat dringend verhindert werden.   Dazu Sonja Meister, Energie-Kampaignerin bei urgewald: &#8222;70 Prozent der Methan-Emissionen des \u00d6l- und Gassektors k\u00f6nnen relativ einfach mit der derzeitigen Technologie vermieden werden &#8211; 45 Prozent davon sogar ohne Nettokosten f\u00fcr die Unternehmen. Aber es scheitert an der Ignoranz und Unwissenheit der Energieunternehmen, die sich damit dem Klimaschutz verweigern. Die meisten der von uns befragten Unternehmen messen die extrem klimasch\u00e4dlichen Methan-Emissionen \u00fcberhaupt nicht. Viele k\u00fcmmern sich noch nicht einmal um identifizierte Leckagen. Stattdessen setzen die Unternehmen lieber auf Scheinl\u00f6sungen wie Wasserstoff aus fossilem Gas und Offsetting und versuchen damit, die fossilen Gesch\u00e4ftsmodelle auf Kosten des Klimas m\u00f6glichst lange unver\u00e4ndert weiterzuf\u00fchren. Die Methan-Verordnung muss daher alle Unternehmen verpflichten, ihre eigenen Methan-Emissionen einschlie\u00dflich der Emissionen in der Lieferkette zu messen und zu reduzieren.&#8220;   Hintergrund:   Das Treibhausgas Methan ist Hauptbestandteil von Erdgas und heizt das Klima deutlich st\u00e4rker an als CO2 &#8211; \u00fcber einen Zeitraum von 20 Jahren ist die gleiche Menge 83-mal klimasch\u00e4dlicher. Methan kann bei F\u00f6rderung, Verarbeitung und Transport, also entlang der gesamten Erdgaslieferkette, in die Atmosph\u00e4re entweichen. Die Methan-Emissionen der Gasindustrie allein sind f\u00fcr 0,1 Grad Erderw\u00e4rmung verantwortlich.   Derzeit beruhen die in Deutschland geltenden Regelungen zum Umgang mit Leckagen auf einer &#8222;technischen Selbstverwaltung&#8220; durch die Erdgaswirtschaft. Anstatt regelm\u00e4\u00dfiger \u00dcberpr\u00fcfungen durch die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden wird davon ausgegangen, dass der Stand der Technik durch die Betreiber eingehalten wird. J\u00fcngste Untersuchungen der Internationalen Energieagentur belegen jedoch, dass die Methan-Leckagen des Energiesektors 70 Prozent h\u00f6her sind als offiziell angegeben.   Mit der Methan-Verordnung, die im Dezember 2021 als Kommissionsvorschlag ver\u00f6ffentlicht wurde, will die EU erstmals Verpflichtungen zur Messung, Meldung und Verifizierung von Methan-Emissionen, zur Feststellung und Reparatur von Leckagen sowie ein Verbot des routinem\u00e4\u00dfigen Abfackelns und Abblasens von fossilem Gas einf\u00fchren. Die neuen Regeln sollen aber nur f\u00fcr die Gasinfrastruktur in der EU gelten und nicht f\u00fcr die gesamte Lieferkette. Im Europ\u00e4ischen Rat gibt es dar\u00fcber hinaus Bestrebungen, den ohnehin schon l\u00fcckenhafte Kommissionsvorschlag unter massivem Druck der Industrie noch zus\u00e4tzlich zu verw\u00e4ssern.   Links:   Die Marktabfrage in deutscher und englischer Fassung sowie das NGO-Positionspapier &#8222;EU Methane Regulation&#8220; finden Sie hier: http:\/\/l.duh.de\/p220509   Pressekontakt:  Sascha M\u00fcller-Kraenner, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer, DUH 0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de  Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz, DUH 0160 4334014, zerger@duh.de  Sonja Meister, Energie-Campaignerin, urgewald 0176 64608515, sonja.meister@urgewald.org  DUH-Newsroom:   030 2400867-20, presse@duh.de  www.duh.de, www.twitter.com\/umwelthilfe, www.facebook.com\/umwelthilfe, www.instagram.com\/umwelthilfe, www.linkedin.com\/company\/umwelthilfe  Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/5216540\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; &#8211; Befragung von 51 europ\u00e4ischen Erdgas-Unternehmen offenbart Wissensl\u00fccken und mangelndes Engagement zur L\u00f6sung des Methan-Problems &#8211; Immer<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-424608","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/424608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=424608"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/424608\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=424608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=424608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=424608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}