{"id":426431,"date":"2022-06-07T17:13:03","date_gmt":"2022-06-07T17:13:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/zdg-praesident-friedrich-otto-ripke-kritisiert-eckpunkte-fuer-staatliche-tierhaltungskennzeichnung-bei-der-finanzierung-ist-die-politik-in-der-pflicht\/"},"modified":"2022-06-21T23:47:07","modified_gmt":"2022-06-21T21:47:07","slug":"zdg-praesident-friedrich-otto-ripke-kritisiert-eckpunkte-fuer-staatliche-tierhaltungskennzeichnung-bei-der-finanzierung-ist-die-politik-in-der-pflicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/zdg-praesident-friedrich-otto-ripke-kritisiert-eckpunkte-fuer-staatliche-tierhaltungskennzeichnung-bei-der-finanzierung-ist-die-politik-in-der-pflicht\/","title":{"rendered":"ZDG-Pr\u00e4sident Friedrich-Otto Ripke kritisiert Eckpunkte f\u00fcr staatliche Tierhaltungskennzeichnung: &#8222;Bei der Finanzierung ist die Politik in der Pflicht.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211;   Kritik an Eckpunkten f\u00fcr staatliche Tierhaltungskennzeichnung   ZDG-Pr\u00e4sident Friedrich-Otto Ripke: &#8222;Bei der Finanzierung ist die Politik in der Pflicht. Es geht um die Zukunftssicherung des Nutztierstandortes Deutschland!<!--more-->&#8220;  Heute hat der Bundesminister f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft Cem \u00d6zdemir die Eckpunkte f\u00fcr eine verpflichtende staatliche Tierhaltungskennzeichnung vorgestellt. Damit soll k\u00fcnftig klar ausgewiesen werden, wie ein Tier gehalten wurde. Unbeantwortet l\u00e4sst \u00d6zdemir die Frage, wie Landwirte, die ihre St\u00e4lle f\u00fcr mehr Tierwohl umbauen wollen, langfristige Planungssicherheit zur Finanzierung der daf\u00fcr notwendigen Investitionen erhalten. Friedrich-Otto Ripke, Pr\u00e4sident des Zentralverbands der Deutschen Gefl\u00fcgelwirtschaft e.V. (ZDG), sieht darin die entscheidende Schw\u00e4che des Eckpunkte-Papiers: &#8222;Solange die deutschen Nutztierhalter keine Klarheit haben, wie sie den Umbau finanzieren k\u00f6nnen, bleibt das Haltungskennzeichen ein leeres Versprechen und kann in der Praxis keine Umsetzung finden.&#8220;  Ripke sieht Politik und Handel in der Pflicht, den Nutztierstandort Deutschland zu erhalten. Ernsthafte Fortschritte beim Tierwohl gebe es nur, wenn die heimischen Landwirte mitgenommen werden. Sie seien im internationalen Vergleich heute schon Vorbild in Sachen Qualit\u00e4t und Tierwohl:   &#8222;Tierische Lebensmittel aus Deutschland sind unvergleichlich gut! Leider bleibt die Einsicht dar\u00fcber seit Jahren aus. Hier werden Politik und Handel ihrer Verantwortung nicht gerecht, den Umbau tats\u00e4chlich voranzubringen &#8211; ohne dass es zu einseitigen Belastungen der Tierhalter kommt. Im Gegenteil: Eine nationale Auflagenflut hat zu massiven Kostensteigerungen in der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette gef\u00fchrt und der schreckliche Angriffskrieg auf die Ukraine hat diese Entwicklung noch verst\u00e4rkt.   Unsere Gefl\u00fcgelhalter k\u00f6nnen bereits seit l\u00e4ngerem nicht mehr kostendeckend arbeiten. Die Quote an Hofaufgaben in Deutschland hat sich zuletzt verdoppelt. Das sind Alarmsignale, auf die alle und vor allem Politik und Handel achten m\u00fcssen. Denn dadurch wird die Ern\u00e4hrungssicherheit der deutschen Bev\u00f6lkerung gef\u00e4hrdet.&#8220;   Zukunftsfeste Tierhaltung gelingt nur mit klarem Finanzierungsrahmen  Laut Ripke liegen L\u00f6sungsans\u00e4tze bereits auf dem Tisch: &#8222;Der Kompetenzkreis Nationale Nutztierstrategie (Anm.: sogenannte Borchert-Kommission) hat in breitem Konsens aus Wissenschaft, Praxis und Verb\u00e4nden ein detailliertes Konzept erarbeitet, darunter konkrete Empfehlungen zur m\u00f6glichen Finanzierung. Der Investitionsbedarf der Transformation liegt nach Sch\u00e4tzungen ungef\u00e4hr bei vier bis sechs Milliarden Euro pro Jahr. Da wirkt es fast wie Hohn, wenn im aktuellen Bundeshaushalt 2022 von rund 500 Milliarden Euro gerade mal eine Milliarde f\u00fcr die Tierhalter in Aussicht gestellt wird. Gleichzeitig stehen der allgemeinen Finanzverwaltung aber Mittel in H\u00f6he von 146 Milliarden Euro zur Verf\u00fcgung.   Die Ern\u00e4hrung der deutschen Bev\u00f6lkerung mit Lebensmitteln aus heimischer Produktion muss dringend einen h\u00f6heren Stellenwert haben. Mehr Tierwohl hat in den vergangenen Jahren national zu immer geringeren Besatzdichten und dadurch zu immer kleineren Selbstversorgungsgraden gef\u00fchrt. Das l\u00f6st ungewollte Importe von Lebensmitteln mit Minderwerten bei Tierwohl und Nachhaltigkeit aus und r\u00fcckt in Zeiten mangelnder Lebensmittelversorgung den Standort Deutschland international in kein gutes Licht. Aktuell prognostizieren die Vereinten Nationen gerade, dass global etwa 45 Millionen Menschen Hunger oder Unterern\u00e4hrung droht. Deshalb m\u00fcssten rein nationale produktionsbeschr\u00e4nkende Auflagen einmal vor\u00fcbergehend ausgesetzt werden. Das hei\u00dft nicht abschaffen.   F\u00fcr mich ist die Ern\u00e4hrungssicherheit der Bev\u00f6lkerung nicht nur eine moralische, sondern auch eine grundlegende Pflicht der Politik, vergleichbar mit der Gesundheit. Mit Blick auf das Volumen des Bundeshaushaltes 2022 f\u00e4llt der Regierung sicher eine bessere L\u00f6sung ein, als sich im politischen Klein-klein von Finanzierungsfragen und Parteipositionen zu verhaken. Die Ampel ist aufgerufen, hier einen tragf\u00e4higen Kompromiss zu finden, denn nur mit einem klaren langfristigen Finanzierungsrahmen wird die von \u00d6zdemir beschworene zukunftsfeste Tierhaltung gelingen.   Ein Mischmodell, hinter dem sich auch Gr\u00fcne und FDP versammeln k\u00f6nnten, w\u00e4re beispielsweise eine marktfinanzierte Tierwohlabgabe verbunden mit einer erg\u00e4nzenden j\u00e4hrlichen Zuweisung von zweckgebundenen Haushaltsmitteln durch das Bundesministerium f\u00fcr Finanzen (BMF) an das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL). So k\u00f6nnte Bundesminister Cem \u00d6zdemir den Tierhaltern die notwendige langfristige Mehrkostenerstattung \u00fcber einen Zeitraum von 20 Jahren garantieren. Der Markt wird dies kurzfristig nicht leisten k\u00f6nnen. Verbunden mit einer regelm\u00e4\u00dfigen Evaluierung des Marktanteiles und der realen Produktionskosten w\u00fcrde damit ein sicheres Finanzierungssystem etabliert.&#8220;   Herkunftskennzeichnung weiterer wichtiger Baustein  F\u00fcr den Erfolg des vorgestellten Eckpunkte-Plans braucht es neben der Haltungskennzeichnung auch eine umfassende und verbindliche Herkunftskennzeichnung, unterstreicht Ripke: &#8222;\u00dcber 80 % der Verbraucher w\u00fcnschen sich laut Umfragen diese Transparenz f\u00fcr ihre Konsumentscheidung. Das verbindliche Herkunftskennzeichen muss politisch und technisch sofort entwickelt werden, damit es zum 1. Januar 2023 zur Anwendung kommen kann. Es ist eine wichtige Grundlage der Finanzierung einer Tierwohlabgabe.   Gerade weil die Menschen in Deutschland aktuell aufgrund der Inflation und der steigenden Lebenshaltungskosten \u00e4u\u00dferst preissensibel reagieren, sind Politik und Handel gut beraten, auf die Markt-Realit\u00e4ten zu schauen: So kommt beispielsweise 90 % der Nachfrage nach Gefl\u00fcgelfleisch aus der Haltungsstufe 2 der Initiative Tierwohl. Der Verbraucher l\u00e4sst sich nicht in immer h\u00f6here Haltungsstufen hineinzwingen, die sich viele einfach nicht leisten k\u00f6nnen.&#8220;   Laut Ripke sei es genau deshalb ganz entscheidend, dass die Frage der Finanzierung zusammen mit der Haltungs- und Herkunftskennzeichnung ganz nach oben auf die politische Agenda komme. Einzeln und f\u00fcr sich werden die drei Bereiche keine L\u00f6sung finden. &#8222;Nehmt in der Berliner Politik alle endlich klare Haltung ein und kommt schnell in die Umsetzung! Das gebietet die Gesamtverantwortung. Es steht zu viel auf dem Spiel&#8220;, appelliert der ZDG-Pr\u00e4sident und langgediente Agrar-Staatssekret\u00e4r.   \u00dcber den ZDG  Der Zentralverband der Deutschen Gefl\u00fcgelwirtschaft e. V. vertritt als berufsst\u00e4ndische Dach- und Spitzenorganisation die Interessen der deutschen Gefl\u00fcgelwirtschaft auf Bundes- und EU-Ebene gegen\u00fcber politischen, amtlichen sowie berufsst\u00e4ndischen Organisationen, der \u00d6ffentlichkeit und dem Ausland. Die rund 8.000 Mitglieder sind in Bundes- und Landesverb\u00e4nden organisiert.   Pressekontakt:  ZDG Zentralverband der Deutschen Gefl\u00fcgelwirtschaft e. V. Michael Steinhauser Bereichsleiter Kommunikation  Claire-Waldoff-Str. 7 | 10117 Berlin Tel. 030 288831-40 | Fax 030 288831-50 E-Mail: m.steinhauser@zdg-online.de | Internet: www.zdg-online.de  Original-Content von: Zentralverband der Deutschen Gefl\u00fcgelwirtschaft e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/32363\/5242035\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Kritik an Eckpunkten f\u00fcr staatliche Tierhaltungskennzeichnung ZDG-Pr\u00e4sident Friedrich-Otto Ripke: &#8222;Bei der Finanzierung ist die Politik in der<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-426431","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/426431","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=426431"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/426431\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":427737,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/426431\/revisions\/427737"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=426431"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=426431"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=426431"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}