{"id":432423,"date":"2023-06-07T16:10:39","date_gmt":"2023-06-07T14:10:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=432423"},"modified":"2023-06-07T16:10:39","modified_gmt":"2023-06-07T14:10:39","slug":"studie-stellt-erhebliche-wettbewerbsdefizite-im-deutschen-mobilfunkmarkt-fest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/studie-stellt-erhebliche-wettbewerbsdefizite-im-deutschen-mobilfunkmarkt-fest\/","title":{"rendered":"Studie stellt erhebliche Wettbewerbsdefizite im deutschen Mobilfunkmarkt fest"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Etablierte Mobilfunknetzbetreiber blockieren Zugang zu 5G f\u00fcr Wettbewerber<\/li>\n<li>Glasfasernetzbetreibern fehlen Vorleistungen f\u00fcr wettbewerbsf\u00e4hige B\u00fcndelprodukte<\/li>\n<li>90% der Glasfasernetzbetreiber fordern Diensteanbieterverpflichtung und erwarten verbesserten Wettbewerb durch vierten Mobilfunknetzbetreiber<\/li>\n<li>Neue Frequenzvergabebedingungen bieten vorerst letzte Chance zur gezielten F\u00f6rderung von Wettbewerb und Innovation im Sinne der Verbraucher<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more-->Berlin, 7. Juni 2023 <strong>Eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (BREKO) und der 1&amp;1 Mobilfunk GmbH analysiert die Wettbewerbsverh\u00e4ltnisse auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Im Ergebnis stellen die mit der Studie beauftragten Telekommunikationsexperten von SBR-net Consulting dabei erhebliche Wettbewerbsdefizite fest.<\/strong><\/p>\n<p><strong>5G-Verf\u00fcgbarkeit leidet unter mangelndem Wettbewerb<\/strong><\/p>\n<p>Drei etablierte Netzbetreiber beherrschen den Mobilfunkmarkt in Deutschland. Eine gro\u00dfe Anzahl von Vertriebspartnern und Submarken erweckt den Anschein von Wettbewerb. Tats\u00e4chlich aber gibt es laut der Studie kaum Konkurrenz um innovative Dienste und Tarifmodelle. Im 5G-Netz schirmen Telekom, Vodafone und Telef\u00f3nica den Wettbewerb besonders restriktiv ab und verz\u00f6gern das Angebot von 5G-Tarifen als Mobilfunkvorleistung. Wettbewerbern ohne eigenes Mobilfunknetz ist es deshalb nicht m\u00f6glich, eigene Angebote auf 5G-Basis anzubieten. Dies geht zu Lasten der Verbraucher, die vielerorts mit der in die Jahre gekommenen 4G-Technologie versorgt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ebenso fehlen den alternativen Glasfasernetzbetreibern, also den Wettbewerbern der Telekom, die die ma\u00dfgeblichen Treiber des Glasfaserausbaus in Deutschland sind, marktgerechte Vorleistungsangebote von den etablierten Mobilfunknetzbetreibern, um wettbewerbsf\u00e4hige B\u00fcndelprodukte anzubieten.<\/p>\n<p><strong>BREKO-Pr\u00e4sident und Sprecher der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der EWE TEL Norbert Westfal erkl\u00e4rt:<\/strong> \u201eDie Studie verdeutlicht, dass im Mobilfunkmarkt dringender regulatorischer Handlungsbedarf besteht, um den Wettbewerb zu st\u00e4rken. Die Abschottungspraxis der Mobilfunknetzbetreiber schadet nicht nur dem Angebot und der Qualit\u00e4t im Mobilfunk, sondern hat auch erhebliche negative Auswirkungen f\u00fcr Unternehmen, die in Deutschland Glasfasernetze ausbauen. Ohne fairen Wettbewerb, in dem alle Anbieter zeitgem\u00e4\u00dfe Produkte anbieten k\u00f6nnen, bleibt Deutschland dauerhaft hinter seinem Potenzial als Gigabit-Gesellschaft zur\u00fcck. Den drastischen Wettbewerbsdefiziten muss die Bundesnetzagentur mit einer belastbaren Diensteanbieterverpflichtung gezielt entgegentreten. Zudem bietet der Eintritt des vierten Mobilfunknetzbetreibers zus\u00e4tzliche Chancen, den Wettbewerb zu f\u00f6rdern.\u201d<\/p>\n<p>Eine im Rahmen der Studie erfolgte Marktbefragung unter 132 Glasfasernetzbetreibern zeigt:\u00a0 Rund 90% sprechen sich f\u00fcr eine MVNO- und Diensteanbieterverpflichtung aus, die den marktgerechten Zugang zu Vorleistungen der etablierten Netzbetreiber absichert und erwarten zudem verbesserte Wettbewerbsbedingungen durch den Markteintritt des vierten Netzbetreibers.<\/p>\n<p><strong>Regulierer in der Pflicht bei Frequenzvergabebedingungen<\/strong><\/p>\n<p>Das Auslaufen der aktuellen Frequenzzuteilungen in den Bereichen 800 MHz, 1.800 MHz und 2,6 GHz zum 31. Dezember 2025 bietet bis zur \u00fcbern\u00e4chsten Frequenzvergabe ab 2034 die letzte Chance, den Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt zu beleben. Hier sieht die Studie die Regulierungsbeh\u00f6rde in der Pflicht, wettbewerbsf\u00f6rdernde Bedingungen zu schaffen, um die Weichen f\u00fcr die Zukunft im deutschen Telekommunikationsmarkt zu diesem entscheidenden Zeitpunkt richtig zu stellen \u2013 zur Wahrung der Verbraucherinteressen, um Innovationspotenzial auszusch\u00f6pfen und den Glasfaserausbau in Deutschland zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>MVNO- und Diensteanbieterverpflichtung notwendig<\/strong><\/p>\n<p>Die derzeitigen Frequenzvergabebedingungen sehen vor, dass die etablierten Mobilfunknetzbetreiber mit anderen Mobilfunk- und Festnetzbetreibern und Mobilfunkdiensteanbietern zu Vorleistungen verhandeln m\u00fcssen \u2013 ohne das Recht auf faire Angebote. Dieses Verhandlungsgebot hat sich als unwirksam erwiesen und muss durch eine sogenannte MVNO- und Diensteanbieterverpflichtung gest\u00e4rkt werden. Eine Diensteanbieterverpflichtung stellt sicher, dass die alternativen Netzbetreiber einen fairen Zugang zu marktgerechten Vorleistungen der etablierten Mobilfunknetzbetreiber erhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Zus\u00e4tzliche Chancen auf verbesserten Wettbewerb durch vierten Netzbetreiber<\/strong><\/p>\n<p>Der Markteintritt des vierten Mobilfunknetzbetreibers kann den Wettbewerb auf allen Ebenen verbessern, sowohl durch das direkte Angebot von Diensten an Endkunden als auch durch das Angebot von Vorleistungen f\u00fcr Diensteanbieter und alternative Netzbetreiber. Da der Neueinsteiger aber erst ein fl\u00e4chendeckendes Netz aufbauen muss, ist neben einem fairen Anteil am Mobilfunkspektrum auch ein diskriminierungsfreies National Roaming inklusive des Zugangs zum Markstandard 5G notwendig. Denn nur so kann ein Neueinsteiger in der Aufbauphase seines eigenen Netzes bundesweit wettbewerbsf\u00e4hige Mobilfunkprodukte anbieten. Und nur unter dieser Voraussetzung kann der vierte Netzbetreiber marktf\u00e4hige Produkte zur Weitervermarktung bereitstellen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Studie \u201eWettbewerbsdefizite auf dem deutschen Mobilfunkmarkt und regulatorische Antworten\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Im Auftrag des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (BREKO) und der 1&amp;1 Mobilfunk GmbH untersuchte die SBR-net Consulting den deutschen Mobilfunkmarkt. Hierzu wurden die aktuellen und zu erwartenden Bedingungen auf dem Mobilfunkendkunden- und -vorleistungsmarkt (z.B. im Hinblick auf die Entwicklung von 4G zu 5G und dar\u00fcber hinaus) sowie aktuelle und m\u00f6gliche k\u00fcnftige Wettbewerbsverh\u00e4ltnisse analysiert und eine Umfrage unter Mitgliedern des BREKO durchgef\u00fchrt. Ebenso geht die Studie auf die Diskussion um einen wirksamen Wettbewerb und das aktuelle und zu erwartende Verhalten der Netzbetreiber in Bezug auf Investitionen und ihre Bereitschaft zum Angebot von Mobilfunkvorleistungen ein. Die Studie ist unter folgendem Link abrufbar: <a href=\"https:\/\/www.brekoverband.de\/site\/assets\/files\/35790\/mobilfunk_wettbewerb_studie_breko_1und1.pdf\">PDF-Download<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00dcber den BREKO<\/strong><\/p>\n<p>Als f\u00fchrender Glasfaserverband mit 450 Mitgliedsunternehmen setzt sich der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) erfolgreich f\u00fcr den Wettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt ein. Seine Mitglieder setzen klar auf die zukunftssichere Glasfaser und zeichnen f\u00fcr \u00fcber 70 Prozent des Ausbaus von Glasfaseranschl\u00fcssen in Deutschland verantwortlich. Die mehr als 230 im Verband organisierten Telekommunikations-Netzbetreiber versorgen sowohl Ballungsr\u00e4ume als auch l\u00e4ndliche Gebiete mit zukunftssicheren Glasfaseranschl\u00fcssen. Daf\u00fcr haben sie im Jahr 2021 3,2 Mrd. Euro investiert. Weitere Informationen finden Sie unter <a href=\"https:\/\/brekoverband.de\/\">brekoverband.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etablierte Mobilfunknetzbetreiber blockieren Zugang zu 5G f\u00fcr Wettbewerber Glasfasernetzbetreibern fehlen Vorleistungen f\u00fcr wettbewerbsf\u00e4hige B\u00fcndelprodukte 90% der Glasfasernetzbetreiber fordern Diensteanbieterverpflichtung und<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[14],"tags":[22456],"class_list":["post-432423","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tipps-informationen","tag-studie-stellt-erhebliche-wettbewerbsdefizite-im-deutschen-mobilfunkmarkt-fest"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/432423","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=432423"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/432423\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":432424,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/432423\/revisions\/432424"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=432423"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=432423"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=432423"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}