{"id":42907,"date":"2011-09-16T14:01:54","date_gmt":"2011-09-16T12:01:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=42907"},"modified":"2011-09-16T14:01:54","modified_gmt":"2011-09-16T12:01:54","slug":"aalschutzgebiet-an-der-untereider-eingerichtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/aalschutzgebiet-an-der-untereider-eingerichtet\/","title":{"rendered":"Aalschutzgebiet an der Untereider eingerichtet"},"content":{"rendered":"<p>KIEL. An der Untereider ist ein Aalschutzgebiet eingerichtet worden. Das teilt das Ministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Umwelt und l\u00e4ndliche R\u00e4ume heute (16. September) mit. Ab sofort d\u00fcrfen in der Eider unterhalb der Eisenbahnbr\u00fccke in Friedrichstadt bis zur M\u00fcndung beim Eidersperrwerk keine so genannten Blankaale mehr gefangen werden, also Aale, die ihre Laichwanderung in Richtung Sargassomeer angetreten haben und anhand \u00e4u\u00dferer Merkmale deutlich als k\u00fcnftige Laichfische erkennbar sind.<!--more--> Charakteristisch sind vor allem die silbrig bis goldene metallische F\u00e4rbung und die stark vergr\u00f6\u00dferten Augen. M\u00e4nnliche Blankaale sind nur etwa 40 Zentimeter lang, weibliche Blankaale sind gr\u00f6\u00dfer (meist ca. 60 &#8211; 80 Zentimeter, nur in Ausnahmef\u00e4llen auch noch gr\u00f6\u00dfer). Von der neuen Regelung, die zun\u00e4chst bis Ende 2012 gilt, sind beide Geschlechter unabh\u00e4ngig von ihrer Gr\u00f6\u00dfe erfasst.<\/p>\n<p>Hintergrund ist ein Pilotprojekt der Binnenfischer im Lande, die einen Teil ihres Fangs f\u00fcr den Artenschutz zur Verf\u00fcgung stellen wollen. Der Bestand des Europ\u00e4ischen Aals hat in den vergangenen Jahren erheblich abgenommen. Insbesondere zeigt sich dies im Aufkommen an jungen Aalen (sog. Glasaalen) an den K\u00fcsten. Die EU hatte deswegen bereits 2007 die &#8222;Aalverordnung&#8220; erlassen, und seit 2009 werden die Aalbest\u00e4nde auch in Schleswig-Holstein nach detaillierten Managementpl\u00e4nen bewirtschaftet.<br \/>\nZur F\u00f6rderung des Aals sind verschiedene Bausteine erforderlich, allen voran der verst\u00e4rkte Besatz der Gew\u00e4sser mit jungen Aalen. Weitere Ma\u00dfnahmen sind verbesserte technische Vorrichtungen, um das Eindringen der Aale (und anderer Fische) in Wasserkraftanlagen zu verhindern, ganz allgemein die Renaturierung von Flie\u00dfgew\u00e4ssern sowie verst\u00e4rkte Bem\u00fchungen zur Verringerung von Fra\u00dfsch\u00e4den durch Kormorane.<br \/>\nBinnenfischer in Schleswig-Holstein wollen nun einen verst\u00e4rkten Beitrag zum Aalschutz leisten, in dem sie einen Teil der von Ihnen gefangenen Blankaale nicht vermarkten, sondern in der Eider aussetzen. Hier k\u00f6nnen die Aale dann ungef\u00e4hrdet in die Nordsee und weiter in ihre Laichgebiete im Sargassomeer abwandern. F\u00fcr diese zum Artenschutz zur Verf\u00fcgung gestellten Aale erhalten die Fischer eine Entsch\u00e4digung, die sie zu 100 Prozent wieder f\u00fcr Besatz mit jungen Aalen aufwenden m\u00fcssen. Daf\u00fcr werden F\u00f6rdermittel aus der Fischereiabgabe und aus dem Europ\u00e4ischen Fischereifonds in H\u00f6he von rund 140.000 Euro f\u00fcr die kommenden zwei Jahre bereitgestellt.<\/p>\n<p>Die Einrichtung des Schutzgebietes an der Eider war notwendig geworden, damit die frisch ausgesetzten Aale nicht gleich wieder entnommen werden k\u00f6nnen. Mitarbeiter des Landesamts f\u00fcr Landwirtschaft, Umwelt und l\u00e4ndliche R\u00e4ume (LLUR) hatten vor der Einrichtung des Sperrgebietes Gespr\u00e4che mit den Betroffenen an der Eider gef\u00fchrt und waren auf viel Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Anliegen gesto\u00dfen. Auch die dortigen Fischereitreibenden tragen somit zum Gelingen des Projektes bei, denn ab sofort sind alle Blankaale in dem Gebiet gesch\u00fctzt \u2013 und damit nat\u00fcrlich auch die, die in der Eider und ihren Zufl\u00fcssen selbst aufgewachsen sind.<br \/>\nDie Fischerei auf nicht laichreife Aale (sog. Gelbaale) ist von der Regelung nicht betroffen.<\/p>\n<p>Die Fischereiabteilung des LLUR wird das Vorhaben \u00fcber die n\u00e4chsten zwei Jahre beobachten und dann \u00fcber eine Fortf\u00fchrung oder ggf. Ausweitung des Projektes entscheiden. (N\u00e4here Ausk\u00fcnfte erteilt gerne das LLUR, Abt. Fischerei: Tel.: 04347\/704 319; Herr Dr. Roland Lemcke.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KIEL. An der Untereider ist ein Aalschutzgebiet eingerichtet worden. 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