{"id":425093,"date":"2022-05-17T10:00:22","date_gmt":"2022-05-17T10:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/bka-seit-50-jahren-profis-in-sachen-spurensicherung-und-identifizierung-tatortgruppe-und-identifizierungskommission-des-bka-feiern-jubilaeum\/"},"modified":"2022-05-17T10:00:22","modified_gmt":"2022-05-17T10:00:22","slug":"bka-seit-50-jahren-profis-in-sachen-spurensicherung-und-identifizierung-tatortgruppe-und-identifizierungskommission-des-bka-feiern-jubilaeum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bka-seit-50-jahren-profis-in-sachen-spurensicherung-und-identifizierung-tatortgruppe-und-identifizierungskommission-des-bka-feiern-jubilaeum\/","title":{"rendered":"BKA: Seit 50 Jahren Profis in Sachen Spurensicherung und Identifizierung: Tatortgruppe und Identifizierungskommission des BKA feiern Jubil\u00e4um"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211;   Sie sichern Fingerspuren an Tatorten oder auf Asservaten, sie vermessen Tatorte und erstellen davon 3D-Rekonstruktionen, sie sind Expertinnen und Experten f\u00fcr Blutspuren, Entsch\u00e4rfung oder f\u00fcr die Identifizierung von unbekannten Toten.<!--more--> Sie finden forensische Spuren in Cold Cases: Die Expertinnen und Experten der Tatortgruppe (TOG) des Bundeskriminalamtes, zu der auch die Identifizierungskommission (IDKO) geh\u00f6rt.  Heute feiert diese besondere Einheit ihr 50. Jubil\u00e4um mit einem Festakt in Wiesbaden.  Die Tatortgruppe des BKA besteht aus Spezialistinnen und Spezialisten f\u00fcr die allgemeine Tatortarbeit, Entsch\u00e4rfern, Sprengstoffermittlerinnen und -ermittlern, Expertinnen und Experten f\u00fcr die Bearbeitung von Sprengtatorten und Profis f\u00fcr Spezialfotografie. Mitarbeitende der Tatortgruppe haben Spezialkenntnisse in der forensischen Arch\u00e4ologie und der Leichensuche in Cold Cases. Andere sind Expertinnen und Experten bei der Spurensuche in Drogenlaboren und der Untersuchung von sichergestellten synthetischen Drogen und Cannabis-Plantagen.  Ein besonderer Bereich ist die Identifizierungskommission: Sie ist eine Aufrufeinheit, zu der rund 130 Mitarbeitende des BKA im Nebenamt geh\u00f6ren, externe Rechts- und Zahnmedizinerinnen und -mediziner, Psychologinnen und Psychologen sowie sechs hauptamtlich f\u00fcr diese Einheit arbeitende BKA-Beamtinnen und -Beamte. Die IDKO wird aktiv, wenn nach Ungl\u00fccken oder Anschl\u00e4gen unbekannte Opfer identifiziert werden m\u00fcssen. Dabei gehen die IDKO-Mitglieder nach einem von INTERPOL standardisierten Identifikationsprozess vor. Immer mit dem Ansinnen, die W\u00fcrde der Opfer zu wahren, den Toten ihre Namen wiederzugeben und den Angeh\u00f6rigen Gewissheit.  Mit modernsten Methoden sichern die Expertinnen und Experten der Tatortgruppe Spuren wie Hautschuppen, Blut und Haaren an Tatorten. Sie machen aber auch im Labor Fingerspuren auf sichergestellten Gegenst\u00e4nden sichtbar. Um bei chemischen und physikalischen Methoden auf dem neusten wissenschaftlichen Stand zu sein, k\u00fcmmert sich die Tatortgruppe ebenfalls um die Forschung, Entwicklung und Erprobung von Methoden der Fingerspurensicherung. Mit Verfahren der Laser-Vermessung k\u00f6nnen Expertinnen und Experten zudem 2D- und 3D-Modelle von Tatorten erstellen und mit Virtual-Reality-Technik Tatorte und potenzielle Tatherg\u00e4nge rekonstruieren.  Die Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes agiert als Servicestelle f\u00fcr das BKA, die Bundesl\u00e4nder, die Bundespolizei und die Zolldienststellen: beim Einsatz bei bestimmten Kriminalf\u00e4llen, bei der Aus- und Fortbildung und der Standardisierung von Methoden der Spurensicherung.  F\u00fcr die Tatortgruppe ist die Zusammenarbeit mit den Polizeien der Bundesl\u00e4nder besonders wichtig: Im Rahmen der Kommission Kriminalwissenschaft und -Technik\/Erkennungsdienst wurde in j\u00fcngerer Zeit deshalb ein Ma\u00dfnahmenkatalog f\u00fcr die Tatortarbeit bei Anschlagszenarien oder gro\u00dfen Katastrophenf\u00e4llen erarbeitet. Ein Zukunftsthema f\u00fcr die Tatortgruppe ist zudem &#8211; zusammen mit weiteren Bundesbeh\u00f6rden &#8211; die St\u00e4rkung der Einsatzf\u00e4higkeit bei der Arbeit an chemisch, biologisch oder radio-nuklear (CBRN) kontaminierten Tatorten.  BKA-Vizepr\u00e4sidentin Martina Link: &#8222;Die Herausforderungen f\u00fcr den Bereich Tatortarbeit sind in den vergangenen Jahren viel breiter geworden. Wissenschaftliche Neuerungen, spezielle Labort\u00e4tigkeiten und auch Anforderungen im Hinblick auf CBRN-Tatorte erfordern eine breite Aufstellung und Expertise. Au\u00dferdem hat sich das BKA in den vergangenen Jahren operativer aufgestellt, was die Anforderungen an die Tatortgruppe zus\u00e4tzlich erh\u00f6ht. Die Mitarbeitenden der Tatortgruppe bilden sich st\u00e4ndig fort und bringen eine hohe Motivation f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit sowie eine gro\u00dfe Einsatzbereitschaft mit. Das ist die Grundlage f\u00fcr die erfolgreiche Arbeit der Tatortgruppe und der Identifizierungskommission.&#8220;  Ein R\u00fcckblick: Die Tatortgruppe des BKA  1972 ver\u00fcbte die Baader-Meinhof-Gruppe &#8211; sp\u00e4ter Rote Armee Fraktion (RAF) &#8211; Sprengstoffanschl\u00e4ge in Deutschland, unter anderem gegen den damaligen Bundesrichter Wolfgang Buddenberg in Karlsruhe, gegen Einrichtungen der US-Armee in Heidelberg, das Landeskriminalamt in M\u00fcnchen und das Axel-Springer-Verlagshaus in Hamburg. Als Reaktion darauf richtete das BKA am 22. Mai 1972 als Teil der Sonderkommission Baader-Meinhof die &#8222;Arbeitsgruppe Sprengstoff&#8220; ein.  Bekannte Eins\u00e4tze f\u00fcr die Tatortgruppe des BKA waren im Zusammenhang mit der RAF die Ermordung von Hanns Martin Schleyer und Siegfried Buback 1977, die Attentate auf Prof. Karl Heinz Beckurts 1986 und Alfred Herrhausen 1989 sowie der Sprengstoffanschlag auf die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt 1993. In den 2000er Jahren lag ein besonderer Einsatzschwerpunkt bei der Tatortarbeit bei Verfahren im Zusammenhang mit dem islamistischen Terrorismus: etwa beim versuchten Anschlag mit Kofferbomben, die 2006 in einem Regionalzug in Koblenz sichergestellt wurden, dem Axt- und Messeranschlag in einem Regionalzug in W\u00fcrzburg 2016 sowie dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz 2016 in Berlin. Ein weiterer Schwerpunkt f\u00fcr die Tatortarbeit lag in Verfahren gegen rechtsextreme Kriminalit\u00e4t, beispielsweise im Zusammenhang mit dem sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), dem Anschlag auf die Synagoge in Halle und den damit verbundenen Morden an zwei Menschen im Jahr 2019 sowie bei den Morden in Hanau 2020, bei denen der Attent\u00e4ter neun Menschen erschoss, anschlie\u00dfend zudem seine Mutter und sich selbst.  Nach den Morden an einer Polizistin und einem Polizisten in diesem Jahr in Kusel unterst\u00fctzte die Tatortgruppe des BKA mit der Spurensuche am T\u00e4terfahrzeug die Landespolizei Rheinland-Pfalz.  Ein R\u00fcckblick: Die Identifizierungskommission  Am 3. Dezember 1972 st\u00fcrzte auf Teneriffa ein Flugzeug mit 155 Passagieren an Bord ab, die meisten kamen aus Deutschland. Das BKA entsendete Spezialisten des Erkennungsdienstes auf die Kanareninsel, um die Opfer zu identifizieren. Dieses Ereignis gilt als Geburtsstunde der Identifizierungskommission.  In den ersten Jahren war die IDKO haupts\u00e4chlich nach Flugzeugabst\u00fcrzen im Einsatz. Ein Meilenstein war der Einsatz 1996 in der Dominikanischen Republik, wo 189 Menschen Opfer eines Flugzeugabsturzes geworden waren. Erstmals wurden damals DNA-Abgleiche als Identifizierungsmethode angewendet. Eine besondere Herausforderung war 2004 und 2005 der 14-monatige Einsatz nach dem Tsunami in S\u00fcdostasien. Grund war die hohe Opferzahl (552 deutsche Opfer), die lange Einsatzdauer und die Zusammenarbeit mit Mitgliedern von insgesamt 34 internationalen Teams. Schwierig war zudem der Einsatz nach dem Flugzeugabsturz in Adis Abeba 2019 mit 158 Todesopfern. Die Toten konnten oft nur durch DNA-Analyse identifiziert werden und die Bedingungen vor Ort waren wegen des Klimas herausfordernd. Im vergangenen Jahr war die IDKO nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Einsatz.  Bis heute hat die IDKO 52 Eins\u00e4tze im In- und Ausland bew\u00e4ltigt.  <\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/7\/5224142\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; Sie sichern Fingerspuren an Tatorten oder auf Asservaten, sie vermessen Tatorte und erstellen davon 3D-Rekonstruktionen, sie sind<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-425093","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-besondere-neuigkeiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/425093","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=425093"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/425093\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=425093"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=425093"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=425093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}