{"id":42729,"date":"2011-09-14T09:55:11","date_gmt":"2011-09-14T07:55:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=42729"},"modified":"2011-09-14T09:55:11","modified_gmt":"2011-09-14T07:55:11","slug":"kunstlerkolonien-in-schleswig-holstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/kunstlerkolonien-in-schleswig-holstein\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstlerkolonien in Schleswig-Holstein"},"content":{"rendered":"<p>FOTO: Grethjens Gasthof auf F\u00f6hr mit dem Museum Kunst der Westk\u00fcste \/ MKDW<\/p>\n<p>Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden mit dem Erfolg der Freilichtmalerei in ganz Europa K\u00fcnstlerkolonien in Gegenden, die von der industriellen Entwicklung noch wenig ber\u00fchrt waren. Meist waren es junge K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die ihre Ateliers und die Zw\u00e4nge der Akademien in den Gro\u00dfst\u00e4dten verlie\u00dfen und zum Malen und Zeichnen in die unber\u00fchrte Natur, zu Fischern und Bauern kamen.<!--more--> Neben den bekanntesten K\u00fcnstlerkolonien in Barbizon bei Paris, im d\u00e4nischen Skagen oder in Worpswede bei Bremen zog es viele Maler auch in die K\u00fcstenorte an Nordsee und Ostsee. In Ekensund an der Flensburger F\u00f6rde trafen sich ab 1882 K\u00fcnstler um den Fotografen Wilhelm Dreesen, der Maler Heinrich Blunck lie\u00df sich 1923 in Heikendorf an der Kieler F\u00f6rde nieder und zog zahlreiche weitere Kollegen an. Schriftsteller und Literaten entdeckten Kampen auf Sylt f\u00fcr sich und trafen hier auf die illustre Gesellschaft von Rudolf Augstein, Axel C\u00e4sar Springer, Ernst Rowohlt, Berthold Beitz, Werner H\u00f6fer und anderen. Heute l\u00e4sst die K\u00fcnstlerkolonie Hungriger Wolf, die j\u00fcngst ihren ersten Geburtstag feierte, die Tradition des gemeinsamen Arbeitens und Austausches wieder aufleben.<\/p>\n<p>K\u00fcnstlerkolonie Ekensund: Vom hohen Norden zur Kunstelite des Kaiserreiches<br \/>\nDie Landschaft an der Flensburger F\u00f6rde, die Fischerei und der Betrieb auf dem Fjord im hohen Norden faszinierte Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr K\u00fcnstler und K\u00fcnstlerinnen. Sie folgten den Malern Louis Gurlitt und C. Eckersberg, die die Gegend um Ekensund am Nordufer der Flensburger F\u00f6rde w\u00e4hrend der Deutsch-D\u00e4nischen Kriege f\u00fcr ihre Malerei entdeckt hatten. Junge Maler wie Theodor Sander, Jacob N\u00f6bbe, Heinrich Rasch und Heinrich-Petersen Angeln, die in der N\u00e4he der Flensburger F\u00f6rde aufgewachsen waren, brachten K\u00fcnstler von den Akademien aus Berlin, Weimar und D\u00fcsseldorf mit nach Ekensund, darunter auch den schon ber\u00fchmten Landschaftsmaler Eugen D\u00fccker. Seit 1882 traf sich eine feste Gruppe von Malern um den Flensburger Fotografen Wilhelm Dreesen, im Laufe der 1880er Jahre besuchten Mitglieder anderer K\u00fcnstlerkolonien und der nationalen Kunstszene Ekensund, so dass Schleswig-Holstein mit der K\u00fcnstlerkolonie Anschluss an die Kunstelite des Deutschen Kaiserreiches fand. Zentraler Treffpunkt der K\u00fcnstler war der Gasthof \u201eSchumann\u201c. Als dieser Anfang des 20. Jahrhunderts verkauft wurde, die nachfolgende Maler-Generation nur noch K\u00fcnstler aus dem Landesteil Schleswig zulie\u00df und ideologisch besetzte \u201eHeimatkunst\u201c schuf, verschwand das Gemeinschaftsgef\u00fchl und es kamen immer weniger K\u00fcnstler an die F\u00f6rde. Als Ekensund in Folge der Grenzabstimmung wieder Teil des d\u00e4nischen Staates wurde, l\u00f6ste sich die K\u00fcnstlerkolonie endg\u00fcltig auf.<br \/>\nWerke der Maler von Ekensund sind in der Gem\u00e4ldegalerie des Museumsbergs Flensburg zu sehen.<br \/>\nDer Museumsberg Flensburg ist von April bis Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und donnerstags bis 20 Uhr ge\u00f6ffnet. Von November bis M\u00e4rz ist das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr und donnerstags bis 20 Uhr ge\u00f6ffnet.<br \/>\nMuseumsberg Flensburg, Museumsberg 1, 24937 Flensburg, Tel. 0461\/852956, museumsberg@flensburg.de, www.museumsberg.flensburg.de.<\/p>\n<p>Sp\u00e4timpressionisten und Expressionisten in der K\u00fcnstlerkolonie Heikendorf<br \/>\nDas Ostseebad Heikendorf mit seinen idyllischen Buchten und urspr\u00fcnglichem Fischerhafen an der Kieler F\u00f6rde ist ein beliebter Wohn- und Ferienort f\u00fcr Kieler und Urlaubsg\u00e4ste. Um die Jahrhundertwende entdeckte eine K\u00fcnstlergruppe um den Maler Heinrich Blunck den idyllischen Ort an dem engsten Abschnitt der Kieler F\u00f6rde f\u00fcr sich. Zusammen mit seiner Frau erwarb Blunck im Jahr 1923 ein Haus mit weitl\u00e4ufigem Garten in Heikendorf. Nach und nach errichteten sich weitere K\u00fcnstler aus Schleswig-Holstein wie Werner Lange, Georg Burmester, Rudolf Behrend und Oskar Droege hier ihre Ateliers, die durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zum gro\u00dfen Teil zerst\u00f6rt wurden. Nur das Wohn- und Atelierhaus Heinrich Bluncks blieb erhalten und wurde zum Museum umgebaut. Heute bildet es den Kern des K\u00fcnstlermuseums Heikendorf. In der Sammlung sind Werke von Heinrich Blunck, Rudolf Behrend, Georg Burmester, Oskar Droege, Karin Hertz, Werner Lange und Fritz Stoltenberg zu sehen, die neue Ausstellungshalle pr\u00e4sentiert in Wechselausstellungen zeitgen\u00f6ssische K\u00fcnstler.<br \/>\nDas K\u00fcnstlermuseum Heikendorf ist dienstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet.<br \/>\nK\u00fcnstlermuseum Heikendorf &#8211; Kieler F\u00f6rde, Teichtor 9, 24226 Heikendorf,<br \/>\nTel. 0431\/248093, kuenstlermuseum@t-online.de, www.kuenstlermuseumheikendorf.de<\/p>\n<p>Literaten-Treff in Kampen auf Sylt<br \/>\nAnfang des 20. Jahrhunderts, als das heute mond\u00e4ne Kampen auf Sylt nur wenige hundert Einwohner z\u00e4hlte, entstand unter der \u00c4gide des Schriftstellers und Herausgebers Ferdinand Avenarius im \u201eGasthaus zum rothen Kliff\u201c die n\u00f6rdlichste K\u00fcnstlerkolonie Deutschlands. K\u00fcnstler und Intellektuelle wie Emil Nolde und Thomas Mann f\u00fchlten sich von dem urspr\u00fcnglichen Charme des Dorfes mit seinen reetgedeckten Friesenh\u00e4usern, wilden Heide- und spektakul\u00e4ren D\u00fcnenlandschaften angezogen. Einen Hauch vergangener Zeiten k\u00f6nnen G\u00e4ste im \u201eDorfkrug Rotes Kliff\u201c schnuppern, dem ehemaligen \u201eGasthaus rothes Kliff\u201c (www.dorfkrug-kampen.de). Sp\u00e4ter trug auch der Maler Siegward Sprotte wesentlich zum Ruf Kampens als K\u00fcnstlerdorf bei. Einen pr\u00e4genden Eindruck auf Sprotte hinterlie\u00df eine Begegnung mit Emil Nolde, ab 1945 verbrachte er die H\u00e4lfte des Jahres in Kampen, wo er sein Atelier und die Ausstellungsgalerie gr\u00fcndete. Hier veranstaltete er 50 Jahre lang die \u201eKampener Ateliergespr\u00e4che\u201c. Nach Sprottes Tod im Jahr 2004 f\u00fchrt seine Frau Cosmea die Galerie mit der Sammlung Sprotte und zeitgen\u00f6ssischer Kunst mitten in Kampen, die auch durch ihre erfrischend klare Architektur auff\u00e4llt (www.falkensteinfineart.com).<br \/>\nSylt Marketing, Tel. 04651\/82020, info@sylt.de, www.sylt.de<\/p>\n<p>K\u00fcnstler-Treff Grethjens Gasthof auf F\u00f6hr<br \/>\n\u201eNee, einmal hatten wir einen Maler, wir wollen nie wieder einen hier haben!\u201c Kapit\u00e4ns-Frau und Gastwirtin Grethjen Hayen hatte scheinbar nicht viel Freude mit Jakob Alberts, der um 1900  in ihrem Gasthof auf F\u00f6hr abgestiegen war. \u201eGrethjens Gasthof\u201c in Alkersum blieb trotzdem K\u00fcnstler-Treffpunkt \u2013 das einzigartige Licht auf der Nordseeinsel und die von der Industrialisierung unber\u00fchrte Landschaft zog Maler wie Otto Heinrich Engel, Mitbegr\u00fcnder der Berliner Secession und Ludwig Dettmann auf das abgelegene Eiland.<br \/>\nSeit 2009 sind ihre Werke und die vieler weiterer norddeutscher und skandinavischer Maler des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts dauerhaft im Museum Kunst der Westk\u00fcste zu sehen, das sich in Alkersum auf F\u00f6hr um Grethjens Gasthof herum gruppiert.<br \/>\nDie Hallig-Bilder von Jakob Alberts, der Grethjen Hayen so verstimmte, sind ebenso zu sehen wie Werke von Max Liebermann, Max Beckmann, Emil Nolde, Edvard Munch, Anna und Michael Ancher, Christian Krohg, Jozef Isra\u00ebls, Hendrik Willem Medsag und den nordfriesischen Malern Otto Heinrich Engel und Hans P. Feddersen, die durch Positionen zeitgen\u00f6ssischer K\u00fcnstler erg\u00e4nzt werden.<br \/>\nGrethjens Gasthof wurde mit vielen architektonischen Zitaten an skandinavische Herrenh\u00e4user aus der Zeit um 1900 und an das Originalhaus an seinem urspr\u00fcnglichen Standort wieder errichtet. Das lichtdurchflutete Restaurant mit dem wundersch\u00f6nen Museumsgarten soll wie zu Zeiten seiner resoluten Besitzerin wieder zum sozialen Kern des Dorfes werden \u2013 und K\u00fcnstlern und Kunstfreunden Raum f\u00fcr neue Gedanken und zum Austausch geben.<br \/>\nMuseum Kunst der Westk\u00fcste, Hauptstra\u00dfe 7, 25938 Alkersum\/F\u00f6hr,<br \/>\nTel. 04681-74740-11, info@mkdw.de, www.mkdw.de<\/p>\n<p>K\u00fcnstlerkolonie Hungriger Wolf in Hohenlockstedt<br \/>\nDurch lange G\u00e4nge voller Kunst schlendern, K\u00fcnstlern \u00fcber die Schulter schauen und Kunstwerke f\u00fcr Zuhause erstehen k\u00f6nnen Besucher der K\u00fcnstlerkolonie Hungriger Wolf in Hohenlockstedt.<br \/>\nMehr als 50 freischaffende K\u00fcnstler beherbergt die ehemalige Kaserne bei Itzehoe, die sich verteilt auf zwei Stockwerke austauschen und gegenseitig inspirieren. Im August feierte die K\u00fcnstlergruppe, die in ihren Ateliers Grafik, Fotografie, Collagen, Bildhauerei und Objektkunst bis hin zu Schmuck- und Textil-Design pr\u00e4sentiert, ihr einj\u00e4hriges Bestehen.<br \/>\nK\u00fcnstlerkolonie Hungriger Wolf, Towerstra\u00dfe 11 \u2013 11A, 25551 Hohenlockstedt \/ Flugplatz Hungriger Wolf, www.kuenstlergruppe-hungrigerwolf.de<\/p>\n<p>Alle Infos zum Urlaub in Schleswig-Holstein sind bei der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH) erh\u00e4ltlich, Tel. 0 18 05\/ 600 604 (\u20ac 0,14\/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk max. \u20ac 0,42\/Min.), Fax: 0 18 05\/ 600 644 (0,14 Euro\/Min), www.sh-tourismus.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FOTO: Grethjens Gasthof auf F\u00f6hr mit dem Museum Kunst der Westk\u00fcste \/ MKDW Gegen Ende des 19. 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