{"id":431803,"date":"2023-03-11T10:51:20","date_gmt":"2023-03-11T09:51:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=431803"},"modified":"2023-03-11T11:05:19","modified_gmt":"2023-03-11T10:05:19","slug":"kritik-an-eu-massnahmenpaket-schleswig-holstein-und-mecklenburg-vorpommern-warnen-vor-aus-der-krabben-und-muschelfischerei-an-nord-und-ostsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/kritik-an-eu-massnahmenpaket-schleswig-holstein-und-mecklenburg-vorpommern-warnen-vor-aus-der-krabben-und-muschelfischerei-an-nord-und-ostsee\/","title":{"rendered":"Kritik an EU-Ma\u00dfnahmenpaket: Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern warnen vor Aus der Krabben- und Muschelfischerei an Nord- und Ostsee"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/DSC_0479.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-431804 alignleft\" src=\"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/DSC_0479.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/DSC_0479.jpg 330w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/DSC_0479-320x249.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a> Symbolfoto: TBF\/W. Freywald \u00b7 KIEL\/SCHWERIN. In einem Brief an das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) haben Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern deutlich Kritik an dem am 21. Februar 2023 von der EU-Kommission vorgelegtem umfangreichen Ma\u00dfnahmenpaket zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und Widerstandsf\u00e4higkeit des Fischerei- und Aquakultursektor ge\u00fcbt. Sie fordern den Bund darin gemeinsam auf, sich f\u00fcr den Fortbestand und die Interessen der Fischerei einzusetzen.<!--more-->Teil des EU-Ma\u00dfnahmenpaketes ist ein \u201eAktionsplan zum Schutz und zur Wiederherstellung von Meeres\u00f6kosystemen f\u00fcr eine nachhaltige und widerstandsf\u00e4hige Fischerei\u201c. Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten darin auf, mobile grundber\u00fchrende Fangger\u00e4te in allen FFH-Gebieten bis 2024 und in allen \u00fcbrigen Meeresschutzgebieten bis 2030 zu verbieten. In der deutschen Nordsee sind der allergr\u00f6\u00dfte Teil der K\u00fcstengew\u00e4sser (in Schleswig-Holstein fast 100 Prozent) und gro\u00dfe Bereiche in der ausschlie\u00dflichen Wirtschaftszone (AWZ) als Natura 2000-Gebiete ausgewiesen. \u00c4hnliches trifft auf die Ostsee zu.<\/p>\n<p>Schleswig-Holsteins Fischereiminister Werner Schwarz sagte dazu: \u201eDie Umsetzung w\u00fcrde unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Folgen nach sich ziehen und unweigerlich das Aus f\u00fcr viele Erwerbsbetriebe an Nord- und Ostsee, ganz besonders f\u00fcr unsere Miesmuschelwirtschaft und unsere traditionelle, identit\u00e4tsstiftende Krabbenfischerei, bedeuten. Ein Verbot w\u00fcrde nicht nur viele berufliche Existenzen vernichten, sondern auch erhebliche sozio\u00f6konomische Auswirkungen weit \u00fcber die Fischerei hinaus verursachen. Wir brauchen hier einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Schutz und Nutzung \u2013 kein Pauschalverbot.\u201c<\/p>\n<p>Mecklenburg-Vorpommerns Fischerei- und Umweltminister Dr. Till Backhaus betonte: \u201eKein anderer Mitgliedstaat hat so gro\u00dfe Anteile seines Hoheitsgebietes zu Meeresschutzgebieten erkl\u00e4rt. Allein in Mecklenburg-Vorpommern sind etwa 397.000 Hektar, das entspricht rund 50 Prozent, als Natura 2000-Gebiete ausgewiesen. Werden alle nationalen und internationalen Schutzgebietskategorien \u00fcbereinandergelegt, sind es hierzulande fast 400.000 Hektar. Dass dieses Engagement nun bestraft wird, ist f\u00fcr mich nicht nachvollziehbar. Wir alle sind uns einig, dass der Schutz unserer nat\u00fcrlichen Ressourcen h\u00f6chste Priorit\u00e4t hat. Wir k\u00f6nnen aber die Interessen der Bev\u00f6lkerung nicht g\u00e4nzlich hintanstellen. Ma\u00dfnahmen zum Schutz des Meeresbodens sind notwendig, m\u00fcssen aber verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sein und d\u00fcrfen nicht zum endg\u00fcltigen Zusammenbruch der K\u00fcstenfischerei f\u00fchren. Seit 1990 haben bereits \u00fcber 90 Prozent der Betriebe aufgegeben \u2013 das ist eine Katastrophe! Denn unsere Fischereien leisten einen wichtigen Beitrag f\u00fcr die nachhaltige Lebensmittelproduktion und Ern\u00e4hrungssicherheit in Deutschland und der EU; sie sind Kulturgut und Tourismusmagnet. Entscheidungen f\u00fcr oder gegen etwas, m\u00fcssen deshalb im Gesamtkontext abgewogen und getroffen werden.\u201c<\/p>\n<p>Ende letzten Jahres hatte die EU-Kommission das deutsche Programm zum Europ\u00e4ischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) genehmigt. Ziel des Programms ist es, alle M\u00f6glichkeiten auszusch\u00f6pfen, die Fischerei in Deutschland zu erhalten und zukunftsf\u00e4hig zu gestalten, unter anderem durch eine Verbesserung der Nachhaltigkeit von Fischereit\u00e4tigkeiten und eine St\u00e4rkung des Meeresschutzes. Ein pauschales Verbot bestimmter, die K\u00fcstenregion pr\u00e4gender Fischereien konterkariert die bisherigen Anstrengungen ebenso wie die Programmziele, noch bevor die Umsetzung \u00fcberhaupt richtig angelaufen ist. Auch der mehrj\u00e4hrige schwierige Einigungsprozess zu den Fischereimanagementma\u00dfnahmen in den Natura 2000-Gebieten der AWZ der Nordsee, der erst k\u00fcrzlich mit der Ver\u00f6ffentlichung der delegierten Verordnung (EU) 2023\/340 abgeschlossen wurde, w\u00fcrde kurz nach Inkrafttreten hinf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Den beiden K\u00fcstenl\u00e4ndern ist bewusst, dass eine zukunftssichere K\u00fcstenfischerei nur m\u00f6glich ist, wenn diese sich weiterhin den gesellschaftlichen Anforderungen der \u00f6kologischen Nachhaltigkeit stellt. \u201eWir stehen als K\u00fcstenl\u00e4nder f\u00fcr einen Dialog zu Verbesserungen der Fangmethoden bereit\u201c, hei\u00dft es in dem Schreiben. Der aktuelle EU-Vorschlag gehe aber deutlich zu weit und w\u00fcrde im Widerspruch zu bisherigen Ma\u00dfnahmen stehen, so die L\u00e4ndervertreter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Symbolfoto: TBF\/W. Freywald \u00b7 KIEL\/SCHWERIN. 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